Gordon Brown: „Nach EU-Austritt endet Großbritannien wie Nordkorea“

Der ehemalige britische Premier Gordon Brown befürchtet eine Isolierung seines Landes nach einem möglichen EU-Austritt. Foto: [Steve Bowbrick/Flickr]

Sollte das Vereinigte Königreich die EU verlassen, würde es wie Nordkorea dastehen – mit „wenigen Freunden“ und „ohne Einfluss“, meint der britische Ex-Premier Gordon Brown. EURACTIV Brüssel berichtet.

Der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown schrieb am Montag in der angesehenen britischen Tageszeitung The Guardian über die möglichen Konsequenzen eines EU-Austritts seines Landes. Ein Verlassen der EU käme demnach einer „Norkorea-Option“ gleich.

Ein solcher Schritt ließe das Vereinigte Königreich „in der Kälte zurück, mit wenigen Freunden, keinem Einfluss, wenig neuem Handel und noch weniger neuen Investitionen“. Die geopolitischen Folgen seien ein „geteiltes Europa, ein gestärktes Russland und die USA würden uns für eine deutsch-französische Achse umgehen“, so Brown.

Premier David Cameron versprach für den Fall eines Wahlsieges seiner Konservativen bei den Unterhauswahlen am 7. Mai ein Referendum über die britische EU-Mitgliedschaft bis Ende 2017.

Browns Labour-Partei, die sich in den meisten Umfragen ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Konservativen liefert, will ein solches Referendum nur für den Fall erheblicher Machteinbußen gegenüber Brüssel.

Ein zukünftiges Referendum zur EU-Mitgliedschaft dürfe sich nicht auf „löbliche Informationsblätter“ verlassen.

Der Großteil der freien Wirtschaft setzt sich für der Verbleib Großbritanniens in der EU ein. Doch genau das sei Wasser auf die Mühlen der Europaskeptiker, so Brown. Diese würden behaupten, Europa sei „für eine Elite, die das wahre Großbritannien nicht versteht“.

„Wenn wir die Herzen gewinnen wollen, muss unsere Kernbotschaft größer als das Geschäftsargument sein, größer auch als das alt bewährte Argument, dass der einzige patriotische Weg für Großbritannien der sei, die EU zu führen, statt lediglich eins von vielen Mitgliedern zu sein“, sagte Brown.

Die europaskeptische UK Independence Party (UKIP) beginnt laut Brown einen „Kulturkrieg“. Die Partei fördere eine „Wagenburgmentalität gegenüber Außenstehenden“. Diese Position lege sie als patriotische Wahl fest, was sich auch in UKIPs Slogan für die Frühlingskonferenz der Partei widerspiegele: „Believe in Britain.“

Es gebe keinerlei Beweise dafür, dass die EU-Mitgliedschaft das Land „weniger britisch“ gemacht habe, so Brown. Tatsächlich sei ein EU-Verbleib ein starkes Argument für das nationale Interesse Großbritanniens.

Die Lobbygruppe Business for Britain bezeichnete Browns Artikel als „Panikmache“ derer, die unbedingt in der EU bleiben wollen.

  • 7. Mai 2015: Britische Unterhauswahlen
  • 2017: Vorgeschlagenes Datum für ein Referendum über die britische EU-Mitgliedschaft

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