Gegen EU-Trend: Zahl der Verkehrstoten in Deutschland steigt

Zum Minusgeschäft wird die Maut dem ADAC zufolge durch die hohen jährlichen Betriebskosten. [© Tekke/flickr]

Bei der Reduzierung tödlicher Verkehrsunfälle kommen die EU-Staaten nur stockend voran. Während die durchschnittliche Zahl der Verkehrstoten leicht sank, stieg sie in Deutschland sogar an.

Die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr ist EU-weit leicht zurückgegangen, in Deutschland allerdings stieg sie um ein Prozent. Insgesamt starben vergangenes Jahr in den 28 EU-Ländern 25.700 Menschen bei Unfällen und damit rund ein Prozent weniger als 2013, wie die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte.

Im Durchschnitt starben 2014 in Deutschland 42 Menschen pro einer Million Einwohner im Straßenverkehr, 2013 waren es 41 Menschen. Das sind laut Kommission aber immer noch weniger als der EU-Durchschnitt mit 50,5 Todesopfern.

Am gefährlichsten war es der Statistik zufolge in Lettland, wo 106 Todesopfer pro Million Einwohner gezählt wurden, gefolgt von Rumänien (91 Opfer) sowie Litauen und Bulgarien (jeweils 90 Opfer).

Viel weniger Tote hatten Malta (26 Opfer pro einer Million Einwohner) sowie Schweden und Großbritannien (beide 29).

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc äußerte sich enttäuscht über die Entwicklung im Straßenverkehr: „Es ist traurig und schwer zu akzeptieren, dass in Europa jeden Tag fast 70 Menschen sterben und viele mehr schwer verletzt werden. Die heute veröffentlichten Zahlen sollten ein Weckruf sein“, erklärte sie in Brüssel.

In den vergangenen beiden Jahren war die Zahl der Verkehrstoten EU-weit jeweils um acht Prozent zurückgegangen. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Todesopfer zwischen 2010 und 2020 um die Hälfte zu verringern.

„Wir müssen unsere Arbeit in den nächsten Jahren intensivieren“, erklärte Bulc. Sie kündigte mehrere Maßnahmen an. So will die EU-Kommission die Vorschriften für die Schulung und Qualifikation von Berufskraftfahrern überprüfen. Zudem plant sie bis Ende 2016 einen Vorschlag zum Sicherheitsmanagement der Verkehrsinfrastruktur. Eine Studie zur Verringerung schwerer Verletzungen soll diesen Herbst angestoßen werden.

Tempo 30 in Europas Städten?

Auch der Sprecher des Verkehrsausschusses, Michael Cramer, forderte Reformen: „Die EU muss eine Vollbremsung bei den Bemühungen um mehr Sicherheit auf unseren Straßen verhindern. Vor allem überhöhte Geschwindigkeit und Trunkenheit am Steuer müssen durch wirksame Kontrollen bekämpft werden“, so der Grünen-Politiker.

Bereits 2011 habe das Europaparlament eine Lösung aufgezeigt. Mit breiter Mehrheit – auch den Stimmen aller deutschen Abgeordneten – sei empfohlen worden, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Städten einzuführen, sagt Cramer. Die Städte sollten endlich selbst entscheiden, auf welchen Straßen schneller gefahren werden kann.

Subscribe to our newsletters

Subscribe