Flüchtlinge: Gabriel warnt vor Aussetzung des Mindestlohns

Sollen auch Flüchtlinge den Mindestloh erhalten? Sigmar Gabriel sagt Ja.  Sollen auch Flüchtlinge den Mindestloh erhalten? Sigmar Gabriel sagt Ja.

Sollen auch Flüchtlinge den Mindestloh erhalten? Sigmar Gabriel sagt Ja. Sollen auch Flüchtlinge den Mindestloh erhalten? Sigmar Gabriel sagt Ja. [bauernverband/Flickr]

Behindert der Mindestlohn die Integration Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt? Darüber ist zwischen Wirtschaft und Politik ein Streit entbrannt. Während das Ifo Institut eine Aussetzung für Asylsuchende fordert, bleibt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel dabei: Ausnahmen soll es nicht geben.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel lehnt Ausnahmen vom Mindestlohn zur besseren Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt ab.

Flüchtlinge und andere Bedürftige dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, sagte der Vizekanzler während der Haushaltsdebatte im Bundestag. „Deshalb darf man dieser Forderung nicht nachgeben – und wir werden wir auch nicht tun“, sagte der SPD-Chef. „Am Gesetz gibt es keine Änderung.“ Die Flüchtlingskrise dürfe nicht zu Verteilungskämpfen führen.

Teile der Wirtschaft und viele Ökonomen haben vorgeschlagen, den seit Jahresbeginn geltenden bundesweiten Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde für Flüchtlinge auszusetzen. Da viele Flu?chtlinge schlecht qualifiziert seien, könnten nur so genügend Jobs für sie entstehen.

Unternehmen sehen das größte Beschäftigungspotenzial für Flüchtlinge als ungelernte Hilfsarbeiter. 41 Prozent der 3.000 befragten Firmen aus Industrie, Bau und Handel schätzten dies so ein, erklärte das Münchner Ifo-Institut. „59 Prozent allerdings sehen auch dafür nur geringe Chancen“, sagte Ifo-Experte Gabriel Felbermayr. 37 Prozent sehen demnach Potenzial, Flüchtlinge in ihrer Branche als Auszubildende einzustellen, 63 Prozent jedoch nicht. Gut jede fünfte Firma könne sich Flüchtlinge als Facharbeiter vorstellen. Die meisten Unternehmen nennen mangelnde Sprachkenntnisse als Beschäftigungshindernis und jedes dritte den Mindestlohn.