Ex-Präsident Rumäniens verliert moldawische Staatsbürgerschaft

Traian Băsescu wird wahrscheinlich seine moldawische Staatsbürgerschaft abtreten müssen. [ANTI.USL/ Flickr]

Moldawiens neuer Präsident, Igor Dodon, will dem ehemaligen rumänischen Präsidenten Traian Băsescu die moldawische Staatsbürgerschaft entziehen. EURACTIV Rumänien berichtet.

Der frisch gewählte, pro-russische Präsident Moldawiens, der Sozialist Igor Dodon, verkündete moldawischen Medien zufolge in einem TV-Auftritt, dass er nächste Woche einen Erlass entkräften werde, der dem ehemaligen Staatschef Rumäniens, Traian Băsescu, die moldawische Staatsbürgerschaft sicherte. Dodo behauptet Băsescus Antrag sei verfahrenswidrig gewesen. Es stehe ihm jedoch gern frei, die Bewerbung erneut einzureichen, die dann zu einem späteren Zeitpunkt geprüft werde.

Băsescu und seine Frau Maria waren am 3. November bei einer Zeremonie in der moldauischen Botschaft Rumäniens in Bukarest offiziell Staatsbürger des ärmsten europäischen Landes geworden. Der Ex-Präsident kündigte bereits an, er werde Einspruch erheben, sollte das neue Staatsoberhaupt ihm und seiner Gattin die Staatsbürgerschaft verwehren.

Băsescu, der von 2004 bis 2014 das höchste Amt Rumäniens bekleidete, setzte sich sein Leben lang für engere Beziehungen zwischen Bukarest und Chişinău ein. So schlug er sogar einmal vor, die beiden Länder zu vereinen. Während seiner Amtszeit bat er den Moldawiern bereitwillig die rumänische Staatsbürgerschaft an, sollten sie an ihr interessiert sein.

Der damalige Präsident soll darüber hinaus über eine politische Karriere in dem osteuropäischen Nachbarstaat nachgedacht haben. Er habe „Optionen“, hatte er im November noch angedeutet. Diese neue Entwicklung wird ihm jedoch vorerst einen Strich durch die Rechnung machen.

Letzten Monat gewann Dodon die zweite Runde der moldawischen Präsidentschaftswahlen für sich. Am 23. Dezember soll er dem Amtseid ablegen, nachdem das Verfassungsgericht des Landes das Wahlergebnis offiziell bestätigt hat. Diesem zufolge lag der Sozialist mit 52,2 Prozent der Stimmen knapp vor seiner Konkurrentin Maia Sandu. Während seines Wahlkampfes hatte er auf eine pro-russische Ausrichtung gesetzt und versprochen, auf frühzeitige Parlamentswahlen im nächsten Jahr zu drängen. Moldawiens neuer Präsident erhielt bereits eine Einladung in den russischen Kreml von Präsident Wladimir Putin.

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