Eurostat-Umfrage: 80 Prozent der Europäer sind weitgehend zufrieden mit ihrem Leben

Die Vereinten Nationen haben den 20. März zum Internationalen Tag des Glücks ausgerufen. Foto: United Nations Photo (CC BY-NC-ND 2.0)

Trotz der düsteren wirtschaftlichen Situation sind 80 Prozent der europäischen Erwachsenen im Allgemeinen zufrieden mit ihren Leben. Das zeigen Daten, die die EU-Statistikbehörde Eurostat vor dem Internationalen Tag des Glücks veröffentlichte. EURACTIV Brüssel berichtet.

80 Prozent der EU-Bürger würden ihre Lebenszufriedenheit auf einer Skala von null bis zehn mit sechs oder höher bewerten. Das geht aus der jüngsten Pressemitteilung hervor, die die Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht hat. Die Daten wurden 2013 gesammelt.

Das Ergebnis kommt durchaus überraschend. Denn die Finanz- und die Wirtschaftskrise sorgten in vorangegangenen Umfragen für abnehmende Glücks- und Optimismuswerte.

Die glücklichsten Europäer stammen aus den nordischen Ländern Dänemark, Finnland und Schweden. Dort bewerten die Menschen ihre Lebenszufriedenheit mit durchschnittlich 8,0 Punkten. Dann folgen die Niederlande und Österreich mit 7,8 Punkten Zufriedenheit im Durchschnitt.

Am anderen Ende der Skala stehen die Bulgaren (4,8). Sie sind laut Eurostaat „die mit Abstand Unzufriedensten“. Danach folgen die Griechen, Zyprer, Ungarn und Portugiesen (alle 6,2).

Die europäischen Daten wurden heute veröffentlicht. Morgen organisieren die Vereinten Nationen (UN) den Internationalen Tag des Glücks.

„Die Streben nach Glück ist ein grundlegendes menschliches Ziel“, schreibt die UN auf ihrer Webseite für den Internationalen Tag des Glücks. Sie fordert die Mitgliedsstaaten, die zivilgesellschaftlichen Organisationen und Einzelpersonen dazu, den Internationalen Tag des Glücks „auf angemessene Weise“ zu feiern.

Lebenszufriedenheit sei ein mehrdimensionales Konzept, warnte Eurostat jedoch. Der Begriff werde „sehr von verschiedenen sozio-demografischen Faktoren geformt“.

„Der Gesundheitszustand scheint ein wichtiger Bestimmungsfaktor für die Lebenszufriedenheit zu sein, vor Faktoren wie der finanziellen Position, der Situation auf dem Arbeitsmarkt oder sozialen Beziehungen“, so die EU-Statistikbehörde.

Arbeitslosigkeit, Armut und Lebenssinn

Wenig überraschend sind die arbeitslosen und inaktiven Menschen durchschnittlich am unzufriedensten (5,8). Im Vergleich dazu sind die Vollzeitbeschäftigten (7,4) oder die Auszubildenden (7,8) wesentlich glücklicher. Sie sind am zufriedensten mit ihrem Leben.

Mehr als die Hälfte der Bürger, die unter erheblichen materiellen Entbehrungen leiden, sind unzufrieden mit ihrem Leben. Das spiegelt das beunruhigende Ausmaß an Entbehrungen in den Ländern wieder, die am stärksten von der Wirtschaftskrise betroffen sind.

Jüngere Menschen sowie Paare mit Kindern weisen dem Eurostat-Bericht zufolge tendenziell eine höhere Lebenszufriedenheit auf.

Es gab keine erkennbaren Unterschiede zwischen Männern und Frauen – abgesehen von einem Bereich. Frauen weisen unabhängig von ihrem Alter oder der relativen Armut tendenziell höhere Werte in der Kategorie „Lebenssinn“ auf.

Eurostat kommentierte die Ergebnisse so: „Man könnte deshalb schließen, dass der bewertende Teil des subjektiven Wohlbefindens die konkrete domänenspezifische Zufriedenheit zusammenfasst, während die Frage nach einem Ziel oder Lebenssinn auf einer abstrakteren- wenn nicht komplett abstrakten Ebene beantwortet wird.“

Die Kommission entschloss sich 2007, einen neuen Ansatz zur Messung des Wohlbefindens und der Lebensqualität zu entwickeln, der über die konventionellen wirtschaftlichen Maßstäbe wie das Bruttoinlandsprodukt hinausgeht.

Ein Weltstatistikforum, das wichtige internationale Organisationen von den Vereinten Nationen und der EU bis hin zur Islamischen Konferenz zusammenbringt, will ein weltweites Projekt zur Messung gesellschaftlichen Fortschritts in den verschiedenen Ländern starten.

Dieses Bekenntnis wurde in der Erklärung von Istanbul vom 30. Juni 2007 bekanntgegeben.

Wichtige Indikatoren zur Bewertung von Fortschritt sollten unter anderem Gesundheit, Bildung, Umwelt, Beschäftigung, Produktivität und Kaufkraft sein. 

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