EU warnt Großbritannien vor überzogenen Erwartungen an Handelsbeziehungen

EU-Chefunterhändler Michel Barnier forderte EU-Unternehmen auf, sich auf ein „No-Deal“-Szenario vorzubereiten, wenn Großbritannien Ende 2020 den Binnenmarkt verlässt. [EPA-EFE/YVES HERMAN / POOL]

Angesichts stockender Verhandlungen über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen zu Großbritannien hat EU-Chefunterhändler Michel Barnier London vor überzogenen Erwartungen gewarnt.

Die britische Seite strebe eine Beziehung an, die zu stark an eine Mitgliedschaft erinnere, monierte der Franzose am Mittwoch. Großbritannien verlange “weit mehr” als Kanada, Japan oder andere Handelspartner der Europäischen Union. Es picke sich die attraktivsten Elemente des Binnenmarkts heraus, ohne indes auch die entsprechenden Verpflichtungen eingehen zu wollen.

Die Unterhändler der EU und Großbritanniens hatten jüngst erklärt, sie seien bei ihren Gesprächen über ein Freihandelsabkommen kaum vorangekommen. Großbritannien hat die EU im Januar verlassen, die bisherigen Regelungen gelten aber weiter, um beiden Seiten Zeit für ein neues Handelsabkommen zu geben. Die Frist dafür läuft Ende des Jahres aus.

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