EU-Vorzeigeprojekt: Mehr als 10 Millionen Europäer haben am Erasmus-Programm teilgenommen

Der Italiener Riccardo Corradini, 25, ist der erste Student der Welt, der ein Erasmus-Stipendium im palästinensischen Gaza-Streifen erhalten hat. [EFE/Mohamed Ibrahim]

Mehr als zehn Millionen Europäer haben in den letzten drei Jahrzehnten am Erasmus-Studentenaustauschprogramm teilgenommen. Dies geht aus den Daten hervor, die die Europäische Kommission am Dienstag im Jahresbericht 2018 über dieses Vorzeigeprojekt der Europäischen Union veröffentlicht hat.

Dieses System von Stipendien, das auf Studenten in der Berufsausbildung und auf Lehrkräfte ausgedehnt wurde und jetzt unter dem Namen Erasmus+ bekannt ist, erhielt 2018 Fördermittel in Höhe von 2,8 Milliarden Euro – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt konnten so 850 000 Personen unterstützt werden.

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, den im EU-Haushalt für den Zeitraum 2021-2027 vorgesehenen Betrag zu verdoppeln, über den derzeit zwischen den Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament verhandelt wird. Die Staats- und RegierungschefInnen der EU-Mitgliedsstaaten werden am 20. und 21. Februar auf einem Sondergipfel darüber entscheiden.

Im Jahr 2018 erreichte das Programm Erasmus+ eine Rekordzahl an Teilnehmern und Begünstigten, teilte die Europäische Kommission mit: 95.000 Organisationen erhielten Mittel zur Durchführung von 23.500 Projekten. Im Bereich der Hochschulbildung verbrachten im akademischen Jahr 2017/2018 mehr als 470.000 Studenten, Auszubildende und Mitarbeiter eine Zeit im Ausland.

The Capitals: Haushaltsüberschuss, Illegale Wahlkampfspenden, Erasmus-Ende

Heute u.a. mit dabei: Portugal genehmigt den ersten Haushaltsüberschuss seit Demokratisierung, die illegalen Wahlkampfspenden der AfD, London will Erasmus-Austauschprogramm den Riegel vorschieben.

Mehr als 155.000 TeilnehmerInnen waren an Mobilitätsprojekten für Jugendliche beteiligt. Die Europäische Sportwoche 2018 war mit mehr als 50.000 Veranstaltungen in ganz Europa ein beispielloser Erfolg.

Darüber hinaus wurde die mobile Erasmus+-App laut der Europäischen Kommission seit ihrer Einführung Mitte 2017 mehr als 73.000 Mal heruntergeladen. Seit 2014 haben zudem mehr als 530.000 Menschen von den Online-Sprachkursen profitiert.

Das Europäische Jugendportal hatte bis 2018 5,4 Millionen Besuche, während eTwinning, eine Gemeinschaft, die LehrerInnen und Schulen verbindet, die historische Zahl von mehr als 640.000 registrierten NutzerInnen seit 2005 erreicht hat.

2018 war ein erfolgreiches Jahr für die internationale Reichweite von Erasmus+. Rund 28.000 HochschulteilnehmerInnnen aus den Erasmus+-Partnerländern kamen, um in den Ländern des Programms zu studieren oder zu lehren, und fast 18.000 Studierende aus den Programmländern studierten oder lehrten in einem Partnerland.

Mit 44 neu ausgewählten gemeinsamen Erasmus-Mundus-Masterstudiengängen im Jahr 2018 finanziert Erasmus+ mehr als 3.180 Stipendien für Studierende über sechs Jahre.

Mit Erasmus gegen die EU-Skepsis

Die EU-Kommission will der zunehmenden Europa-Skepsis mit einer Verdoppelung der Mittel für das Studenten-Austauschprogramm Erasmus begegnen.

Spanien: Ein Erasmus-Stipendium für 84.046 Studenten

Im Falle Spaniens erhielten im Jahr 2018 84.046 Studierende ein Erasmus-Stipendium, das von der EU mit insgesamt 167,6 Millionen Euro gefördert wurde.

Der Großteil der spanischen Teilnehmer (58.352) waren Studenten im Hochschulbereich. Die Universitäten, die die meisten Studenten in andere EU-Länder schickten, waren die Universität Granada, die Universität Complutense Madrid und die Universität Valencia, während die bevorzugten Zielländer der spanischen Studenten Italien, das Vereinigte Königreich und Deutschland waren.

„In ganz Europa bringen sich Menschen ein, tauschen sich aus und lernen Neues, wenn sie über Grenzen hinweg an Bildungs-, Jugend- und Sportaktivitäten teilnehmen. Erasmus+ ist ein fantastischer gemeinsamer Erfolg, den wir noch ausweiten sollten durch mehr Teilnehmende, mehr Vielfalt und mehr Möglichkeiten,“ erklärte der Vizepräsident der Europäischen Kommission für die Förderung der europäischen Lebensweise, Margaritis Schinas, dazu.

(K)eine Frage des Alters: 80-jähriger Spanier wird Erasmus-Student

Er sticht heraus: der 80-jährige Miguel Castillo reist nächste Woche ins italienische Verona – als Erasmus-Student.

[Bearbeitet von Britta Weppner]

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