EU entscheidet über Zulassung des Corona-Vakzins von US-Konzern Johnson & Johnson

Alex Gorsky ist Vorstandsvorsitzender von der US-Firma Johnson & Johnson. [Al Drago / POOL / EPA]

In der EU könnte bald ein vierter Corona-Impfstoff zum Einsatz kommen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA will am Donnerstag über eine Zulassung des Corona-Vakzins des US-Unternehmens Johnson & Johnson entscheiden.

Damit stünde ein einfacher handhabbares Vakzin gegen das Coronavirus zur Verfügung.

Welche Wirkweise hat der Impfstoff von Johnson & Johnson?

Wie beim Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca und dem russischen Vakzin Sputnik V handelt es sich um einen Vektorvirenimpfstoff. Dabei wird als Vektor ein sogenanntes Adenovirus genutzt. Dieses löst normalerweise eine gewöhnliche Erkältung aus, wurde jedoch so verändert, dass es sich nicht vermehren kann.

Über den Vektor werden genetische Anweisungen an die Zellen übermittelt, ein bestimmtes Protein des Covid-19-Erregers Sars-CoV2 zu produzieren. Auf diese Weise wird das Immunsystem auf die Bekämpfung des echten Coronavirus vorbereitet.

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Wie wirksam ist der Impfstoff von Johnson & Johnson?

Vorprüfungen der US-Arzneimittelbehörde FDA, die dem Vakzin Ende Februar eine Notfallzulassung erteilte, bescheinigen dem Präparat von Johnson & Johnson eine sehr hohe Wirksamkeit. Demnach verhinderte das Mittel in einer großen klinischen Studie in den USA schwere Erkrankungen zu 85,9 Prozent.

Bei Studien in Südafrika und Brasilien lag die Wirksamkeit demnach bei 81,7 beziehungsweise 87,6 Prozent. Damit scheint der Impfstoff des US-Konzerns auch gut gegen die südafrikanische und die brasilianische Virus-Variante zu wirken, die als deutlich ansteckender gelten. Bei den in der EU bereits zugelassenen Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna ist die Wirksamkeit insgesamt mit mehr als 90 Prozent allerdings noch etwas höher.

Bei der Abwendung von leichteren Covid-19-Erkrankungen ergab die Studie bei Johnson & Johnson nur eine Wirksamkeit von 66,1 Prozent. Berichte über schwere allergische Reaktionen, wie sie bei Biontech und Moderna vereinzelt auftraten, liegen bei dem J&J-Mittel nicht vor. Leichtere Impf-Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Kopfschmerzen traten in der Studie häufiger bei jungen als bei älteren Menschen auf.

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Welche Vorteile hat das Vakzin?

Bei dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson reicht anders als bei den in der EU bereits zugelassenen Mitteln von Biontech, Moderna und Astrazeneca eine einzige Dosis. Dadurch könnte die Immunisierung der Bevölkerung deutlich beschleunigt werden.

Außerdem kann das Mittel leichter transportiert und aufbewahrt werden: Nach Unternehmensangaben ist es mindestens drei Monate lang bei normalen Kühlschranktemperaturen zwischen zwei und acht Grad haltbar. Somit kann das Mittel von jeder Arztpraxis aufbewahrt werden. Die Impfstoffe auf Grundlage der mRNA-Technologie von Biontech und Moderna müssen hingegen bei etwa minus 20 Grad aufbewahrt werden.

Wie viele Impfdosen von Johnson & Johnson kann die EU bekommen?

Der Impfstoff wird in mehreren Werken in den USA produziert, aber auch in Europa, nämlich im niederländischen Leiden und im schweizerischen Bümpliz. Die EU-Kommission hat für die Mitgliedstaaten 200 Millionen Dosen bestellt und hält eine Kaufoption auf 200 Millionen weitere. Noch im zweiten Quartal dieses Jahres sollen 55 Millionen Dosen geliefert werden. Mittlerweile gibt es aber Zweifel daran, ob das Unternehmen dies schaffen wird.

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