Erster Coronavirus-Fall in einer EU-Institution bestätigt

Blick auf einen Bildschirm im Emergency Response Coordination Centre (ERCC) in Brüssel, auf dem die Entwicklung des neuartigen Coronavirus Covid-19 gezeigt wird. [EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]

In einer internen Mail, die EURACTIV einsehen konnte, hat die Europäische Verteidigungsagentur (EVA) bestätigt, dass einer ihrer Mitarbeiter positiv auf Coronavirus getestet wurde. Die EVA hat daher vorsichtshalber alle Sitzungen, die bis zum 13. März in ihren Räumlichkeiten stattfinden sollten, abgesagt.

Ein Vertreter der EVA bestätigte diese Information gegenüber EURACTIV.

Die vorsorgliche Entscheidung basiert auf neuen Leitlinien, die der interinstitutionelle medizinische Ausschuss der EU ausgegeben hatte, heißt es in der Mail. Sie wurde auch an das Netzwerk der nationalen Kontaktstellen (Points of Contact, POCs) in den EU-Staaten geschickt, das die Arbeit der Verteidigungsagentur mit den einzelnen Mitgliedsstaaten koordiniert.

Die EU-Agentur hat außerdem beschlossen, die Teilnahme aller ihrer Mitarbeitenden an externen Sitzungen bis zum 13. März zu streichen. Die abgesagten Treffen sollen zu späteren Zeitpunkten wieder aufgenommen bzw. neu angesetzt werden.

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Laut einer Quelle, die anonym bleiben wollte, war der leitende EVA-Beamte, der sich mit dem Virus infiziert hatte, vergangene Woche von einer Reise nach Italien zurückgekehrt. Nach seinem Aufenthalt in Italien habe er noch einem Treffen mit etwa 30 Beamten anderer EU-Institutionen beigewohnt, das etwa vier Stunden dauerte.

Der Beamte habe sich dann am Samstag (29. Februar) krank gefühlt und sei anschließend positiv auf COVID-19 getestet worden, sagte die Quelle gegenüber EURACTIV.

Ein Mitglied des Stabs des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD), das an dem Treffen vergangene Woche teilnahm, habe inzwischen ebenfalls Symptome gezeigt und warte nun auf das Ergebnis des Tests, fügte die Quelle hinzu. Ein Mitarbeiter des EAD räumte ein, dass die anderen Teilnehmenden des Treffens seitdem noch weitere Meetings abgehalten haben und/oder gereist sind.

Andere EU-Institutionen haben verstärkte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. So wurden Beamte, die in vom Coronavirus betroffene Gebiete gereist sind, aufgefordert, nicht in ihre Büros zu gehen und stattdessen von zu Hause aus zu arbeiten.

[Zusätzliche Berichterstattung von Alexandra Brzozowski; bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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