Die „Force de Frappe“ als Zeichen französischer Stärke

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist als Frankreichs Staatschef zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat in der Verteidigungspolitik das Sagen. [EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält heute (Freitag) in Paris eine Rede zur Atomwaffen-Doktrin. Die „Force de Frappe“, also die atomare Streitkraft, ist eines der stärksten militärischen Druckmittel des Landes. Ein Überblick:

DER PRÄSIDENT UND DER ROTE KNOPF
Macron ist als Frankreichs Staatschef zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat in der Verteidigungspolitik das Sagen. Eines seiner stärksten Druckmittel ist der „rote Knopf“ zum Einsatz der Atomwaffen.

DRITTGRÖßTE ATOMMACHT DER WELT
Seit dem Brexit vor knapp einer Woche ist Frankreich die einzige Atommacht in der Europäischen Union. Mit rund 300 Nuklearsprengköpfen ist sie zudem die drittgrößte Atommacht der Welt – mit weitem Abstand hinter Russland und den USA, die nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri über jeweils mehr als 6000 Sprengköpfe verfügen.

PFLICHTEN AUS DEM ATOMWAFFENSPERRVERTRAG
Frankreich ist dem Atomwaffensperrvertrag erst 1992 beigetreten – zeitgleich mit China und 23 Jahre später als Deutschland. Unter Präsident François Mitterrand verpflichtete sich das Land damit auch zur nuklearen Abrüstung. Dennoch hält Frankreich weiter am Prinzip der atomaren Abschreckung fest und macht keine Anstalten, die Zahl seiner Kernwaffen zu verringern.

NUKLEAR BESTÜCKTE U-BOOTE UND KAMPFFLUGZEUGE
Das Atomwaffenarsenal Frankreichs beruht auf zwei Säulen: Vier nuklear bestückten U-Booten, die mit ballistischen Interkontinental-Raketen ausgestattet sind sowie Boden-Luft-Raketen mittlerer Reichweite, die von Rafale-Kampfflugzeugen aus eingesetzt werden können.

ERNEUERUNG DES ATOMWAFFEN-ARSENALS
Im Januar 2018 hatte Präsident Macron die Erneuerung des französischen Kernwaffenarsenals bis zum Jahr 2035 angekündigt. Vorgesehen sind unter anderem Raketen mit größerer Reichweite. Für den Unterhalt und die Modernisierung dieser Waffen sind bis 2025 insgesamt 37 Milliarden Euro eingeplant. Das entspricht gut zwölf Prozent des französischen Verteidigungsbudgets.

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