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11/12/2016

Das Ende von Sarkozy

EU-Innenpolitik

Das Ende von Sarkozy

Der ehemalige Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist aus der Vorwahl der französischen Konservativen ausgeschieden.

Foto: dpa

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Konservativen wird sich per Stichwahl zwischen Francois Fillon und Alain Juppé entscheiden. Nicolas Sarkozy tritt als Verlierer ab.

Sarkozy hat aufgegeben. „Nicolas Sarkozy, Ruhestand mit 62“ titelte die französische Zeitung „Libération“ über die Niederlage des früheren Präsidenten. Im Kampf von Frankreichs Konservativen um die Präsidentschaftskandidatur wurde Sarkozy bei ersten Wahlgang am Sonntag mit rund 20 Prozent lediglich Dritter. Er schied damit wie die anderen vier Bewerber aus.

Ex-Ministerpräsident Francois Fillon kam auf rund 44 Prozent. Sein Kontrahent Alain Juppé, Bürgermeister von Bordeaux und ehemailger Außenminister, erreichte 28 Prozent. Ein zweiter Wahlgang ist für kommenden Sonntag angesetzt.

Sarkozy stimmt für Fillon

Nicolas  Sarkozy räumte seine Niederlage sofort ein und kündigte an, dass er für François Fillon stimmen würde.

„Ich habe es nicht geschafft, die Mehrheit der Wähler zu überzeugen“ und wolle sich aus der Politik zurückziehen, sagte Sarkozy vor Anhängern. Er halte große Stücke auf Juppé, fühle sich aber Fillons politischen Ansichten näher und werde daher für ihn stimmen, kündigte er an. Fillon war unter Sarkozy von 2007 bis 2012 Ministerpräsident.

Sarkozy mahnte auch, er lasse den Wählern zwar die „freie“ Wahl, dringe aber darauf, „nie den Weg der Extreme zu nehmen“.

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl findet am 23. April statt, die eigentliche Wahl dürfte Umfragen zufolge dann in einer Stichwahl im Mai 2017 zwischen dem konservativen Kandidaten und Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National entschieden werden. Le Pen sieht sich in ihrem Anti-Globalisierungs- und Einwanderungskurs durch die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten im Aufwind.

Schlechte Aussichten für die zerstrittenen Sozialisten

Die zerstrittenen Sozialisten, die mit Francois Hollande derzeit den Präsidenten stellen, dürften bereits in der ersten Runde im April das Nachsehen haben.

Laut einer Umfrage des Instituts Opinionway würde Fillon als Favorit in eine Stichwahl gegen Juppé ziehen. Der Bewunderer der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher, der als ökonomisch liberal gilt, kann demnach auf 56 Prozent der Stimmen hoffen. Allerdings werden dem 62-Jährigen in einem Duell mit Le Pen nicht so gute Chancen eingeräumt wie dem moderaten Konservativen Juppé. Der 71-Jährige hätte hingegen Umfragen zufolge leichtes Spiel gegen die Rechtsextremistin, weil er sich der Stimmen linker Wähler sicherer sein könnte als Fillon.

Die Anhänger von Juppé begannen unterdessen bereits, ihre Pfeile gegen den größten Widersacher zu schießen. „Ich bin von der Unbeständigkeit der wirtschaftlichen Pläne von François Fillon sowie von dessen diplomatischen Orientierungen beunruhigt. So laufe Juppés Nähe zu Wladimir Putin den Interessen Frankreichs und der orientalischen Christen zuwider, beklagte etwa der Parlamentarier Hervé Mariton.