Coronavirus: Spanien hat nun die viertmeisten Infektionsfälle weltweit

Spanien steht wegen dem Corona-Notstand still. Fast 9.000 Menschen haben sich bisher mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. [EPA-EFE/ JAVIER CEBOLLADA]

Spanien hat einen 25-prozentigen Anstieg der Coronavirus-Fälle verzeichnet und ist damit das am viertstärksten betroffene Land der Welt.

Laut den neuesten Daten, die am Montag, dem ersten Arbeitstag, an dem strenge Quarantänebestimmungen zur Eindämmung der Virusausbreitung erlassen wurden, haben sich 8.744 Personen mit Covid-19 infiziert. 297 sind bis zum Vorabend an dem neuartigen Virus gestorben.

Die Zahlen bedeuten, dass Spanien Südkorea in Bezug auf bestätigte Fälle und die Zahl der Todesfälle, die viermal so hoch ist wie die der asiatischen Nation, überholt hat. Die Behörden in Südkorea wurden für die Art und Weise gelobt, wie sie den Virusausbruch bewältigt haben.

Mehr als die Hälfte der bestätigten Fälle in Spanien wurden in der Hauptstadtregion Madrid gemeldet, die auch die höchste Zahl von Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19 aufweist.

Spaniens Premierminister Pedro Sanchez hat am Samstag einen landesweiten Notstand ausgerufen und der Regierung mehr Befugnisse zur Kontrolle der Bewegungsfreiheit der Bürger eingeräumt.

Die 47 Millionen Einwohner des Landes wurden angewiesen, zu Hause zu bleiben. Sie dürfen lediglich zur Arbeit gehen, medizinische Produkte und Lebensmittel kaufen, medizinische Zentren besuchen oder abhängige Familienmitglieder versorgen.

Menschen, die ihre Häuser verlassen, dürfen keine Begleitung haben.

Die Unternehmen haben ihren Mitarbeitern erlaubt, nach Möglichkeit Homeoffice zu machen. Nur Supermärkte, Apotheken und andere Geschäfte, die Artikel des täglichen Bedarfs verkaufen, sind geöffnet.

Mitglieder des Militärs werden seit Sonntag zur Unterstützung bei der Desinfektion und zur Einhaltung der von der Regierung angeordneten Quarantänebestimmungen eingesetzt.

Der außerordentliche Erlass gilt vorerst für die nächsten 15 Tage. Verkehrsminister Jose Luis Abalos sagte am Montag im spanischen Rundfunk, dass eine Verlängerung der Einschränkungen wahrscheinlich sei.

„Ich glaube nicht, dass wir die Schlacht in 15 Tagen gewinnen werden“, sagte er.

Abalos betonte in diesem Zusammenhang, dass Spanien die Europäische Union aufgefordert habe, koordinierte Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu ergreifen. Am Dienstag sollen die Staats- und RegierungschefInnen der EU per Videokonferenz sprechen.

In Spanien wurde der Land-, See- und Luftverkehr um 85 Prozent reduziert.

Die Regierung hat einige private Krankenhäuser requiriert und privaten Unternehmen, die medizinisches Material wie Masken, Atemschutzgeräte und Handschuhe herstellen, mitgeteilt, dass sie 48 Stunden Zeit haben, sich den staatlichen Behörden zur Verfügung zu stellen.

Bis einschließlich Sonntag wurden 30.000 Covid-19-Tests durchgeführt. Gesundheitsminister Salvador Illa sagte jedoch, dass ein effizienteres System erforderlich sei. 

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