Coronavirus: Das Neueste aus Europa, den USA und dem Rest der Welt

Coronavirus-Updates.

Willkommen zu diesem Newsfeed. Die Redaktion von EURACTIV Deutschland bietet Ihnen hier eine Auswahl ihrer Artikel sowie Berichte der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters.

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22. September 2020

Spahn will Corona-Schnelltests ab Oktober einsetzen

Gesundheitsminister Jens Spahn will ab Oktober verstärkt neben den üblichen Corona-Tests auch Schnelltests einsetzen, die für Reisende und in Pflegeeinrichtungen genutzt werden sollen.

Es gebe jetzt europäische und transatlantische Hersteller, die diese Schnelltests monatlich in “nennenswerter Größenordnung zur Verfügung” stellen könnten, sagte der CDU-Politiker am Dienstag auf einer deutsch-französischen Parlamentarierversammlung in Berlin. Die Qualität der Schnelltests sei zwar noch nicht so gut wie die von normalen PCR-Tests. “Aber sie ist gut genug”, fügte er hinzu. Deshalb sollten sie ab Oktober eine sinnvolle Ergänzung in der nationalen Teststrategie werden.

Es gebe Probleme bei den herkömmlichen Corona-Tests, räumte Spahn ein. “Denn sie fallen auch positiv aus, wenn eine Person nicht mehr infektiös ist”, fügte der Gesundheitsminister hinzu. Man arbeite mit dem Robert-Koch-Institut daran, Parameter zu entwickeln, wie man die Analyse des Tests verfeinern könne. Dies könnte etwa Auswirkungen auf Quarantäneregeln haben.

Spahn und sein französische Kollege Olivier Véran sagten, Frankreich und Deutschland würden derzeit ähnlich viele Corona-Tests vornehmen. Véran sprach von 1,2 Millionen Tests pro Woche. Das Gesundheitsministerium in Berlin hatte von einer ähnlichen Zahl für Deutschland gesprochen, das allerdings erheblich mehr Einwohner hat.

Löhne fallen in Corona-Krise im Rekordtempo

Die Löhne in Deutschland sind inmitten der Corona-Rezession im Rekordtempo geschrumpft.

Die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen waren im zweiten Quartal um 4,0 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Da die Verbraucherpreise zugleich um knapp 0,8 Prozent zulegten, ergibt sich nach Abzug der Inflation ein realer Verdienstrückgang von 4,7 Prozent. “Es ist die historisch stärkste Abnahme der Nominal- und auch der Reallöhne im Vorjahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe 2007”, betonten die Statistiker. Sie falle somit stärker aus als in der Finanzmarktkrise 2008/2009.

Das Kurzarbeitergeld – das die Einkommensverluste für viele Beschäftigte abfedert – ist in der Statistik allerdings nicht berücksichtigt. Der Hauptgrund für die negative Lohnentwicklung ist die verkürzte Arbeitszeit: Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer die bezahlte Wochenarbeitszeit um 6,2 Prozent auf durchschnittlich 36,8 Stunden.

Untere Einkommensgruppen waren am stärksten betroffen. Bei un- und angelernten Arbeitnehmern in Vollzeit sanken die bezahlten Arbeitsstunden um 9,8 beziehungsweise 9,4 Prozent. Die Verdienste reduzierten sich für diese beiden Gruppen um 7,4 beziehungsweise 8,9 Prozent. Im Vergleich dazu gingen für Arbeitnehmer in leitender Stellung sowohl die Verdienste (-2,0 Prozent) als auch die Wochenarbeitszeit (-3,0 Prozent) unterdurchschnittlich zurück.

Seit Beginn der Statistik im Jahr 2007 stiegen die Löhne bis 2019 insgesamt um 33,0 Prozent. In den neuen Ländern fiel das Plus mit 41,0 Prozent stärker aus als im Westen mit 32,1 Prozent. Trotzdem besteht weiterhin ein großes Lohngefälle: Der durchschnittliche Bruttojahresverdienst einschließlich Sonderzahlungen lag bei vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern im Westen bei 54.550 Euro, im Osten mit 41.534 Euro fast ein Viertel niedriger.

Johnson erläutert Briten weitere Einschränkungen in Corona-Krise

Angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus wird die britische Regierung die Menschen im Land wieder verstärkt zum Homeoffice auffordern sowie Einschränkungen für den Betrieb von Pubs und Restaurants verhängen.

Das weitere Vorgehen will Premierminister Boris Johnson vor dem Parlament am Mittag (13.30 Uhr MESZ) und in einer landesweit übertragenen Ansprache am Abend (21.00 Uhr MESZ) erläutern. “Wir wissen, dass das nicht einfach sein wird”, heißt es in einem vorab verbreiteten Redetext. “Aber wir müssen weitere Maßnahmen ergreifen, um das Wiederaufleben der Virusfälle zu kontrollieren und das Gesundheitssystem zu schützen.”

Am Montag hatten führende Mediziner des Landes gewarnt, sollte die Regierung jetzt nicht handeln, drohe die Todesrate innerhalb der nächsten Wochen exponentiell zu steigen. Die Zahl der Neuinfektionen im Vereinigten Königreich legte zuletzt binnen 24 Stunden um mindestens 6000 zu. In Deutschland hat sich der Wert derzeit bei rund 2000 eingependelt. Die Zahl der Covid-Patienten in den britischen Krankenhäusern verdoppelt sich alle acht Tage, und die Testkapazitäten in dem Land sind den Behörden zufolge am Limit. Deshalb will Johnson die Briten wieder verstärkt dazu auffordern, zu Hause zu arbeiten. Zudem sollen ab Donnerstag alle Restaurants, Bars und Pubs um 22.00 Uhr schließen.

Innerhalb der Provinzen England, Schottland, Wales und Nordirland sind bereits Einschränkungen des öffentlichen Lebens verhängt worden. Einen Lockdown wie im März will die britische Regierung aber verhindern. “Es wird eine Verschiebung bei den Schwerpunkten geben”, sagte Kabinettsminister Michael Gove dem Sender Sky News. Laut Gove will die Regierung dafür sorgen, dass die Industrie und das Handwerk weiter arbeiten können. Auch die Schulen sollen geöffnet bleiben. Das Vereinigte Königreich verzeichnet in der Corona-Krise die höchsten Todeszahlen in Europa und die fünfthöchsten weltweit.

Steigende Corona-Zahlen – Merkel beruft Krisengipfel ein

Die Zahl steigender Coronavirusinfektionen in Deutschland und Europa ruft die Politik auf den Plan.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lud die Ministerpräsidenten der Bundesländer für Dienstag kommender Woche zu einem Corona-Gipfel. Auf einer Videokonferenz soll die Corona-Politik abgestimmt werden. Als erste deutsche Millionenstadt beschloss München am Montag Einschränkungen des öffentlichen Lebens und ordnete eine Maskenpflicht in der Innenstadt rund um den zentralen Marienplatz an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) macht vor allem der Blick über die Grenzen Sorgen. Man müsse verhindern, dass die Entwicklungen in den Nachbarländern auf Deutschland übergreife. “Wir haben es in der Hand, durch unser eigenes Verhalten”, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Auf weitere Öffnungsschritte müsse daher verzichtet werden. Grenzschließungen sind nach Angaben einer Sprecherin von Innenminister Horst Seehofer (CSU) aber nicht geplant.

Mehrere Nachbarstaaten Deutschlands meldeten zuletzt stark steigende Infektionszahlen. Die Niederlande überschritten zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie die Schwelle von 2000 Neuinfektionen an einem Tag. Auch Frankreich, Österreich und Tschechien verzeichneten deutlich mehr Infektionen.

In Deutschland meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag zwar mit 922 weniger Fälle als an den vorangegangenen Tagen. Am Wochenende melden die Gesundheitsämter die Zahlen aber weiterhin oft mit Verzögerung. Auch im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg stieg die Zahl der Neuinfektionen nach Informationen des “Tagesspiegel” auf über 50 pro 100.000 Einwohner. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci sei besorgt, da es immer schwerer werde, die Kontaktketten nachzuverfolgen. Regierungssprecher Seibert warnte, dass die Lage dadurch außer Kontrolle geraten könnte.

Gesundheitsminister Spahn kündigte den beschleunigten Einsatz von Schnelltests an, die allerdings nicht als sehr verlässlich gelten. Sie sollen die normalen Corona-Tests ergänzen, von denen rund 1,1 Millionen pro Woche ausgewertet werden. Die Kapazität liege inzwischen bei 1,4 Millionen Tests, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Mediziner warnen für den Herbst seit längerem vor steigenden Corona-Zahlen. Trotz der hohen Neuinfektionen stieg die Zahl der Corona-Toten zuletzt kaum. Regierungssprecher Seibert warnte jedoch vor Illusionen. Zwar steckten sich derzeit vor allem jüngere Menschen an, bei denen sich weniger Symptome zeigten. Aber zum einen könnte das Virus auch Jüngere hart treffen, zum andern zeigten sich immer mehr Spätschäden nach anfänglich geringen Symptomen. Außerdem gebe es die Gefahr, dass Jüngere in ihren Familien ältere Personen ansteckten.

WHO – Impfstoff-Initiative „Covax“ benötigt noch mindestens 700 Mio Dollar

An der Corona-Impfstoff-Allianz “Covax” unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich bislang 156 Länder beteiligt.

Zudem werde mit der Zusage von weiteren 38 wohlhabenden Ländern in den kommenden Tagen gerechnet, teilte die WHO am Montag mit. Die USA und China seien aber nicht dabei, wobei mit China noch Gespräche liefen. Ziel der Initiative ist, dass reichere Länder gemeinsam einen Impfstoff kaufen, um ihn dann auch an ärmere Staaten weiterzugeben. Geplant ist der Erwerb von rund zwei Milliarden Einheiten von verschiedenen Herstellern bis Ende 2021. Damit soll verhindert werden, dass jedes Land nur an sich denkt und Impfstoff-Bestände an den Meistbietenden gehen

Nach Angaben der WHO gibt es für “Covax” bislang Zusagen im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar für die Forschung und die Entwicklung eines Impfstoffs. Weitere 700 bis 800 Millionen Dollar seien aber dringend erforderlich.

Deutschland und Frankreich beteiligen sich an dem Vorhaben, verzichten aber darauf, über “Covax” auch Impfstoff für sich selbst zu beziehen. Die EU unterstützt die Initiative mit 400 Millionen Euro. Die WHO hatte zur Teilnahme aufgerufen, um sicherzustellen, dass auch ärmere Länder Zugang zu einem Impfstoff bekommen. Die Teilnehmer-Staaten sollten sich dazu bis vergangenen Freitag erklären. Die USA nehmen indes nicht teil, sondern sichern sich im Alleingang Impfdosen bei Pharmafirmen. Wann ein Impfstoff auf den Markt kommt, ist noch offen. Derzeit werden mehr als 150 potenzielle Mittel weltweit getestet.

Bund und Länder wollen erneute Schulschließungen vermeiden

Bund und Länder wollen in der Corona-Krise vermeiden, dass erneut flächendeckend Schulen geschlossen werden.

Das sei eines der Ergebnisse des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel, Bildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) und SPD-Chefin Saskia Esken mit Kultusministern der Ländern gewesen, teilte ein Sprecher der Bundesregierung am Montagabend mit. Zugleich hieß es, man sei sich einig, dass die Verantwortung für die Schulpolitik trotz der milliardenschweren Hilfe des Bundes bei den Ländern liege. Die Bundesregierung sagte dennoch weitere Hilfen etwa bei der Digitalisierung der Schulen sowie der Entwicklung digitalen Lernens zu.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Ressortchefin Stefanie Hubig (SPD), erklärte, am 23. September werde es ein Fachgespräch zum Thema Lüftungshygiene geben. Hintergrund ist die Sorge, dass der Unterricht im Herbst und Winter schwieriger werden könnte, wenn Lüftungen in den Klassenräumen wegen sinkender Temperaturen schwierig werden. Das Lüften gilt wie Maskenpflicht und Abstand als Maßnahme gegen Corona-Infektionen.

In einer ersten informellen Runde hatten sich Bund und Länder Mitte August auf das Ziel verständigt, dass alle Lehrer möglichst rasch einen Dienst-Laptop und Schüler kostengünstige Internetanschlüsse erhalten sollen, um auch digitalen Unterricht zu ermöglichen. Dafür will der Bund zusätzlich 500 Millionen Euro bereitstellen. Hubig teilte mit, es sei gut, dass das Geld bis Jahresende fließen solle. Die Länder arbeiteten an der Umsetzung.

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21. September 2020

Mehr Corona-Fälle – Maskenpflicht im Freien in München

Als erste deutsche Millionenstadt beschließt München angesichts steigender Corona-Infektionen Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Rund um den zentralen Marienplatz soll von Donnerstag an auch auf der Straße eine Maskenpflicht gelten, für zunächst sieben Tage, wie Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag nach einer Sitzung des Krisenstabs ankündigte. “Wir müssen alles tun, um Menschenansammlungen zu vermeiden, das gilt insbesondere im Bereich des Feierns.” Die Stadt hat private Feste als Ursache für viele Infektionen ausgemacht. Dort sollen sich im Freien nur noch 50, in geschlossenen Räumen maximal 25 Menschen treffen. “Wir müssen die Entwicklung jetzt brechen”, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU). “Wir können das nicht so laufen lassen.”

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) macht vor allem der Blick über die Grenzen Sorgen. Man müsse verhindern, dass die Entwicklungen in den Nachbarländern auf Deutschland übergreife. “Wir haben es in der Hand, durch unser eigenes Verhalten”, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Auf weitere Öffnungsschritte müsse daher verzichtet werden. Grenzschließungen sind nach Angaben einer Sprecherin von Innenminister Horst Seehofer (CSU) aber nicht geplant. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Ministerpräsidenten der Bundesländer für die kommende Woche zu einem Corona-Gipfel geladen.

Mediziner haben für den Herbst schon vor steigenden Corona-Infektionszahlen gewarnt. Zuletzt hatten die Gesundheitsämter an einigen Tagen deutschlandweit wieder mehr als 2000 Ansteckungen mit dem gefährlichen Virus gemeldet, am Montag waren es nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) 922. Allerdings klaffen die Zahlen regional stark auseinander, in Bayern ist die Zahl der Infektionen je 100.000 Einwohner (Inzidenz) am höchsten.

In München hat die Sieben-Tages-Inzidenz am Freitag die als Alarmwert geltende Marke von 50 gerissen, am Montag lag sie nach Daten des Landes-Gesundheitsamtes bei 56. Innerhalb einer Woche haben sich in der 1,5-Millionen-Einwohner Metropole 826 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Einen Todesfall gab es aber seit Anfang August nicht mehr, nur wenige Infizierte liegen in Krankenhäusern. “Ich möchte baldmöglichst nicht mehr der größte Hotspot in Deutschland sein”, sagte Reiter.

Gesundheitsminister Spahn äußerte “großes Verständnis” für die Maßnahmen in München. Die Zahl der Neuinfektionen sei aber allein kein ausreichender Parameter zur Einschätzung der Lage. Die Lage in Deutschland sei mit Blick auf das Gesundheitswesen noch recht entspannt. “Wir sind deutlich besser vorbereitet auf alles was kommen kann, als wir es im Frühjahr waren”, sagte er im Deutschlandfunk (DLF). In Deutschland seien immer noch mehr Intensivbetten frei, als Frankreich und Italien zusammen hätten. Der Minister sprach sich für den verstärkten Einsatz von Corona-Schnelltests aus und kündigte die Einrichtung von Fieber-Ambulanzen ein, um Ansteckungen in Arztpraxen zu verhindern.

Die USA verzeichnen knapp 200.000 COVID-19 Todesfälle

Die Zahl der Todesopfer in den Vereinigten Staaten ist kurz davor über 200.000 zu erreichen, mehr als doppelt so viele wie in Indien, dem Land mit der zweithöchsten Zahl von Corona-Fällen weltweit.

Im wöchentlichen Durchschnitt verlieren die Vereinigten Staaten durch das Virus nun täglich etwa 800 Menschenleben. Dies ist ein Rückgang gegenüber dem traurigen Rekord von 2.806 täglichen Todesfällen, der am 15. April verzeichnet wurde.

In den ersten Monaten der Pandemie wurden 200.000 Todesfälle von vielen als die maximale Anzahl von Menschen angesehen, die in den Vereinigten Staaten durch das Virus wahrscheinlich ums Leben kommen werden.

Anfang dieses Monats verteidigte US-Präsident Donald Trump seinen Umgang mit der Krise. Er gab zu, die Gefahr der Pandemie schon früh heruntergespielt zu haben, weil er keine „Panik auslösen“ wolle.

Iran meldet größten Anstieg an täglichen Coronavirus-Fällen seit Anfang Juni

Die Zahl der neuen Coronavirus-Infektionen im Iran ist in den vergangenen 24 Stunden um 3.341 angestiegen, der höchste Tageswert seit Anfang Juni. Die Gesamtzahl der Fälle sei damit auf 425.481 gestiegen, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Montag im Staatsfernsehen.

Sima Sadat Lari berichtete zudem, dass am vergangenen Tag 177 Menschen gestorben seien, wodurch die offizielle Zahl der Todesopfer im Iran, einem der am stärksten betroffenen Länder im Nahen Osten, auf 24.478 angestiegen sei.

Iranische Gesundheitsbeamte haben vor einer dritten Welle der Pandemie gewarnt, während die Regierung den Anstieg der Infektionen zum Teil auf die Abnahme der Einhaltung der Gesundheitsprotokolle durch die Öffentlichkeit zurückführt.

Trotz der Besorgnis über die Ausbreitung des Coronavirus wurden die Schulen am 5. September für 15 Millionen Schüler wiedereröffnet.

Bayern denkt an Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München

In München drohen angesichts der steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

“Wir müssen die Entwicklung jetzt brechen”, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Geprüft werde für die mehr als 1,5 Millionen Einwohner zählende Landeshauptstadt eine Maskenpflicht und ein Alkoholverbot in den Abendstunden auf öffentlichen Plätzen. Auch eine verkürzte Sperrzeit in der Gastronomie sei möglich. Die Zahl der Corona-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen (Inzidenz) liegt in München seit Ende der vergangenen Woche bei über 50 je 100.000 Einwohner, am Montag lag die Inzidenz nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 52,3.

Der Krisenstab der Stadtverwaltung will sich noch am Montag treffen, um über konkrete Maßnahmen zu beraten. “Die Infektionszahlen in München sind zu hoch”, sagte Söder vor einer Sitzung des CSU-Vorstands. Dadurch bestehe die Gefahr, dass sich nicht mehr alle Infektionsketten nachverfolgen ließen. “Wir können das nicht so laufen lassen.” Die Bundeswehr soll nun dem Gesundheitsamt dabei helfen, den Ansteckungen nachzugehen. Eine Inzidenz von 50 sei “der Sprungpunkt zu einer exponentiellen Entwicklung”, warnte Söder. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich das Virus abgeschwächt habe. “Wo Corona an ein Alten- oder Pflegeheim anklopft, herrscht Lebensgefahr.” Trotz der hohen Ansteckungszahlen ist in München seit Anfang August niemand mehr an einer COVID-19-Erkrankung gestorben, nur wenige Infizierte liegen in den Krankenhäusern.

Problematisch seien weniger organisierte Veranstaltungen als vielmehr “Leichtsinn und Unvernunft” bei privaten Treffen, sagte Söder. “Man kann nicht für die Lebensfreude Einzelner das Leben anderer gefährden.” Die “Wirtshaus-Wiesn”, die seit dem Wochenende in Gaststätten und Biergärten anstelle des abgesagten Oktoberfests gefeiert wird, hält Söder offenbar für weniger kritisch. Die Fans des FC Bayern München warnte der Ministerpräsident, zum Supercup-Endspiel gegen den FC Sevilla nach Budapest zu reisen. Er befürchte, dass das Spiel in der ungarischen Hauptstadt vor 20.000 Zuschauern angesichts der hohen Infektionszahlen dort “eine Art Fußball-Ischgl” werde. Die 2000 bis 3000 Bayern-Fans, die den Champions-League-Sieger begleiten wollen, müssten nach ihrer Rückkehr in Quarantäne. Die für kurze Geschäftsreisen gedachte Ausnahme von der Quarantäne-Pflicht gelte nicht für Sport- und Kultur-Events.

Tschechiens Gesundheitsminister tritt nach Kritik zurück

In Tschechiens Regierung haben die wieder stark steigenden Corona-Infektionszahlen personelle Konsequenzen.

Gesundheitsminister Adam Vojtech teilte am Montag mit, er habe seinen Rücktritt eingereicht. Ministerpräsident Andrej Babis erklärte auf Twitter, Vojtech hätte als der beste Gesundheitsminister des Landes in Erinnerung bleiben können – wenn er nicht seine ganze Energie für den Kampf gegen die Pandemie hätte einsetzen müssen. Doch an Vojtechs Krisen-Management gab es zuletzt Kritik. Außer in Spanien steigen in ganz Europa die Infektionszahlen derzeit nicht so rasant wie in Tschechien. Alle in der ersten Pandemie-Welle getroffenen Schutzmaßnahmen waren kurz vor dem Sommer aufgehoben worden.

Nun ist laut Vojtech im Gespräch, den Ausnahmezustand zu verhängen. Die Regierung wollte einen solchen Schritt am Montag diskutieren, sagte Vojetch am Sonntag im Fernsehen. Am selben Tag registrierten die Behörden mit 985 Neuinfektionen zwar den dritten Tag infolge einen Rückgang bei den täglich ermittelten neuen Corona-Fällen. Allerdings wird am Wochenende weniger getestet als während der Woche. In den vergangenen 14 Tagen belief sich die Zahl der Infektionen in Tschechien pro 100.000 Einwohner auf 193, wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten mitteilte. Insgesamt wurden bislang 49.290 Fälle verzeichnet.

IAB-Umfrage – Jeder fünfte Betrieb stark negativ von Virus-Krise betroffen

Etwa ein halbes Jahr nach dem Ausbruch des Coronavirus auch in Deutschland sieht sich noch jeder fünfte Betrieb mit starken negativen Auswirkungen konfrontiert.

Die wirtschaftliche Situation der Betriebe habe sich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr aber deutlich verbessert, erklärte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Freitag. Im Mai habe noch jeder dritte Betrieb starke negative Folgen für sich gesehen. Eine repräsentative Befragung des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit zeige, dass das Gastgewerbe am heftigsten von der Krise getroffen worden sei. Dort habe im Mai der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen 78 Prozent betragen, aktuell seien es 45 Prozent.

Auch das Verarbeitende Gewerbe wird demnach stärker als der Durchschnitt von der Krise belastet. Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen, während es aktuell 29 Prozent seien. Datengrundlage sei eine alle drei Wochen vorgenommene Befragung von mehr als 1500 Betrieben, mit der die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Situation der Betriebe laufend erfasst würden.

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20. September 2020

Frankreich meldet 10.569 neue COVID-19 Fälle binnen 24 Stunden

Die französischen Gesundheitsbehörden meldeten am Sonntag 10.569 neue bestätigte COVID-19-Fälle, was einen Rückgang gegenüber dem Rekordanstieg von 13.498 am Vortag bedeutet.

Die Zahl der französischen Corona-Todesfälle sei in den vorangegangenen 24 Stunden um 12 auf 31.585 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die kumulative Zahl der bestätigten Fälle liegt nun bei 453.763.

Epidemiologen sagen, dass höhere Fallzahlen auch das Ergebnis eines sechsfachen Anstiegs der Tests sind, seitdem die Tests kostenlos sind und rezeptfrei durchgeführt werden können.

USA stellen mit über einer Million Coronavirus-Tests an einem Tag einen Rekord auf

Die Vereinigten Staaten stellten mit über einer Million durchgeführter diagnostischer Coronavirus-Tests einen Tagesrekord auf. Nach Ansicht verschiedener Experten benötige das Land jedoch sechs bis zehn Millionen Tests pro Tag, um Ausbrüche unter Kontrolle zu bringen.

Das Land führte am Samstag 1.061.411 Tests durch, so die Daten des COVID Tracking Project, einer freiwilligen Initiative zur Verfolgung des Ausbruchs.

Der Rekord kommt nachdem die Tests über mehrere Wochen zurückgegangen sind. In den Vereinigten Staaten wurden in der Woche bis zum 13. September durchschnittlich 650.000 Personen pro Tag getestet, nachdem Ende Juli ein Höchststand von über 800.000 Personen pro Tag erreicht worden war.

Seit Beginn der Pandemie hat der Mangel an Tests die Bemühungen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus erschwert.

Nach den Tests müssen die Menschen bis zu zwei Wochen warten, um zu erfahren, ob sie das Virus haben, das fast 200.000 Amerikaner das Leben gekostet und mehr als 6,7 Millionen Menschen infiziert hat.

Großbritannien meldet 3.899 neue COVID-19-Fälle

Großbritannien meldete am Sonntag 3.899 neue Fälle von COIVD-19, verglichen mit 4.422 am Samstag, berichtete die Regierung auf ihrer Website.

Insgesamt ist die Zahl der Fälle in den letzten Wochen stark angestiegen, was zu strengeren Auflagen im ganzen Land und mehreren lokalen Lockdowns führte.

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19. September 2020

Deutschland will keinen Impstoff von WHO-Allianz Covax beziehen

Nach Frankreich will auch Deutschland keinen Corona-Impfstoff über die weltweiten Covax-Initiative unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beziehen.

Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen in Berlin. Man unterstütze Covax sowie die Beteiligung der EU aber, vor allem was Finanzmittel, Expertise und die Bereitstellung von Produktionskapazitäten für Impfdosen angehe, hieß es aus mehreren Quellen. Die EU-Kommission soll nach diesen Informationen Covax mit 400 Millionen Euro aus dem EU-Entwicklungsetat unterstützen, damit Corona-Impfdosen für Entwicklungsländer eingekauft werden können. Offen sei noch die Frage, ob Deutschland aus nationalen Entwicklungshilfe-Mittel zusätzliches Geld für die Covax-Initiative beisteuert. Dies plant etwa Frankreich.

Als Grund dafür, dass man keinen Impfstoff über die WHO-Initiative einkaufen wolle, werden parallele Bemühungen über die EU-Kommission genannt. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte darauf verwiesen, dass sich Deutschland schon darüber weit mehr Impfdosen sichern werde als das Land Einwohner habe. Dies liege daran, dass man nicht wissen, welche Hersteller letztlich Erfolg bei der Entwicklung haben würden. “Ich gebe nachher gerne anderen Ländern auf der Welt etwas von den mit uns vertraglich geklärten Impfstoffen ab, wenn sich heraus stellt, dass wir mehr haben als wir brauchen”, sagte Spahn.

An Covax wollen sich bislang mehr als 170 Länder beteiligen. Die WHO hatte zur Teilnahme an der Initiative aufgerufen, um sicher zu stellen, dass auch ärmere Länder Zugang zu einem Impfstoff bekommen. Die Bundesregierung hatte ausdrücklich ihre Unterstützung zugesagt. Die USA nehmen nicht an der WHO-Initiative teil, sondern sichern sich im Alleingang Impfdosen bei Pharmafirmen. Spahn hatte betont, dass man den Einkauf in der EU dagegen als “Gemeinschaftsprojekt” sehe.

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18. September 2020

Kommunen werden in Corona-Krise von Bund entlastet – Länder stimmen zu

Die Kommunen in Deutschland können in der Corona-Krise nun direkt vom Bund finanziell unterstützt werden.

Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat einer entsprechenden Änderung des Grundgesetzes am Freitag zu. Der Bund übernimmt danach künftig drei Viertel statt derzeit knapp die Hälfte der Miet- und Heizkosten von Hartz-IV-Beziehern. Etwa vier Milliarden Euro sparen die Kommunen dadurch. Zudem will der Bund gemeinsam mit den Ländern den Gewerbesteuereinbruch der Kommunen ausgleichen, der auf 11,8 Milliarden Euro geschätzt wird. Den Bund kostet das 5,9 Milliarden Euro. Die SPD und Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatten zusätzlich gefordert, den Kommunen die Altschulden zu erlassen. Dies lehnten CDU und CSU ab. Scholz sprach nach der Entscheidung der Länderkammer dennoch von einer “dramatischen Entlastung” für die Kommunen, die nun gegeben sei.

EU sichert sich 300 Millionen Corona-Impfstoffdosen von Sanofi und GSK

Die EU hat sich mit einem zweiten Großauftrag Massenlieferungen eines möglichen Corona-Impfstoffs gesichert.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides gab am Freitag per Twitter eine Vereinbarung mit dem Konsortium aus der französischen Sanofi und dem britischen GSK-Konzern bekannt. Sie sieht die Versorgung mit bis zu 300 Millionen Dosen eines in der Entwicklung befindlichen Impfstoffs vor, der im kommenden Jahr zugelassen werden soll. Ein ähnliches Abkommen war bereits zwischen der EU und AstraZeneca besiegelt worden. Hier geht es um bis zu 400 Millionen Dosen. Gekauft werden die Impfstoffe dann von den EU-Ländern. Die Europäische Kommission finanziert den Produzenten einen Teil der Investitionskosten.

Die Kooperationspartner Sanofi und GSK haben auch mit den USA und Großbritannien Vereinbarungen abgeschlossen. Im Fall der Vereinigten Staaten geht es um ein Vertragsvolumen von 2,1 Milliarden Dollar für die Lieferung von 100 Millionen sowie für eine Option auf weitere 500 Millionen Dosen, im Fall Großbritanniens um 60 Millionen Dosen.

Corona-Neuinfektionen in Tschechien steigen rasant an – Kein Ende in Sicht

Die Zahl der Virus-Neuinfektionen in Tschechien steigt weiter sprunghaft.

Nachdem sie schon am Donnerstag binnen 24 Stunden auf ein Rekordhoch von 2137 geklettert war, meldete das Gesundheitsministerium am Freitag 3130 neue Fälle. Damit hat sich die Gesamtzahl innerhalb von rund drei Wochen auf jetzt 44.155 verdoppelt. Mitarbeiter des Ministeriums schließen nicht aus, dass sie noch in diesem Monat auf 70.000 steigen könnte. Das gelte für den Fall, dass die Zahl “R”, die angibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Schnitt theoretisch ansteckt, nicht unter den aktuellen Wert von 1,6 sinkt.

Die Zahl der in Kliniken wegen Covid-19 behandelten Menschen ist zuletzt wieder auf ein Niveau gestiegen, das es zuletzt zum Höhepunkt der Pandemie im April gab. Nach Angaben der Regierung gibt es vor allem unter jüngeren Menschen vermehrt Infizierte. Die Zahl der positiv Getesteten Senioren gehe hingegen zurück.

Die Regierung hat auf die Entwicklung bereits mit der Wiedereinführung von Beschränkungen reagiert. So müssen in Schulen Masken getragen werden, diverse Veranstaltungen in geschlossenen Hallen sind verboten und ab Freitag dürfen Bars nur noch für eine bestimmte Dauer geöffnet sein.

Italienische Industrie erholt sich vom Corona-Absturz

Die italienische Industrie erholt sich vom Corona-Absturz. Ihr Umsatz wuchs im Juli um 8,1 Prozent zum Vormonat, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte.

Das Geschäft dürfte sich weiter beleben: Die Industrieaufträge legten zu Beginn der zweiten Jahreshälfte um 3,7 Prozent und damit den dritten Monat in Folge zu. Allerdings blieben sowohl Umsatz als auch Neugeschäft deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Italien gehört zu den schwersten von der Pandemie betroffenen europäischen Ländern. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sagt der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone für 2020 einen Einbuch des Bruttoinlandsproduktes von 10,5 Prozent voraus. Für Deutschland wird ein Minus von 5,4 Prozent erwartet.

Altmaier – Lieferketten müssen nach Corona-Krise besser funktionieren

Europa muss laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in seiner Handelspolitik Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen.

“Das heißt, dass im EU-Binnenmarkt kein Sand im Getriebe sein darf und wir für widerstandsfähigere Lieferketten, den Aufbau von EU-Wertschöpfungsketten und mehr Rechtssicherheit im internationalen Handel sorgen müssen”, sagte der CDU-Politiker am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. So habe die Coronavirus-Krise gezeigt, dass Europa zum Beispiel im Bereich medizinischer Grundstoffe zu stark abhängig von asiatischen Lieferanten gewesen sei. Dies müsse sich ändern.

“Die konkrete Gestaltung der Lieferketten ist selbstverständlich jeweils eine unternehmerische Entscheidung”, ergänzte Altmaier. “Sie muss aber mehr denn je über Rahmenbedingungen politisch flankiert werden.” Kritiker werfen Altmaier vor, zu stark in die Marktwirtschaft einzugreifen.

Am Freitag beraten die für Binnenmarkt und Industrie zuständigen Minister aus den EU-Staaten. Dabei geht es unter anderem um den Abbau von Handelshindernissen. “Wir wollen den Binnenmarkt stärken”, so Altmaier vor den Gesprächen. Das sei für die Konjunkturerholung sehr wichtig. Am Montag findet dann ein informelles Treffen der europäischen Handelsminister in Berlin statt. Dabei dürfte es um den schwelenden Handelsstreit mit den USA, den zunehmenden Protektionismus in der Welt sowie Wettbewerbsverzerrungen gehen.

“Globalisierung und offene Märkte sind die Motoren, die Europa aus der Krise führen”, sagte Altmaier zu Reuters. Es müsse aber gleiche Spielregeln für alle geben. “Handel funktioniert auf Dauer nur auf Augenhöhe. Wer die Vorzüge des freien Markts in der Europäischen Union genießen will, der muss den europäischen Unternehmen genauso die Tore aufmachen.” Die EU wirft vor allem China vor, ihren Markt noch immer stark abzuschotten. Aber auch die USA haben in den vergangenen Jahren neue Handelsbarrieren aufgebaut.

Qiagen übernimmt restliche Anteile von US-Diagnostikfirma

Das Biotechunternehmen Qiagen schluckt die US-Firma NeuMoDx Molecular komplett.

Für 248 Millionen Dollar übernimmt Qiagen die restlichen gut 80 Prozent der Anteile an dem Entwickler von Diagnostikinstrumenten, wie die Gesellschaft am Donnerstag mitteilte. Qiagen war vor zwei Jahren bereits mit knapp 20 Prozent bei NeuMoDx eingestiegen und hatte kürzlich angekündigt, nun die Übernahme der restlichen Anteile vorantreiben zu wollen. Dabei war das Unternehmen von einem Preis von 234 Millionen Dollar ausgegangen, dieser wurde nun aber noch einmal um Barbestände, Finanzverbindlichkeiten und Transaktionskosten angepasst.

Mit dem Zukauf stärkt Qiagen seine Position bei automatisierten molekularen Testlösungen. Das Unternehmen will nun sein Angebot an Tests für Infektionskrankheiten, wie auch COVID-19, vor allem in den USA weiter ausbauen. Zur Veröffentlichung der Quartalsbilanz Anfang November will Qiagen sich zu den finanziellen Auswirkungen der Übernahme äußern.

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17. September 2020

Österreich verschärft wegen hoher Infektionszahlen Corona-Maßnahmen

Die österreichische Regierung hat angesichts steigender Infektionszahlen weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie beschlossen.

Ab Montag müssen private Feiern und Veranstaltungen in Innenräumen auf zehn Personen beschränkt werden, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz am Donnerstag ankündigte. “Wenn wir uns die Entwicklung der letzten Tage und Wochen ansehen, dann merken wir, wir haben einen exponentiellen Anstieg der Neuinfiziertenzahlen in Österreich,” sagte Kurz. In den letzten zwei Wochen habe sich die Zahl mehr als verdoppelt. “Wir müssen daher jetzt reagieren, um einen zweiten Lockdown zu verhindern”, sagte der konservative Politiker.

Am Donnerstag wurden laut Gesundheitsministerium 780 neue Coronavirus-Fälle innerhalb eines Tages in Österreich gemeldet. Am stärksten betroffen ist die Hauptstadt Wien mit 366 Neuinfektionen. Deutschland hatte Wien am Mittwoch zum Risikogebiet erklärt und warnt vor Reisen in die österreichische Hauptstadt. Die Schweiz erteilte bereits in der vergangenen Woche eine Reisewarnung für die Stadt.

Der Großteil der Ansteckungen in Österreich erfolge im privaten Bereich in Innenräumen, erklärte die Regierung. “Das betrifft die Geburtstagsfeier genauso wie das Ausgehen am Abend in einer Gruppe oder das Public Viewing eines Fußballspiels”, sagte Kurz. Er appellierte an die Bevölkerung, die sozialen Kontakte zu reduzieren. In Privatwohnungen gelte die Grenze von zehn Personen allerdings nur als Empfehlung, da dies rechtlich nicht umsetzbar wäre. Ausgenommen seien zudem Begräbnisse. Im Freien bleibe die derzeitige Regelung von 100 Personen und auch Veranstaltungen seien weiterhin möglich.

Des Weiteren darf in Restaurants und Lokalen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Die Personenanzahl an den Tischen werde ebenfalls auf zehn reduziert. Zudem wurde das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf Lokale, Kirchen und Märkte ausgeweitet.

FC Bayern muss doch ohne Zuschauer in die Bundesliga starten

Champions-League-Sieger Bayern München muss zum Auftakt der Fußball-Bundesliga nun doch ohne Unterstützung der Fans im Stadion auskommen.

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nahm am Donnerstag mit Verweis auf die hohen Corona-Infektionszahlen in München seine Entscheidung zurück, 7500 Fans zum Eröffnungsspiel der neuen Saison gegen den FC Schalke 04 am Freitag in die Allianz-Arena zu lassen. “Das ist bitter für die Fans und Vereine, ich weiß, aber die Krise ist noch nicht vorbei, das muss allen bewusst sein”, sagte Reiter. Am Mittwoch erst hatte der amtierende Meister mit Reiter einen Kompromiss ausgehandelt, wenigstens zehn Prozent der 75.000 Plätze in dem Stadion zu füllen.

In der bayerischen Landeshauptstadt lag die Zahl der Corona-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen (7-Tages-Inzidenz) bei 47,6 pro 100.000 Einwohner und damit weit über dem festgelegten Grenzwert von 35. Allein am Donnerstag wurden dem Landes-Gesundheitsamt rund 150 neue Infektionen gemeldet. “Es ist Vorsicht geboten. Wir dürfen kein unnötiges Risiko eingehen”, stellte sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hinter die Entscheidung.

Die Regierungen der 16 Bundesländer hatten erst am Dienstag grundsätzlich grünes Licht für eine Rückkehr von Zuschauern in die Sportstadien gegeben. Städte wie Leipzig und Bremen hatten schon vorher bis zu 8500 Zuschauer zugelassen. Bis Ende Oktober sollen bis zu 20 Prozent der Plätze – unter Hygieneauflagen – belegt werden dürfen, solange die Inzidenz am Spielort nicht über 35 liegt Am Mittwoch hatte das Robert-Koch-Institut noch eine geringere Zahl für München ausgewiesen. Von den Standorten der 1. und 2. Bundesliga liegt außer München nur Würzburg mit einer Inzidenz von 66,4 über dem Grenzwert. Der Zweitliga-Aufsteiger muss am Samstag gegen Erzgebirge Aue daher ebenfalls auf Fans verzichten.

Zahl der Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe sinkt leicht auf 860.000

In den USA bleibt die Zahl der wöchentlichen Anträge auf staatliche Arbeitslosenhilfe sehr hoch.

Insgesamt stellten vorige Woche 860.000 Amerikaner einen Erstantrag, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem etwas stärkeren Rückgang auf 850.000 gerechnet, nach aufwärts revidiert 893.000 in der Woche zuvor. Die Zahl der Anträge auf staatliche Stütze bleibt damit etwa viermal so hoch wie zu Jahresbeginn vor Ausbruch der Corona-Krise.

Die US-Notenbank Fed hat deshalb einen Strategieschwenk vollzogen, um ihrem Ziel Vollbeschäftigung perspektivisch wieder näher zu kommen. Davon ist die weltgrößte Volkswirtschaft nach dem herben Einbruch infolge der Pandemie meilenweit entfernt, obgleich die Arbeitslosenquote im August überraschend auf 8,4 Prozent gesunken war. Die neuen Projektionen der Fed erwarten für das Jahresende eine Quote von 7,6 Prozent. Von den in der Krise verloren gegangenen 22 Millionen Jobs wurden nur etwa die Hälfte zurückgewonnen.

EU-Kommission macht Vorgaben für Verwendung von Corona-Hilfen

Die Europäische Kommission hat Vorgaben gemacht, wie die EU-Staaten Gelder aus dem 750 Milliarden Euro schweren Corona-Wiederaufbaufonds am besten einsetzen sollen.

Dies diene dazu, damit die Mittel so schnell wie möglich fließen und zur Konjunkturerholung nach der Pandemie beitragen könnten, sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Donnerstag. Formell können sich die EU-Länder ab Anfang 2021 für Zuschüsse und Kredite aus dem Hilfsfonds anmelden. Dies ist bis Ende April 2021 vorgesehen. Die EU-Kommission will aber schon ab Mitte Oktober 2020 einen Überblick über die Projekte gewinnen, in die die Gelder fließen dürften. So soll eine rechtzeitige Genehmigung sichergestellt werden.

Als Beispiele für bevorzugte Investitionsgebiete und Reformen nannte die Brüsseler Behörde die Nutzung erneuerbarer Energien und die Verbesserung von Energieeffizienz, etwa von Gebäuden. Auch das öffentliche Verkehrssystem soll klimafreundlicher werden, Ladestationen für Elektroautos sollen gefördert werden. Im Fokus steht auch der Ausbau der Mobilfunknetze auf den schnelleren 5G-Standard. Und die Digitalisierung soll vorangetrieben werden – in staatlichen Behörden sowie dem Justiz-, dem Gesundheits- und dem Bildungssystem.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch angekündigt, ihre Klimaziele für 2030 auf mindestens 55 Prozent CO2-Einsparung gegenüber dem Jahr 1990 anheben zu wollen. Derzeit liegt das Ziel bei 40 Prozent.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte im Bundestag, es gebe gute Argumente dafür, jetzt den nächsten Schritt zu gehen. “Eine Einigung über eine Anhebung des EU-Klimaziels herbeizuführen, das ist die herausragende Aufgabe für die nächsten Monate.” Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der zuletzt einen Kurswechsel in der Klimapolitik vollzogen hat, sagte, die Industrie müsse aber mitgenommen werden. Beispielsweise sei jede Tonne Stahl, die außerhalb der EU produziert werde, schmutziger als bei europäischen Firmen.

BioNTech baut Produktionskapazitäten für Corona-Impfstoff aus

BioNTech übernimmt vom Schweizer Pharmariesen Novartis eine Produktionsanlage im hessischen Marburg zur Herstellung seines potenziellen Corona-Impfstoffes.

Mit der Anlage könne BioNTech bei vollem Betrieb seine Produktionskapazitäten um bis zu 750 Millionen Dosen pro Jahr oder mehr als 60 Millionen Dosen pro Monat erweitern, teilte das Mainzer Biotechunternehmen am Donnerstag mit. Die Anlage soll eine der größten Produktionsstätten in Europa für Boten-RNA (mRNA) werden, auf der der Impfstoff von BioNTech basiert. Zum Kaufpreis machte BioNTech keine Angaben. Das Geschäft soll im vierten Quartal abgeschlossen werden.

Weitere Corona-Reisewarnungen treffen Wien, Budapest, Amsterdam, Rotterdam

Das Auswärtige Amt verhängt wegen hoher Corona-Infektionszahlen mehrere weitere Reisewarnungen, unter anderem für die österreichische Hauptstadt Wien und die ungarische Hauptstadt Budapest.

Auch die Provinz Nordholland mit der niederländischen Hauptstadt Amsterdam sowie das dicht besiedelte Südholland mit dem Regierungssitz Den Haag und der Hafenmetropole Rotterdam sind betroffen, wie das Ministerium am Mittwochabend mitteilt. Für Tschechien gilt nunmehr neben Prag auch eine Reisewarnung für die umliegende Mittelböhmische Region, in der Schweiz kommt der Kanton Freiburg hinzu, in Frankreich die Region Hauts-de-France und das Überseegebiet La Réunion. Für Kroatien wird die Reisewarnung auf die Gespanschaften Brod-Posavina und Virovitica-Podravina ausgeweitet, für Rumänien auf die Kreise Caraș-Severin und Neamț.

Trump: USA hat bis Ende 2020 mindestens 100 Millionen Impfstoffdosen

US-Präsident Donald Trump geht entgegen der Aussage des Direktors der US-Seuchenzentren CDC von einer breiten Impfung der US-Bevölkerung bis Ende des Jahres aus.

“Sobald die FDA den Impfstoff genehmigt, werden wir bis Ende 2020 100 Millionen Dosen – und eine große Anzahl sogar viel früher – verteilen können”, sagte Trump bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Robert Redfield, Direktor der Bundeszentralen für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC), hatte zuvor angekündigt, dass ein COVID-19-Impfstoff erst Mitte nächsten Jahres oder etwas später der breiten Bevölkerung zugänglich sei. Trump bezeichnete Redfield als “verwirrt”: Redfield habe einen Fehler gemacht, als er sagte, der Impfstoff wäre bis zum Sommer nicht für alle erhältlich.

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16. September 2020

Pariser Pop-up-Radwege werden dauerhaft

Paris hält an seinen in der Corona-Krise eingerichteten Pop-up-Radwegen fest. Bürgermeisterin Anne Hidalgo sagte am Mittwoch dem Sender Europe 1, rund 50 Kilometer Straße würden dauerhaft umgewidmet. „Das Fahrrad ist in Paris ein Verkehrsmittel für die Fahrt zur Arbeit geworden“, sagte Hildalgo. „Außerdem trägt es dazu bei, die Umweltverschmutzung zu senken.“

Unter anderem die zentrale Verkehrsachse Rue de Rivoli am Louvre wurde zur Fahrrad-Schnellstraße umgewandelt. Wegen der Streiks im öffentlichen Nahverkehr zu Jahresbeginn und der Corona-Krise stieg der Radverkehr in Paris nach Verbandsangaben binnen eines Jahres um 67 Prozent, in ganz Frankreich waren es 29 Prozent.

Die kürzlich mit Hilfe der Grünen im Amt bestätigte Sozialistin Hidalgo und ihr Vorgänger hatten zuvor bereits beide Uferstraßen an der Seine für Autos gesperrt und für Fußgänger und Radfahrer geöffnet.

Die französische Regierung sieht in ihrem Corona-Hilfspaket rund 200 Millionen Euro für den Ausbau von Radwegen und Fahrrad-Parkplätzen an Bahnhöfen vor. Zudem können Franzosen derzeit staatliche Prämien von 50 Euro zur Reparatur und von 200 Euro zum Kauf eines Elektrorads in Anspruch nehmen. In der Region Paris liegt der Zuschuss für ein E-Bike sogar bei 500 Euro.

OECD: Weltwirtschaft erholt sich langsam vom Corona-Schock

Nach dem Einbruch in der  Corona-Krise im Frühjahr gibt es erste positive Signale in der Weltwirtschaft: Von einer „schrittweisen Erholung nach einem beispiellosen Schock“ spricht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem am Mittwoch in Paris veröffentlichten Zwischenbericht. Auch die Aussichten für Deutschland bewertet die Organisation positiver als noch im Juni.

Die Weltwirtschaft dürfte nach der neuen Prognose in diesem Jahr um 4,5 Prozent schrumpfen. Damit fällt das Minus um 1,5 Prozentpunkte geringer aus als im optimistischsten Szenario der OECD-Frühjahrsprognose. Für das kommende Jahr sagt sie ein Wachstum von fünf Prozent voraus.

Für Deutschland geht die Organisation nun von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 5,4 Prozent aus, 1,2 Prozentpunkte weniger als zunächst befürchtet. Im kommenden Jahr soll die Wirtschaft um 4,6 Prozent wachsen. Auch in den europäischen Corona-Krisenländern Italien und Frankreich dürfte der Einbruch mit 10,5 und 9,5 Prozent geringer ausfallen als zunächst prognostiziert.

Von der Leyen will nach Pandemie-Problemen EU-Gesundheitsunion stärken

Nach der teils chaotischen Reaktion Europas auf die Corona-Pandemie will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Europäische Union im Gesundheitsbereich stärken. Sie forderte am Mittwoch in ihrer ersten Rede zur Lage der EU im Europaparlament „eine stärkere europäische Gesundheitsunion“. Dabei müsse auch über „die Frage der Gesundheitskompetenzen“ diskutiert werden, die derzeit vor allem bei den Mitgliedstaaten liegen.

Zu Beginn der Corona-Krise hatten die Mitgliedstaaten nicht abgestimmt auf die Pandemie reagiert. Deutschland und andere Staaten hatten etwa vorübergehend den Export von Schutzausrüstung in andere EU-Länder untersagt. Auch derzeit fehlt es noch an einer Koordinierung bei Reisebeschränkungen für Risikogebiete.

Als ersten Schritt schlug von der Leyen eine Stärkung der Krisenvorbereitung und des Krisenmanagements vor, indem die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC ausgebaut wird. Zudem regte sie die Schaffung einer europäischen Behörde für biomedizinische Forschung und Entwicklung an. Über die Verteilung der Kompetenzen im Gesundheitsbereich könne dann im Rahmen der geplanten Konferenz über die Zukunft Europas diskutiert werden.

Von der Leyen will kommendes Jahr zudem einen „globalen Gesundheitsgipfel“ abhalten, um auf internationaler Ebene die Lehren aus der Pandemie zu ziehen. Er soll unter der italienischen G20-Präsidentschaft in Italien stattfinden.

Von der Leyen ist seit Dezember vergangenen Jahres im Amt. Sie hielt am Mittwoch ihre erste Rede zur Lage der Europäischen Union, in der sie die Prioritäten ihrer Behörde darlegte. Sie sollte eigentlich in Straßburg stattfinden, wurde aber wegen der Corona-Pandemie nach Brüssel verlegt.

Virologe Kekulé fordert stärkere staatliche Lenkung der Corona-Bekämpfung

Der Virologe Alexander Kekulé hat eine fehlende staatliche Lenkung der Corona-Bekämpfung in Europa beklagt. Er hätte sich „eine stärkere europäische Führung und auch Steuerung des ganzen COVID-19-Problems von Anfang an gewünscht“, sagte der Forscher nach Angaben vom Dienstagabend dem Mitteldeutschen Rundfunk. Es sei „wirklich sehr, sehr schade, dass von der Europäischen Kommission aus Brüssel da praktisch nichts gekommen ist“.

Als Beispiel nannte Kekulé die Entwicklung von sogenannten Antigenschnelltests auf das Virus. Es gebe in Europa und dem Westen eine Tendenz, der Wirtschaft das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen zu wollen. In China oder auch Russland werde dagegen „keine Sekunde gezögert“, als Staat die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. In den westlichen Demokratien sei „das eben unüblich“. „Und da hat man zu lange gewartet“, ergänzte Kekulé.

Mehr als fünf Millionen Fälle: Indische Krankenhäuser ringen um Sauerstoff

Indiens Coronavirus-Infektionen sind am Mittwoch auf über fünf Millionen angestiegen, wodurch sich der Druck auf Krankenhäuser erhöht hat, die mit unzuverlässigen Sauerstofflieferungen zu kämpfen haben, die sie zur Behandlung Zehntausender Patienten in kritischem Zustand benötigen.

In den Bundesstaaten Maharashtra, Gujarat und Uttar Pradesh, die ebenfalls zu den am schlimmsten vom Virus betroffenen gehören, hat sich die Nachfrage nach Sauerstoff mehr als verdreifacht, sagten Ärzte und Regierungsbeamte.

Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch 90.123 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, womit sich die Gesamtzahl der nachgewiesenen Fälle auf 5,02 Millionen erhöhte.

Die Zahl der Todesfälle durch COVID-19 liege nun bei 82.066, teilte das Ministerium mit.

Trump – „Könnten in drei oder vier Wochen einen Impfstoff haben“

US-Präsident Donald Trump geht von einem wirksamen Coronavirus-Impfstoff in den nächsten drei bis vier Wochen aus.

“Wir stehen kurz vor einem Impfstoff”, sagte er dem Sender ABC News am späten Dienstagabend. “Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen, hätte die vorherige Regierung aufgrund der FDA und aller Zulassungen vielleicht Jahre gebraucht, um einen Impfstoff in den Händen zu halten. Und wir könnten ihn innerhalb von Wochen, drei Wochen, vier Wochen, nun haben.”

Die Pharmakonzerne Pfizer und BionTech hatten vergangene Woche bekräftigt, bei erfolgreichen Ergebnissen ihrer Phase-3-Studie eines gemeinsamen Impfoffkandidaten bereits im Oktober die Zulassung zu beantragen.

Bundesliga-Fußball ab Wochenende wieder vor Zuschauern

Pünktlich zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison am kommenden Wochenende dürfen Fußball-Fans wieder in die Stadien.

Die Bundesländer einigten sich am Dienstag darauf, die Stadien in den nächsten sechs Wochen zu bis zu 20 Prozent zu füllen, wie aus dem Reuters vorliegenden Beschluss der Staatskanzlei-Chefs hervorgeht. “Ermöglicht wird dies aufgrund der Erfolge bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie in Deutschland”, heißt es dort. Die Vereine müssen allerdings Auflagen erfüllen: So dürfen nur personalisierte Tickets verkauft werden, um mögliche Corona-Infektionen nachverfolgen zu können. Gästefans dürfen nicht in die Stadien, auch Alkohol darf dort nicht ausgeschenkt werden. Die Bedingungen waren bereits Teil des Hygienekonzepts, das die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ausgearbeitet hatte.

“Mit sicheren Infektionsschutzkonzepten und Grenzen bei der Kapazität können die Vereine ihre Sportstätten jetzt endlich wieder mit Leben füllen”, erklärte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armim Laschet (CDU). Die als “Probebetrieb” bezeichneten Regelungen gelten auch für die Hallen-Sportarten Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey, die ebenfalls in den nächsten Wochen wieder um Punkte spielen wollen und für die die Zuschauereinnahmen noch wichtiger sind als für den Fußball. Sie hatten den Betrieb Mitte März abgebrochen, nur im Fußball ging es im Mai mit Geisterspielen ohne Zuschauer weiter.

Auch in den Hallen soll maximal jeder fünfte Platz besetzt werden dürfen. Als Untergrenze gelten 1000 Zuschauer. Die Hallen müssen allerdings gut durchlüftet werden. Die Obergrenze ist als “Empfehlung” formuliert. Berlin und Nordrhein-Westfalen hatten auf eine Zuschauer-Quote von bis zu 30 Prozent gedrängt, wie es in Teilnehmerkreisen hieß. Auf dem Weg ins Stadion und zu den Sitzplätzen müssen die Fans auf jeden Fall Mundschutz tragen. Ob auch während der Spiele eine Maskenpflicht gilt, soll von den lokalen Gesundheitsämtern entschieden werden.

Eigentlich hatten die Länder Ende August beschlossen, bis Ende Oktober keine Fans in die Stadien zu lassen. Doch waren sie unter Druck geraten, nachdem Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern vorgeprescht waren und schon am vergangenen Wochenende bei DFB-Pokalspielen Zuschauer zugelassen hatten. In Leipzig sollten zum Bundesliga-Start am Wochenende 8500 Plätze besetzt werden können, in Bremen ebenfalls. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der lange Zeit bei der Zulassung von Zuschauern gebremst hatte, schlug daraufhin einen “Probebetrieb” vor, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Laschet hatte sich dafür eingesetzt, keine pauschale Obergrenze für die Zuschauerzahlen festzulegen, sondern gleiche Standards. Das bedeutet, dass Borussia Dortmund mit seinem gut 80.000 Zuschauer fassenden Stadion viel mehr Karten verkaufen kann als etwa Union Berlin.

Einschränkungen gibt es allerdings für Städte, in denen das Coronavirus sich relativ stark verbreitet. Liegt die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 35 pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen und lässt sich der Ausbruch nicht eingrenzen, dürfen keine Zuschauer ins Stadion, entschieden die Länder. An der Schwelle liegt derzeit München, die Heimat von Meister FC Bayern, die Heimat von Zweitligist Würzburger Kickers liegt deutlich darüber. Ministerpräsident Söder hatte allerdings das Zuschauerkonzept des FC Bayern zuletzt ausdrücklich gelobt. Wie es im November weitergeht, soll Ende Oktober entschieden werden.

US-Abgeordnete unternehmen neuen Anlauf für weitere Corona-Hilfen

Im US-Kongress werden die Rufe nach einem weiteren Corona-Hilfspaket wieder lauter.

Eine Gruppe von 25 Republikanern und 25 Demokraten legte am Dienstag einen parteiübergreifenden Kompromissvorschlag vor, der Unterstützungsmaßnahmen im Volumen von 1,5 Billionen Dollar vorsieht. Gleichzeitig erklärte die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ihre Partei sei bereit, die Anfang Oktober anstehende Sitzungspause zu verschieben, um mit den Republikanern doch noch eine Einigung zu erzielen.

Nicht einmal mehr zwei Monate vor den Präsidentschafts- und Kongresswahlen Anfang November ist jedoch längst nicht klar, ob es zu einem Durchbruch kommt. Nachdem der Kongress bereits Maßnahmen im Volumen von mehr als drei Billionen Dollar zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie genehmigt hat, lagen die beiden politischen Lager zuletzt immer noch zu weit auseinander, als dass sie sich auf ein fünftes Hilfspaket hätten verständigen können. Nach monatelangem Hin und Her ist Pelosi inzwischen bereit, auf 2,4 Billionen Dollar herunterzugehen. Doch die Regierung von Präsident Donald Trump, der am Ende ein Hilfspaket unterzeichnen muss, hat lediglich Bereitschaft signalisiert, 1,3 Billionen Dollar zu akzeptieren.

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