Coronavirus: Das Neueste aus Europa, den USA und dem Rest der Welt

Coronavirus-Updates.

Willkommen zu diesem Newsfeed. Die Redaktion von EURACTIV Deutschland bietet Ihnen hier eine Auswahl ihrer Artikel sowie Berichte der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters.

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19. Januar 2021

Spahn verteidigt erneut Vorgehen bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat erneut das Vorgehen bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen verteidigt. Im Sommer habe in Hinblick auf den damaligen Stand der klinischen Studien davon ausgegangen werden können, dass nicht das Präparat von Biontech, sondern der Impfstoff der Firma AstraZeneca bereits 2020 eine Zulassung erhalten könnte, schreibt das Bundesgesundheitsministerium in einem am Dienstag veröffentlichten Antwortschreiben auf den von Vizekanzler Olaf Scholz überreichten Fragenkatalog der SPD.

„Tatsächlich war bis November 2020 nicht absehbar, dass die Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffes erst deutlich später als die Zulassung für den Biontech/Pfizer-Impfstoff erfolgen würde“, heißt es in dem 30 Seiten umfasenden Schreiben des Ministeriums. „Deshalb war das Interesse vieler anderer Mitgliedstaaten an dem Impfstoff der Firma Biontech/Pfizer anfangs eher gering ausgeprägt.“

Um vor diesem Hintergrund überhaupt einen Vertrag für die EU in ausreichender Höhe zu erreichen, habe Deutschland garantiert, bis zu 100 Millionen Impfdosen abzunehmen – für den Fall, dass andere Mitgliedstaaten auf ihren Anteil verzichten würden.

Mit Blick auf die größere Impfstoffproduktion in den USA heißt es in dem Antwortschreiben des Ministeriums, eine „Executive Order“ von US-Präsident Donald Trump vom 8. Dezember 2020 sehe vor, dass Produktionsstätten in den USA das Vakzin zunächst für die Versorgung in den USA zur Verfügung stellen müssten.

Dies führe dazu, dass die europäischen Produktionsstätten etwa von Biontech/Pfizer sowie Moderna neben Europa die Versorgung für die gesamte restliche Welt sicherstellten. „Die Unternehmen sowie die Bundesregierung sind bestrebt, mit der neuen US-Administration in Gespräche einzutreten, um Anpassungen zu erreichen.“

Die vergleichsweise schnellen Vertragsabschlüsse mit Großbritannien „sind wohl vor allem auf den weitgehenden Verzicht auf Haftungsansprüche gegenüber den Unternehmen zurückzuführen“, heißt es in dem Ministeriumsschreiben weiter.

In dem Antwortschreiben verweist das Gesundheitsministerium zudem darauf, dass die Länder für die Organisation der Impfungen verantwortlich seien. Das Ministerium führe seit Monaten auf Fach- und Leitungsebene mehrmals wöchentlich Gespräche. 

Nach dem schleppenden Start der Impfkampagne Ende des vergangenen Jahres war Spahn in die Kritik geraten. Er wurde dafür verantwortlich gemacht, dass die EU nicht mehr Dosen des Ende Dezember zugelassenen Impfstoffs bestellt hatte. Während dieses Präparat inzwischen ebenso wie das Vakzin des US-Herstellers Moderna zur Verfügung steht, steht die Zulassung des Serums von AstraZeneca noch aus. Der Fragenkatalog der SPD hatte wiederum Unmut bei der Union ausgelöst.

Beschlussvorlage des Bundes: Lockdown bis Mitte Februar

Der Bund will den Corona-Lockdown bis Mitte Februar verlängern, wie Quellen im Vorfeld der Gespräche am Dienstag berichteten.

Zwar sind die Neuinfektionen in den letzten Tagen zurückgegangen und der Druck auf den Intensivstationen hat sich leicht entspannt, Virologen sind aber besorgt über die Ausbreitung von offenbar hoch ansteckender Virusmutationen.

„Es gilt als wahrscheinlich, dass wir uns auf eine Verlängerung um zwei Wochen einigen werden,“ sagte eine an den Gesprächen beteiligte Person und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Der derzeitige Lockdown sollte vorerst nur bis zum 31. Januar gelten.

Die Bundesregierung hat zudem vorgeschlagen, dass die Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften verpflichtet werden, medizinische Masken zu trage

„Die Infektionszahlen gehen seit einigen Wochen zurück oder stagnieren und das ist gut so. Jetzt haben wir es mit einer sehr aggressiven Mutation zu tun, auf die wir reagieren müssen“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller im deutschen Fernsehen.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle sei um 11.369 auf 2,05 Millionen gestiegen, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) für Infektionskrankheiten am Dienstag mit. Die Zahl der Todesfälle stieg um 989 auf 47.622.

Der jüngste COVID-Ausbruch in China ist der schlimmste seit März 2020

China hat mit dem schlimmsten COVID-19-Ausbruch seit März 2020 zu kämpfen, wobei eine Provinz täglich einen Rekordanstieg an Fällen verzeichnet. Ein unabhängiges Gremium, das die Ursprünge der globalen Pandemie untersucht, sagte, China hätte energischer handeln können, um den ersten Ausbruch einzudämmen.

Die staatlich unterstützte Boulevardzeitung „Global Times“ verteidigte am Dienstag Chinas Umgang mit dem neuartigen Coronavirus und sagte, kein Land habe Erfahrung im Umgang mit dem völlig neuartigen Virus gehabt.

„Rückblickend konnte kein Land perfekt mit einem neuartigen Virus umgehen…kein Land kann garantieren, dass es keine Fehler macht, wenn eine ähnliche Epidemie wieder auftritt,“ so das Boulevardblatt.

China meldete am Dienstag mehr als 100 neue COVID-19-Fälle – den siebten Tag in Folge. Festland China verzeichnete 118 neue Fälle, erklärte die nationale Gesundheitsbehörde.

Davon waren 106 lokale Infektionen, wobei 43 in Jilin gemeldet wurden, ein neuer Tagesrekord für die nordöstliche Provinz. 35 wurden in der Provinz Hebei gemeldet, die Peking umgibt, teilte die Nationale Gesundheitskommission mit.

Die chinesische Hauptstadt selbst meldete einen neuen Fall, während Heilongjiang im Norden 27 neue Infektionen meldete.

Dutzende von Millionen Menschen befinden sich in einem neuen Lockdown. In einigen nördlichen Städten werden Massentests durchgeführt, weil man befürchtet, dass sich unentdeckte Infektionen während des bevorstehenden Neujahrsfestes schnell ausbreiten könnten.

Jedes Jahr reisen Hunderte von Millionen Menschen während der Feiertage, die in diesem Jahr bereits Mitte Februar beginnen.

Die Behörden appellieren an die Menschen, Reisen im Vorfeld des Feiertags zu vermeiden und sich von Massenveranstaltungen wie Hochzeiten fernzuhalten.

Der aktuelle Ausbruch in Jilin wurde durch einen infizierten Verkäufer verursacht, der in die Nachbarprovinz Heilongjiang reiste, in der es zuvor eine Reihe von Infektionen gab.

Die Gesamtzahl der neuen asymptomatischen Fälle, die in China nicht als bestätigte Infektionen eingestuft werden, sank auf 91 von 115 am Vortag.

Die Gesamtzahl der bestätigten COVID-19-Fälle auf dem chinesischen Festland beträgt 89.454, während die Zahl der Todesfälle mit 4.635 unverändert blieb.

Trump will Corona-Einreisesperren für Europäer aufheben – Biden lehnt Plan ab

US-Präsident Donald Trump hat kurz vor seinem Amtsende einen Streit über die Corona-Einreisesperren für Europäer vom Zaun gebrochen.

Der scheidende US-Präsident Donald Trump kündigte ein Ende der zuvor von ihm selbst verhängten Einreiseverbote an. Voraussetzung sei ein negativer Corona-Test. Trumps Nachfolger Joe Biden erteilte dem Vorhaben umgehend eine Absage. Unterdessen wurden an Trumps letztem vollen Tag im Weißen Haus am Dienstag dutzende Begnadigungen für Mitarbeiter und Vertraute erwartet.

Das Weiße Haus erklärte am Montagabend (Ortszeit), Reisende aus dem Schengen-Raum, Großbritannien, Irland und auch Brasilien dürften ab dem 26. Januar wieder in die USA einreisen. Bidens Sprecherin Jen Psaki entgegnete darauf im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Beschränkungen sollten nicht aufgehoben werden. Vielmehr sollten die Sicherheitsmaßnahmen bei internationalen Reisen noch verstärkt werden, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

„Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, um Beschränkungen bei internationalen Reisen aufzuheben“, erklärte Psaki und verwies auf die Verschlimmerung der Pandemie und das Auftreten noch ansteckenderer Virusvarianten.

Trumps Amtszeit endet am Mittwochmittag, wenn Biden vereidigt wird. Am 26. Januar wird folglich Biden im Amt sein. Der neue Präsident hat den Kampf gegen die Corona-Pandemie zu seiner wichtigsten Aufgabe erklärt.

Die USA hatten am 11. März des vergangenen Jahres Einreiseverbote für Reisende verhängt, die sich in den vergangenen 14 Tagen im Schengen-Raum – also auch in Deutschland – aufgehalten hatten. Drei Tage später wurde dies auf Großbritannien und Irland ausgeweitet, im Mai dann auf Brasilien. Die Maßnahme hat bis heute Bestand, es gibt aber eine Reihe von Ausnahmen. Einreiseverbote gelten auch für Reisende aus China und dem Iran.

Vergangene Woche kündigte die US-Gesundheitsbehörde CDC dann an, dass ab dem 26. Januar von allen Flugreisenden in die USA ein negativer Corona-Test verlangt wird. Fluggesellschaften dürfen demnach nur noch Passagiere an Bord lassen, die ein negatives Testergebnis vorlegen können.

„Diese Maßnahme ist der beste Weg, um die Amerikaner weiterhin vor Covid-19 zu schützen und gleichzeitig eine sichere Wiederaufnahme des Reiseverkehrs zu ermöglichen“, erklärte Trump.

Die USA sind das Land mit der höchsten Zahl der registrierten Corona-Infektionen und -Todesfälle weltweit. Seit Beginn der Pandemie wurden mehr als 24 Millionen Ansteckungen und fast 400.000 Tote verzeichnet.

Deutsche und französische Abgeordnete warnen vor Grenzschließungen

Angesichts der Debatte um schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben deutsche und französische Parlamentsabgeordnete vor einer abermaligen Schließung der Grenzen gewarnt. „Um die Pandemie effektiv zu bekämpfen, müssen wir auf gemeinsame Strategien setzen statt auf harte Grenzschließungen“, erklärten Unionsfraktionsvize Andreas Jung (CDU) und der französische Nationalversammlungs-Abgeordnete Christophe Arend gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Der Alltag ist grenzüberschreitend, deshalb müssen das auch die Maßnahmen sein.“

Jung und Arend, die gemeinsam der Deutsch-Französischen Parlamentarierversammlung vorstehen, verlangen eine noch engere Zusammenarbeit beider Länder im Kampf gegen die Pandemie. „In der Zusammenarbeit gibt es immer noch Luft nach oben: Die Corona-Apps etwa müssen endlich miteinander verknüpft werden“, forderten sie gegenüber AFP.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte kurz vor dem Bund-Länder-Spitzentreffen zur Corona-Politik am Dienstag neuerliche Grenzkontrollen ins Spiel gebracht. „Am besten wäre eine einheitliche europäische Strategie in der Corona-Bekämpfung“, sagte Söder der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Sollte dies weiter nicht gelingen, wären Grenzkontrollen sinnvoll.“ Das habe schon im Frühjahr effektiv geholfen.

Jung und Arend widersprachen diesem Argument. Für die Ausbreitung des Virus mache es „keinen Unterschied, ob die Nachbarregion diesseits oder jenseits der Grenze liegt“. Dies zähle zu den „wichtigen Lehren aus der Situation im vergangenen Frühjahr“, als im Zuge der Pandemie-Bekämpfung Grenzen geschlossen beziehungsweise scharf kontrolliert wurden.

Der deutsche und der französische Parlamentarier forderten bei den Corona-Maßnahmen eine enge Abstimmung in der EU. „Dazu zählen auch Einschränkungen von Kontakten und Beschränkungen der Mobilität“, erklärten sie. „Entscheidend müssen dabei aber die Inzidenzen sein, nicht die Grenzen.“

Jung und Arend kündigten an, dass sich die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung in ihrer Sitzung am Freitag mit dem Thema befassen werde. Arend vertritt in der französischen Nationalversammlung die Regierungspartei LREM, Jung sitzt für die CDU im Deutschen Bundestag.

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18. Januar 2021

WHO rechnet mit weltweit über 100.000 COVID-Todesfällen pro Woche

Es wird erwartet, dass die Zahl der weltweiten Todesfälle durch COVID-19 „sehr bald“ die Marke von 100.000 pro Woche überschreiten wird, nachdem in der vergangenen Woche mehr als 93.000 gemeldet wurden, sagte der führende Notfall-Experte der Weltgesundheitsorganisation Mike Ryan am Montag.

In einem epidemiologischen Lagebericht, der dem Exekutivrat der WHO vorgelegt wurde, fügte er hinzu, dass die Region Amerika für etwa 47 Prozent der aktuellen Todesfälle verantwortlich ist. In Europa stabilisieren sich die Neuinfektionen und Todesfälle, allerdings auf hohem Niveau, so Ryan.

„Derzeit ist unsere epidemiologische Situation dynamisch und uneinheitlich, sie wird durch Varianten weiter verkompliziert“, sagte er dem Gremium.

Bundesregierung hält Entscheidung über EU-Impfzertifikat für verfrüht

Die Bundesregierung hält einen EU-Beschluss über ein gemeinsames Impfzertifikat als Voraussetzung für Reisen noch für verfrüht. 

Erst müsse die Frage geklärt werden, ob sich das Coronavirus über die Geimpften nicht doch weiterverbreite, sagte Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) am Montag vor Beratungen mit seinen EU-Kollegen. „Deswegen halte ich es heute nicht für zielführend, darüber schon eine abschließende Entscheidung zu treffen.“

Die EU-Europaminister bereiten in einer Video-Konferenz den am Donnerstag stattfindenden Gipfel der Staats- und Regierungschefs zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie vor. Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte vergangene Woche in einem Brief an die EU-Kommission ein gemeinsames Impfzertifikat gefordert, damit „Personen, die geimpft wurden, (….) frei reisen können“.

Roth unterstütze den Vorschlag grundsätzlich „im Hinblick auf den Sommer und die Reisesaison“. Eine gemeinsame Zertifizierung sei „konsequent“, sagte er. Über sie könne „in den nächsten Wochen und Monaten“ aber erst entschieden werden, wenn die Frage beantwortet sei, ob Geimpfte weiter Menschen anstecken könnten. Zudem müssten „deutlich mehr Menschen geimpft worden“ sein.

Großbritannien impft im Durchschnitt 140 Menschen pro Minute

Das Vereinigte Königreich impft im Durchschnitt 140 Menschen pro Minute gegen COVID-19, erklärte der britische Minister Nadhim Zahawi am Montag.

Das Vereinigte Königreich, das die fünfthöchste offizielle COVID-19-Todesrate der Welt hat, ist bemüht, seine Bevölkerung als eines der ersten großen Länder durchzuimpfen.

Neueste Zahlen zeigen, dass das Vereinigte Königreich 3.857.266 Menschen mit einer ersten Dosis und 449.736 mit einer zweiten Dosis geimpft hat.

„Es läuft gut, wir impfen im Durchschnitt 140 Menschen pro Minute,“ so Zahawi gegenüber dem Fernsehsender Sky.

„Sie werden sehen, dass sich das verbessert, wenn wir weitere der großen Impfzentren öffnen, insgesamt 17 bis Ende dieser Woche und 50 bis zum Ende des Monats.“

„Heute gehen in einigen Gebieten, in denen die meisten der über 80-Jährigen geimpft wurden, Briefe an die über 70-Jährigen und diejenigen, die gesundheitlich extrem gefährdet sind, raus“, sagte er.

EU-Kommission ruft Staaten zu verstärktem Kampf gegen Corona-Mutationen auf

Vor dem Hintergrund der Verbreitung von mutierten Formen des Coronavirus hat die Europäische Kommission die EU-Mitgliedsstaaten zu einem verstärkten Kampf gegen die Pandemie aufgerufen. Die Länder müssten „mehr testen und die Kapazitäten in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen erhöhen“, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der Zeitung „Welt“ (Montagsausgabe). Die Politikerin forderte dem Bericht zufolge mehr Genom-Sequenzierungen, um die verschiedenen Virus-Mutationen zu identifizieren.

“Wir sehen, dass die neuen Varianten des Virus weit verbreitet sind und in mehreren europäischen Ländern schon einen signifikanten Einfluss haben“, sagte sie der „Welt“. Deshalb müssten Informationen zwischen den Ländern ausgetauscht werden. Die EU sei bereit, ihre Mitglieder mit Expertise, Infrastruktur und Geldern zu unterstützen, fügte Kyriakides hinzu.

Auch wenn die Geschwindigkeit der Impfkampagnen zunehme, gelte es weiterhin, sehr vorsichtig zu sein, mahnte die Gesundheitskommissarin. Impfungen seien der stärkste gemeinsame Schutz gegen das Virus, sagte sie der „Welt“. „Wir müssen alles Erdenkliche tun, um eine dritte Welle und den Verlust weiterer Leben wegen COVID-19 zu verhindern“.

Die Europaminister der EU bereiten am Montag einen Gipfel der Staats- und Regierungschefs zur Corona-Pandemie vor. Bei dem virtuellen Treffen soll es um die jüngsten Verzögerungen bei der Lieferung von Impfstoff und das gemeinsame Vorgehen gegen ansteckendere Virus-Mutationen gehen.

Österreich: Lockdown verlängert und verschärft 

Die derzeitige Abriegelung mit geschlossenen Geschäften und Restaurants bleibt mindestens bis zum 7. Februar bestehen, wie die Regierung am Sonntag mitteilte. Zu den neuen Maßnahmen gehört eine FFP2-Maskenpflicht in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dies sei wegen der Gefahren durch die Virusmutation B.1.1.7 notwendig geworden, so Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Er sehe noch „Licht am Ende des Tunnels“, glaube aber, dass erst im April oder Mai langsam Normalität erreicht werden könne, sagte er bei einer Pressekonferenz.

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16. Januar 2021

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt um 18.678

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland stieg um 18.678, wie das Robert Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten mitteilte. Zudem sind binnen der letzten 24 Stunden 980 Menschen an oder mit COVID-19 verstorben. Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle stieg damit auf 45.974 an.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 2.0219.636 Menschen in Deutschland mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt.

Brasilien meldet den vierten Tag in Folge mehr als 1.000 COVID-19-Todesfälle

Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 69.198 neue bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus und 1.151 Todesfälle, der vierte Tag in Folge mit mehr als 1.000 Toten, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit.

Der Stadt Manaus geht bereits der Sauerstoff aus, da die zweite Infektionswelle die Krankenhäuser des Landes überfordert.

Das südamerikanische Land hat seit Beginn der Pandemie nun 8.390.341 Fälle registriert, während die offizielle Zahl der Todesopfer nach Angaben des Ministeriums auf 208.133 angestiegen ist.

Indien beginnt mit der „größten“ Impfkampagne der Welt

Der indische Premierminister Narendra Modi wird am Samstag die „größte“ Impfkampagne der Welt lancieren.

Indien priorisiert bei der Impfkampagne zunächst Krankenschwestern, Ärzte und andere an vorderster Front im Kampf gegen die Pandemie.

Am ersten Tag werden rund 100 Menschen freiwillig in jedem der 3.006 Zentren im Land geimpft werden, teilte die Regierung diese Woche mit.

„Dies wird das größte Impfprogramm der Welt sein“, erklärte Modis Büro diese Woche in einer Erklärung.

Indien, das bevölkerungsreichste Land der Welt nach China, hat angekündigt, dass es möglicherweise nicht alle seine 1,35 Milliarden Einwohner impfen muss, um eine Herdenimmunität zu erreichen.

Die Inder können jedoch nicht zwischen dem Impfstoff von Oxford University/AstraZeneca und einem von der Regierung geförderten, selbst hergestellten Impfstoff von Bharat Biotech wählen, dessen Wirksamkeit nicht bekannt ist. Beide werden lokal produziert.

Indien, das nach den Vereinigten Staaten die meisten Coronavirus-Infektionen gemeldet hat, will in den ersten sechs bis acht Monaten des Jahres rund 300 Millionen Menschen impfen.

Etwa 10,5 Millionen Menschen in Indien haben sich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 151.000 von ihnen sind gestorben. Die Zahl der Neuinfektionen ist seit einem Höchststand Mitte September rückläufig.

„Welt“: Bundesinnenministerium weist Überlegungen zu neuen Grenzkontrollen zurück

Das Bundesinnenministerium wendet sich einem Zeitungsbericht zufolge gegen Überlegungen, zur Eindämmung der Corona-Pandemie Grenzkontrollen zu den europäischen Nachbarstaaten wieder einzuführen. Derzeit gebe es innerhalb des Ministeriums „keine Überlegungen, erneut pandemiebedingte vorübergehende Binnengrenzkontrollen wiedereinzuführen“, teilte ein Spreche von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der Zeitung „Die Welt“ (Samstagsausgabe) auf Anfrage mit.

„Auch mit Blick auf die enge Verzahnung in den Grenzregionen (insbesondere für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt) gilt es, eine erneute vorübergehende Wiedereinführung von pandemiebedingten Binnengrenzkontrollen wie in der ersten Welle zu vermeiden“, legte der Sprecher demnach dar.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte zuvor berichtet, im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen am Dienstag über weitere Corona-Restriktionen sei auch eine Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Gespräch. Zu Beginn der Pandemie hatte Bundesinnenminister Seehofer Binnengrenzkontrollen angeordnet, sie im Sommer aber wieder aufgehoben.

Der Ministeriumssprecher hob gegenüber der „Welt“ die Unterschiede zwischen der heutigen Situation und der der Lage im Frühjahr 2020 hervor: „Die Situation Mitte März 2020 war europa- und weltweit geprägt von großer Unsicherheit im Umgang mit dem Coronavirus.“

Anders als heute habe es damals „keine ausreichenden Erfahrungen bei der Pandemiebekämpfung“ gegeben, sagte der Sprecher. So hätten regionale Konzepte und Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gefehlt, „über die wir aber heute in den Ländern verfügen und zu denen wir uns auf europäischer Ebene und mit unseren Anrainerstaaten regelmäßig grenzüberschreitend austauschen“.

Angesichts der angespannten Corona-Lage wurde das nächste Bund-Länder-Spitzentreffen auf kommenden Dienstag vorgezogen. Zu der weiterhin hohen Zahl der Neuinfektionen in Deutschland kommt das Risiko durch das Auftreten neuer Mutationen des neuartigen Coronavirus, die offenbar deutlich ansteckender sind als frühere Virus-Varianten.

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15. Januar 2021

Bei Cyberangriff auf EMA gestohlene Impfstoff-Dokumente im Internet aufgetaucht

Bei einem Cyberangriff gestohlene Dokumente der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) sind nach Angaben der Behörde im Internet veröffentlicht worden. Dort seien die Informationen „manipuliert“ worden, um das öffentliche Vertrauen in Corona-Impfstoffe zu untergraben, erklärte die EMA am Freitag. Die Behörde war im Dezember Ziel eines Hackerangriffs geworden, bei dem auf Dokumente zu den Impfstoffen von Pfizer/Biontech und Moderna zugegriffen wurde.

Laufende Untersuchungen zeigten, dass „einige der unrechtmäßig eingesehenen Dokumente im Zusammenhang mit COVID-19-Medikamenten und -Impfstoffen ins Internet gelangt sind“, teilte die in Amsterdam ansässige EMA mit. Dazu gehörten vertrauliche interne E-Mails aus dem November, die sich auf Bewertungsprozesse für die Impfstoffe bezogen. Teile daraus seien „von den Tätern vor der Veröffentlichung in einer Weise manipuliert worden, die das Vertrauen in Impfstoffe untergraben könnte“, hieß es in der EMA-Erklärung.

Die niederländische Polizei untersucht derzeit den Cyberangriff gemeinsam mit der EMA.

Deutschland und Europa bekommen vorübergehend weniger Biontech-Impfstoff

Deutschland und andere europäische Länder bekommen in den nächsten Wochen weniger Impfstoff des Herstellerteams Biontech und Pfizer als geplant. Die Lieferungen würden für drei bis vier Wochen reduziert, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mit. Grund seien Umbaumaßnahmen im Pfizer-Werk im belgischen Puurs. Unterdessen wurde die angestrebte Produktion des Impfstoffs im hessischen Marburg behördlich genehmigt.

Wie groß die Lieferausfälle in den kommenden Wochen ausfallen, teilte das Gesundheitsministerium nicht mit. In der „Bild“-Zeitung hieß es, womöglich könnten einige Lieferungen ganz ausfallen. Dafür gab es aber zunächst keine Bestätigung.

„Die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern nehmen diese sehr kurzfristige wie unerwartete Mitteilung der Kommission und von Pfizer mit Bedauern zur Kenntnis“, hieß es in der Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums. Dies gelte umso mehr, als Liefermengen zuvor von dem Unternehmen verbindlich zugesagt worden seien.

Nicht betroffen von der Kürzung ist laut Ministerium die für Montag geplante nächste Lieferung an Deutschland von rund 670.000 Impfdosen. Auch die Gesamtmenge der geplanten Lieferungen im ersten Quartal bleibe bestehen. In diesem Zeitraum sollten elf Millionen Impfdosen eintreffen. Da inzwischen aus einer Ampulle Impfstoff mit der richtigen Technik sechs statt fünf Dosen entnommen werden können, sollte sich diese Anzahl allerdings erhöhen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte in Lissabon, Pfizer habe zugesichert, dass alle der EU für das erste Quartal zugesagten Impfstoffdosen auch in diesem Zeitraum geliefert würden. Die Unternehmensspitze wolle die Verzögerungszeit verkürzen und dafür sorgen, „dass diese so schnell wie möglich aufgeholt wird“.

Aus dem Pfizer-Werk in Puurs werden weltweit alle Länder außer den USA mit dem Biontech-Impfstoff beliefert. Nach Abschluss der Umbauarbeiten soll in der Produktionsstätte ab Mitte Februar mehr Impfstoff hergestellt werden als bisher.

Die Lieferkürzung war zuerst vom staatlichen Gesundheitsinstitut in Norwegen bekannt gegeben worden. „Die vorübergehende Kürzung wird alle europäischen Länder betreffen“, hieß es dort. Konkrete Zahlen für ganz Europa wurden nicht genannt; in Norwegen wird die Liefermenge der kommenden Woche den

Angaben zufolge um knapp 18 Prozent gekürzt. Litauen meldete für die nächsten vier Wochen sogar eine Reduktion um fast 50 Prozent.

In einem gemeinsamen Brief an die EU-Kommission zeigten sich sechs europäische Länder „tief besorgt“ über die Problematik. Die Situation sei „inakzeptabel“ und untergrabe die Glaubwürdigkeit der Impfkampagne, erklärten Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Schweden.

Künftig kann der Impfstoff auch in Deutschland hergestellt werden. Wie die hessische Staatskanzlei in Wiesbaden mitteilte, gab das zuständige Regierungspräsidium in Gießen am Freitag grünes Licht für die Produktion in Marburg. Das Mainzer Unternehmen Biontech hatte Anfang Dezember die Anträge für Umbau und Betrieb eines Werks in der Stadt gestellt. Die Produktion soll dort im Februar starten.

Impfungen sind derzeit der Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In Europa sind bisher das Produkt von Biontech und dessen US-Partner Pfizer zugelassen sowie das des US-Herstellers Moderna.

Für Deutschland meldete am Freitag das Robert-Koch-Institut (RKI) die bisher höchste Tageszahl an Impfungen seit Beginn der Immunisierungen Ende Dezember. Demnach wurden 94.654 Menschen geimpft. Sie benötigen für den vollen Schutz allerdings noch die zweite Impfdosis. Um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssten Schätzungen zufolge mehr als 60 Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft sein, bisher sind es bei den Erstimpfungen 1,16 Prozent.

Italien verlängert Corona-Maßnahmen

Der italienische Premierminister Giuseppe Conte erließ am Freitag ein neues Dekret, das die Einschränkungen ausweitet, um die COVID-19-Infektionen einzudämmen. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor gewarnt, dass die Lage sich zunehmend verschlimmert.

Die Zahl der täglich registrierten Fälle hat sich zwar zwischen 15.000 bis 20.000 eingependelt -verglichen mit einem Höchststand von etwa 40.000 Mitte November -, aber der Druck auf die Krankenhäuser bleibt hoch. Täglich sterben zwischen 400 und 600 Menschen an dem Virus, und die Regierung befürchtet, dass diese Zahl noch steigen wird.

„In der vergangenen Woche hat es eine allgemeine Verschlechterung der epidemischen Lage gegeben“, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch im Parlament.

Das neue Dekret verlängert bis zum 5. März die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Ferner wurde das Zonensystem bestätigt, das im November entworfen wurde, um die Einschränkungen zwischen Italiens 20 Regionen je nach Infektionsniveau anzupassen.

Das Dekret verlängert zudem bis zum 15. Februar ein Verbot, sich zwischen den Regionen zu bewegen, wobei Menschen nur aus beruflichen, gesundheitlichen oder anderen Notfällen reisen dürfen. Skigebiete bleiben bis zum 15. Februar geschlossen.

Norwegen erhält kommende Woche fast 18 Prozent weniger Vakzin

Der US-Pharmagigant Pfizer hat nach Angaben der norwegischen Behörden vor anstehenden Lieferkürzungen bei dem gemeinsam mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Impfstoff gegen das Coronavirus gewarnt.

„Die vorübergehende Kürzung wird alle europäischen Länder betreffen“, erklärte am Freitag das staatliche Gesundheitsinstitut in Oslo. Die Kürzungen würden „ab kommender Woche“ erfolgen, Pfizer wolle in der Zeit seine Produktionskapazitäten verbessern.

„Es ist derzeit nicht klar, wie lange es genau dauern wird, bis Pfizer seine maximale Produktionskapazität erreichen wird, die von 1,3 Milliarden auf zwei Milliarden Dosen jährlich steigen soll“, hieß es in der Erklärung weiter. Angaben über die Liefermengen für ganz Europa wurden nicht gemacht, nur für Norwegen: Demnach werden für das skandinavische Land in der kommenden Woche nur 36.075 Impfstoffdosen erwartet, zuvor waren es 43.875. Dies entspricht einem Minus von fast 18 Prozent.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer war als erstes Vakzin gegen das Coronavirus in der Europäischen Union (EU) zugelassen worden. Er wird bereits weitflächig eingesetzt. Als zweiter Impfstoff erhielt inzwischen auch das Mittel des US-Herstellers Moderna eine europaweite Zulassung, der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca wird derzeit von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) geprüft.

Brasilianische Coronavirus-Mutation: Großbritannien verbietet Einreisen aus Südamerika

Großbritannien wird Einreisen aus südamerikanischen Ländern und Portugal wegen der Besorgnis über eine neue brasilianische Mutation des Coronavirus verbieten, erklärte Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstag.

Premierminister Boris Johnson äußerte sich am Mittwoch besorgt über die brasilianische Variante. Großbritannien versucht bereits, eine britische Variante einzudämmen, die Ende letzten Jahres für einen starken Anstieg der Fälle verantwortlich war.

Die brasilianische Variante teilt einige Merkmale mit den in Großbritannien und Südafrika gefundenen Mutationen, von denen die Wissenschaftler annehmen, dass sie ansteckenderer sind, aber keine schwereren Krankheitsverläufe verursachen.

„Ich habe die Entscheidung getroffen, die Einreise aus Argentinien, Brasilien, Bolivien, Kap Verde, Chile, Kolumbien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Panama, Paraguay, Peru, Surinam, Uruguay und Venezuela dringend zu verbieten – ab morgen, 15. Januar um 4 Uhr, nachdem eine neue Variante in Brasilien nachgewiesen wurde“, schrieb Shapps auf Twitter.

Portugal wurde wegen der engen Reiseverbindungen mit Brasilien ebenfalls auf die Liste gesetzt, sagte er. Arbeiter, die lebenswichtige Güter aus Portugal transportieren, wären davon ausgenommen.

Seit Beginn der Pandemie: mehr als zwei Millionen Fälle in Deutschland

Deutschland hat die Marke von zwei Millionen Coronavirus-Infektionen überschritten. Die Zahl der Todesopfer durch die Pandemie stieg auf fast 45.000, wie Experten am Freitag mitteilten.

Europas größte Volkswirtschaft und bevölkerungsreichstes Land hat die Pandemie im vergangenen Frühjahr besser gemeistert als seine Nachbarländer. Allerdings ist die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle in letzter Zeit stark angestiegen. Die tägliche Pro-Kopf-Sterblichkeit liegt seit Mitte Dezember oft über dem Niveau der USA.

Alarmiert durch die hohe Infektionsrate und in Erwartung der Ausbreitung von ansteckenderen Varianten des Virus, sagte Merkel am Donnerstag zu Spitzenvertretern ihrer Partei, sie wolle „sehr schnell handeln“.

Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Deutschland stieg laut den neuesten Daten des Robert-Koch-Instituts für Infektionskrankheiten um 22.368 auf 2.000.958. Es war der geringste Anstieg der Infektionen an einem Freitag seit mehr als zwei Monaten. Vor einer Woche war die Zahl der neu registrierten Corona-Fälle noch um fast 10.000 höher.

Auch die Situation auf den Intensivstationen hat sich laut RKI leicht entspannt.

Die hohe Zahl der Todesopfer, die am Freitag um 1.113 auf 44.994 gestiegen ist, und die Sorge um weitere ansteckende Varianten des Coronavirus schüren jedoch die Befürchtung, dass die bisherigen Lockdown-Maßnahmen zu kurz greifen.

Merkel will ein ursprünglich für den 25. Januar geplantes Treffen mit den regionalen Regierungschefs auf nächste Woche vorverlegen, um härtere Maßnahmen zur weiteren Reduzierung der sozialen Kontakte zu besprechen, sagten Teilnehmer des Treffens.

Merkel drängt auf weitere Lockdown-Verschärfung

Die Kanzlerin und die Länderchefs wollen schon in der nächsten Woche über neue Maßnahmen beraten. Der Grund ist die Corona-Mutation B.1.1.7.

Zahl der Corona-Infektionen in Europa steigt auf über 30 Millionen

Die Zahl der Corona-Infektionen in Europa hat am Freitagmorgen die Schwelle von 30 Millionen überschritten. Dies geht aus einer auf Behördenangaben der einzelnen Länder beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP hervor. Damit ist Europa weltweit die Region mit den meisten Corona-Infektionen.

Europa war weltweit auch die erste Region, in der mehr als eine halbe Million Menschen an COVID-19 starben. Diese Schwelle wurde am 17. Dezember überschritten.

Bei der Zahl der Infektionen folgen nach Europa die USA und Kanada mit insgesamt knapp 24 Millionen Fällen sowie Lateinamerika und die Karibik mit knapp 17 Millionen vermeldeten Ansteckungen.

Weil fordert von EU mehr Tempo bei Zulassung von AstraZeneca-Impfstoff

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert von der EU mehr Tempo bei der Zulassung des Corona-Impfstoffes des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca. Zwar finde er den Ansatz richtig, bei der Impfstoffbeschaffung europäisch zu vorzugehen, sagte Weil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben). Doch begreife er nicht, „warum bestimmte Impfstoffe in Europa später zugelassen werden als im Rest der Welt“.

„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir jetzt so schnell wie möglich die Zulassung für den Impfstoff von AstraZeneca bekommen“, sagte der SPD-Politiker. Mit diesem Vakzin könnten tausende Hausärzte in die Impfkampagne einsteigen, „was richtig Schwung in die Sache bringen würde“. Die Einbeziehung der Hausärzte wäre laut Weil ein „Durchbruch“.

Bislang sind in der EU der Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sowie das Mittel des US-Konzerns Moderna zugelassen. AstraZeneca beantragte am Dienstag eine Genehmigung. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will den Antrag auf bedingte Zulassung dieses Vakzins bis Ende Januar prüfen.

Großbritannien hatte das AstraZeneca-Präparat als weltweit erstes Land bereits Ende Dezember zugelassen. Danach ließen auch Argentinien und Indien diesen Impfstoff zu. Das zusammen mit der Universität Oxford entwickelte AstraZeneca-Vakzin hat im Vergleich zu den bisherigen Mitteln den Vorteil, dass es deutlich billiger ist sowie leichter zu lagern.

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14. Januar 2021

Roth: Westbalkan-Länder brauchen rasch Zugang zu Corona-Impfstoffen

Im Wettbewerb um die knappen Corona-Impfstoffe hat das Auswärtige Amt zu Solidarität mit den Westbalkan-Staaten aufgerufen. Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) erklärte am Donnerstag, er blicke „mit besonderer Sorge auf unsere europäische Nachbarschaft, die ebenso wie wir mit der Pandemie und den wirtschaftlichen und sozialen Folgen ringt“. Nötig sei deshalb ein „klares Signal europäischer Solidarität“.

Die EU unterstütze die Staaten des Westlichen Balkans im Kampf gegen Corona bereits mit einem Programm im Umfang von 3,4 Milliarden Euro, erklärte Roth. Das sei auch gut so, denn „wir sind auf das Engste mit unserer Nachbarschaft vernetzt“. Es sei deshalb „in unserem ureigenen Interesse, dass auch die Menschen auf dem Westlichen Balkan sehr rasch Zugang zu Corona-Impfstoffen bekommen“.

Konkret verwies Roth auf die weltweite Covax-Plattform, die eine gerechte Verteilung der Impfstoffe zum Ziel hat. Sie müsse „der Schlüssel werden, um einen gerechten globalen Zugang zu ermöglichen“, erklärte der SPD-Politiker.

Das Covax-Programm, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Unterstützung der Impfallianz Gavi ins Leben gerufen wurde, hat sich einen gerechten Zugang zu COVID-19-Impfstoffen weltweit zum Ziel gesetzt. Deutschland ist einer der Hauptunterstützer.

Zwei Mitglieder der WHO-Delegation nach Wuhan positiv auf Corona-Antikörper getestet

Zwei Mitglieder eines von der Weltgesundheitsorganisation geleiteten Forscherteams, das am Donnerstag in der chinesischen Stadt Wuhan ankam, um die Ursprünge der Corona-Pandemie zu untersuchen, mussten in Singapur zurückbleiben, nachdem sie positiv auf Coronavirus-Antikörper getestet wurden.

Das 15-köpfige Expertenteam war vor der Abreise aus ihren Heimatländern negativ auf die Krankheit getestet worden und unterzog sich während des Transits in Singapur weiteren Tests.

„Sie werden erneut auf IgM- und IgG-Antikörper getestet“, teilte die WHO mit.

Es ist der jüngste Rückschlag für eine Mission, die bereits von Verzögerungen sowie von der Sorge geprägt war, wie viel Einsicht das Team vor Ort wirklich erhalten werde.

Der Rest des Teams kam heute mit einer Billigfluglinie in Wuhan an und wird voraussichtlich für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt.

Das Coronavirus wurde zunächst mit einem sogenannten Wet Market in Wuhan in Verbindung gebracht.

RKI: Pandemie bis Jahresende unter Kontrolle

Deutschland wird die Coronavirus-Pandemie bis Ende des Jahres unter Kontrolle haben, meint der Chef des Rober-Koch-Instituts, Lothar Wieler.

Dennoch droht eine neue, sich schnell ausbreitende Variante des Virus die Situation zu verschärfen. Deutschland hat bisher 16 Fälle der Virusmutation, die zuerst in Großbritannien entdeckt wurde, und vier Fälle der mutierten Variante aus Südafrika registriert, sagte Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, auf einer Pressekonferenz. Die Menschen, die sich mit der ansteckenderen Variante des Virus infizierten, waren zuvor im Ausland, teilte er mit.

Dies werden nicht die letzten Variationen sein, sagte Wieler – er bezog sich dabei auch auf eine neue Coronavirus-Variante, die in Brasilien gefunden wurde.

„Wir werden mehr Variationen haben … Deshalb sollten Sie nicht reisen.“

„Am Ende dieses Jahres werden wir diese Pandemie kontrolliert haben“, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, heute in Berlin. Es stünden dann genügend Impfstoffe zur Verfügung, um die gesamte Bevölkerung zu impfen, erklärte er.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch verschärfte Einreisekontrollen beschlossen, nachdem in der vergangenen Woche der nationale Lockdown verschärft und bis Ende Januar verlängert wurde.

Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte, dass einige Einschränkungen wahrscheinlich bis in den Februar hinein verlängert werden würden.

Wieler zufolge wurden die Einschränkungen nicht so konsequent umgesetzt wie während der ersten Welle. Er forderte, dass mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten sollten.

Krankenhäuser in zehn der 16 Bundesländer stünden vor Engpässen, da 85 Prozent der Betten auf den Intensivstationen durch Coronavirus-Patienten belegt seien.

Das Tragen von FFP2-Masken könne vor 94 Prozent der Partikel schützen, aber nur, wenn sie richtig getragen werden, so Wieler weiter. Bayern hat FFP2-Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften ab Montag zur Pflicht gemacht.

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt um 25.164

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland stieg um 25.164, wie Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten am heutigen Donnerstag zeigten. Zudem sind binnen der letzten 24 Stunden, 1.244 Menschen an oder mit COVID-19 verstorben – ein neuer Höchstwert. Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle stieg auf 43.881 an.

Österreich schließt Grenzen zu Tschechien und Slowakei

Österreichs Regierung hat beschlossen, 45 Grenzübergänge zu Tschechien und zur Slowakei zu schließen.

Grund dafür seien die jüngsten Anstiege der Infektionsraten in den beiden Nachbarländern. Man versuche mit der Maßnahme nun, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, so das österreichische Innenministerium.

UK-Studie: COVID-19-Infektion verleiht für mindestens fünf Monate eine gewisse Immunität

Menschen, die sich mit COVID-19 angesteckt haben, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit für mindestens fünf Monate immun gegen das Virus. Nichtsdestotrotz gibt es Hinweise darauf, dass Personen mit Antikörpern das Virus immer noch tragen und verbreiten können, wie eine britische Studie unter Mitarbeitern des Gesundheitswesens ergeben hat.

Vorläufige Ergebnisse von Wissenschaftlern der Public Health England (PHE) zeigten, dass Reinfektionen bei Menschen, die COVID-19-Antikörper aus einer früheren Infektion haben, selten sind.

Experten warnten jedoch, dass die Ergebnisse bedeuten, dass Menschen, die sich in der ersten Welle der Pandemie Anfang 2020 angesteckt haben, nun anfällig für eine erneute Ansteckung sein könnten.

Darüber hinaus warnten sie, dass Menschen mit einer sogenannten „natürlichen Immunität“ – erworben durch eine vorherige Infektion – noch immer das SARS-CoV-2-Coronavirus in ihrer Nase und ihrem Rachen tragen könnten und somit ansteckend sein könnten.

„Wir wissen jetzt, dass die meisten von denen, die das Virus hatten und Antikörper entwickelt haben, vor einer erneuten Infektion geschützt sind. Dies gilt jedoch nicht in 100 Prozent der Fällen und wir wissen zudem nicht, wie lange der Schutz anhält“, sagte Susan Hopkins, leitende medizinische Beraterin bei PHE und Co-Leiterin der Studie, deren Ergebnisse am Donnerstag veröffentlicht wurden.

„Das bedeutet, selbst wenn Sie glauben, dass Sie die Krankheit bereits hatten und geschützt sind, können Sie beruhigt sein, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass Sie eine schwere Infektion entwickeln werden. Aber es besteht immer noch ein Risiko, dass Sie sich infizieren und (sie) auf andere übertragen.“

An der als SIREN-Studie bekannten Forschungsaktion sind zehntausende Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Großbritannien beteiligt, die seit Juni 2020 regelmäßig auf neue COVID-19-Infektionen sowie auf das Vorhandensein von Antikörpern getestet werden.

USA: Bereits zehn Millionen Menschen geimpft

Mehr als zehn Millionen Amerikaner haben bis Mittwoch ihre erste Dosis des COVID-19-Impfstoffs erhalten, so das US-Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention.

Die Vereinigten Staaten erreichten 10,2 Millionen Impfungen, einen Tag nachdem die CDC und die Trump-Administration den US-Bundesstaaten neue Richtlinien gaben, wer die Impfungen zuerst erhalten sollte. Strenge Regeln, die vorsahen, dass Mitarbeiter des Gesundheitswesens zuerst geimpft werden sollten, hatten die Impfkampagne landesweit verlangsamt. Nun werden die Bundesstaaten aufgefordert, auch alle über 65-Jährigen zu impfen.

Die Vereinigten Staaten haben am Dienstag mit 4.336 Todesfällen einen neuen traurigen Rekord an Coronavirus-Todesfällen an einem Tag aufgestellt, wie eine Reuters-Zählung ergab.

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