Coronavirus: Das Neueste aus Europa, den USA und dem Rest der Welt

Coronavirus-Updates.

Willkommen zu diesem Newsfeed. Die Redaktion von EURACTIV Deutschland bietet Ihnen hier eine Auswahl ihrer Artikel sowie Berichte der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters.

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06. August 2020

Chinas Zentralbank will Geldpolitik auch an Virus-Bekämpfung ausrichten

Chinas Zentralbank will ihre Geldpolitik auch danach ausrichten, wie erfolgreich die Maßnahmen zur Kontrolle des Coronavirus ausfallen.

Neben der wirtschaftlichen und finanziellen Lage werde dies bei der Stärke und Geschwindigkeit der Geldpolitik berücksichtigt, kündigte die Notenbank am Donnerstag in ihrem geldpolitischen Bericht zum zweiten Quartal an. Sie warnte auch davor, dass in Folge der Corona-Krise die Zahl der faulen Kredite bei Banken zunehmen könnte. Die Institute seien daher zu entsprechenden Stresstests und Notfallplänen aufgefordert worden.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist nach der Eindämmung des Coronavirus zum Teil schneller als erwartet in die Wachstumsspur zurückgekehrt. Das Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal mit 3,2 Prozent stärker zu, als von Experten erwartet worden war. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft noch um 6,8 Prozent eingebrochen. Chinas Präsident Xi Jinping hat zu einer wirtschaftliche Aufholjagd aufgerufen. Dabei dringt er auf eine “proaktivere Haushalts- und flexiblere Geldpolitik”.

Chinas Notenbank will dem entsprechen und stellte eine flexiblere Geldpolitik in Aussicht. “Wir werden eine Vielzahl von geldpolitischen Werkzeugen nutzen und erneuern und die Liquidität in vernünftiger Weise umfassend halten”, kündigte sie an. Die Währungshüter wollen zudem weiter für einen angemessenen Anstieg der Geldmenge sorgen und sicherstellen, dass das Kreditangebot der Banken auch der Nachfrage der Unternehmen entspricht.

Facebook, Twitter und YouTube löschen Trump-Beitrag

Die großen US-Technologiekonzerne Facebook, Twitter und Google sind gegen einen auf ihren Plattformen von US-Präsident Donald Trump verbreiteten Beitrag vorgegangen.

Sie löschten ein Video, in dem Trump erklärte, Kinder seien “nahezu immun” gegen die Infektionskrankheit Covid-19. Der Beitrag verbreite Fehlinformationen, begründeten die drei Unternehmen ihre Entscheidungen. Facebook entfernte damit das erste Mal einen Beitrag des Republikaners. Eine Kampagnensprecherin von Trump, der sich mitten im Kampf um seine Wiederwahl im November befindet und aktuell hinter dem demokratischen Herausforderer Joe Biden zurückliegt, warf den Unternehmen Voreingenommenheit vor. Sie sagte, soziale Medien geböten nicht über die Wahrheit. Trump habe Fakten dargelegt. Das Weiße Haus war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zahl der Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe sinkt

In den USA ist die Zahl der wöchentlichen Anträge auf staatliche Arbeitslosenhilfe stärker als erwartet gesunken.

Insgesamt stellten vorige Woche 1,186 Millionen Bürger einen entsprechenden Erstantrag, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 1,415 Millionen gerechnet, nachdem es in der vorangegangenen Woche 1,435 Millionen waren.

Trotz des Rückgangs ist die Zahl der Anträge mit über einer Million noch immer recht hoch. Zuletzt gab es zudem Signale, wonach die Erholung am Arbeitsmarkt ins Stocken geraten könnte.[nL8N2F75V0] Denn die Virus-Pandemie macht den USA weiter schwer zu schaffen: Nach einer Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters stieg die Zahl der Coronavirus-Fälle jüngst binnen 24 Stunden um mindestens 55.323 auf 4,84 Millionen. Mindestens 1241 weitere Menschen sind an den Folgen des Virus gestorben. Die Zahl tödlich verlaufener Ansteckungen klettert den Daten zufolge auf 158.561.

Lufthansa erwartet noch längere Flaute in Corona-Krise

Die Lufthansa rechnet mit einem noch längeren Weg aus der Corona-Krise.

“Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs”, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag. Er prognostizierte, wie zuvor schon der internationale Branchenverband IATA, eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau erst 2024 und damit ein Jahr später als zunächst angenommen. Die Airline-Gruppe erlitt im zweiten Quartal, als wegen der Reisebeschränkungen in der Pandemie kaum noch Flüge abhoben, erneut einen Milliardenverlust. Der bereinigte operative Fehlbetrag fiel mit 1,7 Milliarden Euro aber knapp 300 Millionen Euro niedriger aus, als die vom Unternehmen befragten Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Bei nur noch vier Prozent der Fluggäste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum brach der Umsatz von April bis Juni um 80 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro ein. Im ersten Halbjahr türmte sich ein Rekord-Nettoverlust von drei Milliarden Euro auf. Die Lufthansa erklärte, auch im zweiten Halbjahr sei trotz des wieder wachsenden Luftverkehrs mit einem deutlichen Verlust zu rechnen. Analysten erwarteten zuletzt für 2020 ein Minus von rund fünf Milliarden Euro beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Während in Europa seit dem Ende der Reisewarnung Mitte Juni mehr und mehr Flüge abheben, liegt die für die Lufthansa wichtige Langstrecke, etwa in die USA, wegen der Pandemie weitgehend brach. Durch erneute Ausbrüche in Regionen wie zuletzt in Nordspanien kommt es zu Rückschlägen. Für Luftfahrt und Tourismus, die am härtesten von der Pandemie betroffenen Branchen, ist eine zweite Corona-Welle die größte Sorge.

Die Lufthansa musste mit neun Milliarden Euro staatlicher Finanzhilfe vor der Pleite in der Corona-Krise gerettet werden. Spohr hatte im Mai gewarnt, das Geld drohe bald auszugehen. Ohne die öffentlichen Finanzspritzen verfügte das Unternehmen Ende Juni noch über 2,8 Milliarden Euro, inklusive des Rettungspakets waren es jetzt knapp zwölf Milliarden Euro. Das Unternehmen will mit massiven Kostensenkungen die Krise bewältigen und die Schulden beim Staat rasch wieder abbauen. Zum Sparprogramm gehört vor allem ein Personalabbau, der bei den ausländischen Töchtern Austrian und Brussels Airlines sowie Swiss schneller geht als in Deutschland. Die Zahl der Mitarbeiter sank bereits um 8300 auf 129.400. Konzernweit hatte Spohr, der die Flotte von rund 760 Flugzeugen dauerhaft um “mindestens” 100 Maschinen verkleinern will, den Personalüberhang mit 22.000 Vollzeitstellen beziffert.

In Deutschland schleppen sich die Verhandlungen mit den Gewerkschaften über Regeln zu einem sozialverträglichen Stellenabbau seit Monaten hin. Das bisherige Versprechen, dabei ohne Kündigungen auszukommen, zog Spohr mit Verweis auf die Verhandlungen und die noch schlechtere Marktentwicklung zurück. “Ziel des Konzerns war es, betriebsbedingte Kündigungen nach Möglichkeit zu vermeiden”, erklärte die Lufthansa. Das Ziel sei nicht mehr realistisch.

Corona-Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten ab Samstag

In Deutschland gilt ab Samstag eine Corona-Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten.

“Wer keinen Negativtest hat, muss zwei Wochen in Quarantäne”, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Zwar fänden die meisten Corona-Übertragungen weiterhin in Deutschland statt, doch steige mit der wachsenden Reisetätigkeit die Gefahr, dass mehr Infektionen aus dem Ausland eingeschleppt werden. “Die Pandemie ist noch nicht vorbei.” Bei Reiserückkehren sei der Anteil der positiven Tests höher als in der Gesamtbevölkerung.

Spahn verteidigte die Entscheidung, die Testkosten den Reisenden nicht in Rechnung zu stellen. “Wir dürfen als Gesellschaft die Frage des Testens nicht zu einer sozialen Frage werden lassen”, sagte der CDU-Politiker. Jede Infektion, die über die kostenlosen Tests entdeckt werde, helfe Ansteckungsketten zu durchbrechen.

Um bei Einreisen auf dem Landweg die Regeln durchzusetzen setzt Spahn auf Stichproben. “Die Testpflicht kommt mit einem Bußgeld.” Die Entscheidung über Strafen liege bei den Behörden vor Ort und könne bei bis zu 25.000 Euro liegen. Spahn betonte, dass Einreisende aus Risikogebieten sich bereits jetzt schon in Quarantäne begeben oder ein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen müssten. Nur sei das vielen nicht bekannt, gestand der Bundesgesundheitsminister ein.

Höhere Infektionszahlen fallen mit Schulbeginn zusammen

Die erhöhten Infektionszahlen fallen zusammen mit dem Schulbeginn in mehreren Bundesländern sowie mit der Rückkehr von Urlaubern, die sich zum Teil in Risikogebieten aufgehalten haben. Weltweit ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen einer Reuters-Erhebung zufolge auf mehr als 18,8 Millionen gestiegen. Insbesondere in den USA, Südamerika und Indien steigen die Infektionsfälle, aber auch Spanien und andere europäische Länder spüren dies. Deutschland plant daher noch ab dieser Woche kostenlose Pflichttests für Reisende an Flughäfen, die aus solchen Regionen zurückkehren.

Das RKI hatte Ende Juli bereits Alarm geschlagen und an die Menschen appelliert, die Abstands- und Hygieneregeln wieder einzuhalten. Hier seien viele Menschen zuletzt nachlässig gewesen. Sorge machte dem RKI auch, dass die Infektionszahlen nicht mehr wie in vergangenen Monaten auf lokale Ausbrüche wie etwa an Schlachthöfen zurückzuführen seien, sondern nahezu flächendeckend stiegen.

Eine weitere deutliche Verschärfung der Auflagen über die Hygiene- und Abstandsregeln hinaus soll auch mit Rücksicht auf die Wirtschaft verhindert werden. Die Einzelhandelsgeschäfte hatten stark unter diesen Einschnitten gelitten. “Eine zweite Welle muss unbedingt verhindert werden”, sagte Handelsverbands-Geschäftsführer Genth. Schon der bisherige Verlauf der Pandemie habe viele Nicht-Lebensmittelhändler an den Rand der Insolvenz gebracht. “Eine zweite Welle würden viele dieser Händler wirtschaftlich nicht überstehen, eventuell zuvor vorhandene Finanz-Reserven sind aufgebraucht”, warnte Genth. “Erneut sinkende Kunden- und Umsatzzahlen sind nicht verkraftbar.”

Italiens Industrie holt auf – Vorkrisenniveau noch nicht in Sicht

In der italienischen Industrie geht es nach dem Corona-Schock wieder spürbar aufwärts.

Die Betriebe stellten im Juni 8,2 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 5,1 Prozent gerechnet. Wegen Fabrikschließungen, Kontakt- und Ausgangssperren war die Produktion im März und April kräftig eingebrochen, im Mai dann aber bereits um knapp 42 Prozent wieder gestiegen. Dennoch zeigt der Blick auf den Jahresvergleich, dass es noch ein weiter Weg zurück zum Normalniveau vor der Pandemie-Krise sein dürfte. Die Produktion im Juni lag fast 14 Prozent unter der vom Juni 2019.

Italien ist in Europa neben Großbritannien und Spanien besonders stark vom Virus betroffen. Die EU-Kommission sagt allen EU-Ländern für 2020 eine tiefe Rezession voraus. In Italien dürfte sie demnach mit einem Rückgang beim Bruttoinlandsprodukt um 11,2 Prozent allerdings schwerer ausfallen als in allen anderen Mitgliedstaaten. Allein im zweiten Quartal schrumpfte die italienische Wirtschaft kräftig um 12,4 Prozent.

Einzelhändler in Sorge wegen Corona-Anstieg – „Zweite Welle verhindern“

Die deutschen Einzelhändler fürchten angesichts zunehmender Neuinfektionen eine zweite Corona-Welle.

“Die steigenden Infektionszahlen machen uns große Sorgen”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Donnerstag. “Der Handel appelliert deshalb an alle Kunden, die Corona-Regeln zu beachten. Maske tragen, Abstand wahren und die Hygienemaßnahmen einhalten – das muss jetzt erste Bürgerpflicht sein.” Das Robert-Koch-Institut hatte zuvor erstmals seit Mai wieder mehr als 1000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet.

“Eine zweite Welle muss unbedingt verhindert werden”, sagte Genth. Schon der bisherige Verlauf der Pandemie habe viele Nicht-Lebensmittelhändler an den Rand der Insolvenz gebracht. “Eine zweite Welle würden viele dieser Händler wirtschaftlich nicht überstehen, eventuell zuvor vorhandene Finanz-Reserven sind aufgebraucht”, warnte Genth. “Erneut sinkende Kunden- und Umsatzzahlen sind nicht verkraftbar.” Wenn es wieder zu einem Lockdown mit Ladenschließungen käme, würden das viele Handelsunternehmen nicht mehr stemmen können.

Übersicht: Corona-Risikoländer

Erstmals seit Mai wieder mehr als 1000 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland gibt es erstmals seit Mai wieder mehr als 1000 Neuinfektionen an einem Tag.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag 1045 nachgewiesene neue Ansteckungsfälle. Damit stieg die Zahl binnen 24 Stunden auf insgesamt 213.067. Als genesen gelten 195.200 Menschen. Sieben weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt erlagen damit 9175 Patienten dem Virus.

Seit Wochen erhöht sich die Zahl der akut Infizierten, die das Virus übertragen können. Sie berechnet sich aus den Gesamtinfektionen abzüglich der Genesenen und Verstorbenen. Es mehren sich daher die Stimmen, die davor warnen, eine zweite Infektionswelle könne bereits in Deutschland angekommen sein. Auch das RKI hatte unlängst nicht ausgeschlossen, dass es bereits eine zweite Welle gebe.

Die erhöhten Infektionszahlen fallen zusammen mit dem Schulbeginn in mehreren Bundesländern sowie mit der Rückkehr von Urlaubern, die sich zum Teil in Risikogebieten aufgehalten haben.

Seuchenexperte der US-Regierung rechnet Ende 2020 mit Corona-Impfstoff

Der Seuchenexperte der US-Regierung geht von der Zulassung eines sicheren und effektiven Corona-Impfstoffes gegen Ende des laufenden Jahres aus.

Das kündigte Anthony Fauci am Mittwoch in einem Reuters-Interview in Washington an. Er hoffe, die Pandemie werde Ende 2021 unter Kontrolle sein. Der Immunologe geht davon aus, dass Pharma-Firmen im kommenden Frühjahr Millionen von Impfeinheiten herstellen werden. Die Produktion werde hochgefahren, so dass am Ende des kommenden Jahres eine Milliarde Einheiten produziert sein würden.

Er warnte, werde das Tragen eine Mund- und Nasenschutzes zu einer politischen Frage gemacht, sei dies schädlich für den Kampf gegen das Coronavirus. Fauci versicherte, es gebe keinen politischen Druck die Entwicklung eines Impfstoffs kurz vor dem 3. November bekannt zu gegeben. Dann wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Die Beliebtheitswerte von Amtsinhaber Trump haben unter der Coronakrise gelitten. Die USA sind das Land mit weltweit den meisten Infizierten. Ein Impfstoff könnte die Wiederwahlchancen Trumps erhöhen.

Adidas schreibt im zweiten Quartal 306 Millionen Euro Verlust

Adidas ist infolge der Corona-Krise im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht.

Der Nettoverlust summierte sich auf 306 Millionen Euro, wie der Sportausrüster am Donnerstag mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Adidas noch 462 Millionen Euro Gewinn geschrieben. Operativ schrieb der Konzern nun einen Fehlbetrag von 333 Millionen Euro nach einem Betriebsgewinn von 643 Millionen Euro vor Jahresfrist.

USA – Noch keine Eingung über neues Corona-Hilfpaket

Im Ringen um ein neues Corona-Hilfspaket in den USA zeichnet sich noch keine Einigung ab.

“Ich denke, beide Seiten wollen zu einem Ergebnis kommen. Das sind die guten Nachrichten. Die schlechten Nachrichten sind, dass wir weit voneinander entfernt sind”, sagte der republikanische Führer des US-Senats, Mitch McConnell, am Mittwoch in einem Interview mit dem Sender “Fox News”. Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sagte Reportern nach den fast zweistündigen Gesprächen, dass die Demokraten entschlossen seien, eine Einigung über ein Gesetzespaket zu erzielen. Allerdings nur, wenn es den Bedürfnissen der Amerikaner entspreche, die von den monatelangen Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen seien. Dabei liegen beide Seiten unter anderem wegen Sonder-Arbeitslosenhilfe und einem Schutz für Mieter über Kreuz.

Unterhändler Mark Meadows, Stabschef des Weißen Hauses, erklärte gegenüber CNN, Präsident Donald Trump stünde bereit, einseitige Maßnahmen in Bezug auf Arbeitslosenunterstützung und Mieterschutz zu ergreifen, falls Demokraten und Republikaner keine Einigung über das weitere Vorgehen erzielen könnten. “Wenn der Kongress es nicht schafft, wird es der Präsident der Vereinigten Staaten tun”, sagte er. Beide Seiten längen in den Verhandlungen noch “Billionen voneinander entfernt”.

Die Verhandlungsführer stehen unter Druck, bis Freitag eine Einigung zu erzielen. “Wenn es bis Freitag keinen Deal gibt, wird es keinen Deal geben”, sagte der republikanische Senator Roy Blunt gegenüber Reportern. Pelosi will diesen Zeitrahmen nicht akzeptieren. “Ich bin optimistisch, dass am Ende des Tunnels ein Licht ist, aber wie lange dieser Tunnel noch ist, bleibt abzuwarten”, sagte Pelosi.

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05. August 2020

Alle 15 Sekunden stirbt ein Mensch am Coronavirus

Weltweit sind inzwischen mehr als 700.000 Menschen nachweislich einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus erlegen.

Jeden Tag sterben fast 5900 Menschen, im Schnitt ist das alle 15 Sekunden ein Todesfall. Die meisten Toten verzeichnen die USA, Brasilien und Mexiko, wie aus einer Reuters-Erhebung vom Mittwoch auf Basis offizieller Daten hervorgeht.

Lateinamerika hat mittlerweile Europa als die Region mit den meisten Virus-Toten überholt. Mit über 206.000 fällt fast ein Drittel aller Todesfälle weltweit auf Lateinamerika. Brasilien ist dort mit fast 96.000 Toten am stärksten betroffen, es folgt Mexiko mit fast 49.000 Todesopfern. Auch in Kolumbien, Peru, Argentinien und Bolivien verbreitet sich das Virus rasch.

Das Land, in dem die Seuche mit Abstand am stärksten grassiert, sind nach wie vor die USA. Dort stieg die Infektionszahl nach Angaben der Behörde CDC binnen 24 Stunden um 49.716 auf 4.698.818. Die Zahl der tödlich verlaufenen Ansteckungen stieg um 733 auf 155.204. Brasilien verzeichnet mehr als 2,8 Millionen Ansteckungsfälle. In Indien wurden mehr als 1,8 Millionen Infektionen und knapp 39.000 Todesfälle gemeldet. Auf Platz vier der Infektionen liegt Russland, wo die Zahl der Ansteckungen binnen 24 Stunden um 5204 auf 866.627 zulegte. Im Vergleich zu anderen Staaten ist die Zahl der Todesopfer mit 14.490 (plus 139) aber eher niedrig.

Ein neuer großer Ansteckungsherd ist Südafrika mit mehr als 520.000 Fällen – das ist mehr als die Hälfte aller Infektionen auf dem ganzen Kontinent. Dort näherte sich die Infektionszahl am Mittwoch einer Million. Bislang starben rund 21.000 Menschen in Afrika nachweislich am Coronavirus, knapp 8900 von ihnen in Südafrika. Allerdings dürfte die Dunkelziffer Experten zufolge deutlich höher sein.

In Deutschland meldeten die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) 741 Neuinfektionen und zwölf weitere Todesfälle. Insgesamt wurden demnach seit Beginn der Pandemie 212.022 Infektionen und 9168 Todesfälle registriert. Angesichts des Schulbeginns und zahlreicher Urlauber, die aus dem Ausland zurückkommen, mehren sich die Stimmen, die vor einer zweiten Infektionswelle in Deutschland warnen.

Ifo-Umfrage – Corona-Krise halbierte Lernzeit der Schüler

Kinder haben sich während der Corona-Krise einer Studie des Ifo-Instituts zufolge nur halb so lange mit der Schule beschäftigt wie sonst.

Die Zeit sank von 7,4 auf 3,6 Stunden pro Tag, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Münchner Forscher unter 1099 Eltern hervor. Demnach haben 38 Prozent der Schüler höchstens zwei Stunden täglich gelernt, 74 Prozent maximal vier Stunden. Gleichzeitig verbrachten die Kinder und Jugendlichen mehr Zeit mit Fernsehen, Computerspielen und dem Handy: Hier gab es einen Anstieg von 4,0 auf 5,2 Stunden. Vor allem leistungsschwächere Schüler ersetzten Lernen durch passive Tätigkeiten.

“Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unter Beachtung der Schutzmaßnahmen wieder zum normalen Schulunterricht zurückkehren”, sagte Ludger Wößmann, der Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik. “Wo Schließungen unvermeidlich sind, sollten die Schulen direkt auf Online-Unterricht umstellen.” Politiker diskutieren derzeit, unter welchen Bedingungen der Schulbetrieb nach den Sommerferien wieder aufgenommen werden kann. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Maskenpflicht auch in den Klassen gelten soll oder nicht.

Die Eltern sehen die Entwicklung der vergangenen Monate mit Sorge. 64 Prozent denken, dass ihr Kind während der Corona-Zeit “viel weniger” gelernt hat. Gleichzeitig verstärkten sie ihr Engagement: Vor den Schulschließungen verbrachten sie im Durchschnitt eine halbe Stunde pro Tag gemeinsam mit ihrem Kind beim Lernen, während Corona verdoppelte sich dieser Wert auf gut eine Stunde. Gleichzeitig geben 38 Prozent der Eltern an, dass die Situation für ihr Kind oder für sie selbst eine große psychische Belastung brachte. So gaben 28 Prozent an, sie hätten sich mehr mit ihren Kindern gestritten als vorher.

Übersicht: Wo Schüler künftig Maske tragen

Corona-Krise kostet Allianz 1,2 Mrd Euro – Keine Prognose

Deutschlands größter Versicherungskonzern Allianz hat die Corona-Pandemie auch im zweiten Quartal zu spüren bekommen.

Das operative Ergebnis brach um 19 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro ein, überraschte die meisten Analysten aber positiv. Rund eine halbe Milliarde Euro hat die Corona-Krise von April bis Juni gekostet, insgesamt summieren sich die Folgen in diesem Jahr bisher operativ auf 1,2 Milliarden, wie ein Sprecher am Mittwoch in München sagte. Der Umsatz schrumpfte im Quartal um sieben Prozent auf 30,9 Milliarden Euro. Vorstandschef Oliver Bäte glaubt, dass damit das Schlimmste überstanden ist. Er verwies auf die Widerstandsfähigkeit der Allianz in den ersten sechs Monaten: “Das macht uns zuversichtlich, dass wir auch in der zweiten Jahreshälfte 2020 stabile Geschäftsergebnisse sehen werden.”

Eine konkrete Prognose gab die Allianz aber weiterhin nicht. Analysten trauen dem Versicherer für das Corona-Jahr 2020 einen operativen Gewinn von rund 10,5 Milliarden Euro zu. Das wären knapp eineinhalb Milliarden weniger als im vergangenen Jahr. 4,9 (2019: 6,1) Milliarden hat die Allianz nach dem ersten Halbjahr in der Tasche. In der zweiten Hälfte 2019 hatte sie 5,9 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die Folgen der Pandemie schlugen sich im zweiten Quartal vor allem in der Schaden- und Unfallsparte nieder, die unter anderem Großveranstaltungen gegen Ausfall versichert, aber auch Reiserücktrittsversicherungen verkauft. Rund 400 Millionen Euro Corona-Schäden fielen dort an, rund 800 Millionen sind es seit Jahresbeginn. Dadurch erhöhte sich die Schaden-Kosten-Quote im Quartal auf 95,5 (94,3) Prozent. Rückläufige Beitragseinnahmen machte die Allianz aber durch höhere Preise praktisch wett. In der Lebens- und Krankenversicherung brach das Neugeschäft ein, weil sich vor allem in Deutschland und den USA weniger Policen verkaufen ließen. Die Corona-Pandemie kostete in der Sparte rund 100 Millionen Euro.

Die Vermögensverwaltung mit den Töchtern Pimco und Allianz Global Investors verzeichnete nach dem schwachen Jahresstart im zweiten Quartal Nettomittelzuflüsse von 26 Milliarden Euro. Dies und die Kursgewinne ließen das für andere Investoren verwaltete Vermögen um 101 Milliarden auf 1,66 Billionen Euro wachsen. Ingesamt verwaltet die Allianz damit nun 2,25 Billionen Euro.

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04. August 2020

Trump – Virus ist soweit es geht unter Kontrolle

Die Coronavirus-Pandemie ist nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump in den USA soweit wie möglich unter Kontrolle gebracht worden.

Es sei wahr, dass Menschen sterben, sagte Trump der Nachrichtensite Axios in einem am späten Montagabend veröffentlichten Interview. “Es ist wie es ist.” Dies bedeute jedoch nicht, dass nicht alles, was möglich sei, gegen das Virus unternommen werde. “Es ist soweit unter Kontrolle wie man es kontrollieren kann.” In den USA ist nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters die Zahl der Neuinfektionen zuletzt um mehr als 48.300 auf 4,7 Millionen gestiegen.

Bundesregierung hebt Reisewarnung für türkische Tourismusgebiete auf

Die Bundesregierung hat die Warnung vor Reisen in die Türkei für Teile des Landes aufgehoben.

Für die Küstenregion und Tourismuszentren Antalya und Izmir gelte die Warnung wegen eines “niedrigen Infektionsgeschehens” nicht mehr, teilte die Bundesregierung am Dienstag mit. Für die vier Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla, die in der Region liegen, habe die Türkei ein spezielles Hygienekonzept entwickelt, um einen sicheren Tourismus auch unter den Bedingungen der Pandemie zu gewährleisten.

Die Türkei werde von allen Urlaubern und Besuchern vor Rückreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test verlangen, der nicht älter als 48 Stunden sein dürfe, teilte die Bundesregierung mit. Auf diese Weise solle verhindert werden, dass Infizierte nach Deutschland einreisen. Die Tests seien von den Reisenden auf eigene Kosten zu veranlassen und kosteten zwischen 15 Euro und 30 Euro. Bei einer Verschlechterung der Lage könne die Reisewarnung wieder eingeführt werden.

Der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Norbert Fiebig, begrüßte die Teil-Aufhebung. Dies sei gut für Urlauber und Reisewirtschaft. “Wir müssen zu differenzierten Reisehinweisen zurück und das ist ein Schritt in die richtige Richtung.”

Nach Lockdown fällt Spaniens Arbeitslosigkeit erstmals seit Februar

Nach dem Ende des Corona-Lockdowns ist die Arbeitslosigkeit in Spanien erstmals seit Februar wieder gesunken.

Sie fiel im Juli um 2,3 Prozent oder rund 89.800 zum Vormonat, wie das Arbeitsmarktministerium am Dienstag mitteilte. Es war der stärkste Rückgang in einem Juli seit 1997. Dennoch bleiben 3,77 Millionen Menschen auf der Suche nach einem Job – das sind 761.600 mehr als im Juli 2019. “Der Anstieg der Neueinstellungen, doppelt so viele wie im April, deutet auf eine starke Erholung der Aktivität hin”, twitterte Arbeitsministerin Yolanda Diaz. Die Arbeitslosigkeit sank in allen Branchen. Nur in der Landwirtschaft gab es wegen des Endes der Obstpflücksaison einen Anstieg um knapp sechs Prozent.

Ärztebund sieht Deutschland schon in zweiter Corona-Welle

Der Ärzteverband Marburger Bund macht in Deutschland nach einem Anstieg der Infektionszahlen bereits eine zweite Corona-Welle aus.

“Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle”, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der “Augsburger Allgemeinen”. Die Krankenhäuser seien dafür aber gerüstet. So lange es keine Arzneimittel zur Behandlung von Covid-19 gebe, müsse die Verbreitung des Virus durch die Abstands- und Hygieneregeln eingedämmt werden. “Wir alle haben eine Sehnsucht nach Normalität. Aber wir sind eben in einem Zustand, der nicht normal ist.” Die Infektionszahlen waren in den vergangenen Wochen in vielen europäischen Ländern gestiegen. Französische Wissenschaftler halten eine zweite Welle im Herbst oder Winter für sehr wahrscheinlich. Frankreich habe die Lage zwar noch unter Kontrolle, zuletzt seien die Fallzahlen aber klar gestiegen, erklärte das führende Wissenschaftsgremium.

In Deutschland hatten sich die täglichen Zahlen in den vergangenen Wochen ebenfalls erhöht und pendelten sich zuletzt zwischen 500 und 900 ein. Am Dienstag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 879 neue Infektionen. Die Fälle insgesamt in Deutschland stiegen damit auf über 211.000. Schon seit Wochen erhöht sich zudem die Zahl der akut Infizierten, die das Virus übertragen können. Sie berechnet sich aus den Gesamtinfektionen abzüglich der Genesenen und Verstorbenen.

Das RKI hatte deshalb zuletzt Alarm geschlagen und nicht ausgeschlossen, dass eine zweite Welle bereits da sei. In den letzten Tagen waren die Neuinfektionen immerhin unter 1000 geblieben. “Entscheidend ist, ob die Fallzahlen weiter ansteigen oder nicht. Die Entwicklung kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen”, teilte das RKI mit.

Die erhöhten Infektionszahlen fallen mit der Rückkehr von Urlaubern zum Teil aus Risikogebieten sowie mit dem Schulbeginn in den Bundesländern zusammen. Das hatte eine Debatte über das richtige Hygiene- und Abstandskonzept an den Schulen geführt. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hatte sich für eine Maskenpflicht ausgesprochen. In Mecklenburg-Vorpommern, wo der Unterricht bereits begonnen hat, wurde diese zunächst nicht verankert. Sie ist nun aber zumindest für ältere Schüler und außerhalb der Klassenräume im Gespräch.

Schleswig-Holstein wiederum, wo der Unterricht nächste Woche regulär beginnt, will auf Zwang verzichten. Eine Maskenpflicht in den Schulen sei angesichts des immer noch niedrigen Infektionsgeschehen im Land unverhältnismäßig, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) im Deutschlandfunk. Es gebe aber die dringende Empfehlung, eine Maske überall in den Schulen zu tragen, auch im Unterricht ab Jahrgang sieben.

Die Vereinten Nationen warnten wegen der Schulschließungen weltweit vor einer “Katastrophe für eine ganze Generation”. Dass die Schüler sicher zurück in den Unterricht gehen könnten, müsse oberste Priorität haben, sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Mitte Juli seien in rund 160 Ländern die Schulen geschlossen gewesen. Davon sei mehr als eine Milliarde Schüler betroffen, mindestens 40 Millionen Kinder hätten die Vorschule versäumt. “Jetzt stehen wir vor einer Katastrophe für eine ganze Generation, durch die unermessliches menschliches Potenzial verschwendet, jahrzehntelanger Fortschritt untergraben und tief verwurzelte Ungleichheiten verschärft werden könnten”, warnte Guterres bei der Eröffnung der UN-Kampagne “Save our Future”.

Umfrage: Die Mehrheit der Deutschen befürchtet eine zweite Infektionswelle

Reisebranche macht zwei Drittel weniger Umsatz – Halbzeitbilanz zur Ferienzeit

Trotz anziehender Buchungen bleibt die Lage der Reisebranche mit einem Umsatzrückgang von zwei Drittel dramatisch.

“Corona verhagelt uns ganz gewaltig das Geschäft”, sagte Präsident Norbert Fiebig vom Branchenverband DRV am Montag. “Das Niveau der Neubuchungen fängt die Verluste durch das Stornoaufkommen aufgrund der Reisewarnungen zurzeit noch bei weitem nicht auf.” Die Kunden buchten extrem kurzfristig – “eine Art Corona-Effekt”. Derzeit stiegen auch die Buchungen für die Herbstmonate September und Oktober, wie aus Daten zur Halbzeit der Sommerurlaubszeit von Travel Data + Analytics (TDA) für den Deutschen Reiseverband (DRV) hervorgeht.

Der Anteil der Winterbuchungen sei zu diesem Zeitpunkt im Vergleich zu den Vorjahren weit unterdurchschnittlich. “Die Unsicherheit der Kunden ist nach wie vor spürbar”, betonte Fiebig. Seit dem Ende der weltweiten Reisewarnung Mitte Juni liegt der Buchungsanteil für Urlaubsziele am Mittelmeer bei Pauschalreisen über 60 Prozent. Dies entspreche in etwa dem Vor-Corona-Anteil – allerdings auf weit niedrigerem Niveau. Im westlichen Mittelmeer seien die Balearen und die Kanaren die meist gebuchten Ziele, wobei die Buchungen für Mallorca & Co zuletzt spürbar zurückgegangen seien. “Gleichzeitig ziehen Reisebuchungen nach Italien langsam und stetig an.” Im östlichen Mittelmeer liege Griechenland in der Gunst der Touristen vorn.

Corona-Pandemie sorgt bei Flughafenbetreiber Fraport für hohen Verlust

Die Corona-Pandemie mit ihren Reisebeschränkungen hat dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen eingebrockt.

Bei einem Umsatzeinbruch um knapp die Hälfte auf 910 Millionen Euro fiel netto ein Minus von 231,4 Millionen Euro an. Während des Lockdowns in Europa im zweiten Quartal erzielte der MDax-Konzern gerade noch 250 Millionen Euro Umsatz, ein Minus von fast 75 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. “Mit Beginn der Lockerung der Reiserestriktionen ab Mitte Juni haben wir den Tiefpunkt überschritten”, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. “Allerdings erholen sich die Passagierzahlen nur langsam.”

In den Monaten April bis Juni verringerte sich das Passagieraufkommen am größten deutschen Flughafen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 94,4 Prozent. Im ersten Halbjahr lag der Rückgang bei 63,8 Prozent. Auch an den Flughäfen im Ausland, an denen Fraport beteiligt ist, kam der Passagierflugverkehr fast zum Erliegen, sodass fast alle internationalen Beteiligungen Verlust machten.

Die Unsicherheit von Reisenden bleibe angesichts weiterhin geltender Einschränkungen und teilweise wieder steigender Infektionsraten hoch, erklärte Schulte. “Aktuell liegen wir an unserem Heimatstandort auf Wochenbasis immer noch rund 79 Prozent unter dem Vorjahreswert.” Trotz einer Erholung der Passagierzahlen im zweiten Halbjahr erwartet Fraport deshalb für das Gesamtjahr einen hohen zweistelligen prozentualen Rückgang der Passagierzahlen 2020. Das Konzernergebnis werde daher trotz Kostensenkungen im Gesamtjahr deutlich negativ sein.

Fraport reagiert mit massiven Kostensenkungen auf die Krise. So waren am Heimatstandort Frankfurt im zweiten Quartal mehr als 16.000 der rund 22.000 Beschäftigten in Kurzarbeit. Die Arbeitszeit war damit um rund 60 Prozent reduziert. Teile der Infrastruktur, vor allem das Terminal 2, wurden vorübergehend außer Betrieb genommen, Investitionen reduziert oder verschoben. Da auch in zwei bis drei Jahren das Passagiervolumen nach Prognose von Fraport noch um rund 15 bis 20 Prozent unter dem Höchstwert von 2019 liegen, will das Unternehmen bis zu 4000 Stellen in Frankfurt streichen.

Am Bau des dritten Terminals will Fraport aber festhalten, weil der Flugverkehr langfristig moderat wachsen werde.

Melbourne verschärft Corona-Regeln nach Notstandserklärung

Aus Angst vor einer neuen Corona-Welle werden die Vorkehrungen zur Eindämmung des Virus in Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne weiter verschärft.

Neben der bereits geltenden nächtlichen Ausgangssperre müssen ab Mittwoch Einzelhandelsgeschäfte sowie einige Fabriken, Produktions- und Verwaltungsbetriebe in der Millionenmetropole für sechs Wochen schließen. Schulen sollen wieder auf Fernunterricht umstellen. Die Maßnahmen seien notwendig, um eine Ausbreitung des hochansteckenden Virus zu verhindern, sagte der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, am Montag. “Ansonsten stehen uns nicht für sechs Wochen Einschränkungen ins Haus, sondern für sechs Monate.”

Australien ist es besser als vielen anderen Länder gelungen, das Coronavirus im Zaum zu halten. Aber die Entwicklung in Victoria bereitet den Behörden zunehmend Sorgen. Auf den Bundesstaat entfielen zuletzt ein Großteil der landesweit knapp 18.400 bestätigten Infektionsfälle. Am Sonntag hatte Andrews deshalb bereits den Katastrophenzustand ausgerufen.

Fleischbetriebe müssen ihre Produktion um ein Drittel kürzen, Bauaktivitäten und der Betrieb in Verteilzentren wird ebenfalls zurückgefahren. Supermärkte und Essensliefer- und Abholdienste dürfen offen bleiben, aber viele andere Geschäfte bleiben geschlossen. Betroffen von den jüngsten Schutzvorkehrungen in Victoria sind nunmehr etwa eine halbe Million Arbeitslätze. Zusammen mit denjenigen, die im Homeoffice arbeiten, dürften etwa eine Million Menschen weniger als sonst wegen ihrer Arbeit unterwegs sein, schätzte Andrews.

Betroffene Unternehmen will der Bundesstaat mit Finanzspritzen in Höhe von umgerechnet 3000 Euro unterstützen. Außerdem legt die australische Regierung ein Hilfsprogramm für Menschen auf, die keine Krankentage mehr haben, aber trotzdem wegen Corona nicht zur Arbeit können.

Regeneron – Tierstudie zeigt Wirksamkeit von Wirkstoffkombination

Das US-Biotech-Unternehmen Regeneron Pharmaceuticals hat in einer Studie an Tieren die Wirksamkeit einer Antikörper-Kombination zur Behandlung von Coronavirus-Erkrankungen festgestellt.

Bei 36 Rhesusaffen und 50 Hamstern habe der Cocktail aus zwei vom Unternehmen entwickelten monoklonalen Antikörpern “die Etablierung einer Virusinfektion fast vollständig blockieren” können, teilte Regeneron mit. Der Wirkstoff-Mix sei laut einer zweiten Studie auch in der Lage, bei Tieren mit einer höheren Viruslast die Infektion zu reduzieren. Die Studie ist bislang nicht von unabhängigen Experten überprüft.

Das Unternehmen hat im Rahmen des “Operation Warp Speed” Programms 450 Millionen Dollar von der US-Regierung erhalten, um die Entwicklung einer Behandlungsmethode voranzutreiben. Regeneron hat bereits klinische Studien im Spätstadium am Menschen begonnen, um die Antikörper-Kombination zur Vorbeugung und Behandlung von COVID-19 zu bewerten.

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