Coronavirus: Das Neueste aus Europa, den USA und dem Rest der Welt

Coronavirus-Updates.

Willkommen zu diesem Newsfeed. Die Redaktion von EURACTIV Deutschland bietet Ihnen hier eine Auswahl ihrer Artikel sowie Berichte der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters.

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28. März 2020

Keine Lockerungen der Maßnahmen vor dem 20. April 

Die deutsche Regierung werde vor dem 20. April keine Aufhebung oder Lockerung der Beschränkungen in Betracht ziehen, sagte Kanzleramtsleiterin Helga Braun in einem Interview mit EURACTIVs Medienpartner Der Tagesspiegel. Sofern die Zahl der Fälle in den kommenden Wochen zurückgeht, wird die Regierung eine Strategie zur schrittweisen Aufhebung der Restriktionen entwickeln.

Nach den neuesten Zahlen des Robert-Koch-Instituts gibt es in Deutschland am Samstagmorgen (28. März) 48.582 Fälle, mehr als 6.000 Fälle am Vortag. Diese Zahlen deuten jedoch auf eine Verlangsamung der Infektionsrate hin, da die Verdoppelungszeit des Landes auf 5,5 bis 6 Tage zurückgegangen ist. Aber „noch geben uns die täglichen Zahlen der Neuinfektionen leider keinen Grund, nachzulassen oder die Regeln zu lockern“, warnte Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss sich den Ministern ihres Kabinetts an und rief zur Geduld auf. In einem Podcast, den das Kanzleramt am Samstag veröffentlichte, dankte sie den Zuhörern: „Jeder ist Teil unseres Kampfes gegen das Virus… Ich danke Ihnen allen, dass unser Land auf Sie zählen kann“. Aber ein Ende oder eine Lockerung der Restriktionen wird warten müssen. Um das Gesundheitssystem des Landes zu entlasten, müsse die Verdoppelungszeit näher an zehn Tagen liegen, sagte Merkel. 

Conte warnt vor existenzieller Bedrohung der EU

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat vor dramatischen Auswirkungen der Corona-Krise für die Europäische Union gewarnt – und einen Wiederaufbauplan für Europa gefordert. Die „gesamte europäische Struktur“ könne ihre „Existenzberechtigung verlieren“, wenn die EU jetzt Fehlentscheidungen treffe, warnte Conte in einem am Samstag in der Zeitung „Il Sore 24 Ore“ veröffentlichten Interview.

Conte rief die EU dazu auf, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, damit die kommenden Generationen nicht die „immensen Kosten einer zerstörten Wirtschaft“ tragen müsse. „Wir wollen dieser Herausforderung gewachsen sein? Dann lassen Sie uns einen großangelegten Plan auf den Weg bringen, einen ‚European Recovery and Reinvestment Plan‘, der die gesamte europäische Wirtschaft unterstützt und wiederbelebt“, forderte Conte in Anspielung auf den Marshall-Plan der USA nach dem Zweiten Weltkrieg.

Corona-Patienten aus französischem Metz nach Deutschland ausgeflogen

Aus dem nordostfranzösischen Metz ist am Samstag ein Militärhubschrauber mit Corona-Patienten in Richtung Deutschland gestartet. An Bord waren zwei mit dem Virus infizierte Patienten, die in Deutschland behandelt werden sollen, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, Militärhubschrauber des Heeres würden mehrere Covid-19-Patienten von Metz aus nach Deutschland ausfliegen.

Am Samstagmorgen hatte bereits die Luftwaffe mit dem Transport schwerkranker Corona-Patienten aus Italien nach Deutschland begonnen. Ein Airbus der Luftwaffe landete am Morgen in Bergamo und nahm sechs Patienten auf.

Mehrere Kliniken in Nordrhein-Westfalen hatten zuvor angekündigt, in den kommenden Tagen insgesamt zehn Corona-Patienten aus Italien und vier Patienten aus Frankreich aufzunehmen.

Mehr als 100.000 Menschen in den USA mit Coronavirus infiziert

In den USA haben sich inzwischen mehr als hunderttausend Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Die Vereinigten Staaten überholten am Freitag China und Italien bei der Zahl der Infizierten und sind nun das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterzeichnete US-Präsident Donald Trump das größte Rettungspaket der US-Geschichte und aktivierte nahezu zeitgleich ein Kriegswirtschaftsgesetz, um den Autobauer General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zu zwingen.

Das Gesundheitsministerium könne aufgrund des „Defence Production Act“ nun von General Motors (GM) verlangen, Regierungsaufträge für Beatmungsgeräte „anzunehmen, auszuführen und ihnen Vorrang einzuräumen“, erklärte Trump. Der Autobauer habe bei diesem Thema „Zeit verschwendet“. Mit seinem Vorgehen wolle er „eine schnelle Produktion von Beatmungsgeräten sicherstellen, die Leben von US-Bürgern retten werden“.

GM erklärte als Reaktion, mit dem Medizingeräte-Hersteller Ventec ohnehin schon seit mehr als einer Woche „rund um die Uhr“ an der Produktion von Beatmungsgeräten zu arbeiten.

Isolation chinesischer Millionenmetropole Wuhan beendet

Nach zwei Monaten im Ausnahmezustand kehrt in der zentralchinesischen Metropole Wuhan allmählich wieder Alltag ein: Die Isolation der Millionenmetropole, die als Ausgangspunkt der Coronavirus-Pandemie gilt, ist am Samstag beendet worden. Die Einreise in die Hauptstadt der Provinz Hubei ist nun wieder erlaubt, das Ausreiseverbot gilt aber noch bis zum 8. April. Der U-Bahn- und Fernverkehr wurde wiederaufgenommen, Einkaufszentren dürfen kommende Woche ihre Pforten öffnen.

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27. März 2020

Belgien verlängert Ausgangssperre

Die wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausgangssperre in Belgien gilt noch mindestens bis nach den Osterferien. „Die Maßnahmen werden um zwei Wochen bis zum 18. April verlängert“, sagte Regierungschefin Sophie Wilmès am Freitag in Brüssel. Die Einschränkung des öffentlichen Lebens sei derzeit die einzige Möglichkeit, die Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Zudem sollen die Regeln strenger durchgesetzt und Verstöße stärker geahndet werden.

Seit vergangenem Mittwoch dürfen die Menschen in Belgien nur in Ausnahmefällen, etwa für Arztbesuche und Lebensmitteleinkäufe, ihre Häuser verlassen und müssen dabei Mindestabstand halten. 

Trump aktiviert Kriegswirtschaftsgesetz für Produktion von Beatmungsgeräten

US-Präsident Donald Trump hat in der Coronavirus-Krise ein Kriegswirtschaftsgesetz aktiviert, um den Autobauer General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zu zwingen. General Motors (GM) habe „Zeit verschwendet“, erklärte Trump am Freitag. Er setze deswegen den sogenannten „Defence Production Act“ ein. Das Gesundheitsministerium könne damit von General Motors verlangen, Regierungsaufträge für Beatmungsgeräte „anzunehmen, auszuführen und ihnen Vorrang einzuräumen“.

Das Gesetz wurde 1950 während des Koreakriegs beschlossen. Mit ihm kann die US-Regierung in Krisenzeiten Unternehmen verpflichten, bestimmte Aufträge anzunehmen. Trump hatte das Gesetz bereits vor zehn Tagen ins Gespräch gebracht, war vor einer tatsächlichen Anwendung zunächst aber zurückgeschreckt.

Tirol droht Sammelklage hunderter Skifahrer

Rund 400 Skifahrer könnten sich einer Sammelklage gegen die Tiroler Behörden wegen einer zu späten Reaktion auf den Beginn der Coronavirus-Epidemie anschließen. Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) teilte am Freitag mit, bereits zwei Tage nach einem entsprechenden Aufruf hätten sich rund 400 Menschen gemeldet, mehr als 350 davon Deutsche. Die meisten hätten in Ischgl und im Paznauntal Urlaub gemacht.

Der Verband hatte zuvor Anzeige gegen den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, Bürgermeister, Seilbahngesellschaften und weitere Behördenvertreter erstattet. Zugleich startete er einen europaweiten Aufruf an mögliche Betroffene, die davon ausgehen, dass sie sich beim Ski-Urlaub in Tirol mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben.

Den Behörden in Tirol wird vorgeworfen, zu spät auf erste Anzeichen eines Ausbruchs in dem beliebten Wintersportort Ischgl reagiert und damit der Ausbreitung in Europa und darüber hinaus Vorschub geleistet zu haben.

Fast tausend Tote in Italien binnen 24 Stunden

In Italien sind binnen 24 Stunden fast tausend Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Todesopfer sei seit Donnerstagabend um 969 gestiegen, teilte der Zivilschutz am Freitagabend mit. Insgesamt seien bisher 9134 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst.

Gleichzeitig verlangsamte sich der Anstieg bei den Neuinfektionen weiter: Der Anstieg um 7,4 Prozent auf insgesamt knapp 86.500 Infektionsfälle war der schwächste seit dem Beginn der Pandemie in Italien vor mehr als einem Monat.

Brasilien: Bolsonaro kündigt Milliardenhilfen für betroffene Unternehmen an

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat Milliardenhilfen für von der Corona-Krise betroffene kleine und mittelständische Unternehmen angekündigt. Seine Regierung werde 40 Milliarden Real (sieben Milliarden Euro) für solche Betriebe zur Verfügung stellen, sagte Bolsonaro am Freitag bei einer Konferenz mit dem Chef der brasilianischen Notenbank.

„Unser Anliegen ist es, Arbeitsplätze zu erhalten“, sagte Bolsonaro. In der Corona-Krise gebe es „zwei Wellen“: zunächst die Pandemie selbst und schließlich die wirtschaftlichen Auswirkungen. „Wir tun alles, um das Ausmaß dieser Wellen zu minimieren“, betonte der rechtsradikale Staatschef.

In den kommenden zwei Monaten sollen kleine und mittelgroße Unternehmen Kredite zu Niedrigzinsen aufnehmen können, um die Gehaltsfortzahlungen für ihre Mitarbeiter sicherstellen zu können. Im Gegenzug sollen sich die Betriebe verpflichten, in dieser Zeit keine Mitarbeiter zu entlassen.

Das Bild des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wird auf die Fassade eines Gebäudes in Sao Paulo projiziert. [EPA-EFE/Sebastiao Moreira]

US-Kongress beschließt Billionen-Notprogramm

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie hat der US-Kongress das größte Rettungspaket der US-Geschichte beschlossen. Nach dem Senat stimmte am Freitag auch das Repräsentantenhaus in Washington für die Maßnahmen mit einem Umfang von rund zwei Billionen Dollar (1,82 Billionen Euro). Präsident Donald Trump muss das Gesetz jetzt noch unterzeichnen.

Trumps Republikaner und die oppositionellen Demokraten hatten das Nothilfepaket am Mittwoch nach tagelangem Streit im Senat einstimmig gebilligt. Nun stimmten auch die Abgeordneten des Repräsentantenhauses für das Gesetz.

Das Paket sieht massive Finanzhilfen für Beschäftigte, Arbeitslose, Unternehmen und Krankenhäuser vor. So sollen alle US-Bürger mit einem Jahresgehalt unter 75.000 einen Scheck über 1200 Dollar erhalten. Zahlungen und Bezugsdauer der Arbeitslosenversicherung werden ausgeweitet.

Für in Not geratene Konzerne wird ein 500 Milliarden schwerer Rettungsfonds aufgelegt, mehr als 350 Milliarden Dollar sollen für kleine und mittlere Unternehmen bereitgestellt werden. Milliardenhilfen sind auch für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen vorgesehen.

Frankreich verlängert Ausgangssperre bis zum 15. April

Frankreich verlängert wegen der weiter starken Ausbreitung des Coronavirus die seit zehn Tagen geltenden Ausgangssperre bis zum 15. April. Premierminister Edouard Philippe sagte am Freitag zur Begründung, das Land stehe noch „am Anfang der epidemischen Welle“. Am Wochenende erwartet die Regierung erneut einen sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen. Neben den überlasteten Krankenhäusern in Ostfrankreich riefen auch die Pariser Kliniken um Hilfe.

Philippe sprach nach einem Krisentreffen der Regierung vor einer „extrem“ großen Welle, die „über Frankreich hinwegspült“. In den kommenden Tagen werde die Situation für die Krankenhäuser und die Bürger besonders schwierig werden, warnte er.

Solle die Corona-Krise auch nach Ostern anhalten, könnte das Ausgehverbot nach den Worten des Regierungschefs auch noch ein weiteres Mal verlängert werden.

Deutschland nimmt 123 Corona-Kranke aus Italien und Frankreich auf

Deutschland erhöht seine Hilfen für andere von der Corona-Krise betroffene EU-Staaten deutlich – und geht damit jetzt auch in die mediale Offensive.

Bundesländer und Städte wollen insgesamt 123 Corona-Intensivpatienten aus Frankreich und Italien aufnehmen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Die Angebote der Bundesländer addierten sich mittlerweile auf 73 Plätze für Schwerkranke aus Italien. Aus Frankreich sollen 50 Patienten aufgenommen werden. Gleichzeitig wurden bereits 1700 EU-Bürger bei deutschen Rückholaktionen aus dem Ausland zurückgebracht. 

Zudem wurde medizinische Schutzausrüstung etwa nach Frankreich, Italien, Österreich und in die Schweiz geliefert. Nach Angaben von Europa-Staatsminister Michael Roth gingen aus Deutschland auch 60.000 Atemschutzmasken nach Schweden und 100.000 Masken nach Rumänien.

Die Bundesregierung und die Bundesländer reagieren damit auch auf die Kritik etwa aus Südeuropa, dass sich Deutschland in der Corona-Krise egoistisch verhalte. “EU-Solidarität ist das Gebot der Stunde”, betonte Außenminister Heiko Maas in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der italienischen Zeitung “Corriere della Sera” und verwies auf die tatsächlich geleistete deutsche Hilfe für besonders schwer betroffene EU-Staaten.

“Letzte Woche gab es eine erste Teillieferung mit sieben Tonnen Hilfsgütern, darunter Beatmungs- und Narkosegeräte. Weitere werden folgen”, fügte er hinzu. “Europa ist wieder einmal besser als sein Ruf”, sagte auch Europa-Staatsminister Michael Roth zu Reuters.

Weltweit mehr als 25.000 Todesfälle durch Coronavirus

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus hat sich weltweit auf mehr als 25.000 erhöht. Wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP ergab, starben seit dem ersten Auftreten des Virus im Dezember 25.066 Menschen an der Lungenerkrankung COVID-19. Die meisten Verstorbenen wurden in Europa registriert.

Italien ist mit mehr als 8160 Todesfällen weiterhin das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt, gefolgt von Spanien mit 4858 und China mit knapp 3300 Todesfällen. In der zentralchinesischen Provinz Hubei war das neuartige Coronavirus im Dezember erstmals aufgetreten.

Weltweit stieg die Zahl der offiziell bestätigten Infektionsfälle auf mehr als 547.000. Gemessen an den Infektionsfällen sind die USA, Italien und Spanien am stärksten von der Pandemie betroffen.

Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen verschieben Abiturprüfungen in den Mai

Wegen der Corona-Pandemie verschieben Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen den Beginn ihrer Abiturprüfungen in den Mai. Nach Angaben der Kultusministerien starten die Tests in Nordrhein-Westfalen am 12. Mai und sollen bis zum 25. Mai dauern. In Niedersachsen beginnen die schriftlichen Prüfungen am 11. Mai, die mündlichen Prüfungen starten am 3. Juni.

Mit der Verschiebung werde „Planungssicherheit für die angehenden Absolventen“ geschaffen und „auch in dieser besonderen Situation für faire Bedingungen“ gesorgt, teilte die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf mit. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte in Hannover, der neue Fahrplan gebe Schülern und Schulen die nötige Zeit zur Vorbereitung. Die Situation sei für alle außergewöhnlich.

New Orleans entwickelt sich zu weiterem Coronavirus-Epizentrum in den USA

Die für Jazz und Nachtleben berühmte US-Stadt New Orleans entwickelt sich zu einem weiteren Epizentrum der Coronavirus-Pandemiein den USA. In der Stadt im Südstaat Louisiana wurden bereits rund 1000 Infektionen und mehr als 45 Tote bestätigt. Im gesamten Bundesstaat Louisiana gibt es mehr als 2300 Infektionsfälle und mehr als 80 Tote. Bei der Ausbreitung dürften die Faschingsfeiern des Mardi Gras eine wichtige Rolle gespielt haben.

„Mardi Gras war der perfekte Sturm für die Ausbreitung des Virus“, sagte Louisianas frühere Gesundheitsministerin Rebekah Gee kürzlich dem US-Sender MSNBC. Die Menschen hätten ausgiebig gefeiert, außerdem seien Besucher aus der ganzen Welt angereist.

Zu den wochenlangen Mardi-Gras-Feierlichkeiten, deren Höhepunkt Straßenparaden am 25. Februar waren, befanden sich geschätzt mehr als eineinhalb Millionen Menschen in New Orleans. Der erste Coronavirus-Fall in Louisiana wurde am 9. März bestätigt, rund zwei Wochen nach Ende der Feiern.

Auch britischer Gesundheitsminister positiv auf Coronavirus getestet

Nach dem britischen Premierminister Boris Johnson hat auch Gesundheitsminister Matt Hancock bekannt gegeben, dass er sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hat. „Ich bin positiv getestet worden. Glücklicherweise sind die Symptome leicht und ich arbeite von zu Hause aus“, schrieb Hancock am Freitag im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Zuvor hatte Regierungschef Johnson mitgeteilt, dass auch er positiv auf das Coronavirus getestet wurde und „leichte Symptome“ habe. Er befinde sich in häuslicher Quarantäne.

Lufthansa schickt tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit

Die von den Auswirkungen der Corona-Krise schwer getroffene Deutsche Lufthansa schickt tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit. Für Kabinen- und Bodenmitarbeiter sei zunächst für einen Zeitraum bis zum 31. August Kurzarbeit beantragt worden, sagte ein Sprecher am Freitag. Für die Cockpitmitarbeiter ist demnach „eine Lösung auf dem Weg“. Geplant sei Kurzarbeit für mindestens 31.000 Mitarbeiter.

Die Corona-Pandemie zwingt Fluggesellschaften weltweit derzeit zu drastischen Einschnitten, bei der Lufthansa ist ein Großteil der Flotte derzeit geparkt.

Boris Johnson positiv auf COVID-19 getestet

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Der Regierungschef habe am Donnerstag „leichte Symptome“ entwickelt und sich daraufhin testen lassen, sagte ein Sprecher am Freitag in London. „Das Ergebnis ist positiv.“ Johnson begebe sich nun an seinem Amtssitz in häusliche Quarantäne.

In Großbritannien war die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den vergangenen Tagen stark gestiegen. Am Donnerstag lag die Zahl der offiziell registrierten Fälle bei rund 11.700, knapp 580 Menschen starben.

Bundesrat billigt Maßnahmenpaket zur Corona-Krise

Der Bundesrat hat am Freitag das Maßnahmenpaket der Regierung zur Corona-Krise gebilligt. Für Unterstützungsleistungen für Gesundheitswesen, Unternehmen und Arbeitnehmer kann der Bund damit neue Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro aufnehmen. Zuvor hatte am Mittwoch der Bundestag die Maßnahmen beschlossen, die nun zeitnah umgesetzt werden sollen.

Der von der Bundesregierung dazu vorgelegte Nachtragshaushalt geht von krisenbedingten Steuerausfällen in Höhe von 33,5 Milliarden Euro sowie Mehrausgaben von 122,5 Milliarden Euro aus. Er bedeutet die Abkehr von dem jahrelang durch die Bundesregierung vertretenen Prinzip der „schwarzen Null“. Die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse wird unter Berufung auf eine Ausnahmeklausel ausgesetzt.

Wegen der Corona-Krise fand die Bundesratssitzung in einem verkleinerten Kreis von Ländervertretern statt. Reden sollten nur zu Protokoll gegeben werden. Abgesehen von Bundesratspräsident Dietmar Woidke (SPD) aus Brandenburg blieben die meisten Ministerpräsidenten der Sitzung fern.

Neun von zehn Bürger loben Krisenmanagement der Bundesregierung

Die große Mehrheit der Bürger ist einer Umfrage zufolge mit dem aktuellen Krisenmanagement der Bundesregierung zufrieden. 89 Prozent der Befragten sagten im ZDF-„Politbarometer“, die Regierung mache in der Corona-Krise gute Arbeit, wie der Sender am Freitag mitteilte. Lediglich acht Prozent bewerteten die Arbeit als schlecht.

Auch für die konkreten Maßnahmen, die zur Bekämpfung des Coronavirus beschlossen wurden, gibt es breite Zustimmung. 75 Prozent der Befragten im „Politbarometer“ bezeichneten sie als richtig. 20 Prozent meinten, die Maßnahmen müssten härter ausfallen. Lediglich vier Prozent äußerten die Auffassung, das Vorgehen sei übertrieben. Die seit dieser Woche geltenden verschärften Ausgangsbeschränkungen finden sogar 95 Prozent angemessen.

Hoffnung auf Rückzug der Corona-Epidemie in Italien zerschlagen

In Italien haben sich Hoffnungen zerschlagen, die verheerende Coronavirus-Epidemie könnte auf dem Rückzug sein.

Am Donnerstag stiegen sowohl die Zahl der Todesopfer als auch die der Neuinfizierten wieder stärker an als einige Tage zuvor. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden erlagen binnen 24 Stunden 712 Menschen der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Insgesamt starben damit 8215 Menschen infolge einer Ansteckung – so viele wie in keinem anderen Land und weit mehr als in China, wo die Pandemie ihren Ausgang nahm. 6153 weitere Menschen wurden innerhalb eines Tages in Italien positiv auf das Virus getestet, die Gesamtzahl liegt damit bei 80.539. In China sind es nach offiziellen Zahlen gut 81.000.

Der Bahnhof Termini in Rom, Italien, 27. März 2020. [EPA-EFE/MASSIMO PERCOSSI]

China fordert USA zur Zusammenarbeit in Corona-Krise auf

Nachdem sich die Spannungen zwischen China und den USA im Zuge der Corona-Krise zuletzt verschärft hatten, haben beide Seiten nun versöhnlichere Töne angeschlagen. Die beiden Länder sollten sich zusammentun, um die Coronavirus-Pandemie zu „bekämpfen“, sagte Chinas Präsident Xi Jinping einem staatlichen Medienbericht zufolge in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump am Freitag.

Trump schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter von einem „sehr guten Gespräch“. China habe „viel durchgemacht und sich umfassendes Wissen über das Virus“ angeeignet. „Wir arbeiten eng zusammen“, schrieb Trump.

Seit Beginn der Pandemie waren die Spannungen zwischen den beiden Ländern zunächst gewachsen. Beide Staaten stritten über die Herkunft des neuartigen Coronavirus. Trump bezeichnete den Erreger wiederholt als „China-Virus“ oder „chinesisches Virus“. Gleichzeitig verbreiteten chinesische Behördenvertreter „Verschwörungstheorien“, wonach die Pandemie in Wahrheit nicht in der zentralchinesischen Provinz Hubei ihren Ausgang genommen habe — sondern in den Vereinigten Staaten.

USA verzeichnen weltweit die meisten COVID-19-Infektionen

In den USA sind inzwischen so viele Infektionen mit dem Coronavirus registriert wie in keinem anderen Land der Welt.

Mit mehr als 85.000 gemeldeten Fällen überrundeten die USA China, wo laut der Johns Hopkins Universität zuletzt über 81.000 Erkrankungen gezählt wurden. In Italien, dem Zentrum der Pandemie in Europa, sind mehr als 80.500 Ansteckungen bekannt. In den USA starben bisher über 1200 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19. Sie grassiert derzeit vor allem in der Metropole New York. Als nächster Brennpunkt gilt unter Experten New Orleans, wo Karnevalsfeiern die Verbreitung beschleunigt haben sollen. In beiden Städten drohten Beatmungsgeräte knapp zu werden.

Die University of Washington hält einer Studie zufolge in den kommenden vier Monaten mehr als 81.000 Virus-Tote in den USA für möglich. Manche Schätzungen gingen sogar von der doppelten Zahl aus, andere dagegen von 38.000 Todesopfern, sagte Studienleiter Christopher Murray. Die große Abweichung begründete er damit, dass die unterschiedlich schnelle Ausbreitung des Virus in verschiedenen Regionen den Forschern Rätsel aufgebe. Bis Juni könnte die Welle abebben, so Murray.

US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Worten davon aus, dass die USA die Virus-Krise bis spätestens August überwunden haben werden. Dann ist der Parteitag seiner republikanischen Partei geplant. “Wir werden nicht absagen”, betonte Trump in einem Interview des Fernsehsenders Fox News.

China meldet dutzende weitere Fälle von „importierten“ Corona-Infektionen

China hat neue dutzende Fälle von mit Coronavirus-Infektion ins Land eingereisten Menschen gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 54 Ansteckungsfälle unter Eingereisten verzeichnet, wie der Gesundheitsausschuss der chinesischen Regierung am Freitag in Peking mitteilte. Hinzu kam ein einziger neuer Fall einer Ansteckung innerhalb von Festlandchina.

Während laut den offiziellen Angaben die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in China seit Wochen drastisch gesunken sind, nahmen zuletzt die Zahlen der „importierten“ Ansteckungsfälle zu. Inzwischen verzeichneten die chinesischen Behörden rund 600 solcher Fälle.

Aus Angst vor einer zweiten Corona-Infektionswelle beschloss die chinesische Regierung deshalb drastische Einreisebeschränkungen, die aber erst am Samstag in Kraft treten. Die allermeisten Ausländer dürfen dann nicht mehr ins Land.

Merkel hält Zeitpunkt für Beschlüsse über Rückkehr zum Alltag für zu früh

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält es noch für zu früh, um über eine Lockerung der wegen des Coronavirus verhängten Restriktionen in Deutschland zu entscheiden. Es gebe weiterhin einen Anstieg der Neuinfektionen, warnte Merkel am Donnerstagabend. Sie müsse deshalb die „Menschen in Deutschland wirklich um Geduld bitten“. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) stellte unterdessen in Aussicht, dass die Maßnahmen in seinem Bundesland baldmöglichst gelockert werden sollten.

Merkel sagte nun in einer im Internet übertragenen Pressekonferenz, angesichts einer Inkubationszeit des neuartigen Virus von bis zu 14 Tagen könne noch nicht bewertet werden, ob die bisherigen Maßnahmen gewirkt hätten. Ziel der derzeitigen Restriktionen sei es, die Gesundheitssysteme nicht zu überlasten.

Kanada protestiert gegen mögliche Verlegung von US-Soldaten an gemeinsame Grenze

Die kanadische Regierung hat gegen die mögliche Entsendung von US-Soldaten an die gemeinsame Grenze als Maßnahme gegen die Coronavirus-Pandemie protestiert. Es sei im gemeinsamen Interesse beider Länder, dass die Grenze „entmilitarisiert“ bleibe, sagte am Donnerstag der kanadische Regierungschef Justin Trudeau.

Schärfer äußerte sich Außenministerin Chrystia Freeland: Die Entsendung von US-Truppen wäre ein „völlig unnötiger Schritt, der in unserer Sicht unsere Beziehungen beschädigen würde“, sagte sie. Dies sei nicht die richtige Art, „um einen treuen Freund und militärischen Verbündeten zu behandeln“.

Laut Freeland hat die US-Regierung aber noch keine Entscheidung über die mögliche Truppenentsendung an die Grenze getroffen. Nach Informationen des kanadischen Senders Global News wird im Weißen Haus über die Entsendung von weniger als tausend Soldaten in Grenzgebiete zu Kanada nachgedacht. Sie sollten diesen Überlegungen zufolge mittels Sensortechnik Menschen aufspüren, die illegal die Grenze überqueren.

„Focus“: Asylbewerber werden an deutschen Grenzen abgewiesen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat nach Information des „Focus“ die Einreisebeschränkungen an den deutschen Grenzen wegen der Corona-Krise nun auch auf Asylbewerber ausgedehnt. Asylbewerber müssten damit rechnen, ab sofort an den Grenzen abgewiesen zu werden, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf Regierungs- und Koalitionskreise. Bisher waren Asylbewerber von den Einreisebeschränkungen ausgenommen geblieben.

Laut „Focus“ informierten die Parlamentarischen Staatssekretäre im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer (CSU) und Günter Krings (CDU), den Innenausschuss des Bundestags bereits am vergangenen Montag über den Erlass, der die Zurückweisung von Asylbewerbern aus nicht-europäischen Ländern ermöglicht. Als Grund der Maßnahme nannten sie demnach die verschärfte gesundheitliche Lage in Deutschland.

Von der Leyen fordert enge Koordinierung bei Rücknahme von Anti-Corona-Maßnahmen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eine enge Koordinierung unter den EU-Staaten bei der Rücknahme der Notfallmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie gefordert. „Andernfalls untergraben wir die Wirksamkeit der harten von uns ergriffenen Maßnahmen“, warnte von der Leyen im Anschluss an eine Videokonferenz mit den EU-Staats- und Regierungschefs. Die EU-Kommission werde zu diesem Zweck eine wissenschaftlich fundierte „Ausstiegsstrategie“ entwickeln.

Besonders zu Beginn des Ausbruchs der Pandemie in Europa hatten die einzelnen Länder sehr unterschiedlich reagiert. Mittlerweile gelten fast überall weitgehende Einschränkungen des öffentlichen Lebens, um soziale Kontakte und somit die Gefahr einer weiteren raschen Ausbreitung des Virus möglichst einzudämmen. Die EU-Kommission werde nun einen Plan erarbeiten, „wann und wie zum Beispiel von den Maßnahmen der sozialen Distanzierung Abstand genommen werden kann“, kündigte von der Leyen an.

Merkel setzt auf ESM

Der gestrige EU-Gipfel ist ohne eine Einigung über wirtschaftliche Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zu Ende gegangen. Einige Mitgliedsstaaten bestehen auf Euro-Bonds, aber Deutschland lehnt diese ab und setzt auf ein anderes Kriseninstrument.

Auf einer telefonisch abgehaltenen Pressekonferenz nach dem gestrigen EU-Gipfel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel betont, dass Deutschland den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) als einziges Werkzeug sieht, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern.

„Der ESM ist unser präferiertes Instrument, weil er extra für Krisenzeiten geschaffen wurde“. Er eröffne viele Möglichkeiten, um zu reagieren, ohne die Grundprinzipien des gemeinsamen Handels in Frage zu stellen. Der ESM verfügt über ein Kreditvolumen von 410 Milliarden Euro. Laut eines neuen Vorschlages könnte jeder Mitgliedsstaat Geld in Höhe von bis zu zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts daraus beziehen.

>> Mehr dazu: EU-Gipfel: Merkel setzt auf den ESM

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26. März 2020

Coronavirus-Krise trifft die USA mit voller Wucht

Die Coronavirus-Pandemie trifft nunmehr auch die USA und vor allem New York mit voller Wucht: Die Zahl der Todesopfer überstieg die symbolische Marke von 1000, allein im Bundesstaat New York wurden mehr als 380 Tote gezählt. Während der US-Senat in der Nacht zum Donnerstag das mit einem Volumen von rund zwei Billionen Dollar größte Rettungspaket der US-Geschichte beschloss, explodiert die Zahl der Arbeitslosen.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden in den USA bereits mehr als 75.000 Infektionsfälle gemeldet. Damit könnten die USA bald Italien und China als Länder mit den meisten Infektionen überholen.

Zum Epizentrum der Epidemie in den USA ist der Bundesstaat New York mit der gleichnamigen Millionenmetropole geworden. Die Zahl der Todesopfer stieg dort binnen 24 Stunden um 100 auf 385, wie Gouverneur Andrew Cuomo sagte. Inzwischen wurden dort mehr als 37.000 Infektionsfälle bestätigt.

Damit wurde rund jede zweite Infektion in den USA in New York gemeldet. Allerdings wird in dem Bundesstaat mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern auch besonders viel getestet.

„Die Ärzte und Krankenschwestern in der Notaufnahme sind vollkommen überlastet“, sagte eine Krankenschwester am Mount-Sinai-Krankenhaus in Manhattan.

Gouverneur Cuomo warnte, nahezu jedes realistische Szenario sage eine Überlastung des Gesundheitssystems voraus. Der Demokrat hat die Regierung in Washington wiederholt zu mehr Hilfen für den Bundesstaat aufgerufen.

China schließt seine Grenzen für die meisten Ausländer

Aus Angst vor einer zweiten Corona-Infektionswelle will China den meisten Ausländern die Einreise ins Land verwehren. Die Maßnahme trete am Samstag in Kraft und gelte auch für Ausländer mit gültigen Visa beziehungsweise einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung, erklärte am Donnerstag das Außenministerium in Peking. Es sprach zugleich von einem „vorläufigen“ Schritt, wie er auch von anderen Ländern vorgenommen worden sei.

Zuvor hatte die Luftfahrtbehörde der Volksrepublik bereits angekündigt, ab Sonntag die Zahl der internationalen Flugverbindungen drastisch zu reduzieren. Chinesische Airlines dürften jedes Land pro Woche nur noch einmal anfliegen; auch ausländische Gesellschaften dürften nur noch einen Flug pro Woche nach China anbieten.

Die chinesischen Behörden befürchten nach eigenen Angaben, dass die Einreise infizierter Menschen aus dem Ausland eine zweite Infektionswelle auslösen könnte. Bislang wurden insgesamt 541 solcher Fälle gezählt.

G20 investieren zusammen fünf Billionen Dollar in Weltwirtschaft

Die G20-Staaten investieren in der Coronavirus-Krise zusammen fünf Billionen Dollar (gut 4,5 Billionen Euro) in die Weltwirtschaft. Es gehe darum, „Vertrauen wiederherzustellen, finanzielle Stabilität zu bewahren, Wachstum neu zu beleben und gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, erklärten die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer am Donnerstag nach einer Videokonferenz. In einer gemeinsamen Erklärung bekannten sie sich dazu, der gemeinsamen Bedrohung durch die Pandemie „geeint entgegenzutreten“.

„Im Zuge unserer gezielten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Maßnahmen und Bürgschaften investieren wir mehr als fünf Billionen Dollar in die Weltwirtschaft, um den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen“, hieß es in der Erklärung wörtlich. „Ausmaß und Umfang dieser Reaktion werden der Weltwirtschaft wieder auf die Beine helfen und eine feste Grundlage für den Schutz von Arbeitsplätzen und die Wiederherstellung des Wachstums schaffen“, zeigten sich die Staats- und Regierungschefs überzeugt.

Sie bekannten sich zudem dazu, „alle erforderlichen gesundheitsbezogenen Maßnahmen“ zu ergreifen und diese angemessen zu finanzieren, um die Pandemie zu stoppen „und die Menschen, vor allem die Schwächsten unter ihnen, zu schützen“.

RKI-Präsident: Mindestens 5900 Corona-Patienten in Deutschland wieder genesen

In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bereits mehrere tausend Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus wieder gesund geworden. 

„Wir schätzen, dass mindestens 5900 Mitbürger inzwischen genesen sind“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Die Zahl der Infizierten gab das RKI am Donnerstag mit rund 36.500 an, das waren etwa 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle lag nach RKI-Zählung bei 198.

Wieler verwies darauf, dass jeder an dem Virus erkranken könne, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand. Zwar steige das Risiko schwerer Verläufe mit dem Alter, aber auch Jüngere könnten schwer erkranken und auch sterben. Daher sei es für alle von zentraler Bedeutung, die Abstandsregeln und die weiteren Beschränkungen einzuhalten.

3,3 Millionen neue Arbeitslosenmeldungen in den USA

Die Coronavirus-Krise sorgt für eine Explosion der Arbeitslosenzahlen in den USA. In der vergangenen Woche meldeten sich 3,28 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Das ist der höchste Zahl an Neumeldungen seit Beginn dieser Messung. Der bisherige Rekord lag bei 695.000 Neumeldungen im Oktober 1982.

In der Woche vom 15. bis 21. März – in den USA wird die Woche von Sonntag bis zum folgenden Samstag gezählt – beantragten 3,28 Millionen Menschen erstmalig Arbeitslosenhilfe. In der Vorwoche hatte es noch 282.000 Neumeldungen gegeben.

Studie: Ausgangssperre in Wuhan verschaffte Gesundheitssystem wichtige Zeit

Die in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan verhängte Ausgangssperre hat die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus dort offenbar deutlich eingedämmt und den Gesundheitseinrichtungen dringend benötigte Zeit verschafft. Das ergab eine in der Fachzeitschrift „The Lancet Public Health“ veröffentlichten Studie.

„Die beispiellosen Maßnahmen, die die Stadt Wuhan ergriffen hat, um die sozialen Kontakte in der Schule und am Arbeitsplatz zu verringern, haben dazu beigetragen, den Ausbruch zu kontrollieren“, erklärte die Hauptautorin Kiesha Prem von der London School of Hygiene and Tropical Medicine.

In der Hauptstadt der Provinz Hubei hatte die Pandemie im Dezember ihren Ausgang genommen. Die chinesischen Behörden ordneten im Januar die Schließung von Schulen, Universitäten und Unternehmen an; Millionen Menschen mussten zuhause bleiben. In der Folge sank die Zahl der Neuinfektionen. In Teilen der Provinz Hubei ist inzwischen langsam wieder Normalität eingekehrt.

Prem zufolge ließe sich die Gesamtzahl der Infektionen um ein Viertel reduzieren, wenn die Beschränkungen bis April in Kraft blieben. Dadurch ließe sich auch ein erwarteter zweiter Anstieg der Infektionszahlen von August auf Oktober verschieben, was die Gesundheitssysteme entlasten würde.

Spahn: „Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht bei den Infektionen mit dem Coronavirus noch keinen Anlass zur Entwarnung. „Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm“, sagte Spahn am Donnerstag in Berlin. „Keiner kann genau sagen, was in nächsten Wochen kommt.“ Die Ärzte und Pflegekräfte „bereiten sich auf die wohl größte Herausforderung in 75 Jahren vor“. Die Politik sei „im Krisenmodus“, sagte Spahn weiter. Zuvor hatte das Corona-Kabinett getagt.

Die klare Botschaft müsse sein, dass die beschlossenen Einschränkungen und Maßnahmen jetzt durchgehalten werden, sagte Spahn. Ob sich diese Konsequenz auszahle, „werden wir in der Statistik sehen“, das brauche aber einige Tage. Er fügte hinzu: „Wenn wir das schaffen, können wir nach Ostern über weitere Perspektiven reden.“

Damit das Gesundheitssystem die Herausforderungen meistern könne, müsse es gelingen, die Ausbreitung zu verlangsamen und die Intensivkapazitäten in den Krankenhäusern zu erhöhen, betonte Spahn einmal mehr die Notwendigkeit der derzeitigen Einschränkungen für die Bürger. Ein weiterer Zeitgewinn entstehe durch den Anstieg der Tests. In der vergangenen Woche habe es zwischen 300.000 und 500.000 Tests gegeben, sagte Spahn.

Zweifel an Coronavirus-Statistiken in Italien wachsen

In Italien wachsen die Zweifel an den offiziellen Zahlen zur Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. In Norditalien melden sich immer mehr Politiker und Behördenvertreter zu Wort, die die offiziellen Infektions- und Todeszahlen für viel zu niedrig halten. So wurden in Nembro bei Bergamo offiziell bislang nur 31 Todesfälle gemeldet, wie Bürgermeister Claudio Cancelli und der Behördenmitarbeiter Luca Foresti am Donnerstag in der Zeitung „Corriere della Sera“ schrieben.

„Etwas an dieser Zahl hat uns nicht überzeugt und deshalb haben wir uns die Statistiken zu den durchschnittlichen Sterbefällen in der Gemeinde aus den Vorjahren in der Zeit von Januar bis März angeschaut“, schrieben die beiden Männer. „Die Zahl der Sterbefälle müsste unter normalen Umständen bei ungefähr 35 liegen. In diesem Jahr haben wir aber 158 (Sterbefälle) verzeichnet, also 123 mehr als im Durchschnitt.“ Die Zahl 31 könne also nicht stimmen.

Nach Angaben der beiden Männer gibt es ähnliche Auffälligkeiten in anderen Orten der Region, vor allem in Cernusco sul Naviglio. Dort gab es demnach sechs Mal mehr Tote als in der offiziellen Coronavirus-Statistik auftauchen.

Übersetzung des Tweet: Die Studie über [die lombardische Stadt] Nembro: „Die Zahl der Todesfälle ist viermal so hoch wie die offizielle Zahl“.

Seehofer gegen zu schnelles Lockern der Ausgangsbeschränkungen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Überlegungen eine Absage erteilt, aus ökonomischen Gründen die strengen Ausgehbeschränkungen wegen des Coronavirus in Deutschland vorzeitig wieder zu lockern. „So lange das Virus so wütet, ist der Schutz der Menschen alternativlos“, sagte Seehofer am Donnerstag der „Süddeutschen Zeitung“. Eine Exit-Strategie könne man aus seiner Sicht erst dann angehen, „wenn man dieses schnelle und aggressive Verbreiten des Virus im Griff hat“.

Frankreich will Tests deutlich ausweiten

Frankreich will die Tests auf das neuartige Coronavirus deutlich ausweiten: In rund zehn Tagen sollen bis zu 30.000 Tests pro Tag möglich sein, wie der Generaldirektor im Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon, am Mittwochabend in Paris ankündigte. Das wären gut drei Mal so viele wie bisher.

Derzeit gibt es in Frankreich keine verlässlichen Zahlen zur Gesamtzahl der Infizierten. Die nationale Gesundheitsbehörde Santé Publique France gab am Donnerstag bekannt, Hausärzte hätten in der vergangenen Woche schätzungsweise mehr als 40.000 neue Fälle von Covid-19 diagnostiziert. Offiziell liegt die Zahl der bestätigten Infizierten aber nur bei rund 25.000 seit Beginn der Epidemie.

Von der Leyen beklagt anfänglichen Egoismus von EU-Ländern

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Egoismus seitens der EU-Mitgliedstaaten zu Beginn der Corona-Krise angeprangert. „Als Europa wirklich füreinander da sein musste, haben zu viele zunächst nur nach sich selbst geschaut“, sagte von der Leyen am Donnerstag im EU-Parlament in Brüssel. Erst jetzt, da sich etwa bei der Verteilung medizinischer Ausrüstung und der Versorgung von Patienten Solidarität zeige, gehe es wieder aufwärts.

Konkret kritisierte die CDU-Politikerin Ausfuhrbeschränkungen für Atemschutzmasken, die einige Länder, darunter Deutschland, vor rund zwei Wochen erlassen hatten und mittlerweile zurückgenommen haben. Auch Grenzschließungen, die in manchen Teilen der EU den grenzüberschreitenden Warenverkehr stark beeinträchtigen, verhinderten eine „erfolgreiche europäische Antwort“ auf die Krise.

Nicht ein einziger Mitgliedstaat sei in der Lage, den eigenen Bedarf an medizinischer Ausrüstung alleine zu decken, warnte von der Leyen. „Eine grenzenlose Krise kann nicht gelöst werden, indem wir Barrieren zwischen uns errichten.“ Und doch sei genau das der erste Reflex vieler europäischer Länder gewesen. „Das macht einfach keinen Sinn“, wetterte von der Leyen.

Umfrage: Mehr als 90 Prozent der Einzelhändler wollen staatliche Hilfe beantragen

Mehr als 90 Prozent der deutschen Einzelhändler wollen einer Umfrage zufolge staatliche Hilfe zur Bewältigung der Corona-Krise in Anspruch nehmen oder tun dies bereits. Das teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Donnerstag unter Verweis auf eine Befragung bei 600 Unternehmen mit. Nach Schätzung des Verbands sind derzeit bis zu 300.000 Standorte aufgrund der jeweiligen Regelungen in den Bundesländern von Schließungen betroffen.

„Die Lage ist dramatisch. Auch wenn der Handel in dieser Situation kreativ ist, wird es einer großen Zahl von Betrieben ohne staatliche Soforthilfen nicht gelingen, die Krise zu überstehen“, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

In Spanien nun schon mehr als 4000 Todesopfer durch Coronavirus

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus in Spanien ist nach offiziellen Angaben auf mehr als 4000 gestiegen. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 655 weitere Menschen an der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das spanische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Damit stieg die Zahl der Todesfälle auf knapp 4090.

Die Zahl der Infektionen stieg von Mittwoch auf Donnerstag um 19 Prozent auf 56.188 Fälle.

Österreich: Über 6.001 Infizierte, drohende Rezession

Am Donnerstagmorgen (26.3.) meldet das österreichische Gesundheitministerium 6.001 Infizierte, ein Anstieg von 619 Fällen in 24 Stunden. Die Zahl der Tests steig in derselben Zeitspanne von 32.407 auf 35.995, gestorben sind insgesamt 42 in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Momentan arbeitet die Regierung daran, die Tests hochzufahren, auf bis zu 15.000 täglich.

Österreichische Wirtschaftsinstitute rechnen mit einer Rezession. Das Wifo (Instituts für Wirtschaftsforschung Wien) geht von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 2,5 Prozent aus – das sei aber „der günstigste Fall“, stellte WIFO-Chef Christoph Badeltbei einer Pressekonferenz klar. Es sei unverantwortlich, Horrorszenarien zu zeichnen, sagte Badelt.

Britischer Gesundheitsdienst beklagt „Tsunami“ schwerkranker Corona-Patienten

Großbritanniens staatlicher Gesundheitsdienst NHS beklagt eine zunehmende Überlastung der Londoner Krankenhäuser wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Kliniken der britischen Hauptstadt seien mit einem „ständigen Tsunami“ schwer erkrankter Corona-Patienten konfrontiert, sagte der hochrangige NHS-Vertreter Chris Hopson am Donnerstag dem Sender BBC Radio 4.

Nachdem die Krankenhäuser in den vergangenen Wochen ihre Kapazitäten für die intensivmedizinische Behandlung von Patienten „massiv“ ausgebaut hätten, gebe es nun eine „Explosion“ der Zahl schwerkranker Patienten. Die Lage werde zusätzlich dadurch verschärft, dass viele Krankenhausmitarbeiter derzeit selbst krank seien und deshalb fehlten. Der Krankenstand beim Klinikpersonal liege bei „30 Prozent, 40 Prozent und an manchen Orten sogar 50 Prozent“, sagte Hopson. Dieses Ausmaß sei „beispiellos“.

Nach Angaben vom Mittwoch wurden im Vereinigten Königreich bislang 9529 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, 463 Infizierte starben. 

Irland: Sonderaufgaben für die Post

Postzusteller in Irland werden aufgrund des COVID-19-Ausbruchs ab sofort ältere und andere gefährdete Menschen „betreuen“: Zusätzlich zur Zustellung der Post werden die Mitarbeitenden an Haus- und Wohnungstüren klopfen und prüfen, ob die Personen gegebenenfalls Lebensmittel oder Medikamente benötigen. „Die Briefträgerinnen und Briefträger werden nicht nur die Post zustellen, sondern auch ältere und gefährdete Menschen in den Gemeinden besuchen,“ sagte David McRedmond, CEO der irischen An Post, gestern.

McRedmond fügte hinzu, seine Firma werde für ältere und schutzbedürftige Menschen außerdem Sendungen kostenlos aufnehmen und absenden. Somit seien gefährdete Personen nicht mehr gezwungen, Pakete oder Briefe selbst zu einem Postamt zu bringen.

Schwedens unkonventionelle Maßnahmen

Stockholm bleibt bei seiner unkonventionellen Haltung angesichts der Coronavirus-Pandemie: Auch während der anstehenden Osterferien sollen die Skigebiete des Landes geöffnet bleiben. Lediglich Après-Ski-Parties sind verboten. Außerdem sollen die Lifte nicht zu eng besetzt werden. Derweil bleiben auch alle Restaurants im Land geöffnet; lediglich Selbstbedienung an Büffets ist untersagt.

Am Mittwoch sagte Anders Wallenstein von der schwedischen Gesundheitsbehörde in einem Interview mit dem finnischen Rundfunksender YLE, Priorität sei es, „die Gesellschaft am Laufen zu halten“ und unnötige Einschränkungen zu vermeiden. Laut ihm gehe es vor allem darum, das Funktionieren des Gesundheitssystems nicht durch Überlastung zu gefährden. Da die Ausbreitung des Virus ohnehin nicht gestoppt werden könne, sei es das Hauptziel, sich auf die Risikogruppen zu konzentrieren und diese gut zu versorgen.

Bosch entwickelt Corona-Schnelltests

Das deutsche Unternehmen Bosch gab via Twitter bekannt, dass es einen COVID-19-Schnelltest  entwickelt hat. Der neue, vollautomatische Test liefert zuverlässige Ergebnisse und ermöglicht eine Diagnose in weniger als 2,5 Stunden, heißt es in dem Tweet.

„Wir wollen, dass der Bosch-Schnelltest für COVID-19 dazu beiträgt, die Coronavirus-Pandemie so schnell wie möglich einzudämmen,“ teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, Dr. Volkmar Denner, auf der Website des Unternehmens mit.

Tschechische Republik: Rückführung von Touristen und eine vietnamesische Spende

Ein Sonderflug hat gestern Nachmittag 204 tschechische Bürgerinnen und Bürger sowie 82 Menschen aus elf weiteren EU-Staaten von Vietnam nach Prag gebracht, teilte der tschechische Außenminister Tomáš Petříček mit. Ebenfalls an Bord seien mehrere tausend Gesichtsmasken gewesen, die das vietnamesische Ministerium für öffentliche Sicherheit der Tschechischen Republik gespendet habe.

US-Infektiologe: Coronavirus könnte saisonal wiederkehren

Der renommierte US-Experte Anthony Fauci hat davor gewarnt, dass das neuartige Coronavirus in Zukunft immer wieder saisonal auftreten könnte. Deshalb müssten dringend ein Impfstoff und wirksame Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden, sagte der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) Fauci am Mittwoch in Washington.

Das Virus beginne sich nun auch in der südlichen Erdhalbkugel, wo der Winter anbricht, auszubreiten, sagte Fauci. Sollte es in den südlichen Ländern tatsächlich zu einem „erheblichen Ausbruch“ kommen, müssten die Länder der Nordhalbkugel „darauf vorbereitet sein, dass wir einen zweiten Zyklus haben werden“.

Derzeit werden bereits zwei Impfstoffe in den USA und China an Freiwilligen getestet. Bis sie auf den Markt kommen, könnten ein bis anderthalb Jahre vergehen.

EU-Unterstützung für Spanien 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte am Mittwoch die Lieferung von Schutzhandschuhen, Masken und Overalls durch die EU für spanische Krankenhäuser innerhalb von maximal zwei Wochen an. Von der Leyen sagte auch, dass Spanien für elf Milliarden Euro aus dem Coronavirus-Notfallfonds des Blocks in Frage käme und dass bereits weitere 20 Milliarden Euro zum Schutz von Kleinunternehmen und Arbeitslosen genehmigt worden seien.

Spanien hat China „überholt“ und ist nach Italien nun das Land mit den zweitmeisten Toten aufgrund von COVID-19. Die Zahl der Toten steht aktuell bei 3.647. Der Leiter der Notfallstellte der staatlichen Gesundheitsbehörde, Fernando Simon, zeigte sich dennoch optimistisch, dass „wir dem Höhepunkt der Epidemie nahe sind – wenn wir nicht schon dort sind“. Mehr dazu (auf Englisch) bei EURACTIVs Medienpartner EFE.

Knapp 70.000 COVID-19-Infizierte in den USA

Gestern, den 25. März, erreichte die Zahl der an COVID-19 gestorbenen US-AmerikanerInnen laut der Johns Hopkins Universität 1.000. Die Universität beziffert die aktuelle Zahl heute auf 1.050. 

In den USA gibt es derzeit (Stand 26. März) 69.197 bestätigte Fälle – die Rate der Neuinfektionen im Land steigt drastisch an. In den vergangenen drei Tagen gab es durchschnittlich mehr als 10.000 Neuinfektionen pro Tag, und die Zahl der Fälle hat sich innerhalb von etwa drei Tagen verdoppelt. New York City bleibt das Epizentrum mit mehr als 20.000 bestätigten Fällen. 

Trotz dieser bedenklichen Zahlen besteht Präsident Trump weiterhin darauf, dass das Land bis Ostern (12. April) – in weniger als 3 Wochen – mit der Aufhebung der Beschränkungen beginnen sollte.

Ungewohnte Bilder aus New York: Der weltberühmte Times Square ist wie leergefegt. [EPA-EFE/JUSTIN LANE]

Konsumklima sinkt auf tiefsten Stand seit der Finanz- und Wirtschaftskrise

Die deutschen Verbraucher halten in der Corona-Krise ihr Geld zusammen. Der vom Marktforschungsinstitut GfK prognostizierte Konsumklimaindex für April sinkt auf den tiefsten Stand seit Mai 2009 mitten in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Verbraucher sehen wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten auf Deutschland zukommen, viele fürchten um den Job und erwarten Einkommenseinbußen.

Die Marktforscher erwarten einen Konsumklima-Wert von 2,7 Punkten im April, das wären 5,6 Punkte weniger als noch im März, wie sie am Donnerstag mitteilten. Im Mai 2009 hatte der Wert bei 2,6 Punkten gelegen.

Alle drei von der GfK abgefragten Teilindizes brachen ein: Die Verbraucher sehen wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten auf Deutschland zukommen, ihre Konjunkturerwartung rutschte ins Minus. „Als Folge der starken Ausbreitung des Virus und den damit einhergehenden Beschränkungen hat die deutsche Wirtschaft innerhalb kürzester Zeit eine Vollbremsung vollzogen“, erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl. 

Drohende Kurzarbeit in beträchtlichem Umfang sowie steigende Arbeitslosenzahlen schlügen inzwischen voll auf die Konsumstimmung durch: Die Angst vor Jobverlust sei innerhalb kürzester Zeit stark gestiegen.

Grüne unterstützen Vorschlag von europäischen „Corona-Bonds“

Die Grünen unterstützen die Idee von Euro-Bonds zur Abwehr einer neuerlichen Finanzkrise wegen der Corona-Pandemie. „Mit sogenannten Corona-Bonds ließen sich Spekulationen gegen die Anleihen einzelner Länder verhindern und Ruhe in die Finanzmärkte bringen“, sagte Parteichef Robert Habeck der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag in Berlin. „Wir müssen verhindern, dass aus der Corona-Krise eine neue Finanz- und Eurokrise entsteht.“

„Dafür braucht es große und entschlossene Maßnahmen“, fügte Habeck hinzu. „Gemeinsame europäische Anleihen von vornherein abzulehnen, wie es jetzt aus der Union zu hören ist, halte ich für falsch“, sagte der Grünen-Chef. „Wir sollten nicht europäisches Handeln beschwören und es gleichzeitig unterlassen“, warnte Habeck. Europäische Solidarität bemesse sich im Konkreten. „Das ist nicht die Zeit des Zögerns und Zauderns. Es ist die Zeit für europäische Antworten.“

Die Einführung von sogenannten Corona-Bonds hatten vor dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs am Donnerstag neun EU-Länder gefordert. Es sind dies Belgien, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Portugal, Slowenien und Spanien.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte ein derartiges Vorgehen abgelehnt und von einer „Gespensterdebatte“ gesprochen. Die Idee des „Corona-Bonds“ ist, dass mehrere Euro-Länder gemeinsam Anleihen herausgeben. Dann könnten finanziell angeschlagene Länder von der Bonität stärkerer Staaten wie Deutschland profitieren.

Bislang hatte die Bundesregierung solche Anleihen immer abgelehnt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte dazu am Mittwoch: „An der Haltung der Bundesregierung und der Bundeskanzlerin hat sich nichts geändert. Auch in Krisenzeiten ist es wichtig, Haftung und Kontrolle in einer Hand liegen zu lassen.“

„Wir müssen verhindern, dass aus der Corona-Krise eine neue Finanz- und Eurokrise entsteht,“ so Habeck gegenüber AFP. [EPA-EFE/LUKAS BARTH-TUTTAS]

Kanadas Parlament verabschiedet milliardenschweres Hilfspaket

Das kanadische Parlament hat ein Nothilfepaket im Volumen von umgerechnet 69 Milliarden Euro gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise verabschiedet. Der Senat in Ottawa stimmte dem Maßnahmenbündel am Mittwoch zu, nachdem es zuvor bereits vom Unterhaus gebilligt worden war. Vorgesehen sind unter anderem direkte Staatshilfen für Unternehmen und Familien im Volumen von 33 Milliarden Euro.

Arbeitnehmer, die wegen der Krise kein Einkommen haben, sollen über vier Monate hinweg mit 2000 kanadischen Dollar im Monat (1287 Euro) unterstützt werden. Wegen der Krise haben bereits fast eine Million Beschäftigte in Kanada ihre Jobs verloren. Premierminister Justin Trudeau hat weitere Nothilfemaßnahmen angekündigt.

In Kanada gibt es nach Angaben der Behörden bislang knapp 2800 bestätigte Corona-Infektionsfälle. Mindestens 27 Menschen starben im Land an der von dem Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Scholz: Staatsbeteiligungen an Unternehmen sollen nicht dauerhaft sein

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat versichert, dass mögliche staatliche Beteiligungen an Unternehmen in der Corona-Krise nicht dauerhaft werden sollten. „Der Staat will die Anteile natürlich nicht auf Dauer behalten, sondern in der Krise den Erhalt des Unternehmens sichern“, sagte Scholz der „Rheinischen Post“ aus Düsseldorf (Donnerstagsausgabe). Wenn sich die Lage wieder normalisiert habe, sollten die Anteile verkauft werden.

Die Bundesregierung setzt laut Scholz darauf, dass nach der Krise die wirtschaftliche Belebung so groß ist, dass sie die Anteile „teilweise mit Gewinn“ verkaufen kann, um Verluste in anderen Bereichen abdecken zu können. 

Macron kündigt Militäraktion im „Krieg“ gegen Coronavirus an

Angesichts der Corona-Pandemie hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine spezielle Militäraktion angekündigt. Die „Operation Widerstandskraft“ werde der bereits existierenden französischen Militäraktion im Kampf gegen den Terrorismus nachempfunden und habe zum einzigen Ziel, die Bevölkerung im „Krieg“ gegen das tödliche Virus zu unterstützen, sagte der Staatschef am Mittwochabend im besonders von der Pandemie betroffenem Elsass. Er äußerte sich nach dem Besuch eines neu errichteten Militärlazaretts bei der Stadt Mülhausen, das die überfüllten Krankenhäuser in der Region entlasten soll.

Macron rief die Franzosen zur Geschlossenheit angesichts der Krise auf: „Wenn man in den Krieg zieht, dann tut man das geschlossen, man kämpft gemeinsam.“ Zugleich kündigte der Präsident ein massives Investitionsprogramm für Krankenhäuser an. Er würdigte die Leistungen aller Mitarbeiter des Gesundheitswesen angesichts der Corona-Krise. Diese verdienten aber auch außerhalb von Krisenzeiten grundsätzlich mehr Respekt und Wertschätzung.

Die Zahl der Covid-19-Todesopfer stieg derweil in Frankreich auf über 1330. Dies seien gut 230 mehr als noch am Vortag, sagte am Abend der Generaldirektor im französischen Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon. Mehr als 11.500 Menschen seien wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Der französische Präsident Emmanuel Macron während des Besuchs des militärischen Feldhospitals vor dem Emile-Muller-Krankenhaus in Mulhouse. [EPA-EFE/CUGNOT MATHIEU / POOL]

Britisches Parlament billigt Notstandsgesetz

Das britische Parlament hat ein Notstandsgesetz zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie verabschiedet. Die Abgeordneten im Unterhaus stimmten am Mittwoch für das Gesetz, das der Polizei, den Gesundheitsbehörden sowie dem Grenzschutz zusätzliche Vollmachten gibt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Anschließend verabschiedeten sich die Parlamentarier in die vorgezogene Osterpause. Die nächste Sitzung ist damit erst für den 21. April geplant.

Das Parlament müsse „mit gutem Beispiel vorangehen“, hatte Wohnungsbauminister Robert Jenrick zuvor in der BBC gesagt. Angesichts der geltenden Ausgangssperre sei die vorzeitige Parlamentspause eine „vernünftige“ Entscheidung. In Großbritannien wurden inzwischen mehr als 8000 Menschen positiv auf den Erreger Sars-Cov-2 getestet, mehr als 420 Menschen starben.

Helsinki wird abgeriegelt

Die finnische Hauptstadt Helsinki wird wie zahlreiche andere Großstädte auf der Welt wegen des Coronavirus abgeriegelt. Die Aus- und Einreiseverbote für die Hauptstadtregion Uusimaa gelten ab Freitag und für mindestens drei Wochen, wie Ministerpräsidentin Sanna Marin am Mittwoch mitteilte. Reisen aus sehr wichtigen Gründen wie etwa beim Tod eines Angehörigen oder zum Besuch eines getrennt lebenden Kindes bleiben aber erlaubt.

Auch ist Bewohnern von Uusimaa, die sich derzeit außerhalb der Region aufhalten, die Rückkehr nach Hause erlaubt. Der Warenverkehr ist von den Verboten nicht betroffen. In Uusimaa leben 1,7 Millionen Menschen, das ist ein Drittel der Gesamtbevölkerung des skandinavischen Landes.

In Finnland gibt es bislang rund 880 bestätigte Corona-Infektionsfälle und mindestens drei Todesopfer der Pandemie. Mehr als 500 der Ansteckungsfälle und zwei der Todesfälle wurden in Uusimaa verzeichnet.

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25. März 2020

Nachfrage nach niederländischen Blumen bricht um 80 Prozent ein

Fraport: Keine Dividende für 2019

Der Vorstand der Fraport AG hat in einer Sondersitzung beschlossen, dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung zu empfehlen, die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 nicht an die Aktionäre auszuschütten. Diese soll vielmehr in die Gewinnrücklage fließen, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens weiter zu stärken. Inwieweit die Hauptversammlung infolge der von der Bundesregierung und dem Land Hessen erlassenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens am 26. Mai in der Jahrhunderthalle Frankfurt stattfinden kann, ist derzeit noch offen. 

Auslöser dieser Entscheidung sind der massive Einbruch der Verkehrszahlen infolge der weltweit auftretenden Corona-Pandemie. „Ich bin mir sicher, dass unsere Aktionärinnen und Aktionäre großes Verständnis für diese Entscheidung aufbringen“, erklärte Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. 

Seit dem Gewinnverwendungsvorschlag von 2 Euro je Fraport-Aktie haben sich insbesondere die Intensität der Ausbreitung des Corona-Virus sowie damit in Verbindung stehende Reiserestriktionen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens massiv verschärft. 

Die geänderten Rahmenbedingungen wirken sich deutlich negativer als erwartet auf die Geschäfts- sowie Umsatz- und Ergebnisentwicklungen der Fraport AG und der von ihr gehaltenen Konzern-Gesellschaften aus. „Noch vor wenigen Wochen lagen die Verkehrsrückgänge in Frankfurt bei ca. 50 Prozent, was aus damaliger Sicht schon sehr hoch war. Mittlerweile sind wir bei bis zu 95 Prozent angelangt.”

Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA bei über 60.000

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in den USA ist inzwischen auf mehr als 60.000 angestiegen. Laut der Johns-Hopkins-Universität wurden bis Mittwochnachmittag (Ortszeit) mehr als 61.000 Infektionsfälle und rund 850 Todesopfer bestätigt. Damit stehen die USA in der Liste der Länder mit den meisten gemeldeten Infektionen inzwischen auf Platz drei hinter China und Italien.

Das liegt insbesondere daran, dass Tests in den USA zuletzt massiv ausgeweitet wurden, unter anderem in der besonders betroffenen Millionenmetropole New York und in dem gleichnamigen Bundesstaat. Die tatsächliche Zahl der Infektionen dürfte gleichwohl deutlich höher liegen als die Zahl der bestätigten Fälle.

Auch die Zahl der Todesfälle steigt schnell: Am Dienstagnachmittag hatte sie noch bei rund 600 gelegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt inzwischen, dass sich die USA zum neuen Epizentrum der weltweiten Pandemie entwickeln könnten.

Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, sagte derweil am Mittwoch, die Ausbreitung des Coronavirus scheine sich zu verlangsamen. „Die Pfeile zeigen in die richtige Richtung“, sagte der Demokrat. Die Maßnahmen zur sozialen Distanz würden Wirkung zeigen.

Allerdings warnte Cuomo, die Lage werde sich weiter verschärfen. Seinen Angaben zufolge wurden im Bundesstaat New York bislang rund 30.800 Infektionen bestätigt, davon rund 17.800 in New York City.

Auch zweiter Corona-Test bei Merkel ist negativ

Auch der zweite Corona-Test bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ist negativ ausgefallen.

Das teilte ein Regierungssprecher am Mittwoch mit. Die Kanzlerin arbeite weiterhin von ihrer häuslichen Quarantäne aus. Sie werde sich Anfang der kommenden Woche erneut testen lassen.

Bundestag nimmt Nachtragshaushalt mit großer Mehrheit an

Der Bundestag hat die Bundesregierung zur Aufnahme von mehr als 156 Milliarden Euro an neuen Schulden ermächtigt. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch mit großer Mehrheit für den Nachtragshaushalt des Bundesfinanzministeriums, der schuldenfinanzierte Milliarden-Ausgaben zur Bewältigung der Corona-Krise vorsieht. Die Abgeordneten der AfD enthielten sich, die anderen Fraktionen stimmten zu.

Der Nachtragshaushalt soll zum einen die neuen Unterstützungsleistungen für Bürger und Unternehmen in der Corona-Krise finanzieren und zum anderen die erwarteten Steuerausfälle kompensieren. Die Vorlage sieht krisenbedingte Steuerausfälle von 33,5 Milliarden Euro sowie Mehrausgaben von 122,5 Milliarden Euro vor.

Die Mitarbeiter desinfizieren die Sitze während einer Sitzungspause im Bundestag am 25. März 2020. [EPA-EFE/ OMER MESSINGER]

Putin verschiebt wegen Coronavirus Verfassungsreferendum über weitere Amtszeiten

Wegen der Corona-Pandemie hat Russlands Präsident Wladimir Putin das Referendum über eine geplante Verfassungsreform verschoben, die ihm den Weg zu weiteren Amtszeiten ebnen soll. Die Menschen sollten jetzt „besser zu Hause bleiben“, sagte der Staatschef am Mittwoch in einer seltenen Fernsehansprache. Zugleich ordnete er an, dass die Russen in der kommenden Woche nicht zur Arbeit gehen sollen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Putin nannte in seiner Ansprache kein neues Datum für das Referendum, das bisher am 22. April stattfinden sollte. Die geplanten Verfassungsreformen würden Putin die Möglichkeit geben, nach dem Ende seiner laufenden Amtszeit im Jahr 2024 für zwei weitere Amtszeiten zu kandidieren.

KMK: Abiturprüfungen sollen wie geplant stattfinden

Die Abiturprüfungen sollen ungeachtet der Corona-Krise wie geplant stattfinden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Absage von Prüfungen nicht notwendig, erklärte die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz der Minister. Die Schüler könnten in diesem Schuljahr ihre Abschlüsse erwerben. Die Prüfungen fänden zum geplanten oder zu einem Nachholtermin bis zum Ende des Schuljahres statt, „soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist“.

Zuvor hatte es Streit um den Umgang mit den Prüfungen angesichts der derzeit geschlossenen Schulen gegeben. Auslöser war ein Vorstoß von Schleswigs-Holsteins Kultusministerin Karin Prien (CDU) für ein sogenanntes Anerkennungsabitur ohne Abschlussprüfungen, der auch unter den Kultusministern zum Teil für Unmut sorgte. 

Auf 1.000 Deutsche kommen 4,3 ÄrztInnen

Laut Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kommen in Deutschland auf 1.000 EinwohnerInnen 4,3 behandelnde ÄrztInnen. In den USA hingegen sind es lediglich 2,6 ÄrztInnen pro 1000 Menschen.

RKI kann Wirksamkeit der Maßnahmen gegen Coronavirus noch nicht einschätzen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) kann noch keine Einschätzung geben, ob die zur Ausbreitung des Coronavirus erlassenen Kontaktverbote wirken. „Wir müssen weiter abwarten, um zu sehen, ob die Maßnahmen greifen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Im Moment sei es noch zu früh, um dies einzuschätzen. Derzeit liegen etwa tausend mit dem Coronavirus infizierte Menschen in Deutschland auf einer Intensivstation.

RKI-Präsident Wieler bekräftigte vorherige Äußerungen, dass Deutschland noch immer am Anfang der Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie stehe. „Es ist noch völlig offen, wie sich diese Epidemie weiter entwickelt“, sagte er. Dabei warnte Wieler, dass auch jüngere und gesunde Menschen „sehr schwer“ erkranken können – „es können auch Jüngere daran sterben“. In manchen sozialen Netzwerken geben sich jüngere unbedarft, weil das Risiko für sie geringer ist – dazu zählt das Feiern sogenannter Corona-Partys.

Nach den RKI-Zahlen gab es bisher 149 offiziell registrierte Todesfälle als Folge einer Coronavirus-Infektion, 35 mehr als am Vortag. Neben der Zahl der Infizierte steige auch die Zahl der Genesenen, diese liege nach den aktuellen Schätzungen bei mindestens 5600. Das Durchschnittsalter der Infizierten liege bei 45 Jahren, das der Verstorbenen bei 81 Jahren.

EU-Parlament sagt alle Plenarsitzungswochen bis September ab

Das Europäische Parlament wird seine viertägigen Plenarsitzungswochen am Standort Straßburg bis mindestens September aussetzen. 

Das Parlament werde stattdessen am 13./14. Mai, am 17./18. Juni sowie am 8./9. Juli jeweils nachmittags und am folgenden Morgen „Mini-Plenarsitzungen“ abhalten. Alle diese Veranstaltungen finden in Brüssel statt.

Die erste ordentliche Plenartagung im französischen Straßburg soll dann wieder vom 14. bis 17. September durchgeführt werden.

>> Mehr dazu: EU-Parlament sagt alle Plenarsitzungswochen bis September ab

Spanien verzeichnet mehr Corona-Todesopfer als China

Die Zahl der Corona-Todesopfer in Spanien hat die Opferzahlen Chinas überholt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid vom Mittwoch starben bislang 3434 Menschen in Spanien an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Binnen eines Tages seien weitere 738 Todesopfer hinzugekommen. Trotz der vor elf Tagen verhängten strikten Ausgangssperre stieg die Zahl der Infizierten auf 47.610 an.

Spanien ist nach Italien das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. In China wurden bislang 3281 Todesfälle gemeldet.

Prinz Charles positiv auf COVID-19 getestet

Der britische Thronfolger Prinz Charles hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. sei positiv auf den Erreger getestet worden, teilte seine Londoner Residenz Clarence House am Mittwoch mit. Der 71-Jährige leidet demnach an leichten Symptomen der durch den Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19, ist aber ansonsten „wohlauf“.

Charles und seine Frau Camilla, die sich den Angaben zufolge nicht angesteckt hat, befinden sich in Schottland in Selbstisolation, wie Clarence House weiter mitteilte. Charles habe trotz seiner Erkrankung in den vergangenen Tagen „wie gewöhnlich“ von zu Hause aus gearbeitet.

Charles und Camilla wurden den Angaben zufolge in der Grafschaft Aberdeenshire im Nordosten Schottlands vom staatlichen Gesundheitsdienst NHS getestet. Es sei „nicht möglich festzustellen“, bei wem der Prinz sich angesteckt habe, da er in den vergangenen Wochen viele öffentliche Termine wahrgenommen habe, erklärte Clarence House.

Spahn kündigt Konzepte zu Ausstieg aus Krisen-Maßnahmen an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Pläne der Bundesregierung für einen Ausstieg aus den derzeitigen Corona-Schutzmaßnahmen in Aussicht gestellt. Ziel der momentan geltenden Beschränkungen sei es, Zeit zu gewinnen und die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sagte Spahn am Mittwoch im Bundestag. „Wir nutzen diese Zeit, um Konzepte nicht nur zu entwickeln, sondern auch für die Umsetzung vorzubereiten, wie wir schrittweise Beschränkungen wiederaufheben können“, fügte er hinzu.

Einen Zeitrahmen dafür nannte Spahn aber nicht. „Je entschlossener wir jetzt vorgehen, desto schneller können wir zurück in den Alltag finden“, sagte er. „Wenn wir in dieser Krise ein neues Wir-Gefühl entwickeln, wird uns das auch für die Zukunft stärken – denn es wird eine Zeit nach Corona geben.“

Lockdown in Rumänien

In Rumänien gibt es derzeit 794 Coronavirus-Fälle sowie 11 Tote durch COVID-19.

Seit gestern gilt eine verschärfte Ausgangssperre: Menschen dürfen ihre Wohnungen nur zur Arbeit, zum Einkaufen von lebensnotwendigen Gütern, zur Betreuung von Menschen in Not, aus medizinischen Gründen und zum Gassigehen mit Haustieren verlassen. Außerdem sollen Personen über 65 Jahre nur zwischen 11.00 und 13.00 Uhr oder zu Arbeitszwecken ins Freie gehen. Darüber hinaus werden ab Mittwochabend für 14 Tage alle Flüge von oder nach Deutschland und Frankreich ausgesetzt. Flüge von oder nach Italien und Spanien sind bereits seit einigen Tagen untersagt.

ILO-Prognose: 25 Millionen Menschen weltweit könnten ihre Arbeit verlieren

COVID-19 wird weitreichende Auswirkungen auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes haben. Weltweit könnte die Zahl der Arbeitslosen durch die Corona-Pandemie um 25 Millionen Menschen steigen, geht aus einer Prognose der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hervor. ILO-Experten haben drei Szenarien ausgearbeitet: Ein Rückgang des BIP-Wachstums um zwei, vier und acht Prozent. Die jeweiligen Szenarien und deren Auswirkungen können Sie in der Statista-Grafik sehen.

Elsässer Patienten in Mannheim – Nachbarschaftshilfe in der Krise

Die Uniklinik Mannheim betrachtet die Aufnahme elsässischer COVID-19-Patienten in der Krise als Teil eines gelebten Europa.

“In einer Stunde, wo unsere Nachbarn am dringendsten Hilfe brauchen, da möchten wir gerne unseren Teil dazu beitragen im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit, als Akt der Kooperation und Humanität, die Patienten zu übernehmen und damit zu helfen”, sagt der geschäftsführende Oberarzt der Klinik für Anästhesie, Thomas Kirschning, am Dienstag Reuters TV. Wenige Minuten zuvor ist ein Hubschrauber mit einem 64 Jahre alten Patienten aus dem elsässischen Colmar auf dem Dach der Klinik gelandet. 

Der Mann werde verlegt, weil im Elsass wegen der Pandemie die Behandlungsplätze ausgehen. 

“Die Kriterien sind, dass sie nicht die Schwerstkranken schicken möchten, weil die möglicherweise den Transport nicht unbeschadet überstehen würden. Von daher übernehmen wir jetzt Patienten, die beatmet werden, um sie von der Behandlungskapazität ein wenig zu entlasten.” Der 64-Jährige ist einer von zwei Patienten aus dem Elsass, die inzwischen in Mannheim an der Uniklinik versorgt werden. 

Auch die baden-württembergischen Städte Karlsruhe, Freiburg, Heidelberg, Pforzheim und Ulm sowie das pfälzische Kandel und Homburg im Saarland haben Patienten aus der von der Pandemie schwer betroffenen französischen Nachbarregion aufgenommen.

Frankreich ruft Arbeitslose zur Feldarbeit auf

Frankreich hat Arbeitslose in der Corona-Krise zur Feldarbeit aufgerufen. Nach Angaben des französischen Dachverbands der Landarbeiter (FNSEA) vom Dienstagabend fehlen bis Mai rund 200.000 Saisonkräfte. Die Verbandspräsidentin Christiane Lambert rief Interessierte im Radiosender France Inter auf, die mit Hilfe der Arbeitsagentur eingerichtet wurde.

Landwirtschaftsminister Didier Guillaume hatte zuvor alle derzeit unbeschäftigten Franzosen aufgerufen, sich freiwillig zur Verfügung zu stellen. „Wir müssen produzieren, um die Franzosen zu ernähren“, betonte Guillaume.

Sorgen machen sich unter anderem die Erdbeer-Bauern. Ihnen fehlen für die bevorstehende Ernte rund 3000 Saisonkräfte, die normalerweise aus Spanien, Portugal, Marokko oder Polen nach Frankreich kommen, wie der größte Anbauverband AIFLG im Südwesten Frankreichs mitteilte.

Scholz: „Vor uns liegen harte Wochen, doch wir können sie bewältigen“

Zum Auftakt der Bundestagssitzung hat Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) zu Solidarität in der Corona-Krise aufgerufen. „Vor uns liegen harte Wochen“, sagte er am Mittwoch. „Wir können sie bewältigen, wenn wir solidarisch sind.“ Die aktuelle Krise sei „in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Vorbild“ und zugleich eine „schicksalhafte Herausforderung für die ganze Menschheit“, sagte Scholz, der in Vertretung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach, die sich weiter in häuslicher Quarantäne befindet.

Die Krise zeige, „wie verletzlich wir als Menschen sind“. Sie zeige zugleich, „dass Politikmodelle falsch sind, dass jeder am besten alleine zurecht kommt“, sagte Scholz weiter. „Was wir jetzt brauchen ist Solidarität.“

 Einigung in Washington auf Billionen-Hilfspaket

In Washington haben sich der Senat und das Weiße Haus auf ein billionenschweres Nothilfepaket gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise geeinigt. „Endlich haben wir einen Deal“, sagte der Republikaner-Chef im Senat, Mitch McConnell am Mittwoch. Die Republikaner und die oppositionellen Demokraten hatten tagelang über das Hilfspaket im Umfang von knapp zwei Billionen Dollar (rund 1,87 Billionen Euro) gestritten.

Die Demokraten bemängelten unzureichende Schutzmaßnahmen für Beschäftigte und eine fehlende Kontrolle darüber, wie Hilfen an in Not geratene Großkonzerne vergeben werden. Sie verlangen außerdem mehr Geld für Krankenhäuser, denen wegen der Pandemie eine dramatische Überlastung droht.

Der Senat wird den Gesetzestext McConnell zufolge noch am Mittwoch verabschieden. Danach muss noch das Repräsentantenhaus zustimmen, bevor der Text von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet werden kann.

Bolsonaro kritisiert Ausgangsbeschränkungen wegen Coronavirus

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat die von einigen Städten und Regionen des Landes verhängten Einschränkungen des öffentlichen Lebens zum Schutz gegen das Coronavirus scharf kritisiert. In einer Fernseh- und Radioansprache am Dienstag warf der rechtsradikale Politiker diesen regionalen und lokalen Behörden eine Politik der „verbrannten Erde“ vor. Er warnte vor Schäden für die brasilianische Wirtschaft.

Bolsonaro beschuldigte auch erneut die Medien, „Hysterie“ wegen der Pandemie zu schüren. Brasilien sei aufgrund seiner im Schnitt jungen Bevölkerung und tropischen Temperaturen kein Terrain, auf dem sich der neuartige Erreger leicht verbreiten könne. Das Virus werde schon „in Kürze“ wieder aus dem Land verschwinden, führte Bolsonaro ins Feld.

Brasilien müsse „zur Normalität zurückkehren“, forderte der Staatschef. Arbeitsplätze müssten erhalten und der Lebensunterhalt von Familien gesichert werden. Kurz vor Bolsonaros Ansprache hatte die Wirtschafts- und Finanzmetropole São Paulo eine weitgehende Ausgangssperre verhängt.

Übersetzung des Tweets: Gangs in den Favelas von Rio de Janeiro haben heute Abend ab 20.00 Uhr eine Ausgangssperre erzwungen. Die Erklärung lautet: „Wenn die Regierung nicht das Richtige tut, wird das organisierte Verbrechen es tun.“

Notstand in Demokratischer Republik Kongo

In Demokratischen Republik Kongo ist wegen der Coronavirus-Pandemie der Notstand ausgerufen worden. Die Hauptstadt Kinshasa ließ Präsident Félix Tshisekedi abriegeln, wie er am Dienstag in einer Fernsehansprache sagte. Reisen aus Kinshasa in die Provinzen des Landes sowie in umgekehrter Richtung sind untersagt. Die Grenzen des zentralafrikanischen Staates werden laut Tshisekedi weitgehend geschlossen. Nur noch Frachttransporte über Land, per Schiff und Flugzeug sind über die Landesgrenzen erlaubt.

In der Demokratischen Republik Kongo zählten die Behörden bis Dienstag 45 Infektions- sowie drei Todesfälle durch die Pandemie. Alle diese Fälle traten in Kinshasa auf.

Iran lehnt Hilfe aus dem Ausland ab

Der Iran sei nicht auf die Unterstützung „ausländischer Kräfte“ angewiesen, schrieb Aliresa Wahabsadeh, ein Berater des iranischen Gesundheitsministers, am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er verwies auf den nationalen Krisenplan und den Einsatz des militärischen Sanitätsdienstes. Hilfe ausländischer Organisationen beim Aufbau zusätzlicher Behandlungskapazitäten sei daher nicht erforderlich.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte am Sonntag angekündigt, ein Behelfskrankenhaus in der Stadt Isfahan aufzubauen. In ultrakonservativen Kreisen traf das Vorhaben auf Ablehnung. Den Mitarbeitern der Nichtregierungsorganisation wurde vorgeworfen, als „Spione“ in den Iran einreisen zu wollen.

Ärzte ohne Grenzen nannte die kurzfristige Ablehnung des Hilfsangebots „unverständlich“. Nach Angaben der Organisation waren die Ärzte und das für die Klinik benötigte Material bereits im Iran angekommen. In Isfahan sei das neunköpfige Team von den örtlichen Gesundheitsbehörden begrüßt worden.

Mehr als 400.000 Menschen weltweit mit Coronavirus infiziert

Die Zahl der offiziell bestätigten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus ist weltweit auf mehr als 400.000 gestiegen. Bis Dienstagabend infizierten sich mindestens 401.285 Menschen mit dem Erreger Sars-Cov-2, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der Basis von Behördenangaben ergab.

Die Zahl der Todesfälle stieg auf mindestens 18.040. Das Coronavirus hat sich inzwischen auf 175 Länder rund um den Globus ausgebreitet.

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24. März 2020

New Yorks Gouverneur alarmiert über „astronomische“ Coronavirus-Zahlen

Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York hat angesichts einer dramatischen Zunahme der Coronavirus-Infektionen Alarm geschlagen. Der Demokrat Andrew Cuomo sprach am Dienstag von „beunruhigenden und astronomischen Zahlen“. Die Infektionsrate verdopple sich alle drei Tage.

„Wir haben die Kurve nicht abgeflacht, die Kurve wächst an“, sagte Cuomo in einem Konferenzzentrum, das derzeit in ein Not-Krankenhaus umgewandelt wird. Die Pandemie rolle nicht wie von einem Experten vorhergesagt wie ein „Güterzug“ durch das Land, sondern wie ein „Hochgeschwindigkeitszug“.

Der Gouverneur warnte, die benötigte Zahl der Krankenhausbetten für Intensivpatienten könne zum Höhepunkt der Pandemie auf 40.000 ansteigen. Bislang standen in dem Bundesstaat nur 3000 solcher Betten zur Verfügung. Cuomo rief die US-Regierung deswegen auf, New York tausende zusätzliche Beatmungsgeräte zur Verfügung zu stellen.

USA könnten neues Corona-Epizentrum werden

Laut WHO wurden binnen 24 Stunden 85 Prozent der neuen Fälle in Europa und den USA festgestellt. Davon seien 40 Prozent aus den USA. “Wir sehen jetzt eine sehr große Beschleunigung bei den Fällen in den USA”, sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris. Beamte in einigen US-Bundesstaaten beklagten einen Mangel an Koordination bei den Vorsorgemaßnahmen.

Dass viele Kommunen selbstständig handeln müssten, habe sie in einen Wettbewerb um Lieferungen gebracht. US-Präsident Donald Trump gestand die schwierige Lage ein: “Der Weltmarkt für Atemschutzmasken und Beatmungsgeräte ist verrückt. Wir helfen den Staaten, Ausrüstung zu bekommen, aber es ist nicht einfach”, schrieb er auf Twitter. 

Und dennoch scheint ihm die Wirtschaft wichtiger zu sein: „Je länger es dauert, desto schwieriger wird es, die Wirtschaft wieder anspringen zu lassen. Das wird unseren Arbeitern schaden.“

Trumps Republikaner und die oppositionellen Demokraten streiten schon seit Tagen über das geplante Hilfspaket, das einen Umfang von knapp zwei Billionen Dollar (rund 1,87 Billionen Euro) haben könnte. Mit den Maßnahmen sollen die dramatischen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie abgemildert werden.

Die Zahl der bestätigten Fälle in den USA nimmt weiter zu und verdoppelte sich in weniger als drei Tagen. Mit Stand vom 24. März hatte das Land laut der Johns Hopkins Universität 46.548 bestätigte COVID-19-Infektionen. Viele dieser Fälle befinden sich in dicht besiedelten städtischen Gebieten wie Seattle und New York City. Die jüngsten Berichte der New York Times deuten darauf hin, dass die New Yorker Krankenhäuser bald den italienischen ähneln könnten.

Trotz dieses drastischen Anstiegs hat die Trump-Regierung diese Woche einen anderen Ton angeschlagen, um sich auf die Rettung der Wirtschaft als die Kosten für die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu konzentrieren. Er hat kürzlich bei Twitter geschrieben: „Die Heilung kann nicht schlimmer sein als das Problem“. Anschließend schlug er vor, dass die AmerikanerInnen in zwei Wochen wieder zur Arbeit zurückkehren sollten. 

Ein Republikaner, der texanische Vizegouverneur Dan Patrick, wurde heftig kritisiert, weil er vorschlug, dass ältere Amerikaner und andere immungeschwächte Menschen sich für die Wirtschaft opfern sollten. In einem Interview mit Tucker Carlson auf Fox News schlug Patrick vor, dass die älteren Menschen bereit sein sollten, „ein Risiko hinsichtlich [ihres] Überlebens einzugehen, um im Gegenzug das Amerika, das ganz Amerika liebt, für Ihre Kinder und Enkelkinder zu retten“.

Ministerpräsidenten fordern Bürger erneut zur Einhaltung der Kontaktregeln auf

Mehrere Ministerpräsidenten haben an die Bürger appelliert, sich weiter konsequent an die strengen Kontaktregeln im Kampf gegen das Coronavirus zu halten. Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mahnten dabei am Dienstag zugleich Geduld an. Auch die Länder wollen zudem mit milliardenschweren Hilfspakete die Wirtschaft stützen.

Es könne bis zu zwei Wochen dauern, „bis wir erste Erfolge sehen“, sagte Laschet in einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags. „Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir die Regeln einhalten.“ Wenn dies der Fall sei, „können wir dies schaffen“. Die meisten Menschen hielten sich an die Regeln und zeigten sich solidarisch, sagte Laschet. Verstöße würden konsequent und hart geahndet. Die NRW-Regierung hatte zuvor einen entsprechenden Straf- und Bußgeldkatalog zur Umsetzung des Kontaktverbots vorgelegt. Bei Wiederholungsfällen können bis zu 25.000 Euro Bußgeld verhängt werden.

Olympische Spiele in Japan auf 2021 verschoben

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird das weltgrößte Sportereignis nun erst im kommenden Jahr in Japan stattfinden. Das gab Japans Ministerpräsident Shinzo Abe am Dienstag nach einer Telekonferenz bekannt, an der auch der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der Deutsche Thomas Bach, teilnahm. Bach habe seinem Vorschlag, die Sommerspiele um ein Jahr zu verschieben, “100-prozentig” zugestimmt. Das IOC berief umgehend eine Sondersitzung ein. Der späteste Termin soll Abe zufolge der Sommer 2021 sein.

Zuletzt war der Druck auf das Gastgeberland und das IOC immer größer geworden, die Sommerspiele zu verschieben. Einige Länder wie Australien und Kanada hatten angesichts der Ansteckungsgefahr einer Teilnahme für dieses Jahr bereits eine Absage erteilt. Veranstalter anderer Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Fußball-Europameisterschaften waren mit ihren Entscheidungen schneller gewesen.

Hoffnungsschimmer in Italien – Anstieg der Zahl der Virus-Toten schwächt sich ab

In Italien haben sich in der Corona-Krise die Zuwächse bei Infektionen und Todesfällen verlangsamt.

Der Zivilschutz gab am Montag einen Anstieg der Todesfälle um 602 auf 6077 bekannt. Das ist der niedrigste Anstieg seit vier Tagen. Die Zahl der bekannten Ansteckungen legte in den vergangenen 24 Stunden um 4789 auf 63.927 zu. Das war kleinste Zuwachs seit fünf Tagen.

“Heute ist vielleicht der erste positive Tag, den wir in diesem harten, sehr schweren Monat hatten”, sagte Giulio Gallera, der führende Vertreter der Gesundheitsbehörden in der norditalienischen Region Lombardei, die von dem Virusausbruch am stärksten betroffen ist. “Es ist nicht die Zeit, einen Sieg zu feiern, aber wir sehen langsam Licht am Ende des Tunnels.”

Sachsen nimmt italienische Corona-Patienten auf

Krankenhäuser in Sachsen haben gestern Abend mindestens sechs italienische Coronavirus-Patienten aufgenommen, die in Italien nicht behandelt werden konnten, so Ministerpräsident Michael Kretschmer.

„Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können. Unsere Solidarität endet nicht an Landesgrenzen. Wir helfen unseren italienischen Nachbarn, wir halten zusammen.“

Zahl der Straftaten in Deutschland deutlich zurückgegangen

Die am Dienstag vom Bundeskriminalamt veröffentlichte Polizeistatistik weist für das vergangene Jahr insgesamt knapp 5,4 Millionen Delikte aus. Das entspricht einem Rückgang um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark sank die Zahl der Diebstähle und Einbrüche. Ein kräftiger Anstieg wurde hingegen im Bereich der Kinderpornografie verzeichnet.

Die Zahl der Tatverdächtigen lag mit insgesamt knapp 1,9 Millionen um 1,8 Prozent niedriger als 2018. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen an allen Tatverdächtigen betrug wie im Vorjahr etwa 30 Prozent, heißt es in der Statistik.

Bei der Gesamtzahl der Diebstähle weist die Kriminalbilanz einen Rückgang von 5,9 Prozent auf 1,8 Millionen aus. Es handelt sich dabei um den niedrigsten Wert seit 1987. Besonders stark – und zwar um 10,6 Prozent – gingen die Wohnungseinbrüche zurück. Taschendiebstähle gingen um 9,7 Prozent zurück.

Einen starken Anstieg weist die Statistik hingegen bei Verstößen wegen der Verbreitung pornografischer Schriften aus. Die Zahl der Delikte stieg um 51,6 Prozent, bei Kinderpornografie waren es sogar 64,6 Prozent zu beobachten.

Bundeswehr-Bestellung über mehrere Millionen Schutzmasken „verloren gegangen“

Beim Einkauf dringend benötigter Schutzmasken durch die Bundeswehr hat es eine schwere Panne gegeben. In Kenia seien sechs Millionen bestellte Atemschutzmasken „verloren gegangen“, sagte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Sie bestätigte damit einen Bericht des „Spiegel“. Das Ministerium bemühe sich um Aufklärung, „was da passiert ist“, sagte die Sprecherin weiter.

Dem Bund sei durch den Verlust „kein Schaden entstanden, weil die Masken noch nicht geliefert wurden und noch nicht bezahlt wurden“, betonte sie. „Der Vertrag ist hiermit nichtig.“ Welche Rolle Kenia bei der Beschaffung der Masken spielte, konnte sie zunächst nicht sagen.

Vereinigte Arabische Emirate führen die meisten Coronavirus-Tests durch

Giffey rechnet mit Zunahme häuslicher Gewalt infolge von Ausgangsbeschränkungen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich besorgt über zunehmende häusliche Gewalt infolge der Corona-Ausgangsbeschränkungen gezeigt. 

Die Gefahr sei, dass es ein „erhöhtes Konfliktpotenzial gibt und dass es auch zu stärkerer häuslicher Auseinandersetzung kommt, auch zu stärkerer häuslicher Gewalt“, sagte Giffey am Dienstag den Sendern RTL und nt-v. „Das ist auch das, womit wir rechnen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt auch die Schutzeinrichtungen weiter aufrecht erhalten werden.“

Viele Familien seien derzeit in einer „schwierigen Situation“, sagte Giffey. Sie verwies darauf, dass Familien viel zuhause seien und die Kinder nicht in Kita und Schule gehen könnten.

China hebt Abriegelung von Provinz Hubei weitgehend auf

In China wird die wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verhängte Abriegelung der Provinz Hubei weitgehend aufgehoben. In der dortigen Millionenmetropole Wuhan, die als Ausgangspunkt der Pandemie gilt, wird das allgemeine Verbot zum Verlassen der Stadt und Provinz zum 8. April aufgehoben, wie die örtlichen Behörden am Dienstag ankündigten.

Für die übrigen Bewohner von Hubei gilt, dass sie ab Mitternacht in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) aus der Provinz ausreisen dürfen. Voraussetzung ist, dass sie gesund sind.

NRW plant teils hohe Bußgelder für Verstöße gegen Corona-Vorschriften

Als erstes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen laut einem Zeitungsbericht einen Bußgeldkatalog erarbeitet, mit dem Verstöße gegen die Maßnahmen zum Schutz vor der Coronavirus-Pandemie geahndet werden sollen. Teilweise sind hohe Geldbußen vorgesehen, wie die „Bild“-Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe meldet. So sollten etwa bei unerlaubten Besuchen in Krankenhäusern oder Altenheimen 800 Euro fällig werden, heißt es in dem Bericht.

Bei öffentlichen Treffen von mehr als zwei Menschen, die durch keine Ausnahme gedeckt sind, ist laut „Bild“ ein Bußgeld von 200 Euro geplant, bei Picknick und Grillen 250 Euro. Wer eine Bar, eine Disco oder ein Fitnessstudio trotz verlangter Schließung weiter betreibt, müsse sogar 5000 Euro zahlen. Wer sein Restaurant weiter betreibt, habe 4000 Euro zu entrichten.

Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) sagte zu „Bild“, der Bußgeldkatalog solle deutlich machen, dass es sich bei Verstößen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen nicht um „Kavaliersdelikte“ handele: „Die Strafen tun weh, und das müssen sie auch.“

Spanische Armee findet Tote in Altenheimen

In Spanien haben zum Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie eingesetzte Soldaten in Altenheimen völlig sich selbst überlassene Bewohner und in manchen Fällen sogar Leichname gefunden. Bei einigen ihrer Besuche hätten die Soldaten verstorbene Menschen in ihren Betten entdeckt, berichtete Verteidigungsministerin Margarita Robles am Montag im Fernsehsender Telecinco. Die spanische Generalstaatsanwaltschaft leitete nach eigenen Angaben eine Untersuchung zu den Zuständen in den Heimen ein.

Die Regierung werde „strikt und unnachgiebig“ sein, wenn es um die Vernachlässigung von Bewohnern von Seniorenheimen gehe, sagte Robles. Die spanische Armee ist damit beauftragt, die Heime zu desinfizieren. In Altersheimen in Spanien sind bereits dutzende Menschen an der von dem neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Gesundheitsminister Salvador Illa betonte, dass die Regierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus eine „absolute Priorität“ auf die Seniorenheime lege. Die Lage in den Heimen solle intensiv überwacht werden.

Frankreich verschärft im Kampf gegen Coronavirus Ausgangssperre

Angesichts steigender Infektions- und Todesfälle durch das neuartige Coronavirus verschärft Frankreich seine Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Premierminister Édouard Philippe kündigte am Montag im Fernsehsender TF1 eine Ausweitung der Ausgangssperre an. Körperliche Betätigung werde ab Dienstag strikt eingeschränkt und die meisten Märkte müssten schließen, sagte Philippe.

Betätigungen wie Joggen oder Spazierengehen dürften nur noch im Umkreis von einem Kilometer des Wohnortes stattfinden und nur noch einmal täglich maximal eine Stunde lang, erklärte der Premierminister. Märkte würden geschlossen. Nur in Ausnahmefällen könnten örtliche Behörden anders entscheiden, unter anderem an Orten, wo der Markt die Hauptbezugsquelle für Lebensmittel sei.

„Viele unserer Mitbürger möchten, dass die Dinge wieder so sind, wie sie vorher waren, in normalen Zeiten. Aber das wird nicht morgen geschehen“, sagte Philippe. Er bereite die Franzosen darauf vor, dass die Situation noch „einige Wochen“ andauern könnte.

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23. März 2020

Johnson: „Kein Premierminister will Maßnahmen wie diese erlassen“

Der britische Premierminister Boris Johnson kündigte soeben an, dass alle nicht notwendigen Geschäfte geschlossen werden –  auch Versammlungen von mehr als zwei Personen sind ab Mitternacht untersagt. „Wenn Sie sich nicht an die Regeln halten, ist die Polizei befugt, sie durchzusetzen,“ so Johnson in seiner Ansprache.

Von nun an darf die britische Bevölkerung das Haus nur noch zu sehr eingeschränkten Zwecken verlassen, wie beispielsweise zur Deckung des Grundbedarfs und für medizinische Zwecke.

Zwar dürfen die Briten auch weiterhin draußen Sport treiben, aber nur einmal pro Tag und dies entweder alleine oder mit einer Person aus dem gleichen Haushalt. Die Fahrt zur und von der Arbeit wird nur noch im Bedarfsfall gewährt, wenn die Arbeit von zu Hause aus nicht möglich ist. „Das sind die einzigen Gründe, warum Sie Ihr Zuhause verlassen dürfen“, bekräftigte Johnson.

Diese Regeln gelten voraussichtlich für die nächsten drei Wochen, hieß es in Johnsons Rede. „Wir werden das Coronavirus besiegen, und wir werden es gemeinsam besiegen. Bleiben Sie zu Hause, schützen Sie den NHS und retten Sie Leben,“ betonte Johnson abschließend.

In Großbritannien sind bereits mehr als 300 Menschen an dem Virus gestorben. Insgesamt wurden im Vereinigten Königreich knapp 6000 Menschen positiv auf den Erreger Sars-Cov-2 getestet.

Johnsons Regierung war wegen ihres lange Zeit zögerlichen Umgangs mit der Corona-Krise heftig kritisiert worden. Erst deutlich nach den meisten EU-Ländern hatte sie dazu aufgerufen, auf nicht notwendige Reisen und soziale Kontakte zu verzichten. Erst seit diesem Montag sind die Schulen geschlossen. Alle Restaurants, Cafés, Bars, Clubs, Theater und Freizeiteinrichtungen sind seit Freitagabend nicht mehr geöffnet

Zahl der Coronavirus-Infektionen weltweit auf mehr als 350.000 gestiegen

Die Zahl der offiziell bestätigten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus ist weltweit auf mehr als 350.000 gestiegen. Eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der Basis von Behördenangaben ergab, dass sich bis Montagnachmittag mindestens 350.142 Menschen mit dem Erreger Sars-Cov-2 infiziert haben. Die Zahl der Todesfälle stieg auf mehr als 15.000. Allein in Europa sind inzwischen mehr als 10.000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Inzwischen hat sich das Coronavirus auf 174 Länder rund um den Globus ausgebreitet. Die meisten Infektionen verzeichnet mit 81.093 offiziell gemeldeten Fällen weiterhin China, wo das Virus im vergangenen Dezember erstmals aufgetreten war. An zweiter Stelle steht Italien mit fast 64.000 nachgewiesenen Infektionen. Insgesamt gibt es in Europa mehr als 184.000 Infektionsfälle. Damit ist Europa nun der Kontinent, auf dem sich das Virus am rasantesten ausbreitet.

Deutschland: Systemrelevant ja, gut bezahlt nein

KrankenpflegerInnen, AltenpflegerInnen, ArzthelferInnen, KassiererInnen, etc.: Sie sind es die Deutschland in dieser Gesundheitskrise am Laufen halten, und dennoch werden sie nicht dementsprechend vergütet. Ein Überblick.

Erster Corona-Test bei Merkel fällt negativ aus

Bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt es bisher keine Anzeichen für eine Infektion mit dem Corona-Virus: Ein erster Test sei negativ ausgefallen, teilte das Bundespresseamt am Montag in Berlin mit. Sicherheitshalber sollten in den kommenden Tagen weitere Tests vorgenommen werden. Merkel hatte sich am Sonntag freiwillig in häusliche Quarantäne begeben.

Grund für die Vorsichtsmaßnahme war, dass sie am Freitag Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatte. Der Mediziner, der die Kanzlerin am Freitag prophylaktisch gegen Pneumokokken geimpft hatte, wurde später positiv auf das Virus getestet.

Kabinett bringt Milliardenprogramm für das Gesundheitswesen auf den Weg

„Wir spannen einen finanziellen Rettungsschirm für unsere Krankenhäuser auf“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu dem am Montag vom Kabinett gebilligten Paket. Kliniken erhalten für jedes Bett, das sie wegen der Corona-Pandemie vom 16. März bis zum 30. September 2020 freihalten, eine Pauschale in Höhe von 560 Euro pro Tag.

Die Krankenhäuser bekommen zudem einen Bonus in Höhe von 50.000 Euro für jedes Intensivbett, das sie zusätzlich schaffen. Für Mehrkosten, insbesondere bei persönlichen Schutzausrüstungen, erhalten die Kliniken vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 einen Zuschlag je Patient in Höhe von 50 Euro, der bei Bedarf verlängert und erhöht werden kann.

Krankenhäuser erhalten außerdem einen finanziellen Ausgleich für verschobene planbare Operationen und Behandlungen, um Kapazitäten für die Behandlung von Patienten mit einer Coronavirus-Infektion frei zu halten.

Finanzielle Hilfen gibt es auch für die niedergelassenen Ärzte – und zwar dann, wenn Patienten wegen der Corona-Pandemie lieber zuhause bleiben und eine Behandlung aufschieben. Die Praxen seien „der erste Schutzwall“ im Kampf gegen das Virus, betonte Spahn.

Die Kliniken bekommen zudem mehr Geld für die Pflege: Der so genannte „vorläufige Pflegeentgeltwert“ wird von 146 auf 185 Euro erhöht. Bis Ende des Jahres können zudem Einrichtungen des Gesundheitswesens mit deutlich beschleunigten Genehmigungsverfahren gebaut werden. 

Spanien: 33.089 Coronavirus-Infizierte – 14 Prozent mehr als am Vortag

Das spanische Gesundheitsministerium hat insgesamt 33.089 COVID-19 Fälle bestätigt, 4.517 mehr als am Vortag. Dies entspricht einem Anstieg von 14 Prozent, was in etwa dem Trend des Vortages entspricht. Insgesamt wurden 2.182 Todesfälle gemeldet – 462 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden.

Der Direktor des Zentrums für Gesundheitsalarme und Notfälle, Fernando Simón, teilte der Presse mit, dass 2.355 Patienten sich auf der Intensivstation befinden – 3.355 SpanierInnen sind bereits wieder gesund.

Simon erklärte, dass der Anstieg um 14 Prozent bedeutet, dass der Trend sich fortsetzt:  Dies sei jedoch noch „kein Anlass zum Triumphieren“, denn es könnte aufgrund des Wochenendes möglicherweise eine Verzögerung bei den Benachrichtigungen geben.

Im Verhältnis zur Gesamtzahl der hospitalisierten Patienten sinkt die Zahl der Einweisungen auf die Intensivstation „progressiv“, teilte Simon mit.

Diese „kleinen Reduktionen geben uns Hoffnung, dass das Virus allmählich eingedämmt wird“.

Seit dem Coronavirus-Ausbruch haben sich auch 3910 Gesundheitsfachkräfte mit dem Virus infiziert. Das solle nun “verstärkt kontrolliert werden,” so Simon.

Den EFE-Artikel auf Spanisch finden Sie hier: Los 33.089 contagiados de coronavirus, un 14 % más, mantienen la tendencia

Deutschland: 2809 Menschen genesen

Das RKI gab die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 22.672 an – ein Plus von 4062 seit dem Vortag. Am Wochenende wurden aber nicht aus allen Gesundheitsämtern Daten übermittelt, weshalb die Fallzahlen nicht die Realität widerspiegeln. Wieler zufolge sind bis Sonntag von den bisher bestätigten Corona-Fällen mindestens 2809 Menschen genesen, tatsächlich dürften es aber weitaus mehr Patienten sein.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität meldete am Montagnachmittag rund 26.220 Infizierte und 111 Todesfälle in Deutschland. Das RKI registrierte bislang offiziell 86 Todesfälle.

In China sind bereits 89 Prozent der bekannten COVID-19 Infizierten wieder genesen.

Regierung sagt schnelle Hilfe für Selbstständige und Freiberufler zu

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) haben Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständigen und Freiberuflern in der Corona-Krise „schnelle und unbürokratische Soforthilfe“ zugesagt. Dafür stünden bis zu 50 Milliarden Euro zur Verfügung, erklärten beide Minister nach der Sondersitzung des Kabinetts am Montag. „Wir geben einen Zuschuss, es geht nicht um einen Kredit“, betonte Scholz. „Es muss also nichts zurückgezahlt werden.“

Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, Solo-Selbstständige und Freiberufler mit bis zu fünf Beschäftigten können demnach eine Einmalzahlung von 9000 Euro für drei Monate bekommen; wer bis zu zehn Beschäftigte hat, 15.000 Euro.

Voraussetzung für einen Zuschuss ist, dass der Betrieb oder Selbstständige vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren. Der Schaden muss nach dem 11. März eingetreten sein.

Bundeskabinett billigt historisches Milliarden-Hilfspaket

Das Bundeskabinett hat in einer Sondersitzung am Montag Nothilfen im Umfang von mehreren hundert Milliarden Euro gebilligt, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern. Die Ministerrunde brachte unter anderem einen Nachtragshaushalt auf den Weg, um die Hilfsmaßnahmen mit einer Neuverschuldung in Höhe von rund 156 Milliarden Euro zu finanzieren. Das in der Geschichte der Bundesrepublik beispiellose Maßnahmenpaket soll Bürger und Unternehmen vor dem Verlust der Existenzgrundlage durch die Krise bewahren.

Das Finanzvolumen der Hilfsmaßnahmen hat historische Dimension. Allein der geplante „Wirtschaftsstabilisierungsfonds“ (WSF) soll mit 600 Milliarden Euro ausgestattet werden. Er enthält Kreditgarantien von 400 Milliarden Euro, damit Unternehmen in der Krise weiteren Zugang zu Kapital bekommen. Weitere 100 Milliarden Euro stehen bereit, damit sich der Bund notfalls direkt an Unternehmen beteiligen kann. Zusätzliche 100 Milliarden Euro soll der WSF der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an Krediten bereitstellen.

Ein weiteres Hilfspaket soll in Not geratenen Kleinunternehmern und Selbstständigen vor dem finanziellen Kollaps bewahren: Es stellt bis zu 50 Milliarden Euro für Zuschüsse zur Verfügung.

Österreich: Beschränkungen verlängert, Anstiegsrate der Diagnosen gesunken, mehr Tests

In Österreich verzeichnete verzeichnete das Gesundheitsministeriums am Montagmorgen 3.611 bestätigte Infektionen. Die Maßnahmen zur Beschränkung des öffentlichen Lebens wurden verlängert – vorerst bis Ostersonntag (13. April). 

In den letzten Tagen war die Anstiegsrate der Diagnosen kontinuierlich gesunken, bis zum bisherigen Rekordtief von 15 Prozent zwischen Samstag und Sonntag. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Die Grünen) sagte daher mit vorsichtigem Optimismus, dass die Maßnahmen langsam ihre Wirkung entfalten. Allerdings verkündete das Ministerium am Montagmorgen einen leichten Anstieg innerhalb der letzten 24 Stunden an, auf 19 Prozent. Bislang stehen 16 Todesfälle mit COVID-19 in Verbindung.

Am Sonntag kündigte Anschober an, bei Coronavirus-Tests in den nächsten zwei bis drei Wochen „massiv zuzulegen“. Momentan gibt es in Österreich 20 Laboratorien dafür. Pamela-Rendi Wagner (SPÖ), Vorsitzender der SozialdemokratInnen und nebenbei Ärztin mit Spezialisierung auf Infektionskrankheiten, verlangte „flächendeckende Tests“.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) lobte am Montag die österreichische Bevölkerung: Etwa 95 Prozent würden „sensationell kooperieren“. Bis jetzt gabe es 2.893 Anzeigen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen der Regierung, wie etwa der verpflichtende Abstand von einem Meter zwischen Personen, die nicht miteinander leben. Ein Mitglied der rechtsaußen-Partei FPÖ nahm an einer „Corona-Party“ Teil, die von der Polizei aufgelöst wurde. Er ist Abgeordneter im steirischen Landtag.

Frankreichs Präsident Macron dankt Deutschland für „Solidarität“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Deutschland, der Schweiz und Luxemburg für ihre Bereitschaft zur Aufnahme schwer kranker Corona-Patienten gedankt. „Die europäische Solidarität rettet Leben“, schrieb Macron am Montag im Onlinedienst Twitter. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland hatten ihre Kliniken am Wochenende aufgerufen, freie Beatmungsbetten für Patienten aus Frankreich zur Verfügung zu stellen.

„Danke an unsere europäischen Nachbarn“, schrieb Macron. Er teilte einen Tweet des Präsidenten der besonders betroffenen französischen Region Grand Est, Jean Rottner. Darin dankte dieser den drei deutschen Ländern sowie der Schweiz und Luxemburg für ihre Hilfe. Rottner sprach von einer „schönen europäischen Zusammenarbeit“.

Besonders im Elsass sind Krankenhäuser überlastet. Die französische Armee hatte vergangene Woche damit begonnen, erste Patienten von dort nach Südfrankreich zu verlegen. Auch ein Militärlazarett mit 30 zusätzlichen Intensiv-Betten ist im elsässischen Mülhausen im Aufbau. Alleine gestern sind zwei Ärzte aus dem Elsass und der Mosel an dem neuartigen Coronavirus gestorben. 

RKI vorsichtig optimistisch angesichts strenger Maßnahmen

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass die wegen der Corona-Krise getroffenen Maßnahmen in Deutschland bald greifen könnten. „Wir sehen den Trend, dass sich die exponentielle Wachstumskurve etwas abflacht“, sagte Wieler am Montag in Berlin. Für wirklich fundierte Aussagen sei es aber noch zu früh. Wieler zufolge könnte der Trend am Mittwoch definitiv besser bewertet werden.

Vor einer Wochen waren in Deutschland weitgehend Schulen und Kitas geschlossen worden. Auch andere öffentliche Einrichtungen wie Klubs machten dicht, zudem wurden die Öffnungszeiten zunächst stark eingeschränkt.

Angesichts der massiven Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus rechnete das RKI zunächst damit, dass sich frühestens Ende dieser Woche mögliche Effekte zeigen und die Maßnahmen greifen. Er sei „optimistisch“, dass die Auswirkungen der Maßnahmen „schon jetzt sichtbar sind“, sagte Wieler am Montag. Mit hundertprozentiger Sicherheit könne dies aber jetzt noch nicht bestätigt werden.

Auch Südamerika von der weltweiten Coronavirus-Pandemie heimgesucht

Innerhalb eines Monats wurden fast 2.000 COVID-19 Fälle in Südamerika bestätigt.

Brasilien war das erste Land in Lateinamerika, das Coronavirus-Fälle meldete – doch die Krankheit hat sich bereits auf dem ganzen Kontinent ausgebreitet.

Die drei Länder mit den meisten bisher gemeldeten Fällen sind Brasilien, Chile und Peru.

Nach Angaben des brasilianischen Gesundheitsministeriums sind 1546 Menschen mit COVID-19 infiziert und 25 Brasilianer sind an den Folgen der Virusinfektion gestorben. Der brasilianische Präsident Bolsonaro hat am Sonntag seine Landgrenze zu Uruguay geschlossen – die letzte noch offene. Nun sind alle brasilianischen Landgrenzen geschlossen, um die Ausbreitung von COVID-19 im größten lateinamerikanischen Land einzudämmen.

18 Tage nach der Bestätigung der ersten Infektion mit COVID-19 in Argentinien wurden heute 41 neue Fälle gemeldet, und die Gesamtzahl erreichte 266. Nach Angaben der argentinischen Zeitung La Nación starben bisher vier der Infizierten.

In Kolumbien gibt es derzeit 235 Infizierte, von denen drei genesen sind – zwei Menschen haben ihr Leben verloren. Inlandsflüge in Kolumbien werden ab dem 25. März ausgesetzt. Lediglich Ambulanzflugzeuge und Flüge zu humanitären Zwecken werden in Ausnahmefällen genehmigt.

Im Krisenstaat Venezuela gibt es 77 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus und bisher keine Todesfälle, heißt es in offiziellen Statistiken. Die Regierung hat den Alarmzustand ausgerufen und eine einmonatige Quarantäne über das Land verhängt.

Präsident Maduro erklärte, dass Venezuela nach der Ankunft von 130 kubanischen Ärzten in der vergangenen Woche sowohl von China als auch von Russland humanitäre Hilfe erhalten werde. Er forderte die Vereinigten Staaten auf, während der Pandemie alle Sanktionen gegen das Land aufzuheben.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro bei seiner Rede während der Sitzung der Präsidialkommission zur Bekämpfung von COVID-19 im Miraflores-Palast in Caracas. [MIRAFLORES PRESS HANDOUT]

USA mit 35.224 Fällen das am drittstärksten von COVID-19 betroffene Land weltweit

Die USA sind laut der Johns Hopkins University mit 35.224 bestätigten Fallen mittlerweile das am drittstärksten von COVID-19 betroffene Land weltweit (Stand: 23. März). Die Epizentren des Virus befinden sich derzeit noch in US-amerikanischen Großstädten wie Seattle (wo der erste Fall im Januar entdeckt wurde) und New York City. COVID-19-Fälle wurden dennoch in allen 50 US-Bundesstaaten bestätigt.

Angesichts des Unterschieds in der Bevölkerungsgröße ist diese Gesamtzahl weniger drastisch als in Orten wie Spanien, Italien und Deutschland – die Rate der Neuinfektionen nimmt jedoch rasch zu. In den USA beträgt die Verdoppelungszeit für die Infektion etwa drei Tage, während es Anzeichen dafür gibt, dass einige europäische Länder begonnen haben, die Ausbreitung zu verlangsamen. In Italien hat sich die Verdoppelungszeit auf sechs Tage verkürzt, während sie in Spanien etwa viereinhalb Tage und in Deutschland fünf Tage beträgt.

Maas mahnt bessere Koordinierung der EU-Maßnahmen an

Vor der Videokonferenz der EU-Außenminister zur Corona-Krise hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) eine bessere Abstimmung der Mitgliedsländer angemahnt. Die Koordination der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie auf EU-Ebende sei auch wegen der sehr unterschiedlichen Situationen in den einzelnen Ländern „im Moment nicht einfach“, sagte Maas am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Dennoch könnten die EU-Länder „in Kooperationsfragen noch etwas zulegen“.

Als Bereiche für eine verstärkte Zusammenarbeit nannte Maas das „Grenzmanagement“ und die Verteilung medizinischer Güter, damit sie „da hinkommen, wo sie am nötigsten gebraucht werden“. Deutschland etwa habe am Sonntag eine Maschine mit sieben Tonnen Hilfsgütern, insbesondere 300 Beatmungsgeräten, in das besonders schwer betroffene Italien geschickt.

Außerdem zeige die Bereitschaft Baden-Württembergs und des Saarlands, schwerstkranke Corona-Patienten aus überlasteten Gebieten Frankreichs aufzunehmen, dass „dort, wo es geht und dort, wo die Länder noch Kapazitäten haben, man sich auch gegenseitig hilft“.

Söder verteidigt Vorpreschen bei Maßnahmen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sein Vorpreschen bei den Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie verteidigt. Tatsächlich sei innerhalb Deutschlands „die Betroffenheit auch sehr unterschiedlich“, sagte Söder am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Daher sei es nur natürlich, dass grenznahe Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und das Saarland früher Schutzmaßnahmen ergriffen hätten.

Insgesamt lasse sich feststellen, dass die Corona-Krise „die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg“ sei, hob Söder hervor. Deswegen freue er sich, „dass man jetzt bei allen Bundesländern anerkannt hat, dass wir was tun müssen“, fügte er mit Blick auf Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen hinzu.

Der bayerische Regierungschef verwies darauf, dass eine der Stärken des Föderalismus darin liege, dass die Bundesländer selbstständig auf ihre jeweiligen Herausforderungen reagieren könnten. „Und manchmal muss das der ein oder andere mal einen Tag oder zwei vorher machen“, sagte Söder. Dies sei auch bereits bei den Schulschließungen wegen der Coronavirus-Pandemie der Fall gewesen.

Die Einführung weitreichender Ausgangsbeschränkungen in Bayern vor anderen Bundesländern begründete Söder damit, dass viele Bürgermeister und Landräte sowie auch zahlreiche Bürger ihn darum gebeten hätten. Er habe daher eine „angemessene und auch glaube ich notwendige Entscheidung“ getroffen.

Söder zeigte sich überzeugt, dass er mit der früheren Verhängung strikter Ausgangsbeschränkungen über das Wochenende „viele, viele Infektionen verhindert“ habe. „Und ganz ehrlich: Jeder Tag, in dem wir Infektionen verhindern, ist doch ein Tag, den wir gewinnen.“ Die Corona-Krise sei „ein Charaktertest für unser Land“, den es zu bestehen gelte.

Klinische Tests von vier Mitteln gegen Coronavirus in Europa begonnen

In Europa beginnen klinische Tests von vier experimentellen Methoden zur Behandlung von Covid-19. Bei den Tests an rund 3200 Versuchspersonen kämen die Mittel Remdesivir, Lopinavir sowie Ritonavir mit oder ohne die Wirkstoffe Interferon Beta und Hydroxychloroquin zum Einsatz, teilte die französische staatliche Forschungseinrichtung Inserm am Sonntag mit.

Getestet werden soll demnach an Patienten in Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind und deswegen in einem Krankenhaus behandelt werden.

Der Generaldirektor im französischen Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon, erläuterte, die Medikamente würden „unter strikter Aufsicht“ getestet. Es sei „sehr wichtig, es schnell und unter diesen Bedingungen zu tun“, fügte er mit Blick auf die weltweit massiven Folgen der Coronavirus-Pandemie hinzu. Die Testreihe trägt nach Salomons Angaben den Namen „Discovery“ (Entdeckung), außerdem laufen laut Inserm weitere klinische Tests unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter dem Namen „Solidarity“ (Solidarität).

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22. März 2020

Frankreichs Parlament verabschiedet Notstandsgesetz

Frankreichs Parlament hat am Sonntagabend abschließend für ein Gesetz gestimmt, das zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie einen Gesundheitsnotstand ermöglicht. Aus Infektionsschutzgründen stimmte nur ein kleiner Teil der Abgeordneten der Nationalversammlung per Handzeichen ab, kurz zuvor hatte der Senat das Gesetz gebilligt.

Mit der Veröffentlichung des Gesetzes im Amtsblatt tritt ein zunächst zwei Monate dauernder Gesundheitsnotstand in Kraft – damit sind im Kampf gegen die Corona-Krise Einschränkungen der Bürgerrechte etwa durch Ausgangssperren und Beschlagnahmungen möglich. Eine Verlängerung des Notstands ist möglich. Das Gesetz bevollmächtigt die Regierung zudem, eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft in diesen Krisenzeiten zu beschließen und die zweite Runde der französischen Kommunalwahlen zu verschieben.

Bundeskanzlerin Merkel nach Kontakt zu einer mit COVID-19 infizierten Person in Quarantäne

„Die Bundeskanzlerin wurde nach ihrem heutigen Presseauftritt davon unterrichtet, dass ein Arzt, der am Freitagnachmittag eine prophylaktische Pneumokokken-Impfung bei ihr vorgenommen hatte, mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Daraufhin hat die Bundeskanzlerin entschieden, sich unverzüglich in häusliche Quarantäne zu begeben. Sie wird sich in den nächsten Tagen regelmäßig testen lassen, weil ein Test jetzt noch nicht voll aussagekräftig wäre. Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen,“ heißt es in der kürzlich von Steffen Seibert veröffentlichten Pressemitteilung.

Die Kanzlerin sei erst nach ihrem Presseauftritt am Sonntagabend von der Infektion ihres Arztes unterrichtet worden. Merkel hatte vor der Presse den neuen Maßnahmenkatalog zur Eindämmung des Coronavirus vorgestellt, den sie mit den Ministerpräsidenten vereinbart hatte.

Merkel ruft Bevölkerung zu „Verzicht und Opfern“ in Corona-Krise auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung zu „Verzicht und Opfern“ im Kampf gegen die Corona-Krise aufgerufen. Das öffentliche Leben und die sozialen Kontakte müssten durch neue Abstandsregeln und Schließungen weiter reduziert werden, sagte Merkel am Sonntag bei der Vorstellung eines neuen Maßnahmenkatalogs von Bund und Ländern. „So retten wir Leben“, betonte sie.

Kernpunkt der Vereinbarung sei die neue Abstandsregelung, wonach Menschen in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand „von mindestens 1,5 Metern, besser noch zwei Metern“ einzuhalten haben, sagte die Kanzlerin. Ausgenommen davon seien Angehörige des eigenen Hausstands. Versammlungen von mehr als zwei Menschen seien verboten – auch hier sind Angehörige des eigenen Hausstands ausgenommen.

„Es ist das allerwichtigste, dass die Abstandregeln eingehalten werden“, sagte Merkel. „Mit einem bestimmten Abstand reduziert sich das Infektionsrisiko nahezu auf Null“, sagte sie weiter. Es mache einen „Riesenunterschied“, ob ein halber Meter oder anderthalb Meter Abstand eingehalten würden. „Jeder soll seine Bewegungen und sein Leben für die nächsten Wochen nach diesen klaren Vorgaben organisieren.“

Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Nachmittag in einer Telefonkonferenz beraten, welche weitere Einschränkungen vorgenommen werden müssen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Zuvor hatten bereits Bayern und das Saarland weitreichende Ausgangsbeschränkungen erlassen.

w_55973390 [EPA-CLEMENS BILAN / POOL]

Bund und Länder vereinbaren Kontaktverbot von mehr als zwei Menschen

Bund und Länder haben im Kampf gegen das Coronavirus ein weitreichendes Kontaktverbot vereinbart. Mehr als zwei Menschen dürften sich nicht treffen, Kernfamilien sind von dem Verbot ausgenommen, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet am Sonntag nach einer Telefonkonferenz der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte. Es gehe darum, „alle Menschen zu Vernunft zu bringen“. Daher seien weitere strengere Maßnahmen und ein geschlossenes Vorgehen von Bund und Ländern nötig.

Soziale Kontakte über die Kernfamilie und Lebenspartner hinaus müssten eingestellt werden, so Laschet. Bei Inkrafttreten der entsprechenden Rechtsverordnung soll das Kontaktverbot bereits ab Montag gelten, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Länderkreisen erfuhr. Laschet sagte, die Verordnung gelte bis zum Ende der Osterferien.

Der NRW-Ministerpräsident sagte mit Blick auf Forderungen nach einer Ausgangssperre, nach Einschätzung von Bund und Ländern sei „nicht das Verlassen der Wohnung die Gefahr, die Gefahr ist der enge unmittelbare soziale Kontakt“. Deshalb sei ein Kontaktverbot ab zwei Personen geeignet, um eine Unterbrechung der Infektionsketten „verhältnismäßiger, zielgerichteter und besser zu vollziehen“.

Durchgesetzt werde das Kontaktverbot von den Ordnungsämtern und der Polizei. Bei leichten Verstößen drohten Bußgelder von bis zu 25.000 Euro, schwerere Verstöße würden strafrechtlich verfolgt. „Es geht um Leben und Tod“, betonte Laschet.

Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Nachmittag in einer Telefonkonferenz beraten, welche weitere Einschränkungen vorgenommen werden müssen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Zuvor hatten bereits Bayern und das Saarland weitreichende Ausgangsbeschränkungen erlassen.

Krankenhäuser bekommen in der Corona-Krise mehr Geld

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will im Kampf gegen das Coronavirus den Krankenhäusern mehr Unterstützung zukommen lassen, verzichtet aber vorerst auf die Ortung der Handydaten von Kontaktpersonen. In einem neuen Gesetz ist unter anderem eine höhere Entschädigung der Krankenhäuser für Betten geplant, die wegen der Corona-Pandemie freigehalten werden. Zugleich wurde das Vorhaben, dem Robert-Koch-Institut Daten zur Handy-Ortung zukommen zu lassen, bis Ostern auf Eis gelegt.

Die Reform des Krankenhausgesetzes sieht vor, rückwirkend zum 16. März den Kliniken für jedes im Verhältnis zum Vorjahr freie Bett eine Tagespauschale in Höhe von 560 Euro zu zahlen. Die Krankenhäuser erhalten für jede neu geschaffene intensivmedizinische Behandlungseinheit mit Beatmungsmöglichkeit einen Bonus in Höhe von 50.000 Euro aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds.

Die Personaluntergrenzen in der Pflege werden rückwirkend zum 1. März 2020 für sechs Monate ausgesetzt. Dieses Vorhaben soll am Montag ins Kabinett.

Spanische Regierung will Ausgangssperre bis 11. April verlängern

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die spanische Regierung die im ganzen Land geltende Ausgangssperre bis zum 11. April verlängern. Dies kündigte am Sonntag Ministerpräsident Pedro Sánchez an. Die 46 Millionen Einwohner Spaniens dürfen seit dem 14. März ihr Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit zu gelangen, Einkäufe zu erledigen, Medikamente zu besorgen oder mit dem Hund Gassi zu gehen.

Sánchez erklärte, er werde das Parlament um eine Verlängerung der zunächst für 15 Tage geltenden Ausgangssperre um zwei weitere Wochen bitten. Damit würde diese bis zum 11. April gelten.

Berliner bleiben zunehmend zu Hause

„Unglaublich viele Menschen in Berlin haben den Ernst der Lage offenbar erkannt. Es sind merklich weniger Menschen in der Stadt unterwegs. Wer dennoch angesprochen werden muss, reagiert meist verständnisvoll,“ schreibt die Berliner Polizei in einem Tweet von heute Vormittag.

Île-de-France mit 4695 Fällen die am stärksten betroffene Region Frankreichs

Nach Angaben von Santé Publique France ist die rund um Paris gelegene Region Île-de-France derzeit die am stärksten von der Epidemie betroffene Region Frankreichs. Die nationale Gesundheitsbehörde zählte gestern, am 21. März, 4695 nachgewiesene Fälle von COVID-19.

Insgesamt wurden seit dem 21. Januar 2020 in Frankreich 14.459 COVID-19 Fälle bestätigt. Seit dem Ausbruch der Epidemie sind im Land 562 Menschen an den Folgen der COVID-19-Infektion gestorben. Nach den am Samstagabend von der Generaldirektion für Gesundheit (DGS) veröffentlichten Zahlen hat die Epidemie im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus in den letzten 24 Stunden 112 Todesfälle in Frankreich zur Folge gehabt.

Auch Rheinland-Pfalz übernimmt Intensivpatienten aus Frankreich

Das Saarland stellt Beatmungsplätze für französische Corona-Notfallpatienten zur Verfügung

Belgien: 586 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden

In Belgien wurden in den letzten 24 Stunden 586 neue bestätigte Fälle gemeldet: 412 Fälle in Flandern, 99 Fälle in Wallonien und 70 Fälle in Brüssel.

Insgesamt liegt die Zahl der bestätigten COVID-19 Infektionen in Belgien damit bei 3.401.

Der Ausnahmezustand in Belgien aufgrund der Coronavirus-Epidemie werde noch mindestens acht Wochen andauern, sagte Gesundheitsministerin Maggie De Block am Sonntag gegenüber der Zeitung De Zondag.

Fast 400 neue Corona-Todesfälle in Spanien innerhalb von 24 Stunden

In Spanien sind innerhalb von 24 Stunden fast 400 weitere Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es seien 394 neue Todesfälle registriert worden, teilte am Sonntag die Regierung in Madrid mit. Dies sei ein Anstieg um rund 30 Prozent. Damit starben in Spanien bereits 1720 Menschen.

Spanien ist nach Italien das am meisten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Die Zahl der Infizierten lag am Sonntag bei 28.572. Dies waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums 3646 mehr Fälle und damit 14,6 Prozent mehr als noch am Vortag.

In Frankreich ist zum ersten Mal ein behandelnder Arzt an den Folgen von COVID-19 gestorben

1,5 Millionen Risikopatienten in Großbritannien sollen drei Monate in Quarantäne

Wegen der Coronavirus-Pandemie sollen sich in Großbritannien 1,5 Millionen Risikopatienten drei Monate lang in Quarantäne begeben. „Die Menschen sollten zu Hause bleiben, unser staatliches Gesundheitssystem schützen und Leben retten“, forderte Großbritanniens Staatssekretär für kommunale Angelegenheiten, Robert Jenrick, am Sonntag. „Besonders gefährdete Menschen“ sollten „zusätzliche“ Maßnahmen ergreifen, um sich selbst „abzuschirmen“. Premierminister Boris Johnson warnte derweil vor einem „krassen“ Anstieg bei den Infektionszahlen.

Menschen mit Vorerkrankungen sollten „mindestens zwölf Wochen“ in häuslicher Isolation verbringen, erklärte Jenrick. Die Aufforderung richtet sich unter anderem an Blut- oder Knochenkrebspatienten sowie an Menschen, die unter Stoffwechselerkrankungen leiden. Auch Patienten nach einer Organtransplantation sollen der Anweisung folgen.

Italienische Regierung ordnet Schließung „nicht lebenswichtiger“ Unternehmen an

Die italienische Regierung hat im Kampf gegen das Coronavirus die Schließung aller „nicht lebensnotwendigen“ Unternehmen und Fabriken beschlossen. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Samstagabend in einer Fernsehansprache, die Regierung habe entschieden, landesweit jegliche Produktion einzustellen, die für die Grundversorgung „nicht absolut notwendig, entscheidend und unverzichtbar“ sei. Die Zahl der Todesopfer in Italien war zuvor binnen 24 Stunden um fast 800 in die Höhe geschnellt.

Die Regierung habe beschlossen, im Bemühen um eine Eindämmung der durch das Coronavirus ausgelösten Pandemie einen „zusätzlichen Schritt“ zu gehen, sagte Conte. „Wir werden den Produktionsmotor des Landes verlangsamen, aber wir werden ihn nicht stoppen“, versicherte er. Ausgenommen von der Schließung seien unter anderem Lebensmittelgeschäfte und Apotheken.

Europäische Solidarität: Uniklinik Freiburg nimmt die ersten schwerkranken Patienten aus dem französischen Elsass auf

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21. März 2020

Zivilschutz: Fast 800 Corona-Tote in Italien binnen 24 Stunden

In Italien sind innerhalb von 24 Stunden fast 800 weitere mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Die Zahl der Todesopfer sei um 793 auf 4825 gestiegen, wie der italienische Zivilschutz am Samstag mitteilte. Damit wurden 38,3 Prozent der weltweiten Corona-Toten insgesamt aus Italien gemeldet.

Die Zahl der täglichen Todesopfer der Pandemie in dem EU-Land erreichte am Samstag ebenso einen neuen traurigen Rekord wie die Zahl der Neuinfektionen, die mit 6557 angegeben wurde. Damit steckten sich nach Behördenangaben bislang 53.578 Menschen in Italien mit dem neuartigen Coronavirus an.

Mit 546 die meisten Todesfälle am Samstag wurden in der Region Mailand in der norditalienischen Region Lombardei registriert. Außerdem wurde dort die Hälfte der Neuinfektionen festgestellt.

Auch Berlin führt weitere Maßnahmen und Ausgangsbeschränkungen ein

Bund will Infektionsschutzgesetz ändern und Zuständigkeiten an sich ziehen

Um in der Corona-Krise schneller und schärfer reagieren zu können, ändert die Bundesregierung nach „FAZ“-Informationen das Infektionsschutzgesetz. Der Bund soll künftig mehr Eingriffsmöglichkeiten im ganzen Land erhalten, während die Bundesländer zum Teil entmachtet werden, wie die Zeitung am Samstag unter Berufung auf einen Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Änderung des Gesetzes berichtete.

Künftig soll die Bundesregierung demnach zum Beispiel grenzüberschreitende Personentransporte untersagen können, per Handyortung die Kontaktpersonen von Infizierten suchen, die Versorgung mit Arzneien und Schutzausrüstung zentral steuern und medizinisches Personal zwangsrekrutieren. Sie kann dem Bericht zufolge aber keine Ausgangssperren anordnen, wie sie derzeit im Gespräch und in einigen Ländern schon in Kraft sind.

Der Entwurf soll demnach am Montag im Bundeskabinett verabschiedet und im Laufe der Woche im Eilverfahren im Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der „FAZ“: „Bund und Länder arbeiten bei der Bewältigung dieser Epidemie Hand in Hand. Hier bündeln wir Kompetenzen. Und noch wichtiger: Wir können künftig in einer Lage wie dieser binnen Stunden für Ärzte, Pflegekräfte, Apotheker und alle anderen, die weit über das normale Maß anpacken, Bürokratie wegnehmen, Regeln anpassen, Vergütungen erhöhen.“

Ausgangsbeschränkungen für knapp eine Milliarde Menschen

Knapp eine Milliarde Menschen rund um den Globus müssen wegen der Coronavirus-Pandemie das Wochenende in den eigenen vier Wänden verbringen. Einer Schätzung der Nachrichtenagentur AFP zufolge gelten für etwa 900 Millionen Menschen in 35 Ländern Ausgangssperren oder Ausgangsbeschränkungen. Für rund 600 Millionen davon seien diese strengen Maßnahmen staatlich angeordnet worden.

Frankreich, Italien, Spanien und andere europäische Länder haben landesweite Ausgangssperren verhängt. In Deutschland gibt es in einigen Bundesländern Ausgangsbeschränkungen, unter anderem in Bayern.

Bis Samstag wurde das neuartige Coronavirus bei 271.660 Menschen in 164 Ländern und Gebieten nachgewiesen, wie eine AFP-Zählung ergab. 

Vizekanzler Scholz gegen Ausgangssperre

Vor dem entscheidenden Treffen von Bund und Ländern am Sonntag hat sich Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) gegen eine Ausgangssperre zur Bekämpfung des Coronavirus ausgesprochen. „Gerade in der gegenwärtigen Situation haben alle ein Bedürfnis nach frischer Luft“, sagte der SPD-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Er hoffe, „dass uns der Gang in die Natur nicht verwehrt wird – in einer Zeit, in der die meisten Freizeitbeschäftigungen wegfallen“.

Scholz sagte, die allermeisten Bürger hätten hoffentlich verstanden, worum es jetzt geht. „Vielleicht können wir die Übrigen ein wenig anstupsen sich zusammenzureißen, damit wir uns alle vor weiteren Einschränkungen der Freiheit schützen.“

Mehr als 20.000 bestätigte Fälle in Deutschland

Laut der John-Hopkins-Universität gibt es 20.142 bestätigte COVID-19 Fälle in der Bundesrepublik. Damit hat Deutschland die fünftmeisten Infektionsfälle der Welt.

Nordrhein-Westfalen, Belgien und die Niederlande haben eine Cross-Border Task Force ins Leben gerufen

Deutsche Textilhersteller Trigema und Eterna stellen Mundschutz-Masken her

Baden-Württemberg will schwerkranke Coronavirus-Patienten aus Frankreich aufnehmen

Laut Informationen der „Schwäbischen Zeitung“ will Baden-Württemberg schwerkranke Corona-Patienten aus dem anliegenden französischen Elsass in Kliniken aufnehmen.

Die Lage in Ostfrankreich ist dramatisch: Tausende Menschen sind in dem Gebiet bereits mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, die Intensivstationen in Mulhouse, Colmar und Strassburg sind schon lange belegt. Es ist Frankreichs Corona-Hotspot.

Nun hat “Ministerpräsident Kretschmann die Unterstützung Baden-Württembergs zugesagt”, heißt es in einem Schreiben an die Kliniken, das der „Schwäbischen Zeitung“ vorliegt. Das Gesundheitsministerium habe bereits die südwestlichen Krankenhäuser gebeten, freie Beatmungsbetten zu melden. 

Bayerns Innenminister: Ausgangsbeschränkungen werden weitestgehend eingehalten

Die Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden nach Angaben von Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) bislang weitestgehend eingehalten. „Die allermeisten halten sich daran“, sagte Herrmann am Samstag im Bayerischen Rundfunk. Es habe „da und dort“ noch ein paar Gruppen von Jugendlichen gegeben, die in der Öffentlichkeit kleinere Partys veranstaltet hätten. „Die sind dann von der Polizei nach Hause geschickt worden.“ Insgesamt seien in der vergangenen Nacht keine besonderen Probleme aufgetaucht.

Die Polizei werde den ganzen Tag über kontrollieren, ob sich die Menschen an die verfügten Maßnahmen halten. Das Arbeitsleben solle nicht eingeschränkt werden, ansonsten solle aber das öffentliche Leben „soweit wie möglich“ reduziert werden, sagte Herrmann.

Bericht: Drei Milliarden Euro Sofort-Hilfe für Deutschlands Kliniken

Das Bundeskabinett will angesichts der sich ausbreitenden Coronavirus-Epidemie Milliardenhilfen für Deutschlands Krankenhäuser auf den Weg bringen. Geplant sei ein Volumen von zunächst drei Milliarden Euro, berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf Koalitionskreise. Details seien noch offen. Der entsprechende Gesetzentwurf solle an diesem Samstag vorliegen.

Hintergrund ist demnach, dass Krankenhäuser wegen der Corona-Krise auf planbare Behandlungen und Operationen verzichten müssen. Die dadurch entgehenden Erlöse könnten die Häuser in Schwierigkeiten bringen, hieß es in Koalitionskreisen. Ziel sei es, Klinikpleiten als Folge der Corona-Pandemie zu verhindern. Mit einem weiteren Gesetz sollen nach RND-Informationen die Arbeitszeiten in systemrelevanten Sektoren flexibilisiert werden – unter anderem in den Krankenhäusern.

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20. März 2020

Mehr als 600 Corona-Tote in Italien binnen 24 Stunden

Erschütternde Corona-Zahlen aus Italien: Binnen 24 stunden sind in dem Land mehr als 600 Menschen an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. Das ist die bisher höchste Opferzahl an einem Tag, wie der italienische Zivilschutz am Freitag mitteilte. Mittlerweile infizierten sich weltweit bereits mehr als eine Viertelmillion Menschen, wie eine AFP-Zählung auf der Grundlage von Behördenangaben ergab. Die Zahl der Toten überstieg die Grenze von 11.000 – mehr als die Hälfte der Menschen starb in Europa.

Die Zahl der Corona-Toten in Italien stieg binnen eines Tages um 627 und damit auf insgesamt mehr als 4000 – das sind so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Die Zahl der bestätigten Infektionen erhöhte sich um fast 6000 auf etwas über 47.000. 36 Prozent der Corona-Todesopfer weltweit sind nun in Italien zu beklagen.

Brüssel kündigt erstmals Aussetzung der Defizitregeln an

Wegen der Coronavirus-Krise will die EU-Kommission in einem nie dagewesenen Schritt die europäischen Regeln für Haushaltsdefizite der Mitgliedstaaten bis auf Weiteres aussetzen. Erstmalig aktiviere die Behörde „die allgemeine Ausweichklausel“ im EU-Stabilitätspakt, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag. „Der Schritt bedeutet, dass nationale Regierungen so viel Liquidität wie nötig in die Wirtschaft pumpen können“. Am Montag befassen sich Europas Finanzminister mit dem Schritt.

Italien erwägt noch drastischere Maßnahmen

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erwägt die italienische Regierung neue, noch drastischere Maßnahmen. In den kommenden 24 bis 48 Stunden seien neue Einschränkungen möglich, sagte der für die Regionen zuständige Minister Francesco Boccia am Freitag. Unter anderem nannte er die Möglichkeit, alle Aktivitäten im Freien zu verbieten.

„Leider gehen die Zahlen auch heute noch nicht in die richtige Richtung, weder bei den Neuinfektionen noch bei den Todesfällen“, die „deutlich zunehmen“, sagte der Gouverneur der am schlimmsten betroffenen Region Lombardei, Attilio Fontana. Die Gouverneure der nördlichen Regionen Italiens fordern deshalb die Schließung weiterer Betriebe und einen Einsatz der Armee, um die Umsetzung der Maßnahmen zu kontrollieren.

Einige Bundesländer verschärfen noch vor Treffen mit Merkel Maßnahmen

Noch vor dem Corona-Krisentreffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten haben zahlreiche Bundesländer ihre Maßnahmen gegen das Virus verschärft. Bayern und das Saarland kündigten „grundlegende Ausgangsbeschränkungen“ an, auch andere Bundesländer schränkten das öffentliche Leben rigoros ein. Merkel dankte über Regierungssprecher Steffen Seibert den „vielen Millionen Menschen“, die sich an die bereits bestehenden Vorgaben hielten, und mahnte die übrigen eindringlich, dies auch zu tun.

Am Sonntagabend beraten Merkel und die Länderchefs im Kanzleramt über weitere Beschränkungen. Dabei werde geprüft, inwieweit die bislang ergriffenen Maßnahmen eingehalten werden. „Entscheidend“ werde die Lage am Wochenende sein. Da müsse geschaut werden, inwieweit es gelungen sei, das öffentliche Leben so sehr herunterzufahren, dass die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden könne, sagte Seibert: „Das Mittel, das wir gegen die Corona-Krise haben, sind wir selbst.“

Mit Blick auf die Kontrollen der Beschränkungen am Wochenende sagte der Regierungssprecher, die Ordnungsbehörden seien in kleinen Zuständigkeitsbereichen tätig und hätten ein „relativ genaues Bild“. Diese Beobachtungen würden jeweils auf Landesebene zusammengeführt und flössen in die Gesamtbewertung des Bundes ein.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte nach einer Sondersitzung des Kabinetts: „Wir fahren das öffentliche Leben nahezu vollständig herunter.“ Ab Mitternacht werden unter anderem auch Restaurants und Gaststätten geschlossen, die Bürger sollen möglichst zu Hause bleiben. Die Vorgaben gelten zunächst für zwei Wochen.

Die bisherigen Maßnahmen wie die Schließung von Schulen und Kitas sowie zahlreichen Geschäften reichen nach Ansicht der bayerischen Landesregierung nicht aus, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Die saarländische Landesregierung kündigte eine Allgemeinverfügung für eine Ausgangsbeschränkung an, die sofort wirken sollte.

In Baden-Württemberg sind wegen der Corona-Krise Zusammenkünfte von mehr als drei Menschen an öffentlichen Orten ab sofort verboten. Zudem müssen ab Samstag Restaurants geschlossen bleiben, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte.

In Niedersachsen müssen Restaurants, Imbisse und Mensen „so schnell wie möglich“ schließen, wie es in einem Erlass des Landesgesundheitsministeriums heißt.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, in ihrem Bundesland würden Versammlungen mit mehr als fünf Menschen aufgelöst und könnten mit Bußgeldern bestraft werden. Vorerst gebe es keine Ausgangssperre. Mit Blick auf die von Saarland und Bayern verhängten Ausgangsbeschränkungen sagte Dreyer, es sei „unglücklich, dass zwei Bundesländer vorgeprescht sind“. Es sei klar verabredet gewesen, dass ein einheitlicher Weg gegangen werde.

Auch in Hessen dürfen sich mit Anbruch des Samstags nur noch maximal fünf statt bisher höchstens 100 Menschen an öffentlichen Orten versammeln, wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mitteilte. Zur möglichen Notwendigkeit von Ausgangssperren sagte Bouffier, diese Frage werde am Sonntag zwischen Bund und Ländern erneut beraten. „Die Ausgangssperre ist eine der letzten Maßnahmen, die man treffen kann“, sagte Bouffier.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält die bislang verhängten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise in seinem Bundesland hingegen zunächst für ausreichend. „Die getroffenen Maßnahmen in Brandenburg wirken“, sagte er in Potsdam.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, eine Ausgangssperre könne „immer nur das allerletzte Mittel sein“. Sie fügte hinzu: „Wir wollen das möglichst vermeiden.“

Rheinland-Pfalz und Hessen schließen sich Bayern an und verschärfen Beschränkungen

AFP-Zählung: Weltweit mehr als 10.000 Tote durch Coronavirus-Pandemie

Durch die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sind mittlerweile weltweit bereits mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen – mehr als die Hälfte davon in Europa. 5168 Infizierte starben bislang in Europa, 10.080 weltweit, wie am Freitag eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben ergab. Italien zählte allein 3405 Todesopfer – so viele wie kein anderes Land auf der Erde.

Bayern: Erstes Bundesland mit Ausgangssperre

Bayern verhängt als erstes Bundesland eine landesweite Ausgangsbeschränkung zur Eindämmung des Coronavirus.

“Wir fahren das öffentliche Leben in Bayern nahezu vollständig herunter”, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Freitag. Die von der Staatsregierung angeordneten “grundlegende Ausgangsbeschränkungen” und das Verbot zur Gruppenbildung sollten in der Nacht zum Samstag um 00:00 Uhr in Kraft treten.

“Bleiben Sie zu Hause. Gehen Sie nur in Ausnahmefällen raus”, sagte Söder. Weiterhin erlaubt seien notwendige Wege zur Arbeit, zum Arzt oder auch Spaziergänge allein oder mit der Familie. “Frische Luft tut gut.” Innenminister Joachim Herrmann kündigte bei der gemeinsamen Online-Pressekonferenz verstärkte Polizeikontrollen an. Auf Basis des bundesweit geltenden Infektionsschutzgesetzes könnten die Behörden bei Verstößen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro verhängen.

RKI-Chef Wieler: Coronavirus stellt Gesundheitskrise bisher unbekannten Ausmaßes dar

Die Coronapandemie stellt in Deutschland laut Robert-Koch-Instituts (RKI) ein Krankheitsgeschehen von bisher ungekannten Dimensionen dar. „Wir alle sind in einer Krise, die ein Ausmaß hat, das ich mir selber nie hätte vorstellen können“, warnte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin bei seiner Lageeinschätzung vor Journalisten. Allen Bürgern und Entscheidungsträgern müsse der Ernst der Lage nun vollkommen klar sein. „Jeder muss das verstehen.“

Wieler richtete einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung, die Maßnahmen zur Reduzierung sozialer Kontakte umzusetzen, im Alltag Abstand zu halten und sich im Fall von Krankheitssymptomen selbst in Quarantäne zu begeben. Er betone dies, weil er davon „überzeugt“ sei, dass dies jetzt absolut notwendig sei. „Wir hatten bislang die Situation einer Epidemie dieses Ausmaßes in Deutschland noch nicht.“

Österreich verlängert Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Coronakrise

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie verlängert Österreich die Ausgangsbeschränkungen. Die strengen Einschränkungen im ganzen Land würden bis zum Ostermontag am 13. April verlängert, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag vor Journalisten. Die Regierung werde prüfen, ob die Maßnahmen nach dieser Frist gelockert werden könnten.

„Halten Sie durch. Jeder, der die Maßnahmen mitträgt, ist ein Lebensretter“, sagte Kurz laut österreichischer Nachrichtenagentur APA. Den Kampf gegen die Pandemie bezeichnete er als „Marathon“, der „viele Entbehrungen“ und „viel Verzicht“ mit sich bringe. „Wir dürfen nicht nachlassen. Wir müssen die Maßnahmen, die wir gesetzt haben, weiter fortsetzen“, sagte Kurz.

China meldet erneut keine neuen inländischen Corona-Ansteckungen

Am zweiten Tag in Folge ist in China nach offiziellen Angaben kein neuer Fall einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus innerhalb des Landes registriert worden. Die Nationale Gesundheitskommission meldete am Freitag zudem nur drei neue Todesfälle – der geringste Anstieg innerhalb eines Tages seit Januar. Allerdings wurden 39 neue Corona-Patienten verzeichnet, die sich im Ausland angesteckt haben sollen.

China fürchtet jedoch eine zweite Welle von Infektionsfällen durch aus dem Ausland einreisende Chinesen. Die Gesundheitskommission meldete am Freitag 39 neue Patienten, die sich im Ausland angesteckt haben sollen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 228.

Von der Leyen: EU-Wirtschaft erleidet durch Coronakrise „externen Schock“

Die Coronavirus-Pandemie hat der Wirtschaft in Europa laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen „externen Schock“ versetzt. „Wir stemmen uns mit ganzer Kraft dagegen und mobilisieren auch alles, was Europa an Möglichkeiten hat“, sagte von der Leyen am Freitag im Deutschlandfunk.

Das öffentliche Leben müsse zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung runtergefahren werden, aber das schade der Wirtschaft „massiv“. Unzählige Betriebe seien durch die Coronakrise unverschuldet in Notlage geraten.

Kritische Schwelle von 30.000 Intensivbetten könnte weit übertroffen werden

Hier finden Sie die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) zur Verbreitung des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2).

Ausgangssperre auch in Freiburg

Als erste Großstadt in Deutschland hat Freiburg im Kampf gegen das Coronavirus eine allgemeine Ausgangssperre verhängt. Für öffentliche Orte gilt ab Samstag ein „Betretungsverbot“, wie die Stadtverwaltung am Donnerstagabend mitteilte. Möglich ist, dass Ausgangsverbote noch auf ganz Deutschland zukommen: Darüber werden die Ministerpräsidenten am Sonntag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten, wie der baden-württembergische Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) ankündigte.

Von der Ausgangssperre in der 230.000-Einwohner-Stadt Freiburg gilt aber eine Reihe von Ausnahmen. Das Verlassen der Wohnung ist bei „dringenden Angelegenheiten“ weiterhin erlaubt. Arztbesuche, beruflich bedingte Wege und Lebensmitteleinkäufe sind zulässig. Auch sportliche Betätigung im Freien bleibt erlaubt, sofern diese alleine oder mit Mitgliedern der Familie ausgeübt wird, wie Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) in den ARD-„Tagesthemen“ sagte.

Horn begründete die Maßnahme damit, dass die Stadt nur wenige Kilometer von stark von der Pandemie betroffenen Gebieten Frankreichs und der Schweiz entfernt liegt. Nach seinen Angaben wurde die Ausgangssperre auch deshalb beschlossen, weil die Aufrufe zur Vermeidung sozialer Kontakte nicht genügend beachtet wurden. Diese Botschaft sei „nicht in allen Köpfen angekommen“.

Ausgangssperre in ganz Kalifornien verhängt

Die USA ergreifen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie immer rigorosere Maßnahmen. Der US-Bundesstaat Kalifornien verhängte am Donnerstag eine allgemeine Ausgangssperre für seine Einwohner, von der nur wenige Ausnahmen gelten. US-Präsident Donald Trump sagte das für Juni geplante Gipfeltreffen der G7-Staatengruppe in Camp David ab.

Die Ausgangssperre in Kalifornien sollte bereits ab Donnerstagabend (Ortszeit) gelten, wie Gouverneur Gavin Newsom sagte. Ein Enddatum für die Maßnahme gibt es nicht. Newsom begründete dies damit, dass es sich um eine „dynamische Situation“ handle.

Argentinien verhängt allgemeine Ausgangssperre

Argentinien hat wegen der Coronavirus-Pandemie eine allgemeine Ausgangssperre verhängt. Die Maßnahme gilt ab Freitag und zunächst bis zum 31. März, wie Staatschef Alberto Fernández in einer Ansprache sagte. Bei der Durchsetzung der Sperre werde seine Regierung „absolut inflexibel“ sein, warnte er. Von der Ausgangssperre gelten nur wenige Ausnahmen. So bleiben Einkäufe nahe der Wohnung erlaubt.

Die argentinische Regierung hatte in den vergangenen Tagen bereits die Schulen schließen lassen und den öffentlichen Verkehr eingeschränkt. Dennoch waren die Straßen weiterhin voll. Fernández warnte nun, dass bei Verstößen gegen die Ausgangssperre Strafen verhängt würden, nannte dazu aber keine Details.

In Argentinien gab es bis Donnerstag 128 bestätigte Corona-Infektionen, vier Infizierte starben. Argentinien ist nach Venezuela das zweite südamerikanische Land, das mit einer generellen Ausgangssperre auf die Pandemie reagiert.

(Übersetzung des Tweet: Der argentinische Präsident Alberto Fernández warnt: „Wer gegen die Regeln verstößt, wird mit den im Strafgesetzbuch festgelegten Sanktionen bestraft.“)

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19. März 2020

Niederländischer Premierminister Rutte von Hamsterkäufen genervt

*Anm. d. Red.: Die Frage war, ob die Niederlande noch genug Klopapier haben.

AKK: Bundeswehr kann medizinisches Material, 3.000 Ärzte und tausende Reservisten bereitstellen

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat „weitreichende Maßnahmen“ der Bundeswehr zur Eindämmung der Corona-Pandemie versprochen. „Wir werden solange unterstützen, wie wir gebraucht werden“, sagte sie soeben auf einer Pressekonferenz.

Die Bundeswehr werde das Gesundheitssystem in erster Linie mit der Beschaffung von Schutzkleidung, Ausrüstung, medizinischen Geräten und Medikamenten unterstützen. Dazu sei der Beschaffungsdienst der Bundeswehr seit Wochen aktiv, Material aus aller Welt zusammenzutragen.

Darüber hinaus könne die Bundeswehr Feldbetten und Lagerkapazitäten zur Verfügung stellen. Es seien bis zu 1.200 isolierte Betreuungsmöglichkeiten für Patienten gegeben. Trotzdem sollten keine „übersteigerten Erwartungen“ geweckt werden, so Kramp-Karrenbauer. Mit rund 3.000 Personen stellten die Ärzten der Bundeswehr nur eine kleine Gruppe in der Gesamtheit des Gesundheitssystems dar.

>> Mehr dazu: Bundeswehr will Ärzte und tausende Reservisten zur Verfügung stellen

Niedersachsen schickt mehr Polizisten auf die Straßen

Niedersachsen erhöht zur Durchsetzung der Coronavirus-Beschränkungen die Polizeipräsenz auf den Straßen. Polizei und kommunale Ordnungsdienste würden die angeordneten Geschäfts- und Restaurantschließungen „mit aller Konsequenz“ durchsetzen und Menschenansammlungen auflösen, kündigte Landesinnenminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag in Hannover an. Er habe angeordnet, die Polizeipräsenz auf den Straßen daher ab sofort über das übliche Maß hinaus zu verstärken.

Die von den Behörden erlassenen Anordnungen seien klar verständlich und dienten dem Schutz von Menschenleben, teilte der Minister mit. „Jeder, der dagegen verstößt, gefährdet sich selbst und andere.“ Verstöße würden daher auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes mit Bußgeldern geahndet oder als Straftaten verfolgt. Jeder Bürger des Landes müsse „seine sozialen Kontakte sofort auf das absolute Minimum reduzieren“. Die Ordnungskräfte würden dies durchsetzen.

Der rasante Anstieg der COVID-19-Infizierten

Der rasante Ansteig der Infizierten im Vergleich [Grafik: T-online.de, Datawrapper; Quelle: Johns Hopkins Universität]

Kassenärztliche Vereinigung fordert auch für Praxen Rettungsschirm

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat einen Rettungsschirm auch für Arztpraxen in der Coronakrisa gefordert. Es gehe darum, auch niedergelassene Ärzte „mit einer Garantie der Bundesregierung vor finanziellen Einbußen zu schützen, sagte KBV-Vorstandschef Andreas Gassen am Donnerstag in Berlin. 

Die niedergelassenen Praxen seien „der Damm der Versorgung“. Halte die ambulante Versorgung, dann werde Deutschland mit der damit verbundenen Entlastung der Kliniken „sehr viel besser mit der Coronakrise fertig werden als die meisten anderen Länder“, gab sich Gassen überzeugt.

Der KBV-Chef verwies darauf, dass in einigen Fälle Praxen wegen Coronafällen beim Personal schließen mussten, dass Personal wegen der Schul- und Kitaschließungen fehle, dass teilweise Operationen nicht mehr möglich seien und die niedergelassenen Ärzte zusätzlich zur Regelversorgung nun noch Coronapatienten versorgen müssten. 

„Wir wollen keine Geldgeschenke, sondern Sicherheit“, forderte Gassen mit Blick auf wirtschaftliche Folge für Praxen. Was den Kliniken zugestanden werde, müsse auch für die niedergelassenen Ärzte gelten.

Brexit-Chefunterhändler für die EU Michel Barnier positiv auf COVID-19 getestet

Erheblich bessere Luftqualität in Italien 

Seit Mitte Februar ist die Menge an bodennahem Stickstoff (NO2) in Norditalien deutlich zurückgegangen. Der europäische Kopernikus-Atmosphärenüberwachungsdienst vermeldet in der Region um Milan eine Abnahme der Konzentration um rund zehn Prozent pro Woche. So sanken die Werte von durchschnittlich 65 mg.m-3 im Januar auf 35 mg.m-3 in der ersten Märzhälfte. 

Ähnliche Rückgänge wurden in Turin und Bergamo sichtbar. Noch deutlicher ist der Effekt im Osten des Landes: In Bologna ging der Durchschnittswert von 30 mg.m-3 im Januar auf 15 mg.m-3 Anfang Februar zurück, in Venedig sank die Stickstoff-Konzentration etwas mehr.

Stickstoffdioxid ist ein sehr kurzlebiger Schadstoff, der meist sehr nah an der Stelle bleibt, an der er ausgestoßen wurde und dort nicht länger als einen Tag in der Atmosphäre besteht. Größte Emissionsquellen sind der Verkehr, die Energieproduktion, Heizungen, oder die Industrie. Der Trend korreliert zeitlich mit den verhängten Quarantänemaßnahmen in Italien. 

Seit Mitte vergangener Woche steht zudem ein Großteil der italienischen Wirtschaft still. Dieser eindeutige Rückgang sei erstaunlich, sagte Vincent-Henri Peuch, Direktor des Kopernikus-Überwachungsdienstes. Es zeige „die Wirkung der Maßnahmen in Italien.“

In anderen Teilen Europas lässt sich noch kein so deutlicher Trend ablesen. Experten zufolge sind die Schwankungen dort bislang vor allem witterungsbedingt.

Die Menge an bodennahem Stickstoff (NO2) in Norditalien deutlich zurückgegangen. Hier ein Foto noch vom 02. Februar 2020. [Copernicus]

Söder droht bei fehlender Wirkung derzeitiger Einschränkungen mit Ausgangssperre

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat im Kampf gegen das Coronavirus mit einer Ausgangssperre gedroht, wenn die bisherigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens nicht ausreichen sollten. 

Wenn sich die Menschen nicht freiwillig beschränkten, „bleibt nur eine bayernweite Ausgangssperre“, sagte Söder am Donnerstag in einer Regierungserklärung im bayerischen Landtag. „Wir können nicht endlos zuschauen.“ Söder appellierte an alle Bürger: „Seien Sie vernünftig und konsequent.“

Es liege jetzt an jedem Einzelnen, seinen Beitrag zu leisten, sagte Söder. Die Menschen könnten einkaufen, zur Arbeit oder zum Arzt gehen. Sie könnten auch nach draußen gehen, aber dies möglichst allein. Der CSU-Politiker mahnte: „Bleiben Sie ansonsten zu Hause.“

Auch Grünen-Politiker Cem Özdemir vom Coronavirus betroffen

Conte: Ausgangssperre in Italien muss verlängert werden

Die Ausgangssperre in Italien wegen der Coronavirus-Pandemie muss nach Einschätzung von Regierungschef Giuseppe Conte über den 3. April hinaus verlängert werden. Es sei unvermeidbar, die verhängten Maßnahmen wie die Schließung von Schulen und Unternehmen zu verlängern, sagte Conte der Zeitung „Il Corriere della Sera“ vom Donnerstag. In Italien gelten landesweite drastische Beschränkungen der Reise- und Versammlungsfreiheit, die bislang bis zum 3. April dauern sollen.

„Wir haben den Zusammenbruch des Systems verhindert, die restriktiven Maßnahmen wirken“, sagte der Regierungschef. Wenn nun „hoffentlich in einigen Tagen“ der Höhepunkt erreicht sei und die Zahl der Ansteckungen zurückgehe, „können wir nicht sofort zum vorherigen Leben“ zurückkehren.

Maas: Bereits 7.500 im Ausland gestrandete Deutsche zurückgeholt

Bei der von der Bundesregierung gestarteten Rückholaktion wegen der Coronakrise sind bereits tausende im Ausland gestrandete Deutsche nach Hause geholt worden. Am Mittwoch seien bereits 7.500 Menschen aus Ägypten, Tunesien und Marokko zurückgeholt worden, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. Über das Wochenende sollen dann allein aus Ägypten weitere rund 20.000 Touristen mit Chartermaschinen zurück nach Deutschland gebracht werden.

Finanzmarktexperten erwarten erhebliche Wachstumsverluste für Weltwirtschaft

Finanzmarktexperten/-innen rechnen damit, dass die Pandemie das globale reale Bruttoinlandsprodukt erheblich belasten wird. Insbesondere die deutsche Wirtschaft wird dabei stark in Mitleidenschaft gezogen. Allerdings schwanken die Prognosen mit Blick auf einzelne Branchen in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Sonderfrage im aktuellen ZEW-Finanzmarkttest, an dem sich 170 Finanzmarktexperten/-innen beteiligt haben. Die Umfrage hat das ZEW Mannheim zwischen dem 9. und 16. März 2020 durchgeführt.

Die stärksten Belastungen im weltweiten Vergleich erwarten die befragten Experten/-innen für die deutsche Wirtschaft: 38,9 Prozent der Umfrageteilnehmer/innen rechnen mit einem durch die Corona-Pandemie bedingten gesamtwirtschaftlichen Wachstumsverlust zwischen 0,5 Prozentpunkten und einem Prozentpunkt. 36,8 Prozent der Befragten rechnen sogar mit mehr als einem Prozentpunkt und nur 24,2 Prozent gehen von einem geringen Wachstumsverlust von weniger als 0,5 Prozentpunkten aus.

Trauriger “Rekord” in Italien

In Italien sind gestern so viele Menschen an einem Tag an COVID-19 gestorben (475) wie noch nie zuvor. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt nun (Stand Mittwochmorgen) bei 2.978. Infiziert sind/waren insgesamt 35.713 Menschen, von denen 4.025 wieder genesen sind. 

Der Gouverneur der stark betroffenen Region Lombardei, Attilio Fontana, kritisierte derweil, die BürgerInnen würden die restriktiven Maßnahmen nach wie vor nicht ausreichend respektieren. „Da die Zahl der Infizierten nicht zurückgeht, werden wir bald nicht mehr in der Lage sein, den Kranken zu helfen,“ warnte er und rief die Menschen einmal mehr auf, zu Hause zu bleiben.

Plötzliche Hamsterkäufe in Großbritannien

Die größten britischen Supermarktketten Tesco, Sainsbury’s und Asda haben am Mittwoch Beschränkungen für den Kauf von Nudeln, Toilettenpapier und H-Milch eingeführt, nachdem es zu Hamsterkäufen durch besorgte BürgerInnen gekommen war und die Regale regelrecht leer gefegt wurden.

Regierung in Peking: Erstmals keine neue Ansteckung innerhalb Chinas

Erstmals seit Veröffentlichung der offiziellen Statistiken in China zum Coronavirus ist darin kein neuer Fall von Ansteckung innerhalb des Landes registriert worden. Wie der Gesundheitsausschuss der Regierung in Peking am Donnerstag mitteilte, wurde seit dem Vortag kein neuer Corona-Patient erfasst, der sich innerhalb der Volksrepublik infizierte. Dagegen wurden 34 neue Corona-Patienten verzeichnet, die sich im Ausland angesteckt haben sollen.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus stieg in China laut den offiziellen Zahlen damit auf 80.928. Verzeichnet wurden am Donnerstag weitere acht Todesfälle, womit die Gesamtzahl der an der Pandemie im Land verstorbenen Menschen auf mindestens 3245 stieg.

4,8 Milliarden Euro Umsatzausfall bei Reiseveranstaltern und Reisebüros

Der Umsatzausfall bei den deutschen Reiseveranstaltern und Reisebüros summiert sich nach Hochrechnungen des Deutschen Reiseverbandes (DRV) alleine bis Ende April auf mehr als 4,8 Milliarden Euro – und der Finanzbedarf wird weiter steigen, wenn die Krise weiter andauert. 

Reisen werden storniert, Veranstalter müssen das Geld an die Kunden zurückzahlen, Kunden zögern mit Neubuchungen. Damit fehlt Liquidität in den Unternehmen. „Ein Schutzschirm für die Reisewirtschaft ist jetzt dringend notwendig. Die Politik ist gefordert, diese Umsatzausfälle mit einer Beihilfe auszugleichen“, fordert der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Norbert Fiebig.

Felipe VI. ruft Landsleute zu Solidarität auf

Der spanische König Felipe VI. hat an die Bürger appelliert, in der Corona-Krise die tiefen politischen Spaltungen des Landes zu überwinden. „Wir müssen jetzt unsere Differenzen beiseite lassen“, sagte der König am Mittwochabend in einer Fernsehansprache. Die Bürger müssten sich mit dem gemeinsamen Ziel vereinen, die durch die Pandemie entstandene „schwere Situation zu bewältigen“.

Die Corona-Krise werde die spanische Gesellschaft „stärker“ und „solidarischer“ machen, versicherte Felipe VI. Vor allem der Konflikt um die Region Katalonien, in der Teile der Politik und Gesellschaft nach der Unabhängigkeit streben, hat in den vergangenen Jahren die politischen Polarisierungen in Spanien stark verschärft.

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18. März 2020

Der US-Senat verabschiedet Coronavirus-Hilfspaket

Der Gesetzentwurf garantiert allen Arbeitnehmern bezahlten Krankenstand, ein Novum in der US-amerikanischen Geschichte. Das Paket enthält auch eine Reihe anderer Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung und zur Verbesserung der Verfügbarkeit von Tests. Die Gesetzesvorlage wurde mit 90-8 Stimmen verabschiedet und bedarf nun der Zustimmung von Präsident Trump, die von ihm erwartet wird.

Weitere Hintergrundinformationen zur Antwort der US-Legislative finden Sie hier: Parteinahme und ungewöhnliche Allianzen in der Antwort der US-Legislative auf COVID-19

Merkel drängt zur Regelbeachtung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert an die Bürger, sich an die Auflagen zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus zu halten. Es sei „existentiell“, das öffentliche Leben so weit es geht herunterzufahren, sagte sie in einer Fernsehansprache. Auch EU-Ratspräsident Charles Michel forderte die Menschen auf, die Anordnungen der Behörden genau zu befolgen.

Merkel äußerte sich in dem für sie sehr ungewöhnlichen Format einer Fernsehansprache, die am Mittwochabend ausgestrahlt werden sollte. Normalerweise meldet sie sich auf diese Weise nur an Silvester zur Wort.

In der Ansprache stellte die Kanzlerin die Bewältigung der Corona-Krise als eine Aufgabe von historischem Ausmaß dar. „Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt“, sagte sie. „Unsere Vorstellung von Normalität, von öffentlichem Leben, von sozialem Miteinander – all das wird auf die Probe gestellt wie nie zuvor.“

„Ich appelliere an Sie: Halten Sie sich an die Regeln, die nun für die nächste Zeit gelten,“ so Angela Merkel in ihrer Fernsehansprache. [Steffen Kugler / HANDOUT]

Trump aktiviert in Corona-Krise Gesetz zu Industrieproduktion in Krisenzeiten

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie aktiviert US-Präsident Donald Trump ein Gesetz, das auch zur Industrieproduktion in Kriegszeiten genutzt werden kann. Trump kündigte am Mittwoch an, den sogenannten „Defence Production Act“ zu unterzeichnen. Damit könnte die Produktion etwa von Schutzmasken und von medizinischem Material ausgeweitet werden. Das Gesetz wurde 1950 während des Koreakriegs beschlossen.

Trump bezeichnete sich bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus als Präsident in „Kriegszeiten“. Die USA befänden sich in einer „sehr harten Situation“.

Offiziell mehr Corona-Todesfälle in Europa als in Asien

Die Europäische Union hat heute ihre Grenzen abgeriegelt, um zu versuchen, die rasante Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie zu bremsen, da die Zahl der Todesopfer auf dem Kontinent über die Zahl der Opfer in Asien hinausgewachsen ist.

Millionen von Menschen sind in Europa, dem heutigen Epizentrum von COVID-19, unter  einem strengem Lockdown, mit mehr als 3.400 Toten, wie eine AFP-Zählung ergab.

Der Ausbruch des Coronavirus in China Ende letzten Jahres verbreitete sich schnell um die ganze Welt. Mehr als 200.000 Menschen haben sich infiziert und fast 7.900 sind durch das Virus gestorben.

Europa verzeichnet nun 3.421 Todesfälle – darunter 2.503 in Italien – und hat damit Asien mit 3.384 überholt. (AFP-Zählung; Stand 11:00 Uhr).

Zwei Wochen Ausgangssperre in ostbayerischer Stadt Mitterteich

In Bayern wird zur Bekämpfung des Coronavirus erstmals eine Ausgangssperre verhängt.

In der ostbayerischen Kleinstadt Mitterteich ist ab sofort bis zum 2. April “das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftigen Grund untersagt”, teilte das Landratsamt Tirschenreuth am Mittwoch mit. Landrat Wolfgang Lippert will damit die weitere Ausbreitung der Infektionen verhindern.

Das Gesundheitsministerium erklärte, die Ausgangssperre sei mit ihm abgesprochen. “Das ist in Bayern der erste und bisher einzige Fall”, sagte ein Sprecher. Deutschlands drittgrößte Stadt München greift bisher nicht zu diesem drastischen Mittel. “Im Moment gibt es keine derartigen Planungen”, sagte ein Sprecher der Landeshauptstadt. Die Lage entwickle sich jedoch dynamisch. Der Krisenstab der Stadt tage jeden Vormittag. Die Zahl der registrierten Coronavirus-Infektionen stieg in München binnen 24 Stunden bis Mittwochmittag um 41 Prozent auf 509.

Die 6500-Einwohner-Stadt Mitterteich nahe der Grenze zu Tschechien gilt als einer der regionalen Brennpunkte der Coronavirus-Epidemie. Bis Dienstagvormittag zählte die Stadt 19 bestätigte Corona-Fälle, im ganzen Landkreis Tirschenreuth sind es nach Angaben des Landrats 40.

Medien: Türkei schließt wegen Corona-Pandemie Grenzen zur EU

Die Türkei schließt einem Medienbericht zufolge ab Mitternacht (Ortszeit) ihre Landesgrenzen zu Griechenland und Bulgarien. Grund sei die Coronavirus-Pandemie, meldete die türkische Nachrichtenagentur DHA am Mittwoch unter Berufung auf das Innenministerium. Ankara hatte erst kürzlich seine Grenzen zur EU trotz des Flüchtlingspakts mit Brüssel wieder geöffnet.

Laut DHA bleiben alle Übergänge an der türkischen Landesgrenze zu Griechenland und Bulgarien von Donnerstag an für Reisende geschlossen. Eine entsprechende Anordnung des Innenministeriums betreffe auch den Schienenverkehr, schrieb die Agentur. Weder Ein- noch Ausreisen seien dann möglich.

Rückholaktion für gestrandete Urlauber angelaufen

Die Rückholaktion für deutsche Urlauber, die wegen der Corona-Epidemie gestrandet sind, ist angelaufen: Im Laufe des Tages sollten 30 Maschinen in der Luft sein, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Allein aus Ägypten sollten am Abend 4000 Touristen zurückfliegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich am Mittwochabend mit einer Fernsehansprache an die Bevölkerung wenden.

EU-Rechte von Bahn-, Bus- und Flugreisenden gelten auch in Zeiten von Corona

Die EU-Rechte von Bahn-, Bus- und Flugreisenden gelten auch in Zeiten der Corona-Krise. „Im Falle von Annullierungen muss der Verkehrsanbieter die Fahrgäste entschädigen oder umleiten“, unterstrich EU-Verkehrskommissarin Adina Valean am Mittwoch. Das Ausstellen von Gutscheinen entbindet die Anbieter demnach nicht von ihrer Pflicht, den Ticketpreis zu erstatten.

Nach EU-Regeln müssen die Reiseanbieter bei Ausfällen immer Umbuchung und Rückerstattungen des Ticketpreises ermöglichen, egal ob es sich um eine Bus-, Bahn- oder Flugreise handelt. Der Verbraucher hat dann die Wahl.

Spanien verzeichnet knapp 14.000 Corona-Fälle

Angesichts der zunehmenden Fälle von Infektionen mit COVID-19, die am Mittwoch 13.176 erreichten, warnte der sozialdemokratische Premierminister Pedro Sánchez, dass „das Schwerste noch bevorsteht“, berichtet EURACTIVs Partner EFE. Fast 600 Menschen sind bisher in Spanien an der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben.

Erkrankungs- und Todesfälle aufgrund des Coronavirus in Spanien. (Aktuelle Zahlen noch vom Vortag) [Statista]

Eurovision Song Contest ist abgesagt

Die European Broadcasting Union (EBU) gab am Nachmittag bekannt, dass der 65. European Song Contest, der im Mai in Rotterdam stattfinden sollte, abgesagt ist.

„Aufgrund der Unsicherheit, die durch die Verbreitung von COVID-19 in ganz Europa entsteht, und der von den Regierungen der teilnehmenden Rundfunkanstalten und der niederländischen Behörden auferlegten Beschränkungen hat die Europäische Rundfunkunion die schwierige Entscheidung getroffen, mit den Planungen für das Live-Event nicht fortzufahren,“ heißt es in der EBU-Erklärung.

Mehr als 10.000 Coronavirus-Infizierte in Deutschland

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Deutschland ist auf über 10.000 gestiegen. Nach Angaben der in der US-Stadt Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität erhöhte sich die Zahl der registrierten Infizierten in Deutschland bis Mittwochmittag auf 10.069 Fälle. Insgesamt 26 Menschen starben demnach in der Bundesrepublik bisher am Coronavirus.

Die jüngsten offiziellen Zahlen des deutschen Robert-Koch-Instituts lagen mit 8198 Infizierten noch deutlich darunter, sie stammten aber von Mittwoch um 00.00 Uhr. Die Johns-Hopkins-Universität aktualisiert ihre Zahlen regelmäßiger, dem Robert-Koch-Institut zufolge sind die Zahlen der US-Universität plausibel. Bei der weltweiten Zahl der bestätigten Infizierten lag Deutschland demnach an fünfter Stelle – nach China, Italien, dem Iran und Spanien.

RKI will mit Handydaten Mobilität der Bevölkerung prüfen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) will mit anonymisierten Handydaten die Wirkung der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus prüfen. Anhand der Daten lasse sich feststellen, ob die geforderten Maßnahmen auch eingehalten würden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Diese zeigten, ob die Mobilität der Bevölkerung nachgelassen habe. Die Deutsche Telekom stellt dem RKI kostenlos Daten zur Verfügung.

RKI-Präsident Lothar Wieler. [EPA-EFE/CLEMENS BILAN]

Zehn Millionen Infizierte in zwei bis drei Monaten denkbar

Deutsche Krankenhäuser sollten ihre Intensiveinrichtungen wie Beatmungsgeräte „mindestens verdoppeln“, hat der Präsident des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler soeben auf einer Pressekonferenz verkündet.

„Wir befinden uns noch am Anfang der Entwicklung, die Ansteckungsraten steigen noch exponentiell“. Würden die verordneten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus von der Bevölkerung nicht umgesetzt, könnten in zwei bis drei Monaten zehn Millionen Menschen in Deutschland infiziert sein.

Derzeit liegt die Kapazität an Intensivbetten in Deutschland bei etwas über 28.000. Die deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass sich die Anzahl innerhalb von zwei bis drei Monaten um 20 Prozent erhöhen lässt.

Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass die Verbreitung des Virus sich über zwei Jahre strecken könnte, da Pandemien in der Regel in Wellen verlaufen. Derzeit wird intensiv an ersten Impfstoffen getestet. Er gehe allerdings davon aus, dass der erste marktreife Impfstoff „nicht vor dem Frühjahr 2021“ kommen werde, so Wieler.

Merkel hält am Abend Fernsehansprache zur Corona-Krise

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich am Mittwochabend mit einer Fernsehansprache an die Bevölkerung wenden. Das teilte ein Regierungssprecher in Berlin mit. Die Ansprache soll jeweils nach den Hauptnachrichten in ARD und ZDF ausgestrahlt werden.

„Es geht nicht um neue Maßnahmen. Es geht um das, was in Deutschland jetzt zu tun ist, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und wie jeder sich daran beteiligen soll“, sagte der Sprecher weiter. Er trat damit möglichen Spekulationen entgegen, es Merkel könnte weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens oder gar eine Ausgangssperre verkünden.

Über die geplante Rede hatte zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Die ARD kündigte die Übertragung der Ansprache für 20.15 Uhr an. Von Seiten des Senders hieß es weiter, Merkel wolle Verunsicherung in der Bevölkerung entgegenwirken.

Deutsche Telekom schickt RKI für Coronavirus-Forschung Handydaten

Die Deutsche Telekom hat dem Robert-Koch-Institut (RKI) anonymisierte Kundendaten zur Erforschung der Verbreitung des Coronavirus zur Verfügung gestellt.

Wissenschaftler würden mit den Informationen Bewegungsströme abbilden, um Prognosen über die Ausbreitung von Covid-19 in Deutschland zu treffen, sagte eine Telekom-Sprecherin am Mittwoch. Die Informationen ließen sich auf Bundesländer- wie auch Kreisebene herunterbrechen.

Das Verfahren zur Datenübergabe wurde der Telekom zufolge zusammen mit den Datenschutzbehörden entwickelt und 2015 von der Bundesdatenschutzbeauftragten abgenommen. Es handelt sich demnach nicht um individuelle Informationen, sondern um Massendaten, die keine Rückschlüsse auf den einzelnen Nutzer oder auch Infizierten ermöglichen.

Brexit-Gespräche ausgesetzt

Britische und EU-Beamte haben am Dienstag die zweite Runde der für diese Woche geplanten Post-Brexit-Verhandlungen aufgrund der anhaltenden Coronavirus-Krise abgesagt.

„Angesichts der jüngsten medizinischen Leitlinien zum Coronavirus werden wir morgen keine formellen Verhandlungsgespräche führen,“ so die britische Regierung in einer Erklärung. Man wolle nun die Möglichkeiten ausloten, die anstehenden Gespräche per Video- oder Telefonkonferenz zu führen.

Österreich: Kommunikationsanbieter A1 liefert Bewegungsdaten an Regierung

Der Kommunikationsanbieter A1 hat damit begonnen, die Daten seiner NutzerInnen der Regierung zur Verfügung zu stellen, damit diese die Wirkung ihrer Maßnahmen überwachen und feststellen kann, ob die Östereicherinnen und Österreicher auch tatsächlich zu Hause bleiben. Die Kunden von A1 waren darüber nicht vorab informiert worden.

A1-Sprecher Michael Höfler betonte, dass die Bewegungsprofile anonymisiert worden seien, um die Privatsphäre der einzelnen Personen zu schützen. Daher sei die Maßnahme auch mit der Datenschutzgrundverordnung der EU vereinbar, behauptet A1. Der Datenschutzexperte Christof Tschohl vom Digital Human Rights Center sieht hingegen keine rechtliche Grundlage für diese Aktion. Auch die Oppositionsparteien kritisieren die Maßnahme: Die Sozialdemokraten sprechen von einem „massiven Eingriff in die Grundrechte“.

Forscher erwarten „schwierige Zeit“ auf deutschem Arbeitsmarkt

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet wegen der Coronavirus-Krise schwere Folgen für den Arbeitsmarkt. „Wir gehen davon aus, dass wir vor einer schweren Rezession stehen. Dementsprechend wird das auch für den Arbeitsmarkt eine schwierige Zeit“, sagte Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen am IAB, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Mittwoch.

Kassen sichern komplette Finanzierung von Corona-Kosten zu

Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben versichert, unbegrenzt alle Ausgaben zu finanzieren, die im medizinischen Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie entstehen. Die Kassen achteten darauf, dass Kliniken und Ärzte mit der erforderlichen Liquidität versorgt würden, sagte die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwochsausgaben). Auf diese Weise wollten die Kassen „den Menschen, die sich jetzt in vorderster Reihe um die Patienten kümmern, den Rücken freihalten“.

Die Kassen übernähmen auch die zusätzlichen Kosten, wenn etwa Ärzte oder Pfleger aus dem Ruhestand zurückkehrten, um das medizinische Personal zu unterstützen. „Dass diese notwendigen zusätzlichen medizinischen und pflegerischen Leistungen finanziert werden, steht für uns außer Frage“, sagte Pfeiffer. Ziel müsse die Verhinderung von Situationen sein, in denen die Ärzte zur Rettung des Lebens eines Patienten den Tod eines anderen in Kauf nehmen müssten.

Glücklicherweise verfüge der Gesundheitsfonds über Reserven, die nun dringend gebraucht würden, betonte Pfeiffer. Reiche das Geld nicht aus, müsse möglicherweise der Bund einspringen.

Belgien verhängt Ausgangssperre

Wegen der Coronavirus-Pandemie hat nun auch Belgien eine Ausgangssperre verhängt. Die Regelung gelte ab Mittwochmittag und mindestens bis zum 5. April, sagte Regierungschefin Sophie Wilmès am Dienstag in Brüssel. Demnach sind nur noch essenzielle Aktivitäten wie Arztbesuche und Lebensmitteleinkäufe erlaubt.

„Die Bürger sind gebeten zu Hause zu bleiben“, sagte Wilmès in Brüssel. Es gehe darum, „möglichst jeden Kontakt mit der Außenwelt zu vermeiden“. Die öffentlichen Verkehrsmittel sollen demnach weiter funktionieren und auch der Weg zur Arbeit bleibt erlaubt, allerdings nur wenn ein Arbeiten von zu Hause aus nicht möglich ist. Für alle erlaubten Aktivitäten gelten zudem „Regeln sozialer Distanzierung“: Mindestabstand und Kontaktverbot.

„Sportliche Aktivitäten an der frischen Luft sind erlaubt und sogar empfohlen“, fügte Wilmès hinzu – und das auch in Begleitung von Familienangehörigen und Freunden. Allerdings seien auch dabei die „Regeln sozialer Distanzierung“ einzuhalten. Die Polizei soll demnach für die Einhaltung sorgen.

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17. März 2020

EU einigt sich auf 30-tägiges Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger

Die EU hat sich wegen der Coronavirus-Pandemie auf ein 30-tägiges Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger geeinigt. Deutschland werde die Maßnahme mit sofortiger Wirkung umsetzen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstagabend nach einer Videokonferenz mit den übrigen EU-Staats- und Regierungschefs. Europa wird wegen der hohen Fallzahlen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen als „Epizentrum“ der Pandemie eingestuft.

Deutschland werde die Maßnahme, die zunächst auf 30 Tage begrenzt sei, mit sofortiger Wirkung umsetzen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstagabend in Berlin nach einer Videokonferenz mit den übrigen EU-Staats- und Regierungschefs.

Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sind Einreisen von Drittstaatsangehörigen „vorübergehend nur noch bei dringendem Reisegrund möglich“. Staatsangehörigen von EU-Staaten sowie deren Familienangehörigen und Bürgern aus Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz sowie deren Familienangehörigen werde die Durchreise durch Deutschland gestattet. Gleiches gelte für Nicht-EU-Bürger mit längerfristigem Aufenthaltsrecht in der EU.

Bei allen Maßnahmen zum Grenzmanagement sei es wichtig, dass „der freie Fluss der Güter und Waren gewährleistet ist“, betonte Merkel in Berlin. Da gebe es derzeit „einige Schwierigkeiten“. So sollten Wartezeiten an den Grenzen künftig „etwa durch spezielle Autobahnspuren“ minimiert werden. Auch sei es wichtig, dass Pendler in den Grenzgebieten keine Probleme hätten. An der deutsch-französischen und der deutsch-luxemburgischen Grenze funktioniere das gut, in anderen Regionen bestehe aber Verbesserungsbedarf, sagte die Kanzlerin.

Merkel bei ihrer Ansprache am Abend des 17. März. [EPA-EFE/CLEMENS BILAN]

Bund und Länder planen Notfall-Krankenhäuser

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infizierten haben Bund und Länder einem Bericht zufolge am Dienstag einen Notfallplan für Krankenhäuser beschlossen. Dieser ziele darauf an, die Intensivkapazitäten zu verdoppeln sowie Hallen, Hotels und Reha-Stationen zu Behandlungszentren für leichtere Fälle umzurüsten, berichtete der „Spiegel“

Die Länder sollten mit den Kliniken „Pläne erarbeiten, um dieses Ziel durch den Aufbau provisorischer Intensivkapazitäten zu erreichen“, heißt es dem Bericht zufolge in dem „Grobkonzept Infrastruktur Krankenhaus“, auf das sich Kanzleramtschef Helge Braun (CDU), die Staatskanzleichefs der Länder und das Bundesgesundheitsministerium geeinigt hätten.

Die Suche nach alternativen Standorten solle dem Papier zufolge in ganz Deutschland umgehend intensiviert werden, heiß es dem Bericht zufolge in dem Papier weiter. Um die Kliniken, die sich auf den Aufbau von Intensivkapazitäten konzentrieren, zu entlasten, müssten an anderen Kliniken und provisorischen Standorten zusätzliche Betten- und Behandlungskapazitäten aufgebaut werden.

Am Universitätsklinikum Mannheim ist jetzt ein Coronavirus Diagnose-Stützpunkt eröffnet worden. [EPA-EFE/RONALD WITTEK]

Trump plant 850 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket

US-Präsident Donald Trump kündigte ein Hilfspaket in Höhe von 850 Milliarden Dollar an, um die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 abzufedern. Der US-amerikanische Finanzminister Steve Mnuchin kündigte an, dass dieser Plan Steuern im Wert von 300 Milliarden Dollar für Individualpersonen und Unternehmen aufschieben werde. Der Plan beinhaltet auch 50 Milliarden Dollar an Erleichterungen für die Luftfahrtindustrie, nachdem eine Lobbygruppe am Montag (16. März) einen öffentlichen Antrag auf Hilfe gestellt hatte.

Von der Leyen hofft auf Corona-Impfstoff bis Herbst

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hofft, dass es bis zum Herbst einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt. Sie stehe in Kontakt mit dem deutschen Pharmaunternehmen CureVac, das an einer „vielversprechenden Technologie“ arbeite, sagte von der Leyen am Dienstag in einer Videobotschaft auf Twitter. Am Montag hatte die EU-Kommission dem Tübinger Unternehmen bereits Kredite in Höhe von 80 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Die CureVac-Technologie habe in vorläufigen Studien „eine schnelle Reaktion auf Covid-19“ versprochen, erklärte die Kommission am Montag nach einem Gespräch von der Leyens mit dem Management der Firma. Bei einem Nachweis könnten „in den bestehenden CureVac-Produktionsanlagen potenziell Millionen von Impfstoffdosen zu geringen Kosten hergestellt werden“.

CDU-Politiker Friedrich Merz wurde positiv auf Coronavirus getestet

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz ist positiv auf den neuartigen Coronavirus getestet worden. Der Test sei am Sonntag vorgenommen worden, schrieb Merz am Dienstag im Internetdienst Twitter.

Flixbus stellt Betrieb in Deutschland ein

UEFA wird Fußball-EM auf Sommer 2021 verschieben

Die in diesem Jahr geplante Fußball-Europameisterschaft wird wegen der Corona-Krise auf 2021 verschoben. Diese Entscheidung verkündete am Dienstag der europäische Fußballverband Uefa. Eigentlich sollte die EM in diesem Jahr vom 12. Juni bis zum 12. Juli in mehreren europäischen Ländern stattfinden, darunter auch Deutschland. Als neues Austragungsdatum wurde von der Uefa der Zeitraum vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021 vorgeschlagen.

2000 neue Corona-Fälle in Spanien binnen eines Tages

In Spanien steigt die Zahl der Coronavirus-Infektionen weiter drastisch an: Binnen eines Tages wurden fast 2000 neue Fälle gezählt, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag in Madrid mitteilte. Die Zahl aller Infektionsfälle lag demnach bei 11.178 und damit um 1987 höher als noch am Montag. 491 Menschen starben in Spanien bereits an der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird.

Spanien ist weltweit eines der am stärksten betroffenen Länder. Nach China, Italien und dem Iran steht es bei der Zahl der Infektionen an vierter Stelle. Trotz einer von der Regierung verhängten Ausgangssperre, die ähnlich strikt wie in Italien ist, schnellen die Infektionszahlen weiter hoch. Am stärksten betroffen ist die Region Madrid, in der 43 Prozent aller Fälle von ganz Spanien registriert wurden.

Unten zu sehen: Die Metro in Madrid zur Rush Hour.

Ausgangssperre in Frankreich in Kraft

Im Kampf gegen das Coronavirus ist in Frankreich eine 14-tägige Ausgangssperre in Kraft getreten. Seit Dienstagmittag dürfen Bürger ihre Wohnungen in der Regel nur noch aus zwingenden beruflichen oder medizinischen Gründen sowie für Einkäufe von Lebens- und Arzneimitteln verlassen, wie die Behörden mitteilten. In Italien und Spanien gelten bereits ähnliche Vorschriften.

Ausnahmen von der landesweiten Ausgangssperre gelten in Frankreich unter anderem bei „zwingenden familiären Gründen“ – etwa zur Betreuung eines gebrechlichen Angehörigen oder von Kindern, da Schulen und Kindertagesstätten seit Montag landesweit geschlossen sind. Auch eine kurze sportliche Betätigung in der Nähe der Wohnung ist erlaubt, sofern sie nicht in einer Gruppe erfolgt, sowie das Gassigehen mit Hunden.

Innenminister Christophe Castaner nannte die Maßnahmen „die strengsten in Europa“. Rund 100.000 Polizisten sollen die Einhaltung der Ausgangssperre kontrollieren. Bei Verstößen drohen Bürgern Geldstrafen von 135 Euro. Zudem seien alle „Aktivitäten in Gruppen untersagt“, betonte Castaner. Als Beispiele nannte er Essen im Kreis der Großfamilie oder Fernsehabende oder Kartenspiele mit Freunden.

Zahlreiche französische Unternehmen sind der Empfehlung der Regierung gefolgt und lassen ihre Mitarbeiter nach Möglichkeit von zu Hause arbeiten. Vor Supermärkten bildeten sich am Dienstag erneut lange Schlangen.

Präsident Emmanuel Macron hatte die 14-tägige Ausgangssperre am Montagabend im Fernsehen angekündigt. Zur Begründung sagte er, das Land befinde sich in einem „Gesundheitskrieg“ gegen das Virus. Deshalb müssten sich alle massiv einschränken. In Frankreich wurden bis Dienstag mehr als 6600 Infektionen und 148 Tote gezählt.

Intensivstationen im Elsass überlastet

Wegen der schnellen Ausbreitung des Coronavirus in Frankreich sind die Intensivstationen im Elsass überlastet. Die Präfektur der an Deutschland grenzenden Region Grand-Est teilte am Dienstag mit, besonders im Gebiet um die Städte Mülhausen und Colmar seien die Krankenhäuser überfüllt. Weiter nördlich um Straßburg seien die Intensivstationen „weitgehend belegt“.

Nach Angaben der Präfektin Josiane Chevalier fehlt es im Elsass an Betten, Atemschutzmasken, Beatmungsgeräten und medizinischem Personal. Sie begrüßte die Ankündigung von Präsident Emmanuel Macron, Feldlazarette für den Osten Frankreichs zur Verfügung zu stellen. Die Armee hat nach eigenen Angaben derzeit eine Kapazität von 30 Betten zur Intensiv-Behandlung. Macron hatte in seiner Fernsehansprache am Montagabend von einem „Gesundheitskrieg“ gesprochen.

Das Robert-Koch-Institut in Deutschland stuft die Region Grand-Est als Risikogebiet ein. Allein im Département Haut-Rhin um Mülhausen gab es zuletzt mehr als 1500 Infektionen und 30 Todesfälle.

Risikogruppen sind überall. [Statista]

Lufthansa plant Luftbrücke zur Warenversorgung Deutschlands

Die Lufthansa arbeitet an Plänen für eine Luftbrücke zur Warenversorgung für ganz Deutschland in Zeiten der Corona-Krise. Konzernchef Carsten Spohr sagte der „Bild“-Zeitung am Dienstag: „Lufthansa wird alles dafür tun, um auch die Lieferketten für die Versorgung der deutschen Bevölkerung aus der Luft aufrecht zu erhalten. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Luftbrücke für ganz Deutschland.“

Die 747-Flotte und die Frachttochter LH Cargo spielen demnach bereits Szenarien durch, „wie und wo unsere Jumbos für Frachtflüge eingesetzt werden können.“

Deutsche Kliniken erwarten drastische Zunahme der Zahl von Corona-Patienten

Die deutschen Krankenhäuser erwarten, dass die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken in den nächsten Tagen drastisch steigen wird. Sollte es bis Ende der Woche 20.000 bestätigte Infektionsfälle in Deutschland geben, sei damit zu rechnen, dass davon bis zu 1500 Patienten in den Krankenhäusern behandelt werden müssten, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben).

Dies wäre nach seinen Angaben eine Verdreifachung der Zahl der derzeit in den Klinken behandelten Corona-Patienten. Die Krankenhäuser seien aber auf einen solchen Anstieg der Corona-Krankenzahlen vorbereitet, betonte Gaß. „Das würde sie nicht überfordern.“

>> Mehr dazu: Deutsche Krankenhäuser rüsten sich für Patientenzugang

So entwickeln sich die Corona-Kurven [Statista, 16.März 2020]

Airbus setzt Produktion in Frankreich und Spanien für vier Tage aus

Der Flugzeughersteller Airbus setzt wegen der Coronavirus-Pandemie seine Produktion in Frankreich und Spanien bis Ende dieser Woche aus. In den kommenden vier Tagen sollten strenge Hygiene-Maßnahmen im Betrieb umgesetzt werden, teilte der Konzern am Dienstag mit. Airbus wolle so „die Sicherheit und die Gesundheit der Angestellten garantieren“.

In den Produktionsstätten soll es demnach strikte Abstands- und Reinigungsregeln geben. Wo möglich, sollen Mitarbeiter zudem in Hausarbeit am Computer geschickt werden. In Frankreich beschäftigt Airbus rund 48.000 Menschen. Die Produktion findet hauptsächlich am Stammsitz im westfranzösischen Toulouse statt. In Spanien gibt es 2700 Mitarbeiter mit einer Fertigung in Sevilla.

CureVac bekommt „bis zu 80 Millionen Euro“ EU-Kredite für Corona-Impfstoff

Tübingen. Das deutsche Pharmaunternehmen CureVac soll EU Kredite von „bis zu 80 Millionen Euro“ erhalten, um die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus zu beschleunigen. Wie die EU-Kommission am Montag weiter mitteilte, soll die finanzielle Unterstützung über ein per EU-Garantie abgesichertes Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) erfolgen. Den Angaben zufolge hat CureVac bereits ein laufendes Entwicklungsprogramm für einen Impfstoff gegen Covid-19 und will klinische Tests im Juni starten. In den USA begannen unterdessen erste klinische Tests für einen neuen Coronavirus-Impfstoff.

„In dieser Krise der öffentlichen Gesundheit ist es von größter Bedeutung, dass wir unsere führenden Forscher und Technologieunternehmen unterstützen“, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die am Nachmittag mit dem Management der Firma gesprochen hatte. „Wir sind entschlossen, CureVac mit der notwendigen Finanzierung zu versorgen, um die Entwicklung und Produktion eines Impfstoffs gegen das Coronavirus rasch zu beschleunigen.“

Maas: „Luftbrücke“ für im Ausland gestrandete deutsche Touristen geplant

Berlin. Die Bundesregierung will tausende wegen der Coronapandemie im Ausland gestrandete deutsche Touristen mit einer „Luftbrücke“ zurückholen.

In den kommenden Tagen sollen zunächst Pauschalreisende aus besonders betroffenen Gebieten nach Hause geholt werden, wie Außenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag in Berlin sagte. Dazu zählten „im wesentlichen zunächst“ Marokko, Ägypten, die Dominikanische Republik, die Philippinen und die Malediven.

Das Auswärtige Amt vereinbarte nach Angaben von Maas am Montag mit kommerziellen Fluganbietern wie der Lufthansa, ein „einmaliges Programm“ zur Rückholung deutscher Touristen aufzulegen. Dafür stelle die Bundesregierung bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Alle Reisenden, die von der „Luftbrücke“ profitieren möchten, sollen sich auf der Website des Auswärtigen Amtes informieren und ihre Reiseveranstalter kontaktieren.

Maas ermutigte die Deutschen zusätzlich, während der Dauer der Krise von allen Reisen abzusehen. „Bitte bleiben Sie zu Hause, es wird Ihnen und anderen helfen“, sagte er.

Volkswagen schließt Großteil seiner Werke in Europa für bis zu drei Wochen

Wolfsburg. Volkswagen schließt wegen der Ausbreitung des Coronavirus für voraussichtlich zwei bis drei Wochen einen Großteil seiner Werke in Europa. Das kündigte VW-Chef Herbert Diess am Dienstag bei Vorlage der Jahresbilanz in Wolfsburg an. Produktionsunterbrechungen gibt es demnach bereits diese Woche in Werken in Spanien, Portugal, Italien und in der Slowakei; in China dagegen wurde die Produktion bereits wieder aufgenommen.

2.158 Coronavirus-Todesfälle in Italien

Rom. Stand Dienstagmorgen ist die Zahl der Coronavirus-Todesfälle in Italien auf 2.158 gestiegen, während die Gesamtzahl der bestätigten Fälle nun 27.980 beträgt. 2.749 erkrankte Personen sind inzwischen wieder gesund.

Macron: „Wir befinden uns im Krieg“

Paris. Der französische Präsident Emmanuel Macron warnte in seiner gestrigen Ansprach zum Thema Coronavirus ganze sechs Mal: „Wir befinden uns im Krieg“. Es brauche nun eine Mobilisierung von Seiten der Regierung und der gesamten Nation. „Ich weiß: Was ich von Ihnen verlange, ist beispiellos, aber die Umstände verlangen es,“ sagte Macron in seiner TV-Ansprache gestern Mittag. „Wir haben es nicht mit einer feindlichen Armee oder einer anderen Nation zu tun. Aber der Feind ist gleich hier: er ist unsichtbar, er ist nicht fassbar, aber er schreitet immer weiter voran.“ In Frankreich hat COVID-19 bisher 148 Menschen getötet; mehr als 6.600 sind infiziert.

„Wir sind im Krieg“. Macron verhängt Ausgangssperre für Frankreich. [YOAN VALAT]

Österreich: Über 1000 Fälle

Wien. Bis Montagabend ist die Zahl der gemeldeten Fälle in Österreich auf 1.016 angestiegen. Außerdem trat gestern das am Sonntag vom Parlament verabschiedete Anti-Coronavirus-Gesetz in Kraft: Die meisten öffentlichen Räume wie Museen, Parks, Restaurants und Läden (mit Ausnahmen wie Lebensmittelgeschäfte) sind geschlossen. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen ihre Wohnung verlassen, sollen aber nur die Gesellschaft von Personen suchen, mit denen sie auch sonst zusammenleben. Bei Zuwiderhandlungen drohen Geldstrafen von bis zu 3.600 Euro. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum kommenden Sonntag (22. März); eine Verlängerung ist aber nicht ausgeschlossen.

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie verstärkt Europa seine Abschottungsmaßnahmen

Brüssel.  Der französische Präsident Emmanuel Macron bestätigte die vorherige Ankündigung von Kommissionschefin Ursula von der Leyen, die EU könne bereits ab Dienstagmittag ihre gesamten Außengrenzen für 30 Tage schließen. Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten heute erneut per Videoschaltung über die Krise. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb bei den Bürgern um Verständnis über die in Deutschland nochmals verschärften Restriktionen des öffentlichen Lebens.

„Alle Reisen zwischen nicht-europäischen Ländern und der Europäischen Union werden für 30 Tage ausgesetzt“, sagte Macron am Montagabend in einer Fernsehansprache. Auch der Schengenraum – zu dem mehrere Nicht-EU-Staaten gehören – werde seine Außengrenzen schließen.

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16. März 2020

Erliegen des öffentlichen Leben in Deutschland

Berlin. Das Coronavirus bringt das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen. Zahlreiche Einrichtungen und Geschäfte müssen ihre Pforten schließen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag nach Beratungen mit den Ländern sagte. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien sowie Tankstellen, Banken, Poststellen und der Großhandel. Merkel appellierte an die Bürger, die Auflagen einzuhalten. „Wir kommen desto schneller durch diese Phase hindurch, je mehr sich jeder Einzelne an diese Maßnahmen hält.“

Offen bleiben sollen auch Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Sanitätshäuser, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Für die offenen Geschäfte soll das Sonntagsverkaufsverbot bis auf weiteres ausgesetzt werden. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen.

USA: Erste Phase der klinischen Versuche für einen möglichen Coronavirus-Impfstoff

Washington. Am Montag (16. März) begann am Kaiser Permanente Washington Research Institute in Seattle, die erste Phase der klinischen Versuche für einen möglichen Coronavirus-Impfstoff. Der potenzielle Impfstoff wurde vom US National Institute of Health und dem in Massachusetts ansässigen Unternehmen Moderna Inc. entwickelt.

Es bestehe keine Chance, dass sich die Testpersonen durch den Impfstoff mit dem Virus infizieren könnten, da er das Coronavirus nicht enthält.

Die Studienleiterin des in Seattle ansässigen Instituts, Dr. Lisa Jackson, hob gegenüber der Associated Press insbesondere die unglaubliche Geschwindigkeit dieser Impfstoffforschung hervor. „Von der Unkenntnis, dass dieses Virus exisitiert, … bis hin zu einem Impfstoff, der in etwa zwei Monaten getestet wird, ist es ein beispielloser Fall“, berichtete die Agentur.

Der Bundesstaat Washington war das erste amerikanische Epizentrum für das Coronavirus. Während der erste Fall im Staat am 20. Januar bestätigt wurde, glaubten Experten, dass sich das Virus bis zu sechs Wochen unentdeckt ausgebreitet hatte. Am Sonntag (15. März) gab es in Washington 769 bestätigte Fälle.

Brüssel plant Einreisestopp in die EU

Brüssel. Die EU-Kommission will wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus einen vorläufigen Einreisestopp in die EU verhängen. Sie werde den EU-Staats- und Regierungschefs einen entsprechenden Vorschlag für „nicht notwendige Reisen“ machen, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag. Der Einreisestopp solle zunächst für 30 Tage gelten, könne aber verlängert werden. Brüssel will innerhalb der EU gleichzeitig sicherstellen, dass Warenlieferungen nicht durch nationale Grenzkontrollen unterbrochen werden.

Spanien das am viertstärksten betroffene Land der Welt

Madrid. Spanien hat einen 25-prozentigen Anstieg der Coronavirus-Fälle verzeichnet und ist damit das am viertstärksten betroffene Land der Welt.

Laut den neuesten Daten, die am Montag, dem ersten Arbeitstag, an dem strenge Quarantänebestimmungen zur Eindämmung der Virusausbreitung erlassen wurden, haben sich 8.744 Personen mit Covid-19 infiziert. 297 sind bis zum Vorabend an dem neuartigen Virus gestorben.

6206 Fälle in Deutschland

Berlin. Bisher haben sich offiziell 6206 Personen in Deutschland mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das am stärksten betroffene Bundesland bleibt #NRW mit circa 40% der Infizierten.

Coronavirus-Infektionen in Deutschland (Stand: 16.03.2020, 11 Uhr)

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