Charlie Hebdo: Mutmaßlicher Attentäter hatte Kontakte zu Al-Kaida

gedenkveranstaltung für die Opfer des Anschlags auf Charlie Hebdo. Einer der mutmaßliche Attentäter hatte Kontakte zu Al-Kaida. [© Valentina Calà (CC BY-SA 2.0)]

Einer der beiden mutmaßlichen Attentäter des Anschlages in Paris hatte Kontakte zum Extremistennetzwerk Al-Kaida. Die Verdächtigen wurden zwar in zwei amerikanischen Sicherheitsdatenbanken genannt. Die Behörden hielten ihre Überwachung aber nicht für nötig.

Einer der beiden mutmaßlichen Attentäter des Anschlages auf das Pariser Satireblatt „Charlie Hebdo“ hatte Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge Kontakte zu der Terrororganisation Al-Kaida.

Mit den Ermittlungen vertraute Personen aus den USA und Europa sagten am Donnerstag, Said Kouachi habe sich 2011 für einige Monate zu einem Training bei Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel im Jemen aufgehalten. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich hätten er und sein jüngerer Bruder Cherif keine Aktivitäten erkennen lassen, die die Aufmerksamkeit von Polizei oder Geheimdiensten auf sie gezogen hätten. In den Monaten vor dem Anschlag auf das Satireblatt „Charlie Hebdo“, bei dem am Mittwoch zwölf Menschen getötet wurden, seien die beiden von den französischen Anti-Terror-Behörden nicht als vorrangige Überwachungsziele behandelt worden.

US-Regierungskreisen zufolge werden die Brüder in zwei amerikanischen Sicherheitsdatenbanken genannt. Dazu gehöre die Liste des Terrorist Screening Center, auf der die Namen von Personen aufgeführt sind, die nicht in die Vereinigten Staaten einfliegen und auch nicht ausfliegen dürfen. Dem TV-Sender ABC zufolge befinden sich die mutmaßlichen Attentäter bereits seit Jahren in den Datensammlungen.

US-Präsident Barack Obama besuchte die französische Botschaft in Washington und trug sich ins Kondolenzbuch ein.

Mutmaßliche Täter weiter auf der Flucht

Die beiden algerischstämmigen Brüder mit französischer Staatsbürgerschaft befanden sich weiter auf der Flucht. Die Suche der Polizei konzentrierte sich auf eine waldige Gegend etwa 70 Kilometer nordöstlich von Paris. Schwer bewaffnete Einsatzkräfte durchkämmten das Dorf Corcy Haus für Haus.

Polizeikreisen zufolge waren die Brüder nur wenige Kilometer entfernt an einer Tankstelle gesehen worden. Hubschrauber flogen über das Dorf. „Wir hören, dass die Männer im Wald sein könnten“, sagte ein Bewohner von Corcy. Im Nachbardorf Longpont sagte ein Bewohner, die Polizei habe dazu aufgerufen, in den Häusern zu bleiben, weil die Attentäter im Ort möglicherweise ihr Auto zurückgelassen hätten. Mit Einbruch der Dunkelheit zogen sich die Einsatzkräfte zurück.

Gabriel ruft zu Großkundgebungen gegen Terror auf

SPD-Chef Sigmar Gabriel rief unterdessen Parteien und Verbände zur einer gemeinsamen Großkundgebung in Berlin auf.

Gabriel fordere ein „breites Bündnis“, das für ein „friedliches und demokratisches Zusammenleben in Deutschland und Europa“ demonstrieren solle, berichtete die „Bild“-Zeitung vorab. Sie beruft sich auf einen Brief des SPD-Vorsitzenden an demokratische Parteien, Religionsgemeinschaften, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Sozialverbände und andere gesellschaftliche Gruppen. Die Schüsse der Attentäter in Paris hätten „nicht nur den direkten Opfern gegolten, sondern auch der Idee einer freien und offenen Gesellschaft“, wird Gabriel zitiert.

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