Bulgariens Ex-Premier wegen mutmaßlicher Bedrohung vorgeladen

"Er fordert mich auf, am Donnerstag zum Verhör zu erscheinen," bestätigte Borissow bei einem Pressegespräch gestern. [EPA-EFE/VASSIL DONEV]

Der bulgarische Ex-Ministerpräsident Bojko Borissow hat bestätigt, dass er vom aktuell geschäftsführenden Innenminister Bojko Raschkow zu einer Anhörung vorgeladen wurde. 

„Er fordert mich auf, am Donnerstag zum Verhör zu erscheinen,“ sagte Borissow bei einem Pressegespräch. Grund sind angebliche Drohungen Borissows gegen einen bulgarischen Geschäftsmann.

Das Innenministerium verwies auch auf vorherige, von der Staatsanwaltschaft offenbar „vergessene“ Zeugenaussagen, wonach Borissow in einem Fall seinen Minister vor dem Gang ins Gefängnis bewahrt habe, indem er Druck auf einen Zeugen ausübte. Der Fall geht auf das Jahr 2010 zurück, als Borissows erstmals an die Macht kam.

Interimsminister Raschkow teilte mit, ein anonymer Zeuge behaupte, dass Borissow ihn mit den folgenden Worten bedroht habe: „Sie haben eine Frau und Kinder, die nicht wissen werden, ob sie Ihr Fleisch essen.“ Wegen dieses Zitats wurde der Fall in Bulgarien als „Kannibalenfall“ bekannt.

Borissow bestreitet die Vorwürfe des Innenministers und behauptet, dessen aktuelles Handeln sei politisch motiviert. Der besagte Zeuge, der mutmaßlich gegen Borissow aussagen könnte, ist wohl ein bulgarischer Geschäftsmann, dessen Name noch nicht öffentlich gemacht wurde.

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