Bulgarien wirft der Türkei vor, sich in innere Angelegenheiten einzumischen

Die geschäftsführende Regierung befürchtet, dass die hohe Wahlbeteiligung in der Türkei für die Präsidentschaftswahlen am 21. November entscheidend sein könnte. [EPA-EFE / VASSIL DONEV]

Der kommissarische Innenminister Bojko Raschkow beschuldigte die Türkei, sich während der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vom 14. November in die inneren Angelegenheiten Bulgariens eingemischt zu haben. Am Donnerstag (18. November) hat das Außenministerium den türkischen Botschafter in Sofia vorgeladen und um Erklärungen gebeten.

„Bulgarien erwartet von den türkischen Institutionen, dass sie sich während der Stichwahl der Präsidentschaftswahlen kategorisch von Propagandaaktionen und politischen Botschaften im Zusammenhang mit dem Wahlprozess in unserem Land fernhalten“, erklärte die bulgarische Regierung.

Die türkische Minderheitenpartei in Bulgarien DPS erhielt bei den Parlamentswahlen mehr als 87.000 Stimmen aus dem Ausland. Fast alle kamen aus Wahllokalen in der Türkei, wo eine hohe Wahlbeteiligung von türkischen Staatsbürgern, die auch einen bulgarischen Pass haben, zu verzeichnen war. Bei den letzten Parlamentswahlen im Juli war die Zahl der Wähler:innen in den türkischen Sektionen dreimal niedriger.

Die geschäftsführende Regierung befürchtet, dass sich die hohe Wahlbeteiligung in der Türkei bei der Stichwahl am 21. November als entscheidend erweisen könnte.

Raschkow sagte auch, dass bei seinem Besuch in der südbulgarischen Stadt Kardschali vor den Wahlen bulgarischen Bürgern türkischer Abstammung gedroht worden sei, „wenn sie nicht für die DPS stimmen, wird jemand (in Bulgarien) ihre (türkischen) Namen in bulgarische ändern“.

„Mir ist kein anderer Fall bekannt, bei dem sich bulgarische Bürger:innen in die Wahlen in der Türkei eingemischt hätten“, sagte Raschkow.

Am Donnerstagabend fand eine kurze Protestaktion vor der türkischen Botschaft in Sofia statt.

Die DPS hat beschlossen, den Präsidentschaftskandidaten der GERB, Anastas Gerdjikow, bei der Stichwahl gegen den amtierenden Präsidenten Rumen Radew nicht offiziell zu unterstützen.

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