Breton: EU-Wiederaufbaufonds soll Tourismusbranche „widerstandsfähiger“ machen

Für Breton sollten die EU-Gelder für den Tourismussektor mit einem "zweifachen Ziel ausgerichtet sein: kurzfristig zu handeln und langfristige Investitionen für die einfache Transformation des Tourismus in eine grüne und digitale Branche anzukurbeln". [EPA-EFE/Olivier Matthys / POOL]

Der EU-Haushalt und Wiederaufbaufonds sollten genutzt werden, um dem Tourismus zu helfen, „widerstandsfähiger aus den kommenden Krisen hervorzugehen“, erklärte der EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton am Donnerstag (21. Januar).

Der EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, der per Videokonferenz auf einem internationalen Forum über Bildung, Beschäftigung und Ausbildung in der Tourismusbranche sprach, sagte, die Pandemie könne als „Beschleuniger des Wandels“ für den Tourismussektor wirken.

Zu diesem Zweck sollten „Industrie, Behörden, Gesellschaftspartner, Bildungs- und Handelsanbieter ihre Kräfte bündeln“, so Breton. „Wir sollten eine langfristige Perspektive nicht außer Acht lassen und überlegen, wie wir einen widerstandsfähigeren Tourismus schaffen können“.

Im Dezember vergangenen Jahres einigte sich die Europäische Union auf ein Haushalts- und Finanzpaket in Höhe von 1.8 Billionen Euro, wovon ein Teil für die Tourismusbranche verwendet werden kann.

Für Breton sollten die EU-Gelder für den Tourismussektor mit einem „zweifachen Ziel ausgerichtet sein: kurzfristig zu handeln und langfristige Investitionen für die einfache Transformation des Tourismus in eine grüne und digitale Branche anzukurbeln“.

Breton verspricht Unterstützung für europäische Tourismusbranche

Da der Tourismus einer der am härtesten betroffenen Sektoren in der aktuellen Corona-Krise ist, könnte ein Sondergipfel im September oder Oktober organisiert werden, um sich mit den Auswirkungen der Pandemie zu befassen, sagte Binnenmarktkommissar Thierry Breton am Dienstag.

Diese Ansicht teilt auch der portugiesische Wirtschaftsminister Pedro Siza Vieira, der auf die Bedeutung der europäischen Wirtschaftsinstrumente für die Erholung und Transformation des Tourismussektors hinwies, um ihn umweltfreundlicher und „digitaler“ zu machen.

„Während wir beginnen, uns auf die Umsetzung der europäischen ‚NextGenerationEU‘-Fonds vorzubereiten, überlegen wir auch, wie wir unsere Gesellschaften und unsere Wirtschaft am besten auf die Herausforderungen von morgen vorbereiten können“, betonte Siza Vieira.

Auf diese Weise, so betonte er, „werden die Gesellschaft und die Wirtschaft von morgen digitaler, nachhaltiger und sicherlich widerstandsfähiger sein“.

Für den Minister, der auch für den digitalen Wandel zuständig ist, werden digitale Technologien „grundlegend“ für die Zukunft des Tourismus sein, vor allem bei der Auswahl von Reisezielen, bei Zahlungssystemen und bei Kontakten zwischen Unternehmen und Kunden im Allgemeinen.

Angst vor zweitem Ischgl: Neuer Cluster in österreichischem Tourismus-Hotspot

Im malerischen Dorf St. Wolfgang in Oberösterreich entstand in der vergangenen Woche ein neuer Coronavirus-Cluster. Übers Wochenende wurden 53 neue COVID-Infektionen identifiziert – die meisten davon arbeiten im Tourismussektor. Das schürt Ängste vor einem „zweiten Ischgl“.

Der Sektor sollte „auf dem neuesten Stand der entscheidenden Fähigkeiten sein, die für die Zukunft benötigt werden“, da sich die Tourismusindustrie auf den Neustart nach der Pandemie vorbereitet, sagte er.

Das internationale Forum zu Bildung, Beschäftigung und Ausbildung im Tourismus wurde vom portugiesischen Wirtschaftsministerium im Rahmen der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft des Landes organisiert, die am 1. Januar begann.

[Bearbeitet von Frédéric Simon]

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