‘Berühmter’ Messi gewinnt europäisches Gerichtsverfahren

FC Barcelona-Superstar Lionel Messi. [EPA-EFE/Rodrigo Jimenez]

Fußball-Superstar Lionel Messi erhielt am gestrigen Donnerstag Unterstützung vom Europäischen Gerichtshof (EuGH). Der Antrag auf eine registrierte Eigenmarke sei ´gerechtfertigt´. In ihrem Urteil verwiesen die Richter auf Messis Berühmtheit außerhalb der Fußballwelt.

In einer Woche, in der die FC Barcelona überraschender Weise kein Champions League-Auftritt hatte, konnte sich der Fußballer zumindest über die Nachricht freuen, dass seine ´MESSI´-Marke für Kleidung und Sportausrüstung nicht gegen EU-Recht verstoßt.

Die Rechtssache geht auf das Jahr 2011 zurück, als Messis Berater vor der EU-Behörde für geistiges Eigentum (EUIPO) ein Antrag auf Registrierung seines Logos stellten. Das Logo beinhaltet ein ´M´ und den Nachnamen des Fußballers in Großbuchstaben.

Später wurde allerdings durch die Sportbekleidungs- und Ausrüstungsfirma ´MASSI´ ein weiterer Antrag eingereicht, in dem die Firma die Ähnlichkeiten zwischen beiden Marken und die Verwechslungsgefahr monierte. Die EUIPO gab den Antrag statt und stellte fest, dass es aufgrund der bildlichen und klanglichen Ähnlichkeiten zwischen den Marken tatsächlich eine Verwechslungsgefahr gebe.

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Messi erhob zuerst bei der EUIPO Einspruch und zog dann vor den EuGH. Am gestrigen Donnerstag erklärte der EuGH den EUIPO-Beschluss für nichtig und entschied, dass Messi auch außerhalb der Fußballwelt ´bekannt´genug ist, um die Verwechslungsgefahr zu verhindern.

In seinem Urteil erkannte der Gerichtshof zwar die von der EUIPO festgestellten bildlichen und klanglichen Ähnlichkeiten an, wies aber das Argument zurück, dass nur „ein Teil der relevanten Öffentlichkeit“ den Unterschied erkennen würde. Der EuGH wies darauf hin, dass Messis Medienpräsenz (Radio und Fernsehen) dazu führe, dass der Bekanntheit des Fußballers über die Sportwelt hinausreicht. Das Gericht gelangte daher zu dem Ergebnis, dass obwohl Messi für gewisse Leute unbekannt sein dürfte, eine solche Unkenntnis für Verbraucher von Sportbekleidung und -ausrüstung nicht der Normalfall sei.

Nun kann Messi seine Aufmerksamkeit wieder ganz die Fußballwelt richten: Der FC Barcelona genießt derzeit einen Elf-Punkte-Vorsprung in der spanischen Liga und hat den Landespokal bereits gewonnen. Der Argentinier dürfte auch darauf hoffen, sein Heimatland im Sommer in Russland zum Weltmeistertitel zu verhelfen.

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