Ausländische Einflussnahme: Tschechien am widerstandsfähigsten

Alle mittel- und osteuropäischen Länder (MOE) stehen vor ähnlichen Hindernissen bei der Stärkung ihrer Anfälligkeit gegenüber ausländischem Einfluss. [EPA-EFE/MARTIN DIVISEK]

Laut dem Globsec Vulnerability Index 2021 ist Tschechien das EU-Land, das am widerstandsfähigsten gegenüber schädlichen ausländischen Einflüssen ist, während Bulgarien am anfälligsten ist.

„Die tschechische Widerstandsfähigkeit ergibt sich aus der Bereitschaft der politischen Eliten, russische und chinesische Einmischung als Bedrohung zu benennen“, erklärte Jonáš Syrovátka, Programmleiter am Prager Institut für Sicherheitsstudien und Mitautor der Studie, gegenüber EURACTIV.cz.

Außerdem verfüge Tschechien über „relativ entwickelte demokratische Institutionen wie unabhängige Medien und eine Zivilgesellschaft“, so Syrovátka.

Die Studie untersuchte acht mittel- und osteuropäische Länder (Bulgarien, Tschechische Republik, Ungarn, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und die Slowakei). Den wichtigsten Ergebnissen zufolge trägt die Mitgliedschaft in der EU oder der NATO zu einer größeren Widerstandsfähigkeit bei.

Serbien schnitt von den acht Ländern am schlechtesten ab, während Bulgarien als das anfälligste der EU-Mitgliedstaaten bezeichnet wurde. „Die bulgarischen politischen Parteien wurden aufgrund ihrer öffentlichen Rhetorik als am stärksten pro-russisch und am wenigsten pro-NATO eingestuft“, heißt es in der Studie.

Alle mittel- und osteuropäischen Länder (MOE) sehen sich ähnlichen Hindernissen gegenüber, die ihre Anfälligkeit für ausländischen Einfluss verstärken.

„Das Misstrauen der Bürger:innen gegenüber den politischen Eliten und staatlichen Institutionen ist das Haupthindernis für die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der MOE-Länder. Ohne langfristige und systematische Anstrengungen in diesem Bereich werden diese Länder immer anfälliger für den Einfluss ausländischer Mächte und andere sicherheitspolitische Herausforderungen sein“, so Syrovátka.

Dem Analysten zufolge können die EU und die NATO nur dann angemessen auf die globalen Herausforderungen reagieren, wenn ein angemessener Dialog und Erfahrungsaustausch zwischen der MOE-Region und den westlichen Ländern eingerichtet wird.

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