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18/01/2017

Ausbildung: Piloten fordern Ende der „Pay-to-Fly“-Praxis

EU-Innenpolitik

Ausbildung: Piloten fordern Ende der „Pay-to-Fly“-Praxis

Pay-to-Fly muss ein Ende haben, fordern Pilotenvereinigungen.

[Pilots Of Swiss/Flickr]

Der Europäische Pilotenverband hat ein Ende der „Pay-to-Fly“-Praxis gefordert, nach dem Nachwuchskräfte für Flugerfahrung häufig zahlen müssen. Das Prinzip nutze junge Piloten aus.

Der europäische Pilotenverband ECA hat scharf kritisiert, dass viele junge Piloten hohe Summen dafür zahlen müssen, ihrem Beruf nachzugehen.

Dieses Vorgehen namens „Pay-to-Fly“ greife bei Fluggesellschaften immer mehr um sich und müsse von der Europäischen Union gestoppt werden, forderte der Präsident der European Cockpit Association (ECA), Dirk Polloczek, am Mittwoch auf MDR Info. Die jungen Piloten würden mit diesem Verfahren ausgenutzt und enorm unter Druck gesetzt.

Mit dem Modell „Pay-to-Fly“ nutzen Fluggesellschaften nach Angaben von Pilotengewerkschaften Berufseinsteiger aus, die nach ihrer ohnehin teuren Ausbildung noch keine Flugerfahrung gesammelt haben. Die jungen Piloten werden demnach nicht für ihre Arbeit bezahlt, sondern müssen dafür zahlen, Flugstunden bei einer Airline zu sammeln.

Viele Berufsanfänger seien „in der kontroversen Situation, dass sie ohne Flugstunden, ohne Erfahrung keinen Job bekommen, aber ohne Job auch keine Flugstunden bekommen“, führte Polloczek aus. Deswegen seien viele Kollegen gezwungen, die sogenannte „Pay-to-Fly“-Lösung zu akzeptieren. Dies stelle aber auch ein Sicherheitsrisiko für die Passagiere dar. Nach Angaben der Vereinigung Cockpit verbreitet sich das Anstellungsmodell auch in Deutschland immer weiter.

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