Anschlag am Breitscheidplatz: Anis Amri in Mailand erschossen

Am Montag wurde am Weihnachtsmarkt bei der Gedächtniskirche in Berlin ein Terroranschlag verübt. [Foto: Andreas Trojak/Flickr]

Der mutmaßliche Attentäter von Berlin ist offenbar in Mailand getötet worden. Direkten Kontakt zur Extremistengruppe „Islamischer Staat“ hatte er laut einem Medienbericht jedoch nicht.

Der mutmaßliche Berliner Attentäter Anis Amri ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Mailand bei einer Schießerei erschossen worden.

Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters. Das italienische Innenministerium kündigte eine Pressekonferenz für 10.45 Uhr an.

Amri soll nach einem Medienbericht jedoch keinen direkten Kontakt zur Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) gehabt.

Amri handelte offenbar auf eigene Faust

Der Tunesier Anis Amri habe zwar mit dem IS über einen Internet-Chat in Kontakt gestanden, sei aber vermutlich nicht aus Syrien oder Irak gesteuert worden, zitierte der Berliner „Tagesspiegel“ Sicherheitskreise. Der 24-Jährige habe offenbar auf eigene Faust gehandelt und sich den Lkw-Anschlag in Nizza zum Vorbild genommen. Vom Generalbundesanwalt war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Der IS hat den Anschlag mit zwölf Toten für sich reklamiert. Allerdings konnte die Echtheit der Botschaft bislang nicht unabhängig bestätigt werden.

Amri sei der Kategorie von „Terroristen“ zuzurechnen, die in ihrem früheren Leben als Kriminelle agierten, dann gläubig wurden und ihre kriminellen Fähigkeiten in den Terror einbringen, sagte der Sicherheitsexperte dem Blatt. Bei den vergangenen Anschlägen in europäischen Staaten, die der IS für sich reklamierte, waren mehrfach polizeibekannte Kleinkriminelle die Täter.

Amri habe geplant, als Märtyrer zu sterben, sagten Sicherheitskreise laut dem „Tagesspiegel“-Bericht. Das gehe aus seiner Kommunikation mit anderen Salafisten hervor. Der Tunesier stand nach Angaben aus Sicherheitskreisen unter anderem in Kontakt zum mittlerweile inhaftierten Hassprediger Abu Walaa.

Duisburg: Festnahmen wegen Plänen für Anschlag

Die Polizei hat mit Festnahmen in Nordrhein-Westfalen womöglich einen Anschlag verhindert. Der Tatverdächtige vom Breitscheidplatz Anis Amri ist weiter auf der Flucht.

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