Alternative für Deutschland: Parteichef Lucke erwägt Rückzug

AfD-Chef Bernd Lucke fordert eine Verschlankung der Parteispitze. Foto: Bürgerrecht Direkte Demokratie (CC BY-ND 2.0)

Bernd Lucke, Vorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD), steht womöglich nächstes Jahr nicht mehr für das Amt des Parteichefs zur Verfügung.

AfD-Chef Bernd Lucke erwägt seinen Rückzug aus der Parteispitze.

„Ich habe noch nicht entschieden, ob ich noch einmal antreten werde“, sagte der Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er wolle ab und zu wieder mehr Zeit für die Familie haben. „Vielleicht bieten sich andere Führungspersönlichkeiten an.“

Seinen möglichen Rückzug verband Lucke mit der Forderung, die Struktur der euro-kritischen Partei zu verändern, die zuletzt bei mehreren Landtagswahlen deutliche Zuwächse erzielt hat. Es müsse einen alleinigen Parteivorsitzenden geben. Bei den bisherigen drei Chefs sei der Koordinationsbedarf zu hoch. „Tatsächlich geht es darum, dass ich entlastet werden muss von dem erdrückenden Arbeitspensum“, so Lucke.

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry sagte der „FAZ“, Lucke solle nicht versuchen, eine Vorentscheidung in der Frage zu erzwingen, indem er dies mit seinen persönlichen Plänen verknüpfe. Sie arbeite „ungern mit Drohungen“. Das bisherige Modell habe sich bewährt. Ähnlich äußerte sich Konrad Adam, der dritte Bundesvorsitzende.

„Ich kenne keine Partei, die sich so eine Kakofonie leistet wie die AfD“, sagte der Bundesvorsitzende Hans-Olaf Henkel. Gerade dieser Streit zeige, dass es Bedarf gebe, „die Spitze zu konsolidieren“. Die stellvertretende Bundesvorsitzende Patricia Casale erklärte, sie könne sich nur Lucke als alleinigen Vorsitzenden vorstellen. In einer Zeit nach ihm sei das Modell „hochgefährlich“.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.