AfD-Vize Henkel verlangt Politikwechsel seiner Partei

AfD-Vize Henkel kritisiert "unvernünftige, unanständige und intolerante" Mitglieder seiner Partei. Foto: EP

Der Vizechef der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) rechnet mit dem radikalen Flügel seiner Partei ab. Gleichzeitig fordert er einen entschiedeneren Kurs – auch in der Russland-Politik und beim transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP.

Der interne Streit in der Alternative für Deutschland (AfD) hält an: Partei-Vize Hans-Olaf Henkel geht jetzt mit Teilen der Basis ins Gericht. „Wir haben Unvernünftige, Unanständige und Intolerante in unseren Reihen“, erklärte Henkel dem „Spiegel“. 

Die AfD müsse „innerparteilich für Aufklärung sorgen“, so der Europaabgeordnete. Seit Monaten streitet die Partei etwa über das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP). Während etwa Henkel und sein Fraktionskollege Joachim Starbatty das Abkommen bewerben, sind Teile der AfD entschieden dagegen. Ein ähnlich explosives Thema ist die Russland-Politik. 

Bereits in einem EURACTIV-Interview kritisierte Henkel seine Partei in der TTIP-Frage: Wenn man das Abkommen nicht kennt, sollte man weder das eine noch das andere sein, sagte er. „Das wird völlig unterschätzt bei denjenigen von unserer Partei, die von Wirtschaft relativ wenig Ahnung haben.“ 

Henkel fordert Parteichef Bernd Lucke zur eine Kurskorrektur auf: „Wir brauchen einen Markenkern“ – auch wenn das dazu führen könnte, dass die AfD Wählerstimmen verliert. „Sie können den Leuten nicht sagen: Ich kann alles“, warnt Henkel. „Irgendwann sagen sie: Die können gar nichts.“

Parteichef Lucke, ebenfalls EU-Abgeordneter, fühlt sich derweil zunehmend überlastet von Parteiamt und Mandat. „Das Pensum ist sehr hoch“, sagte Lucke. „Bisweilen führen mich die Arbeit als Abgeordneter und die Parteiarbeit an die Grenze der Belastungsfähigkeit.“

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