Abhörskandal: BND forschte Frankreichs Außenminister Fabius aus

Der BND soll einen deutschen Diplomaten abgehört haben.

Der BND soll einen deutschen Diplomaten abgehört haben. [Mark Michaelis/Flickr]

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach Medieninformationen einen deutschen Diplomaten belauscht. Auch der französische Außenminister Laurent Fabius wurde Opfer der Abhöraktion.

Der Bundesnachrichtendienst soll nach Informationen des rbb Inforadios einen deutschen Diplomaten und darüber hinaus auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius ausgespäht haben.

Der Sender berichtete , der BND habe Hansjörg Haber abgehört, der von 2008 bis 2011 Leiter der EU-Beobachtermission in Georgien war und danach den Planungsstab des Diplomatischen Dienstes der EU in Brüssel leitete. Derzeit sei er EU-Botschafter in der Türkei. Als Deutscher sei Haber vom Grundgesetz geschützt und hätte vom BND nicht abgehört werden dürfen. Hansjörg Haber sei der Ehemann von Innenstaatssekretärin Emily Haber.

Darüber hinaus berichtete der Sender, Frankreichs Außenminister Fabius sei Ziel von Ausspähungen gewesen. Als weitere Abhörobjekte nannte der Sender den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, die Weltgesundheitsorganisation WHO, UNICEF, das FBI sowie europäische und amerikanische Firmen, darunter Rüstungsunternehmen wie Lockheed in den USA.

Vor drei Wochen hatten dem Sender zufolge BND-Präsident Gerhard Schindler und das Kanzleramt das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages darüber informiert, dass auch der BND Spionage unter Freunden betrieben hat.