Wohlwollen für neuen EU-Botschafter Barrow

Der neue britische EU-Botschafter Tim Barrow [Foto: Screenshot Youtube]

Die Benennung des neuen britischen EU-Botschafters Tim Barrow ist überwiegend wohlwollend aufgenommen worden.

„Ich habe ihn in Brüssel gesehen, er kennt die Amtswege, er kennt die Charaktere“, sagte Tom
Fletcher, der drei britischen Regierungschefs als Politikberater diente, am Donnerstag der Rundfunkgesellschaft BBC. Die „Financial Times“ äußerte die Erwartung, dass Barrow vor den Brexit-Verhandlungen für größere Gelassenheit sorgen könne, er stehe für eine „eher traditionelle diplomatische Führungsweise“.

Londons geheime Pläne: Ein Brexit-Befürworter hinter EU-Kulissen

Der EU-Botschafter Sir Ivan Rogers trat zurück, weil Großbritannien insgeheim über seinen Kopf hinweg einen anderen Diplomaten in die Brexit-Verhandlungen einschleusen wollte, sagen britische Vertreter. EURACTIV Brüssel berichtet.

Barrow wurde am Mittwoch von der Regierung der britischen Premierministerin Theresa May zum Nachfolger des bisherigen Botschafters Ivan Rogers berufen.
Rogers übte zum Schluss heftige Kritik an der Herangehensweise Londons an die Austrittsverhandlungen mit der Europäischen Union, die spätestens im April beginnen sollen. Diese Verhandlungen seien „die härtesten zu unseren Lebzeiten“, sagte Fletcher, ein ehemaliger britischer Botschafter im Libanon. Barrow sei dafür „auf der Höhe“.

Ex-Botschafter Rogers: London fehlt "ernsthafte Verhandlungserfahrung"

Der aus dem Amt scheidende EU-Botschafter Großbritanniens ruft seine Kollegen in einer unverblümt ehrlichen E-Mail dazu auf „der Macht mit Wahrheit zu begegnen“ – und geht mit der britischen Regierung ungeschönt ins Gericht. EURACTIV Brüssel berichtet.

Barrow sei ein „Diplomat par excellence“, sagte ein Regierungsvertreter. Er sei mit solidem Rückhalt von Außenminister Boris Johnson und Brexit-Minister David Davis ernannt worden. Dagegen sagte Gerard Batten, Sprecher der EU-feindlichen Ukip-Partei: „Wir müssen die Karriere-Diplomaten loswerden, die seit 44 Jahren nicht in der Lage sind, die britischen Interessen zu schützen.“

Finanzminister Philip Hammond sagte während einer Reise durch Golf-Staaten dem Sender CNBC, die Brexit-Verhandlungen würden „hart“ und „kompliziert“. Vier Jahrzehnte lang sei es darum gegangen, die britische Wirtschaft und die der EU zu „integrieren“, nun sollten sie „auseinandergebracht“ werden. Hunderttausende Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Ärmelkanals hingen davon ab.

Die Briten hatten im Juni mit 52 Prozent für einen Austritt aus der EU gestimmt. Der auf zwei Jahre angelegte Austrittsprozess Großbritanniens aus der EU kann erst beginnen, wenn London das Ausscheiden nach Artikel 50 des EU-Vertrags beantragt hat. Premierministerin May will die Austrittserklärung bis Ende März abgeben.

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