Vestager: Dijsselbloems Kommentare sind „falsch“

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager übergeht den Grundsatz ihrer Institution „Kommentare nicht zu kommentieren“ und kritisiert die jüngsten Aussagen des Eurogruppen-Chefs Jeroen Dijsselbloem über südeuropäische Mitgliedsstaaten.

Der amtierende niederländische Finanzminister hatte am 20. März in einem Interview gesagt, diese Länder würden ihr Geld eher „für Schnaps und Frauen“ ausgeben, als um Hilfe zu bitten. „Ich an seiner Stelle hätte so etwas nicht gesagt. Ich halte es für falsch“, so Vestager.

Dijsselbloems Sprecher ließ am heutigen Mittwoch verlauten, er habe sich mit seinen Äußerungen auf kein Land und auf keine Ländergruppe im Speziellen bezogen. „Seine Botschaft richtet sich an alle Euro-Länder: Solidarität kommt mit Verpflichtungen.“

„Dijsselbloems Antwort ist beschämend“

Doch europaweit sorgt sein Kommentar weiter für Empörung.“Seine Antwort ist beschämend“, kritisierte der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Sven Giegold. Portugals Außenminister Augusto Santos Silva bezeichnete sie als „vollkommen inakzeptabel“. Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos nannte die Äußerungen „in der Form als auch im Inhalt“ unglücklich. Und auch der italienische Ex-Regierungschef Matteo Renzi forderte den Rücktritt Dijsselbloems.

Lediglich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nahm den 50-jährigen Dijsselbloem in Schutz. „Wir vergeben keine Stilnoten für Interviewäußerungen“, so Schäuble. Ob Dijsselbloem sein Mandat, das eigentlich noch bis zum 1. Januar 2018 läuft, wird halten können, ist allerdings unsicher.

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