‚Russische Invasoren hinterlassen Sprengfallen‘

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von EURACTIV Media network.

Foto einer russischen F-1-Granate, die von abziehenden russischen Soldaten als Sprengfalle an einer Tür in Makariw westlich von Kyjiw plaziert wurde. [Twitter]

Russische Soldaten haben Minen und Sprengkörper dort platziert, wo sie untergebracht waren oder geplündert haben, und es wurden sogar Sprengfallen in Kühlschränken und Waschmaschinen gefunden, schreibt Roman Rukomeda.

Roman Rukomeda ist ein ukrainischer Politologe. Dies ist sein 38. Bericht über die russische Invasion in der Ukraine, den er trotz der Schwierigkeiten und des beschränkten Internetzugangs an EURACTIV senden konnte. 

Der 46. Tag des Krieges neigt sich dem Ende zu. Die Russen konzentrieren ihre Bemühungen auf Charkiw, den Osten und den Süden der Ukraine.

In der Zwischenzeit tauchen in den befreiten Gebieten vermehrt Indizien für Kriegsverbrechen wie Mord, Folter und Vergewaltigungen auf. Die Zahl der getöteten Zivilist:innen in der Region Kyjiw geht inzwischen in die Tausende, wobei noch mehr Gräber unter zerstörten mehrstöckigen Gebäuden vermutet werden.

Die ukrainische Ombudsfrau für Menschenrechte, Ljudmila Denisowa, berichtete, dass Russen sogar in Kirchen Menschen ermordet haben.

Der ukrainische Innenminister berichtete vor kurzem, dass die Russen Minen und Sprengstoffe dort hinterließen, wo sie wohnten oder übernachteten, insbesondere in den Wohnungen ukrainischer Polizist:innen, Rettungskräfte und Militärs, sowohl an den Eingängen als auch in der Nähe der Zäune. Auch in Autos wurde Sprengstoff versteckt. Es gab bereits einen Fall, bei dem ein Mann starb, als er den Kofferraum seines verminten Autos öffnete. Die ukrainische Polizei fand außerdem Sprengsätze in Kühlschränken und Waschmaschinen.

Der Bürgermeister der südukrainischen Stadt Melitopol erklärte, die Russen würden Landmaschinen stehlen, weil diese aufgrund der Sanktionen in Russland nicht mehr erhältlich seien. Die Russen wollen mit ihren Aktionen auch die Aussaat in der Ukraine beeinträchtigen.

Außerdem werden ukrainische Aktivist:innen, die vom russischen Militär in den besetzten Gebieten auf dem ukrainischen Festland, hauptsächlich in Melitopol und Cherson, festgenommen worden sind, in eine Untersuchungshafteinrichtung auf der annektierten Krim gebracht.

Trotzdem versammeln sich die Menschen in Cherson weiterhin zu Kundgebungen gegen die russische Aggression und zum Gedenken an die bereits vom Feind getöteten Ukrainer:innen.

In vielen Städten, die unter schwerem russischem Beschuss standen, finden sich zahlreiche nicht detonierte russische Raketen, Minen und Bomben. So wurden beispielsweise in Tschernihiw sechs russische MLRS-Raketen am Strand des örtlichen Flusses und eine weitere im Stadtpark gefunden.

Trotz des Krieges und der Zerstörungen versuchen die ukrainischen Städte und Gemeinden, wieder zur Normalität zurückzufinden. Nach Angaben der Kiewer Staatsverwaltung ist die Stadt wieder zum Leben erwacht. Eine große Anzahl von Geschäften und Dienstleistungen sind bereits wieder geöffnet.

Dazu gehören 35 Märkte, 460 Cafés, 55 Bäckereien, 340 Friseure, 110 Manikürestudios, 535 Autowerkstätten, 90 Kleider- und Schuhreparaturwerkstätten, 30 Fahrradwerkstätten, 75 Bekleidungsgeschäfte, 95 Servicestellen für Geräte und Laptops, fünf chemische Reinigungsbetriebe, 75 Autowerkstätten und 35 Autowaschanlagen.

Während dieses Krieges hat sich die Ukraine das Recht erkämpft, zur Familie der Länder der Europäischen Union zu gehören, die intensiv für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte kämpfen.

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