Mehr als 300 Tage! Es reicht!

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Solidarität mit dem Journalisten Deniz Yücel, der ein Jahr lang in türkischer Haft saß.. [EPA/LISI NIESNER]

Deniz Yücel sitzt in türkischer Haft, weil er die Presse- und Meinungsfreiheit in Anspruch nahm. Es braucht eine deutsche Regierung, die Druck macht auf den türkischen Präsidenten. Ein Kommentar von EURACTIVs Medienpartner „Der Tagesspiegel“.

Mehr als 300 Tage im Gefängnis – weil er die Presse- und Meinungsfreiheit in Anspruch nahm! Ob sich das einer aus dieser Bundesregierung vorstellen mag? Ob einer ein schlechtes Gewissen hat? Keiner, wie es aussieht.

Deniz Yücel muss warten: auf eine Regierung, der es reicht. Die sich nicht von Recep Tayyip Erdogan auf der Nase herumtanzen lässt. Die ernst macht mit dem Eintreten für Demokratie und Menschenrechte. Beides ist nicht verhandelbar. Jeder deutsche Staatsbürger muss darauf vertrauen können.

Yücel nicht mehr in Einzelhaft

Die türkischen Behörden haben die Haftbedingungen für den „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel gelockert. Der Journalist befinde sich nicht mehr in Einzelhaft, sagte sein Anwalt nach einem Besuch in der Haftanstalt.

Wer von deutscher Seite mit Erdogan telefoniert, so wie neulich geschehen, der sollte am besten nachher den Wortlaut veröffentlichen – damit die Bürger sehen, um was es ging und wie es zuging.

Beschwichtigungen sind fehl am Platz. Der türkische Präsident versteht sie doch nur als Zeichen von Schwäche. Was er versteht, ist Druck. Den Druck der Verhältnisse, wie Sanktionen sie zustande bringen. Den Druck, der von ökonomischer Schwäche ausgeht. Darin liegt eine Chance.

Mehr als 300 Tage! Es reicht.

 

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