Zuspitzung im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland

Die Ukraine wirft Russland "Staatsterrorismus" nach der Attacke auf einen Kreml-Kritiker vor. [REUTERS/Gleb Garanich - RTX2O757]

Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland spitzt sich zu, nachdem tödliche Schüsse auf einen Kreml-Kritiker mitten in Kiew gefallen sind.

Der ehemalige russische Abgeordnete Denis Woronenkow wurde am Donnerstag von einem Unbekannten auf offener Straße vor einem Hotel in Kiew erschossen. Woronenkow war Hauptbelastungszeuge im Hochverratsprozess gegen den russlandfreundlichen Ex-Staatschef der Ukraine, Wiktor Janukowitsch. Präsident Petro Poroschenko bezeichnete die Attacke auf den 45-Jährigen als „russischen Staatsterrorismus“. Russland wies eine Verwicklung in die Tat zurück. Die Vorwürfe der Ukraine seien absurd, sagte ein Sprecher des Präsidialamts. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind sehr angespannt, seit Russland vor drei Jahren die Halbinsel Krim annektierte.

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Der ukrainische Präsident Poroschenko bezeichnete den Erschossenen als Schlüsselfigur in den Ermittlungen zur Rolle Janukowitschs bei „der Stationierung russischer Truppen in der Ukraine“. Janukowitsch hatte sich vor gut drei Jahren nach Massenprotesten nach Russland abgesetzt. Woronenkow flüchtete 2016 in die Ukraine. Er stand wegen milliardenschwerer Betrugsvorwürfe auf russischen Fahndungslisten. Sein Angreifer starb der Polizei zufolge, nachdem Woronekows Leibwächter ihn angeschossen hatte.

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Zusätzlich angeheizt wurde der Streit zwischen den Regierungen in Kiew und Moskau durch gegenseitige Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Eurovision Song Contest, den die Ukraine dieses Jahr ausrichtet. Der Staatschutz der ehemaligen Sowjetrepublik verweigerte der russischen Kandidatin die Einreise mit der Begründung, dass sie mit einem Besuch der Krim gegen ukrainisches Recht verstoßen habe. Russland warf der Ukraine vor, damit dem Ansehen des besonders in Osteuropa populären Gesangswettbewerbs zu schaden.