Zentralafrikanische Republik: Viele Tote bei Angriffen christlicher Milizen

Bewaffnete Gruppe in der Zentralafrikanischen Republik [hdptcar/Flickr]

In der Zentralafrikanischen Republik sind nach UN-Angaben durch Angriffe christlicher Milizen bis zu 30 muslimische Zivilisten getötet worden. Viele der Angreifer waren Kindersoldaten.

Hunderte von Menschen suchten am Wochenende in der Stadt Bangassou an der Grenze zu Kongo Schutz in einer Moschee. Auch der dortige Stützpunkt der UN-Friedenstruppe Minusca sei attackiert worden, sagte ein Minusca-Sprecher am Sonntag. Weitere UN-Soldaten seien in die entlegene Stadt beordert worden.

Verantwortlich für den Angriff waren den Angaben zufolge Hunderte von schwer bewaffneten Kämpfern, die Jagd auf Muslime machten. Viele davon seien Kindersoldaten, die offenbar unter Drogeneinfluss standen, sagte Minusca-Chef Parfait Onanga-Anyanga der Nachrichtenagentur Reuters.

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Zuvor bereits hatte sich UN-Generalsekretär Antonio Guterres empört geäußert über den Angriff auf UN-Soldaten, bei denen sechs von diesen in der Gegend von Bangassou starben.

Die Konflikte in der Zentralafrikanischen Republik haben sich zuletzt verschärft. Seit 2013 kommt es immer wieder zu Unruhen, nachdem muslimische Seleka-Rebellen die Macht übernommen hatten. Gegen sie kämpft die Anti-Balaka-Miliz, die sich aus der christlichen Minderheit rekrutiert.

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