Rund 57.000 Migranten sind im vergangenen Jahr illegal nach Spanien eingereist. Das sind fast doppelt so viele, als noch im Jahr 2022. Die Zahl der Migranten aus Westafrika auf den Kanarischen Inseln stieg auf ein Rekordhoch, wie offizielle Daten am Mittwoch (3. Januar) zeigten.
Die spanische Regierung hat im vergangenen Jahr ihre Kontakte zu Behörden in Ländern wie Senegal und Mauretanien intensiviert, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Spanien musste außerdem zusätzliche Notunterkünfte für Migranten in Militärkasernen, Hotels und Herbergen im ganzen Land einrichten.
Insgesamt 56.852 Migranten reisten 2023 illegal auf dem Land- oder Seeweg nach Spanien ein. Dies entspricht einem Anstieg von 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ist der höchste Wert seit 2018, als 64.298 Ankünfte registriert wurden, wie Daten des Innenministeriums zeigen.
Der Großteil der Migranten kam auf den Kanarischen Inseln an. Mit 39.910 Migranten stieg der Wert im Vergleich zum Vorjahr um 154 Prozent und übertraf den bisherigen Rekord im Jahr 2006, als 31.678 Menschen die Inselgruppe erreichten.
Der Zustrom von Migranten hat sich auch zu Beginn des Jahres 2024 fortgesetzt. Die regionalen Rettungsdienste berichteten am Montag, dass 287 Migranten in sechs Schlauchbooten auf fünf Inseln angekommen waren.
Migrationsministerin Elma Saiz besuchte am Dienstag die Inselgruppe, um sich mit den Behörden zu treffen und ihnen zu signalisieren, dass sie bei der Bewältigung des Migrantenzustroms „nicht allein“ seien.
Saiz lobte das neue Migrationsabkommen der Europäischen Union, das im Dezember beschlossen wurde. Es zielt darauf ab, die Kosten und die Arbeit, die mit der Aufnahme von Migranten verbunden sind, gleichmäßiger zu verteilen und die Zahl der Einreisenden zu begrenzen.
Die sieben Inseln, die etwa 100 Kilometer vor der nordwestlichen Küste Afrikas liegen, sind zum Hauptziel für Migranten aus dem Senegal und anderen afrikanischen Ländern geworden. Sie versuchen, Spanien zu erreichen, um ein besseres Leben zu führen oder um vor Konflikten zu fliehen.

