Zahl der Flüchtlinge im vergangenen Jahr auf weltweitem Rekordhoch

Geflohene Menschen in einem Auffanglager auf der Insel Lesbos. [STRATIS BALASKAS/EPA]

Die Zahl der Flüchtlinge ist im vergangenen Jahr auf ein weltweites Rekordhoch gestiegen. Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR waren 2019 rund um den Globus 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies waren fast fast neun Millionen Menschen mehr als im Vorjahr.

Es war auch die größte Zahl an gewaltsam Vertriebenen, die das UNHCR in seiner 70-jährigen Geschichte jemals registriert hat.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks befanden sich zum Ende des vergangenen Jahres weltweit rund 29,6 Millionen Menschen außerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht. Dazu zählten 3,6 Millionen Menschen aus Venezuela, die sich in den Nachbarländern aufhielten.

Außerdem gab es dem UNHCR zufolge weltweit etwa 45,7 Millionen sogenannte Binnenvertriebene – also Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht sind. Diese Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 4,4 Millionen Menschen. Die Zahl der Asylbewerber, über deren Status also noch nicht entschieden worden ist, stieg auf 4,2 Millionen Menschen.

Mehr Fluchtmigration aus der Türkei

Seit dem Putschversuch im Sommer 2016 hat die Anzahl der von türkischen Staatsbürgern in Deutschland gestellten Asylanträge deutlich zugenommen. 2019 lag die Türkei hinter Syrien und dem Irak auf Platz drei der häufigsten Herkunftsländer.

In Deutschland und Europa veränderte sich die Flüchtlingssituation hingegen kaum. In Deutschland nahm die Zahl der gemeldeten Flüchtlinge laut UNHCR um 82.848 zu und lag bei insgesamt etwa 1,147 Millionen. Der Anstieg gehe vor allem auf Menschen zurück, die sich bereits in Deutschland aufgehalten hätten und deren Fälle inzwischen bearbeitet worden seien, erklärte das Flüchtlingshilfswerk.

Deutschland ist weiterhin das weltweit fünftgrößte Gastland für Flüchtlinge. Die meisten Flüchtlinge leben demnach in der Türkei mit 3,6 Millionen, in Kolumbien mit 1,8 Millionen Menschen sowie in Pakistan und Uganda mit jeweils etwa 1,4 Millionen.

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