Mazedoniens Premier: Namensänderung würde wirtschaftlichen Aufschwung bringen

In Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens, hofft man auf wirtschaftliches Wachstum im Handel mit Griechenland. [John Walker/ Shutterstock]

Der Premierminister der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien Zoran Zaev hat die potenziellen wirtschaftlichen Vorteile eines „Ja“ zur Namensänderung hervorgehoben. Insbesondere der Handel mit Griechenland dürfte sich deutlich verstärken, so Zaev.

„Wir erwarten, dass sich der Handel zwischen unseren beiden Ländern verdoppelt,“ wird Zaev von der Nachrichtenagentur MIA zitiert.

Doch das anstehende Referendum am 30. September spaltet das Land: Die konservative Opposition plant, es zu boykottieren. Die mazedonische Regierung wiederum will eine hohe Wahlbeteiligung erreichen. Sollte die Beteiligung weniger als 50 Prozent betragen, wäre die Abstimmung ungültig und ein mögliches „Ja“ unbedeutend.

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In seiner Rede vor Wirtschaftsvertretern am gestrigen Montag in Bitola verwies Zaev auf die Artikel 13 und 14 des geplanten Abkommens, die spezifische Möglichkeiten zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Athen nach der Umsetzung des Namensabkommens vorsehen.

„Ich bin überzeugt, dass wir als Land Vorteile aus dem Abkommen mit Griechenland ziehen würden. Es handelt sich um eine faire Lösung mit wichtigen politischen Auswirkungen“, erklärte Zaev.

Griechenland ist der drittgrößte Handelspartner und der zweitgrößte Investor in Mazedonien.

“ Von Griechenland lernen“

In einem Interview mit EURACTIV.com im Juni am Rande einer Veranstaltung mit Schwerpunkt auf der Westbalkanregion betonte der Präsident der mazedonischen Wirtschaftskammer, Branko Azeski, ebenfalls die Vorteile eines positiven Referendumsergebnisses für die Wirtschaft.

„Ein Partner Griechenlands zu sein bedeutet, ein Partner einer regionalen Macht zu sein,“ sagte er und fügte hinzu, die Mehrheit der Wirtschaftsvertreter des Landes teile diese Ansicht.

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Azeski erklärte außerdem, Griechenland und Serbien seien die idealen Partner der neuen „Republik Nordmazedonien“: „Wenn Griechenland und Serbien ein BIP-Wachstum von vier Prozent haben, dann wird auch unser Land – ohne irgendetwas zu tun – mindestens zwei Prozent mehr haben. Es liegt in unserem Interesse, dass sich Serbien und Griechenland gut entwickeln.“

Er schloss: „Wir wollen Partner sein und von Griechenland lernen. Und wir schämen uns nicht, um Unterstützung zu bitten.“

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