1990: Wie die baltischen Staaten Bergkarabach befrieden wollten – und scheiterten

Seit September 2020 kommt es erneut zu Kämpfen zwischen Armenien und Aserbaidschan. [AP]

Als der Konflikt in Bergkarabach sich Ende der 1980er Jahre verschärfte, versuchten Litauen und die übrigen baltischen Staaten erfolgreich, die beiden Konfliktparteien in Riga an den Verhandlungstisch zu bringen. Bei teils sogar gelöster Stimmung schien sich ein Durchbruch und ein Friedensabkommen abzuzeichnen – letztendlich scheiterte dieses Abkommen jedoch. Ein Bericht von EURACTIVs litauischem Medienpartner LRT.

Während sich Ende der 1980er-Jahre in einem südöstlichen Zipfel der Sowjetunion ethnische Spannungen immer bemerkbarer machten, näherten sich die baltischen Staaten ganz im Westen des ehemaligen Vielvölkerstaates ihren Unabhängigkeitserklärungen an.

Wie es weitergehen würde war jedoch alles andere als klar: Es sollte noch Monate dauern, bis Litauen im März 1990 seine Unabhängigkeit erklärte, gefolgt von seinen baltischen Nachbarn im August desselben Jahres. In der Zwischenzeit warb gerade Litauen aktiv darum, mehr sowjetische Teilstaaten in Opposition zu Moskau zu bringen, um den Zerfall der UdSSR zu beschleunigen.

„Wir beobachteten die Ereignisse im Kaukasus mit Anteilnahme und Sympathie. Wir verstanden, dass die Menschen dort Teil desselben Kampfes gegen das Imperium und für die Befreiung waren,“ meint heute Vytautas Landsbergis, der Gründer der litauischen Reformbewegung (Sąjūdis), die das Land damals in die Unabhängigkeit führte.

Die Sąjūdis lud daher gemeinsam mit ihren lettischen und estnischen Pendants Vertreter der armenischen und aserbaidschanischen nationalen Befreiungsbewegungen zu einem Treffen des Baltischen Rates nach Riga ein.

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN