Von der Leyen wünscht sich afrikanischen Green Deal

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass "grüne Investitionen ein gemeinsames europäisches und afrikanisches Interesse sind". [EPA-EFE/JOHN THYS]

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Freitag die Schaffung eines afrikanischen „Green Deals“ angeregt. Dieser solle ebenso wie sein EU-Pendant das „Herzstück“ für die wirtschaftliche Erholung Afrikas nach der Pandemie werden.

In einer Video-Botschaft für die Eröffnungssitzung des EU-Afrika-Forums zu grünen Investitionen in Afrika bezeichnete von der Leyen den Green Deal als „neue Energie für Wachstum und das Herzstück des Wiederaufbaus“ in der Europäischen Union.

Daher glaube sie, dass „das Gleiche für Afrika gelten kann“ und durch die Schaffung „eines afrikanischen Green Deals auf ein stärkeres und wohlhabenderes Afrika hingearbeitet“ werden könne.

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„Der grüne Übergang ist nicht nur eine Notwendigkeit, um den Klimawandel zu bekämpfen. Der grüne Übergang ist tatsächlich die größte wirtschaftliche Chance unserer Zeit und kann der Motor unseres Aufschwungs sein, in Europa ebenso wie in Afrika“, so die Kommissionschefin weiter.

Von der Leyen verwies auf die erneuerbaren Energien, die „im Moment billiger sind als die meisten anderen Energiequellen und mehr Arbeitsplätze schaffen“ und merkte an, dass mit den „richtigen Investitionen“ in diesem Bereich die „wachsende Industrie Afrikas“ zukünftig angetrieben werden könne.

Das Potenzial der grünen Wirtschaft in Afrika sei insgesamt „riesig: Von der Abfallwirtschaft bis zur klimafreundlichen Landwirtschaft können grüne Investitionen Afrikas Aufschwung vorantreiben.“

Zusammenarbeit

Von der Leyen sprach auch die Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank an, die darauf abzielen solle, „das Risiko grüner Investitionen in Afrika zu decken, entweder über private Investoren oder über die Regierungen der afrikanischen Länder“.

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Sie schloss ihren Beitrag, indem sie betonte, dass „grüne Investitionen ein gemeinsames europäisches und afrikanisches Interesse sind“ und es nun an der Zeit sei, „zu diskutieren, wie man sie weiter mobilisieren kann, insbesondere im Vorfeld der [Klimakonferenz der Vereinten Nationen] COP26 und des EU-Afrika-Gipfels“.

Die COP26 wird zwischen dem 1. und 12. November 2021 im schottischen Glasgow stattfinden.

Das Datum des nächsten groß angelegten Gipfels zwischen der Afrikanischen Union und der EU bleibt indes unklar. Im vergangenen Jahr war ein geplantes Treffen aufgrund der Pandemie verschoben worden. Aktuell sprechen sich insbesondere die afrikanischen Staaten für ein persönliches Treffen statt lediglich Videokonferenzen aus.

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