Verhandlungen zwischen Sofia und Skopje gehen in die nächste Runde

Nordmazedoniens Ministerpräsident Zoran Zaev hatte sich auf Twitter zum Thema Fußball geäußert und dabei von "Mazedonien", ohne die Vorsilbe Nord, gesprochen. [EPA-EFE/VAIOS CHASIALIS]

Der nordmazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev ist gestern zu einem offiziellen Besuch in Sofia eingetroffen und hatte dabei konkrete Vorschläge zur Beendigung des festgefahrenen EU-Integrationsprozesses seines Landes im Gepäck. Sein bulgarischer Amtskollege Stefan Janew kündigte an, das Thema werde in den kommenden Tagen intensiv verhandelt.

Zaev versucht aktuell, den bilateralen Dialog mit Bulgarien zu vertiefen, um so dessen Blockade gegen die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen zu überwinden – bestenfalls noch bevor sich die EU-Staats- und Regierungschefs am 24. und 25. Juni zu einem EU-Gipfel treffen.

„Ich hoffe, dass die Atmosphäre des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts im Interesse der Suche nach einer Lösung beibehalten wird. Schließlich ist die europäische Perspektive der Republik Nordmazedonien und des gesamten Westbalkans im Interesse Bulgariens, der Region und der EU als Ganzes,“ zeigte sich Bulgariens Interimsministerpräsident Janew nach dem Treffen mit Zaev zuversichtlich.

Er mahnte jedoch: „Aber all das muss innerhalb der Regeln ablaufen. Wir müssen die Dinge zuerst unter uns [zwischen Sofia und Skopje] klären, um keine ungelösten Probleme in die europäische Familie hineinzutragen.“

Kroatiens Präsident: Nordmazedonien wird ständig "herumgeschubst"

Nordmazedonien habe alle Bedingungen für die Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen erfüllt, werde aber von gewissen EU-Staaten ständig „herumgeschubst“, kritisierte Kroatiens Präsident Zoran Milanović.

Die beiden Premiers diskutierten bereits gestern mögliche Lösungsansätze für die Probleme sowie konkrete Fristen.

Zaev zeigte sich nach der ersten Gesprächsrunde zufrieden und stellte fest, „dass die Probleme zwischen unseren beiden Ländern nicht unlösbar sind“. Wichtig sei, dass die endgültige Entscheidung im Interesse beider Parteien liege.

„Für uns gibt es keine andere Alternative. Wir glauben an die europäischen Werte,“ betonte Zaev. Er rief das nordmazedonische und das bulgarische Volk dazu auf, gutnachbarschaftliche und freundschaftliche Beziehungen zu pflegen. Janew fügte hinzu: „Wir haben derzeit die Möglichkeit, an einer Lösung zu arbeiten. Unser Ziel ist es, auf Vertrauen, Freundschaft und offenen Dialog zu setzen.“

Früher am Donnerstag traf sich Zaev auch mit dem vormaligen bulgarischen Ministerpräsidenten Bojko Borissow, der seinerseits versuchte, die Schuld für die bulgarische Blockadehaltung gegenüber Skopje auf die aktuelle Interimsregierung abzuwälzen.

Das Veto gegen die Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen war allerdings von Borissows Regierung Ende vergangenen Jahres ausgesprochen worden.

Bulgarien blockiert weiter EU-Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien

Ihr Land könne dem Beschluss nicht zustimmen, weil er „bulgarische Forderungen nicht berücksichtigt“, sagte Bulgariens Außenministerin. Die Bundesregierung hielt dennoch an ihrem Plan fest, den Start der Gespräche noch bis Ende des Jahres zu ermöglichen.

Bulgariens Premier wünscht sich "vernunftbasierten" Dialog mit Skopje

Der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow hat sich am Dienstag mit dem mazedonischen Außenminister Bujar Osmani getroffen und dabei Nordmazedonien und Albanien aufgerufen, weiter an ihrem zukünftigen EU-Beitritt zu arbeiten.

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