Verdacht auf Vergiftung von Putin-Kritiker Nawalny

Alexej Nawalny ist an eine Lungenmaschine angeschlossen, sein Zustand gilt als kritisch. [EPA-EFE/YURI KOCHETKOV]

Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny wird laut seiner Sprecherin mit Vergiftungssymptomen auf der Intensivstation eines sibirischen Krankenhauses behandelt.

Der 44-Jährige sei bewusstlos, erklärte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmisch am Donnerstag. Die ersten Beschwerden seien aufgetreten, als Nawalny auf dem Rückflug von der sibirischen Stadt Tomsk nach Moskau gewesen sei, erklärte sie zudem auf Twitter. Das Flugzeug sei dann in Omsk notgelandet und Nawalny dort ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der leitende Arzt der Klinik bestätigte laut der russischen Nachrichtenagentur Tass, Nawalny befinde sich in einem kritischen Zustand. Der Jurist ist einer der schärfsten Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin.

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“Wir vermuten, dass etwas in seinen Tee gemischt wurde”, sagte Nawalnys Sprecherin. Konkreter äußerte sie sich zunächst nicht zu diesem Vorwurf. Sie fügte aber hinzu, laut den Ärzten sei das Gift durch das heiße Getränk schneller von Nawalnys Organismus aufgenommen worden. Den Tee habe er in einem Cafe auf dem Flughafen von Tomsk getrunken. Die Nachrichtenagentur Interfax meldete unter Berufung auf den Besitzer der Gaststätte, dass dort nun die Überwachungskameras überprüft würden.

Nawalnys Sprecherin erklärte weiter, Nawalny sei an eine Lungenmaschine angeschlossen. Die Polizei sei in die Klinik gerufen worden. Die Situation ähnele einem Vorfall 2019, als ein Arzt Allergiesymptome bei Nawalny auf eine mögliche Vergiftung zurückführte. Die Organisation von Protesten gegen Putin hatte Nawalny in den vergangenen Jahren wiederholt Haftstrafen eingebracht. In Russland finden im September Regionalwahlen statt. Nawalny und seine Mitstreiter haben im Vorfeld Kampagnen für oppositionelle Kandidaten gestartet.

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