US-Vereinbarung sorgt für Spannungen zwischen Oslo und Moskau

Norwegens Verteidigungsminister Frank Bakke-Jensen kommentierte, das Abkommen sei ein weiterer Beweis für das wachsende internationale Interesse an der Arktis-Region. [RED87PUTRA / SHUTTERSTOCK]

Die Unterzeichnung des überarbeiteten norwegisch-amerikanischen Ergänzungsabkommens zur Verteidigungszusammenarbeit (Supplementary Defence Cooperation Agreement, SDCA) vom 16. April hat vergangene Woche scharfe Kritik des russischen Außenministeriums ausgelöst. Letzteres wirft der Führung in Oslo vor, „die Spannungen in der euro-arktischen Region zu verschärfen und die russisch-norwegischen Beziehungen zu zerstören“.

Norwegens Regierung bestreitet den Vorwurf einer „Eskalation der Spannungen“ und ließ mitteilen, das Abkommen mit den USA bedeute keinerlei Änderung in der grundlegenden norwegischen Politik.

Das Abkommen über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich erlaubt den USA, Einrichtungen auf drei Flugplätzen und einem norwegischen Marinestützpunkt zu errichten sowie uneingeschränkten Zugang zu diesen Einrichtungen und Gebieten zu haben. Alle Aktivitäten müssen allerdings ausdrücklich im Einklang mit den einschlägigen nationalen Gesetzen stehen und die Souveränität Norwegens respektieren.

Moskau reagierte in der vergangenen Woche: Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte in einer Pressekonferenz am 29. April, die Vereinbarung mit Washington sei „ein weiterer Beweis dafür, dass Oslo allmählich die Politik der selbst auferlegten Zurückhaltung aufgibt“. Ihr zufolge zeigten solche Aktivitäten „Oslos bewusste und destruktive Linie zur Verschärfung der Spannungen in der euro-arktischen Region und zur Zerstörung der russisch-norwegischen Beziehungen.“

In einem Interview mit dem Barents Observer bemühte sich Norwegens Verteidigungsminister Frank Bakke-Jensen, die Gemüter zu beruhigen. Er versicherte, das Abkommen ziele in keinem Fall auf eine Eskalation der Spannungen mit Russland ab. Darüber hinaus würden die USA Norwegens Politik und den Grundsatz respektieren, dass keine ausländischen Militärstützpunkte auf norwegischem Boden zugelassen werden.

Seiner Meinung nach sei das Abkommen indes ein weiterer Beweis für das wachsende internationale Interesse an der Arktis-Region.

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