US-Studie: Russland manipulierte zu den Wahlen auf allen Onlineplattformen

Wie weit gingen die Manipulationen russischer Spezialisten auf US-amerikanische Wähler? [Bild: Shutterstock.]

Eine Studie des amerikanischen Senats hat er,mittelt, wie weit die Manipulationen Russlands im US-Wahlkampf gingen. Demnach waren Trolle auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube aktiv.

Die Einflussmaßnahme russischer Propaganda-Experten, die während des US-Wahlkampfs 2016 darauf abzielte, das Wahlergebnis zugunsten des heutigen Präsidenten Donald Trump zu beeinflussen, hat auf sämtlichen großen Onlineplattformen statt gefunden. Die Kampagnen zielten dabei darauf ab, afroamerikanische und linksgerichtete Wähler durch demotivierende Botschaften von der Teilnahme an der Wahl abzuhalten und konservative weiße Wähler zu mobilisieren.

Diese Erkenntnisse über die mutmaßlichen Methoden der in St. Petersburg ansässigen Internet Research Agency (IRA) sind in zwei unabhängigen Studien für den Geheimdienstausschuss des US-Senats enthalten, die am Montag veröffentlicht wurden. Die IRA gilt als „Trollfabrik“ der russischen Regierung. Trolle werden Internetnutzer genannt, die bewusst Online-Debatten stören und manipulieren.

Die Forscher des Computerprogaganda-Projekts an der britischen Oxford-Universität, der auf Analyse der Onlinenetzwerke spezialisierten Firma Graphika sowie des im Kampf gegen Onlineproganda tätigen Unternehmens New Knowledge werteten für ihre Studien Millionen von Internetbotschaften aus.

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Demnach nutzte die IRA neben Facebook und Twitter auch die auf die Verbreitung von Fotos spezialisierte Facebook-Tochter Instagram sowie die Video-Plattform YouTube intensiv für ihre Propaganda-Aktivitäten in den USA. Mit ihren Botschaften unter verdeckter Identität auf Tausenden von ihr eingerichteten Onlinekonten habe die IRA eindeutig „der Republikanischen Partei und insbesondere Donald Trump nutzen wollen“, heißt es in der Oxford/Graphika-Studie.

Ein Schwerpunkt habe bei diesen Online-Aktivitäten darauf gelegen, Afroamerikaner, Angehörige sexueller Minderheiten und linksliberale Wähler zu „demobilisieren“, konstatieren die Experten. So hätten die russischen Trolle die Ansicht propagiert, dass es die beste Entscheidung im Interesse der afroamerikanischen Gemeinde sei, „die Wahl zu boykottieren“.

Ein von der IRA geschaffenes Onlinekonto mit dem Namen „Blacktivist“ verbreitete Botschaften über Trumps Rivalin Hillary Clinton, die ihr unterstellten, kein wirkliches Interesse an den Afroamerikanern zu haben. „Keine Leben zählen für Hillary Clinton. Nur Stimmen zählen für Hillary Clinton“, lautete eine der Botschaften. Damit wurde auf „Black Lives Matter“ (Das Leben von Schwarzen zählt) angespielt, den Namen der Bewegung gegen Polizeigewalt.

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Die britische Regierung hat mitgeteilt, dass sie „keine Beweise für die erfolgreiche Nutzung von Desinformationen zur Beeinflussung der demokratischen Prozesse beobachtet hat“.

In anderen Botschaften suchte die IRA den Experten zufolge gezielt konservative weiße Wähler zur Teilnahme an der Wahl anzuspornen, indem sie für diese Wählergruppe wichtige Anliegen wie das Recht auf privaten Waffenbesitz und die Bekämpfung der illegalen Einwanderung in den Vordergrund stellte.

Der republikanische Ausschussvorsitzende Richard Burr erklärte, die Studien zeigten, wie „aggressiv“ Russland versucht habe, die US-Bürger entlang ihrer Rasse, Religion und Weltanschauung zu spalten und das Vertrauen in die demokratischen Institutionen zu untergraben. Der Obmann der oppositionellen Demokraten in dem Geheimdienstausschuss, Mark Warner, bezeichnete die mutmaßlichen russischen Online-Kampagnen als „Angriff auf unsere Demokratie“.

Aufgrund der Untersuchungen des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller hatte die US-Justiz bereits im vergangenen Februar Anklage gegen die IRA wegen ihrer mutmaßlichen russischen Einmischungen in die US-Wahl erhoben. Mueller untersucht auch, ob es damals mögliche illegale Absprachen zwischen Moskau und Trump-Mitarbeitern gab. Trump bezeichnet die Ermittlungen als „Hexenjagd“, der Kreml bestreitet seinerseits jegliche Interventionen in die US-Wahl.

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