US-Senatsausschuss gibt grünes Licht für nominierte Botschafterin Amy Gutmann

Amy Gutmann, rechts von US Präsident Joe Biden, hat eine weitere Hürde genommen und könnte bald den leeren Botschafterposten in Berlin einnehmen. EPA/CHARLIE ARCHAMBAULT

Der Auswärtige Ausschuss des US-Senats hat grünes Licht für die von Präsident Joe Biden als neue Botschafterin in Deutschland nominierte Hochschulpräsidentin Amy Gutmann gegeben.

Die Senatoren billigten am Mittwoch eine ganze Reihe von Nominierungen, darunter die von Gutmann. Die Personalie muss nun noch vom gesamten Senat bestätigt werden, bevor die
72-jährige Tochter eines aus Nazi-Deutschland geflohenen Juden nach Berlin entsandt werden kann.

Im Auswärtigen Ausschuss gab es aber auch Widerspruch gegen die renommierte Politikwissenschaftlerin und Präsidentin der Elite-Hochschule University of Pennsylvania in der Ostküsten-Metropole Philadelphia.

Der ranghöchste Republikaner in dem Senatsausschuss, Jim Risch, stimmte gegen Gutmann, weil ihre Universität „Millionen Dollar an Spenden und Verträgen“ aus China erhalten habe. Dies sei Teil der Versuche Chinas, sich Einfluss auf US-Universitäten zu sichern. Risch beteuerte zugleich, sein Nein zu Gutmann sei nicht „persönlich“.

Die Hochschulpräsidentin hatte im Dezember bei ihrer Anhörung vor dem Ausschuss erklärt, deutlich weniger als ein Prozent der von der Universität beschafften Finanzmittel würden aus China stammen. Sie kenne zwar nicht jede einzelne Spende und jeden einzelnen Vertrag; sie stelle aber sicher, dass solche Mittel „nicht die akademische Freiheit und die nationale Sicherheit bedrohen“.

Biden hatte Gutmann bereits im vergangenen Juli als neue Botschafterin in Deutschland nominiert. Republikanische Senatoren blockierten in der Folge aber eine Bestätigung, Hintergrund war insbesondere der Streit um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2.

Die Republikaner pochen auf Sanktionen gegen den Pipeline-Betreiber Nord Stream 2 AG, was Biden ablehnt, um die guten Beziehungen zu Deutschland nicht zu gefährden. Gutmann hat das Pipeline-Projekt als „schlechten Deal“ für Deutschland und „furchtbar“ für die Ukraine, die Europäische Union und die USA bezeichnet.

Der Botschafterposten in Berlin ist schon seit dem Abgang des vom früheren US-Präsidenten Donald Trump ernannten Botschafters Richard Grenell im Juni 2020 vakant.

Eine Bestätigung Gutmanns als neue Botschafterin wäre für die 72-Jährige gewissermaßen eine Rückkehr zu ihren Wurzeln: Ihr jüdischer Vater war 1934 mit seiner Familie aus Nazi-Deutschland geflohen und später von Indien aus in die USA ausgewandert.

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