US-Forderung nach Bruch mit Nordkorea abgelehnt

US-Präsident Donald Trump setzt gegenüber Pjöngjang auf Konfrontation. [Evan El-Amin/ Shutterstock]

Die USA hatten  gefordert, die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Nordkorea abzubrechen um das Land weiter zu isolieren. Mit dieser Forderung stehen sie jedoch recht alleine da.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte am Donnerstag russischen Nachrichtenagenturen zufolge, das Vorgehen der USA sei geeignet, Nordkorea zu extremen Schritten zu provozieren. Sollten die USA einen Vorwand suchen, das Land zu zerstören, sollten sie dies klar sagen.

Auch die ersten Reaktionen aus Deutschland und anderen Ländern waren kritisch. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Jürgen Hardt, sprach sich dagegen aus, den deutschen Botschafter aus Nordkorea abzuziehen. “Für das Nordkorea-Problem kann es letztlich nur eine diplomatische Lösung geben”, sagte er. Dabei könnten sich die Europäer nicht alleine auf die chinesische oder die russische Botschaft in Nordkorea verlassen. “Es ist gut, dass Europa und damit der Westen mit der deutschen Botschaft einen Anker in Pjöngjang hat.”

Auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn lehnte die US-Forderung ab. “Bis jetzt war die Linie ganz klar”, sagte er der ARD. Europa sei den UN-Sanktionen gefolgt und habe eigene Strafmaßnahmen verhängt, zugleich aber Gesprächskanäle offen gelassen. Er glaube daher auch jetzt, dass nicht alle Botschaften geschlossen werden sollten. “Wenn alles geschlossen wird, alle Dämme gebrochen sind, dann bleibt ja nur eines: Dass man dann mit Gewalt reagiert. Und das kann ja auch nicht gehen.”

Nordkorea sieht sich für Angriff auf die USA gewappnet

Nordkorea sieht sich nach seinem neuerlichen Raketentest zu Angriffen auf sämtliche Ziele in den USA in der Lage. Die „gesamten Kontinental-USA“ lägen nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen, hieß es im Staatsfernsehen.

Die USA drohten der Regierung in Pjöngjang im Falle eines Krieges mit “völliger Zerstörung”. Die amerikanische UN-Botschaftlerin Nikki Haley folgte mit ihrer Wortwahl am Mittwoch bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats einer ähnlichen Drohung von Präsident Donald Trump im September. Dieser hatte damals bei seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen Nordkorea eine “totale Zerstörung” des Landes in Aussicht gestellt. Am Mittwoch nannte Trump den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in einer Rede in Missouri erneut einen “kleinen Raketenmann”.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nehmen seit Monaten zu. Die Regierung in Pjöngjang hat ungeachtet harter UN-Sanktionen mit wiederholten Raketen- und Atomtests gegen Resolutionen des Sicherheitsrates verstoßen. Am Mittwoch hatte das abgeschottete Land nach eigenen Angaben eine neue Interkontinentalrakete getestet, mit der das gesamte Gebiet der USA in die Reichweite seiner Atomwaffen liegen soll. Mit der Hwasong-15 sei “endlich das große historische Ziel erreicht, die staatlichen Atomstreitkräfte zu vervollständigen”, wurde Kim zitiert. Ob die Rakete tatsächlich auch bestückt diese Reichweite hat, daran haben Experten große Zweifel.

Wie auch immer, Pjöngjang und Washington treiben die Eskalationsspirale immer weiter an. Umso wichtiger sind die gemäßigten und diplomatisch orientierten Töne aus Russland und der EU.

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