US-Außenministerium verteidigt Botschafter Grenell

Richard Grenell, der umstrittene neue US-Repräsentant in Berlin. [EPA-EFE/FELIPE TRUEBA]

Das US-Außenministerium hat den wegen Interview-Äußerungen in die Kritik geratenen US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, verteidigt.

Botschafter hätten das Recht darauf, ihre Meinung zu äußern, sagte Außenamtssprecherin Heather Nauert am Dienstag. Grenell habe lediglich darauf hingewiesen, dass es in Europa derzeit einige Parteien und Kandidaten gebe, die Erfolg hätten.

Das rechtspopulistische US-Nachrichtenportal Breitbart hatte Grenell in einem Interview mit der Aussage zitiert, er sei ein großer Fan des österreichischen Kanzlers Sebastian Kurz und wolle konservative Politiker in ganz Europa stärken. Kurz ist ein scharfer Kritiker der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Bundesregierung hatte sich irritiert über die Äußerungen gezeigt. In den Parteien war Grenell auf Kritik gestoßen.

Bereits zuvor war Grenell angeeckt, weil er nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran mit harschen Worten europäischen Unternehmen drohte, die sich weiterhin im Iran engagieren. In der deutschen Politik werden nun Stimmen laut, die einen Abzug Grenells fordern. Das wird wohl nicht passieren, denn er Botschafter hat die Rückendeckung seiner Regierung.

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