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17/01/2017

UN-Sonderbeauftragter kündigt Wiederaufnahme der Zyperngespräche an

EU-Außenpolitik

UN-Sonderbeauftragter kündigt Wiederaufnahme der Zyperngespräche an

Zypern ist seit einem griechisch-zyprischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt.

[wiseguy71/Flickr]

Nach sechsmonatiger Unterbrechung sollen die Verhandlungen für die Wiedervereinigung Zyperns wieder aufgenommen werden. Das gab der UN-Sonderbeauftragte für Zypern am Dienstag bekannt, ohne ein konkretes Datum zu nennen.

Zypern-Griechen und Zypern-Türken hätten sich auf eine Wiederaufnahme der Gespräche unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen „in einigen Wochen“ geeinigt, sagte Espen Barth Eide der Presse in Nikosia.

Der norwegische Diplomat und ehemalige Außenminister gab zu verstehen, dass die Verhandlungen erst nach der Wahl des Führers der Zyperntürken in der nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern stattfinden würden. Die erste Runde der Wahl ist für den 19. April vorgesehen.

Vermittlungsversuche der UNO zwischen den beiden zyprischen Volksgruppen scheiterten bislang. Vor einigen Monaten hatte der Streit zwischen der Türkei und Zypern um Öl- und Gasbohrungen im Mittelmeer an Heftigkeit zugenommen.

Im vergangenen Oktober zogen sich die Zyperngriechen von den Gesprächen zurück. Sie protestierten damit gegen Probebohrungen der Türkei in ihrer Sonderwirtschaftszone.

Zypern ist seit einem griechisch-zyprischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Völkerrechtlich ist die ganze Mittelmeerinsel seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union. Das EU-Regelwerk findet im türkisch kontrollierten Norden jedoch keine Anwendung. Die Türkei hat dort etwa 35.000 Soldaten stationiert.

Die türkischen Zyprer befürworten eine lose Konföderation zweier Staaten. Die griechischen Zyprer treten für einen bi-zonalen Bundesstaat mit einer starken Zentralregierung ein.

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