Umfrage: Mehrheit der Briten würde bei neuer Abstimmung wieder der EU beitreten

Fünf Jahre nach dem Brexit-Referendum und fast zwei Jahre nach dem Austritt aus der EU würden die meisten Briten bei einer Volksabstimmung für den Wiedereintritt in die EU stimmen, so eine neue, am Freitag (12. November) veröffentlichte Umfrage. [EPA-EFE/STR]

Fünf Jahre nach dem Brexit-Referendum und fast zwei Jahre nach dem Austritt aus der EU würden die meisten Briten bei einer Volksabstimmung für den Wiedereintritt in die EU stimmen, so eine neue, am Freitag (12. November) veröffentlichte Umfrage.

Laut einer von Savanta durchgeführten Umfrage unter mehr als 2.000 Personen würden 53-47% der Briten für den Wiedereintritt in die EU stimmen. Inzwischen würden 82 % derjenigen, die beim Referendum 2016 nicht gewählt haben, für einen erneuten Beitritt zur EU stimmen.

Der Lauf der Zeit hat offenbar nicht dazu beigetragen, die politischen Spaltungen und Bruchlinien in der britischen Gesellschaft zu verringern, die durch die Referendumskampagne und den politischen Stillstand zutage traten und die britische Politik nach wie vor dominieren.

Das Versprechen, dass Londons Beziehungen zur EU mit dem Referendum und dem Wahlsieg von Boris Johnsons konservativer Partei im Jahr 2019 endgültig geklärt seien, wird auch durch die Umfrage widerlegt, die zeigt, dass trotz der Brexit-Müdigkeit zwei von fünf britischen Erwachsenen ein Referendum über einen erneuten EU-Beitritt innerhalb der nächsten fünf Jahre befürworten würden, während nur ein Drittel diese Idee ablehnt.

Da die Mehrheit für eine EU-Mitgliedschaft vor allem unter jungen Wählern zu finden ist, von denen 77 % für einen erneuten Beitritt stimmen würden, ist es unwahrscheinlich, dass die EU-Frage im Vereinigten Königreich in absehbarer Zeit vom Tisch sein wird.

49 % der Wähler:innen zwischen 18 und 34 Jahren wünschen sich ein neues Referendum innerhalb der nächsten fünf Jahre.

„Fünf Jahre nach dem Brexit-Referendum deutet diese Umfrage auf ein Land hin, das gleichmäßig gespalten ist, wobei sich die Dynamik in Richtung einer Mehrheit verschiebt, die nun für einen erneuten Beitritt zur EU stimmen würde“, so Chris Hopkins, Political Research Director bei Savanta ComRes.

„Und obwohl viele der Meinung sind, dass das Thema am besten zu den Akten gelegt werden sollte, zeigen die hohe Unterstützung für einen erneuten Beitritt unter den jüngeren Wählern sowie der große Anteil derjenigen, die ein solches Referendum auf jeden Fall befürworten würden, dass das Thema Brexit nicht so schnell vom Tisch sein wird“, fügte er hinzu.

Das im Januar in Kraft getretene Post-Brexit-Handels- und Kooperationsabkommen war von Johnson und seinen Ministern als Abschluss des Brexit-Prozesses versprochen worden. Doch Verzögerungen und Lieferkettenprobleme in einer Reihe von Sektoren sowie ein Arbeitskräftemangel, der durch den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs noch verschärft wurde, haben zu leeren Regalen und Produktmangel in britischen Geschäften und Supermärkten geführt.

Streitigkeiten mit Frankreich über Lizenzen für französische Fischereifahrzeuge und mit der Europäischen Kommission über die Umsetzung des Nordirland-Protokolls waren in diesem Jahr ein fast ständiges Thema, und Beamte des Vereinigten Königreichs und der EU räumen ein, dass die Beziehungen auf absehbare Zeit schwierig bleiben werden.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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