Ukraine: Bisher nur 30 % der versprochenen EU-Artilleriemunition erhalten

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"Von den eine Million Granaten, die uns die Europäische Union versprochen hat, sind leider nicht 50 Prozent, sondern nur 30 Prozent angekommen", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (rechts) vor Reportern an der Seite des bulgarischen Ministerpräsidenten Nikolaj Denkow (links) in Kyjiw. [EPA-EFE/SERGEY DOLZHENKO]

Die Ukraine habe weniger als ein Drittel der eine Million Artilleriegeschosse erhalten, die die EU bis März zu liefern versprochen hat, so Präsident Wolodymyr Selenskyj. Bis März plant die EU nun, die Hälfte der versprochenen Menge zu liefern.

„Von den eine Million Granaten, die uns die Europäische Union versprochen hat, sind leider nicht 50 Prozent, sondern nur 30 Prozent angekommen“, sagte Selenskyj am Montag (26. Februar) vor Reportern an der Seite des bulgarischen Ministerpräsidenten Nikolaj Denkow in Kyjiw.

Die EU hatte diese Zusage im vergangenen Jahr gemacht, im Januar jedoch eingeräumt, dass sie nur die Hälfte der ursprünglich für März vorgesehenen eine Million Artilleriegranaten liefern könne.

Nach Angaben der EU, die sich auf Informationen der EU-Mitgliedstaaten stützen, hat die EU seit Februar 2023 355.000 Schuss Munition an die Ukraine geliefert.

Bis Ende März wird die Zahl der gelieferten Munitionsgeschosse voraussichtlich 524.000 erreichen, und bis zum Jahresende sind nach Schätzungen der EU rund 1.155.000 Schuss Munition vorgesehen.

Bei diesen Zahlen handelt es sich zwar zum größten Teil um Hilfsgüter, die EU-Mitgliedstaaten liefern der Ukraine jedoch auch Munition im Rahmen von Handelsverträgen. Diese Zahlen sind jedoch in der Regel nicht öffentlich zugänglich.

EU-Chefdiplomat Borrell: EU-Mitgliedstaaten sollen mehr Munition für Ukraine bereitstellen

Die EU wird ihre Ziele für die Munitionslieferungen an die Ukraine voraussichtlich weit verfehlen. Der Chefdiplomat der EU, Josep Borrell, fordert die EU-Staaten deshalb in einem Schreiben dazu auf, die Unterstützung für das kriegsgebeutelte Land weiter zu erhöhen.

Die EU-Mitgliedsstaaten sollten Wege finden, um die Lieferung von dringend benötigter Munition zu erhöhen. Dies forderte EU-Chefdiplomat Josep Borrell in einem Schreiben an seine Amtskollegen, über das Euractiv letzte Woche berichtete.

Die Ukraine drängte die EU Anfang des Monats zu „dringenden Schritten“, um die Lieferungen zu erhöhen. Sie sollten die Vorschriften lockern und Verträge mit Verteidigungsunternehmen unterzeichnen.

Kyjiw hat verstärkt davor gewarnt, dass seine Truppen immer schlechter bewaffnet und ausgerüstet sind und dass ein Mangel an Munition die Fähigkeit seiner Streitkräfte beeinträchtigt, gegen die russischen Truppen vorzugehen.

In der Zwischenzeit sahen sich die ukrainischen Truppen gezwungen, sich aus der umkämpften östlichen Stadt Awdijiwka zurückzuziehen, was Moskau den ersten größeren Zugewinn an Gebiet seit über einem Jahr bescherte.

„Bis Ende März plant die EU die Lieferung von fast 170.000 Schuss Munition an die Ukraine und arbeitet an einer weiteren Erhöhung des Liefervolumens“, kündigte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Wochenende an.

Am Montag wurden auf einem speziellen Gipfel zur Unterstützung der Ukraine in Paris Fortschritte bei einer von der Tschechischen Republik geleiteten Initiative zum Kauf von Hunderttausenden von Munitionsgeschossen aus Drittländern erzielt. Frankreich zeigte sich dabei zurückhaltend, da es der Entwicklung der europäischen Industrie Vorrang einräumen möchte.

[Bearbeitet von Alice Taylor/Kjeld Neubert]

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