Türkei schließt Aufnahme afghanischer Flüchtlinge aus

Die Türkei warnt bereits dass sie nach Syrien im Falle von Afghanistan nicht erneut die Hauptlast der Flüchtlingsströme aufnehmen will. EPA-EFE/SEAN GALLUP / POOL

Die Türkei könne die Last einer neuen Migrationswelle aus Afghanistan nicht tragen, sagte Außenminister Mevlut Cavusoglu am Sonntag (29. August) nach Gesprächen mit seinem deutschen Amtskollegen.

Es ist noch unklar ob die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan eine neue Migrationswelle auslösen wird.

Die Ereignisse in Afghanistan haben in der Europäischen Union die Sorge genährt, dass sich die Flüchtlingskrise von 2015 wiederholen könnte, als fast eine Million Menschen auf der Flucht vor Krieg und Armut im Nahen Osten und darüber hinaus von der Türkei aus nach Griechenland gelangten, bevor sie nach Norden in wohlhabendere Staaten weiterzogen.

Um den Flüchtlingsstrom einzudämmen, vereinbarte die EU 2016 mit der Türkei, dass diese Syrer, die vor dem Krieg in ihrem Land fliehen, aufnimmt und im Gegenzug Milliarden von Euro für Flüchtlingsprojekte bereitstellt.

Cavusoglu sagte am Sonntag (29. August), dass Europa und die Länder der Region ebenfalls betroffen sein würden, wenn sich die Migration aus Afghanistan zu einer Krise auswächst, und dass aus der syrischen Flüchtlingskrise Lehren gezogen werden sollten.

„Als Türkei haben wir unsere moralische und humanitäre Verantwortung in Bezug auf die Migration ausreichend wahrgenommen“, sagte Cavusoglu auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Außenminister Heiko Maas.

„Es kommt für uns nicht in Frage, eine zusätzliche Flüchtlingslast zu übernehmen“, sagte Cavusoglu.

Die Türkei beherbergt derzeit 3,7 Millionen syrische Flüchtlinge, die größte Flüchtlingspopulation der Welt, sowie rund 300.000 Afghanen. In Erwartung einer neuen Migrationswelle aus Afghanistan hat die Türkei die Maßnahmen entlang ihrer Ostgrenze verstärkt, um den Grenzübertritt zu verhindern.

Maas sagte, Deutschland sei der Türkei dankbar für ihr Angebot, den Betrieb des Flughafens von Kabul auch nach dem Abzug der NATO zu unterstützen, und sei bereit, dies finanziell und technisch zu fördern.

„Es liegt in unserem eigenen Interesse, dafür zu sorgen, dass der Zusammenbruch in Afghanistan nicht die gesamte Region destabilisiert“, sagte er in einer Erklärung.

Maas ist auf einer Reise in die Türkei, nach Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan und Katar, um Deutschlands Unterstützung für die Länder zu zeigen, die am ehesten unter den Folgen der Krise in Afghanistan zu leiden haben.

Er will auch sicherstellen dass die umliegenden Länder deutschen Ortskräften aus Afghanistan bei der Flucht nach Deutschland unterstützen, nachdem die Luftbrücke aus Kabul ihrem Ende bevorsteht.

Das Nachbarland der Türkei, Griechenland, hat einen 40 km langen Zaun und ein Überwachungssystem fertiggestellt, um Migranten abzuwehren, die immer noch in die Türkei eindringen und versuchen, die Europäische Union zu erreichen.

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