Türkei: Festnahmen nach Attentat auf Putins Botschafter

Wladimir Putin ist nicht begeistert von den amerikanisch-russischen Beziehungen seit dem Amtsantritt von Donald Trump. [Foto: dpa]

Nach dem tödlichen Anschlag auf den russischen Botschafter Andrej Karlow hat die türkische Polizei nach Angaben von Staatsmedien sechs Personen festgenommen.

Die Eltern, die Schwester und zwei weitere Verwandte des Attentäters seien in der westlichen Provinz Aydin in Gewahrsam genommen worden, berichtete amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Der Mitbewohner des Attentäters in Ankara sei ebenfalls festgenommen worden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogandem hatte nach dem tödlichen Attentat auf den russischen Botschafter Andrej Karlow in Ankara seinen russischen Kollegen Wladimir Putin über die ersten Ermittlungsergebnisse informiert.

Nach Angaben aus türkischen Regierungskreisen telefonierten beide Staatschefs am Montagabend miteinander. Einzelheiten des Gesprächs wurden nicht bekannt. Das türkische Außenministerium betonte in einer Stellungnahme, man werde es nicht zulassen, dass der Anschlag „einen Schatten auf die türkisch-russische Freundschaft“ werfe.

Botschafter Andrej Karlow war am Montag während seiner Eröffnungsrede für eine Fotoausstellung in der türkischen Hauptstadt erschossen worden. Der Angreifer, ein 22-jähriger türkischer Polizist im Zivilanzug, rief dabei: „Vergesst nicht Aleppo, vergesst nicht Syrien.“ Der genau Hintergrund war zunächst nicht bekannt.

Die Außenminister Russlands und der Türkei wollen ihre Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus verstärken. Darüber seien sich Sergej Lawrow und Mevlüt Cavusgolu einig gewesen, erklärte das russische Außenministerium nach einem Telefonat der beiden.

Russland hat sich mit seinem Militäreinsatz, der Syriens Präsidenten Baschar al-Assad unterstützt, viele Feinde hat. Das Attentat fand einen Tag vor dem Treffen der Außenminister und Verteidigungsminister der Türkei, Russlands und des Iran zum Syrien-Konflikt statt. In Moskau will Russland mit den anderen Mächten über das weitere Vorgehen im Syrien-Krieg beraten. Russland und der Iran sind Verbündete des syrischen Machthabers Assad, Ankara soll für die syrische Opposition eintreten.

Video des Anschlags

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