Tschechischer Premier schlägt Asyl für russische Deserteure in der EU vor

"Wir haben über einige sehr konkrete Schritte gesprochen. Im Hinblick auf eine langfristige Entwicklung könnte zum Beispiel eine Koalition von Staaten gebildet werden, nicht nur von der EU, sondern vielleicht auch von NATO-Staaten, die den desertierten Soldaten der Russischen Föderation Asyl gewähren würde", sagte der tschechische Premierminister nach seiner Rückkehr aus Kyjiw. [EPA-EFE/MARTIN DIVISEK]

Die EU-Länder sollten sich um russische Soldaten kümmern, die nicht mehr kämpfen wollen, sagte Premierminister Petr Fiala, der nach seinem Besuch in Kyjiw mehrere Ideen vorstellte, wie die EU die Ukraine inmitten der russischen Invasion weiter unterstützen könnte.

„Wir haben über einige sehr konkrete Schritte gesprochen. Im Hinblick auf eine langfristige Entwicklung könnte zum Beispiel eine Koalition von Staaten gebildet werden, nicht nur von der EU, sondern vielleicht auch von NATO-Staaten, die den desertierten Soldaten der Russischen Föderation Asyl gewähren würde“, sagte der tschechische Premierminister nach seiner Rückkehr aus Kyjiw.

Fiala sagte auch, dass die EU-Länder der Ukraine mehr Waffen wie Panzer- und Flugabwehrraketen zur Verfügung stellen sollten. Er räumte zwar ein, dass es nicht möglich sei, eine Flugverbotszone über der Ukraine einzurichten, doch könne dies von den Ukrainern selbst erreicht werden, wenn sie über entsprechende Waffen verfügten. Der tschechische Premierminister erklärte außerdem, dass er die ukrainischen Hilfeersuchen so schnell wie möglich an andere europäische Länder weiterleiten werde.

Fiala fügte hinzu, dass die EU ihre diplomatische Vertretung in Kyjiw wieder einrichten sollte, da die meisten EU-Diplomaten die Ukraine in letzter Zeit aufgrund von Sicherheitsbedenken verlassen hätten.

Der tschechische Premierminister besuchte Kyjiw am Dienstag (15. März) zusammen mit seinen polnischen und slowenischen Amtskollegen, nachdem der slowenische Premierminister Janez Janša diese Idee erstmals vorgeschlagen hatte.

Hauptziel des Besuchs war es, die volle Solidarität mit dem ukrainischen Volk zum Ausdruck zu bringen. Nach Ansicht der drei europäischen Staats- und Regierungschefs sollte die EU der Ukraine unverzüglich den Kandidatenstatus zuerkennen und ihre Aufrüstung verstärken.

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