Tschechischer Geheimdienst: Aktivität iranischer Spezialeinheiten in Europa hat zugenommen

Iranische Agent:innen sind auch daran interessiert, an tschechischen Universitäten mit technischer Ausrichtung Know-how zu erwerben, das für die Verbreitung von Atomwaffen missbraucht werden könnte. [Shutterstock / Anelo]

„In den letzten Jahren können wir nach einigen ruhigen Jahrzehnten wieder eine Zunahme der Aktivitäten iranischer Spezialdienste in Europa sowie deren wachsende Aggression vor allem gegen die Opposition des Exilregimes beobachten“, schreibt der tschechische Sicherheitsinformationsdienst (BIS) in seinem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht.

Laut BIS könnten oppositionelle politische Aktivist:innen oder Journalist:innen Sicherheitsbedrohungen ausgesetzt sein. Als mögliche Ziele nannte der BIS Journalist:innen, die für Radio Farda arbeiten, den iranischen Zweig von Radio Free Europe, der von seinem Hauptsitz in Prag aus in persischer Sprache berichtet.

Iranische Agent:innen sind auch daran interessiert, Know-how von tschechischen technisch orientierten Universitäten zu erhalten, das für die Verbreitung von Atomwaffen missbraucht werden könnte.

„Der Iran hat sich bemüht, von tschechischen wissenschaftlichen Instituten und Universitäten mit besonders technischem Schwerpunkt oder auf Konferenzen mit internationaler Beteiligung Erkenntnisse zu erwerben, die für die Proliferation genutzt werden könnten“, schrieb die BIZ.

Die Weitergabe solcher Technologien und technischer Unterstützung an den Iran ist im Rahmen der EU-Sanktionsregelung gegen den Iran verboten.

Da die Bereitstellung von Hochschulbildung unter die Definition von technischer Hilfe fallen kann, wurde den tschechischen Universitäten geraten, iranischen Student:innen keine Kenntnisse über Nukleartechnologien zu vermitteln.

Die tschechischen Behörden haben den Universitäten sogar spezielle Leitlinien bereitgestellt, wie sie einen Verstoß gegen die EU-Vorschriften vermeiden können.

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