Tschechiens Präsident hält Afghanistan-Abzug für einen Fehler

Tschechiens Präsident hält den Abzug aus Afghanistan für einen Fehler. [Epa-efe]

Der tschechische Präsident Miloš Zeman hält die Entscheidung der USA und der NATO, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen, für einen Fehler. Das bestätigte der Sprecher des Präsidenten am Donnerstag in einer Stellungnahme für die Tageszeitung Pravo.

Zeman habe die Rolle der alliierten Truppen in Afghanistan immer als „effektives Mittel zur Bekämpfung des islamistischen Terrors“ angesehen und verteidigt, so der Sprecher weiter. Der Präsident habe stets und werde weiterhin vor der Gefahr des internationalen Terrorismus warnen.

US-Präsident Joe Biden hatte am Mittwoch angekündigt, dass die USA und andere NATO-Staaten Anfang Mai mit dem Abzug aus Afghanistan beginnen werden. Es werde ein schrittweiser Abbau der Truppenstärke sein, der bis September andauern soll. „Die Verbündeten und Partner werden weiterhin an der Seite des afghanischen Volkes stehen, aber es liegt nun am afghanischen Volk selbst, einen nachhaltigen Frieden aufzubauen,“ bestätigte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Der tschechische Verteidigungsminister Lubomír Metnar teilte derweil mit, sein Land respektiere die Entscheidung. Man wolle aber auch in Zukunft den Kampf gegen den internationalen Terrorismus unterstützen.

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